Abkürzungsverzeichnis AST: Aspartat-Aminotransferase ALT: Alanin-Aminotransferase BFI: bowel function index CACP: Chirurgische Arbeitsgemeinschaft für Coloproktologie CAS: constipation assessment Skala (scale) CSBM: komplette spontane Stuhlentleerung (complete spontaneous bowel movement) DEGAM: Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin DGAV: Deutsche Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirugie DGEM: Deutsche Gesellschaft für Ernährungsmedizin DGG: Deutsche Gesellschaft für Geriatrie DGIM: Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin DGK: Deutsche Gesellschaft für Koloproktologie DGNHK: Deutsche Gesellschaft für Naturheilkunde DGNM: Deutsche Gesellschaft für Neurogastroenterologie & Motilität DGP: Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin DGVS: Deutsche Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten EFSA: Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit 5-HT4-Antagonisten: 5-Hydroxytryptamin-Rezeptor-Antagonisten ICC: Interstitielle Cajal-Zelle GINMP: gastrointestinale neuromuskuläre Pathologien GIT: Gastrointestinaltrakt KHK: koronare Herzkrankheit MACE: Malone antegrade continence enema MAGDA: Informationsforum für Magen-Darm-Erkrankungen MRT: Magnetresonanztomographie NPV: negativer prädiktiver Wert NTC: Normaltransit-Obstipation (normal transit constipation) OD: obstruktive Defäkation ODS: obstruktives Defäkations-Syndrom OIC: Opoid-/Opiat-induzierte Obstipation (opoid-induced constipation) PAC-QOL: Patient Assessment of Constipation Quality of Life PAMORA: peripher wirksamer µ-Opioid-Rezeptorantagonist (peripherally acting µ-opioid receptor antagonist) PEG: Polyethylenglycol PNE: perkutane Nervenevaluation RDS-O: obstipationsdominantes Reizdarmsyndrom RCT: randomisiert kontrollierte Studie (randomized controlled trial) scFOS: Fructooligosaccharide SNS: sakrale Nervenstimulation STC: Obstipation mit verzögertem Colontransit (slow transit constipation) TCM: traditionelle chinesische Medizin TES: transcutaneous electrical stimulation TSH: Thyreoidea-stimulierendes Hormon SBM: spontane Stuhlentleerung (spontaneous bowel movement)
Autoren Jutta Keller1, Thilo Wedel2, Holger Seidl3, Martin E. Kreis4, Ivo van der Voort5, Maximilian Gebhard6, Jost Langhorst7, Petra Lynen Jansen8, Oliver Schwandner9, Martin Storr10, Pia van Leeuwen8, Viola Andresen1, Jan C. Preiß11, Peter Layer1 Collaborators: H. Allescher, T. Andus, S. C. Bischoff, S. Buderus, M. Claßen, U. Ehlert, S. Elsenbruch, M. Engel, A. Enninger, W. Fischbach, M. Freitag, T. Frieling, A. Gillessen, M. Goebel-Stengel, J. Gschossmann, F. Gundling, S. Haag, W. Häuser, U. Helwig, S. Hollerbach, G. Holtmann, M. Karaus, M. Katschinski, H. Krammer, W. Kruis, R. Kuhlbusch-Zicklam, P. Lynen Jansen, A. Madisch, H. Matthes, S. Miehlke, H. Mönnikes, S. Müller-Lissner, B. Niesler, C. Pehl, D. Pohl, C. Posovszky, M. Raithel, G. Röhrig-Herzog, R. Schäfert, M. Schemann, A. Schmidt-Choudhury, S. Schmiedel, A. Schweinlin, J. Schwille-Kiuntke, A. Stengel, J. Tesarz, W. Voderholzer, G. von Boyen, J. von Schönfeld in Zusammenarbeit mit: Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Allergologie und Klinische Immunologie (DGAKI), Deutsche Gesellschaft für Allgemeinund Viszeralchirurgie (DGAV), Deutsche Gesellschaft für Ernährungsmedizin (DGEM), Deutsche Gesellschaft für Geriatrie (DGG), Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM), Deutsche Gesellschaft für Naturheilkunde (DGNHK), Deutsche Gesellschaft für Pathologie und Bundesverband deutscher Pathologen e. V. (DGP/BDP), Deutsche Gesellschaft für Psychosomatische Medizin und Ärztliche Psychotherapie (DGPM), Deutsche Gesellschaft für Verhaltensmedizin und Verhaltensmodifikation (DGVM), Deutsche Schmerzgesellschaft e. V., Deutsches Kollegium für Psychosomatische Medizin (DKPM), Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit (DTG), Gesellschaft für Pädiatrische Gastroenterologie und Ernährung (GPGE), Deutsche Gesellschaft für Kinderund Jugendmedizin (DGKJ), Swiss Society of Neurogastroenterology and Motility (SwissNGM), Informationsforum für Patient:innen mit Magen-Darm-Erkrankungen (MAGDA)
Abkürzungsverzeichnis ACPO: akute colonische Pseudoobstruktion, syn. Ogilvie-Syndrom CED: chronisch entzündliche Darmerkrankungen CI: Confidence Interval, engl. CIPO: chronische intestinale Pseudoobstruktion CMV: Cytomegalie-Virus ENS: enterisches Nervensystem FBDSI: Functional Bowel Disorder Severity Index FBS: Funktionelle Bauchschmerzen (engl. FAB, functional abdominal pain) FD: Funktionelle Dyspepsie GSRS-IBS: Gastrointestinal Symptom Rating Score HADS: Hospital Anxiety Depression Scale, engl. H&E: Hämatoxylin-Eosin-Färbung IBS: Irritable Bowel Syndrome, engl. IBS-IS: Irritable Bowel Syndrome Impact scale, engl. IBS-SSS: IBS-severity scoring system, engl. ICC: interstitielle Cajal-Zellen (engl. cells) IMC: idiopathisches Megacolon/-rektum LGG: Lactobacillus GG NNT: Number Needed to Treat, engl. NTC: Normal Transit Constipation, engl. SERT: Serotoninwiederaufnahme (engl. reuptake)-Transporter STC: Slow-Transit Constipation, engl. QOL: Quality of Life, engl. PBMC: periphere mononukleäre Blutzellen PHQ: Patient Health Quenstionnaire PI-RDS: Postinfektiöses Reizdarmsyndrom RCT: radomisierte, kontrollierte Studie (engl. randomized controlled trial) PTSD: Posttraumatic Stress Disorder, engl. RDS: Reizdarmsyndrom RDS-A: RDS mit wechselndem (alternierendem) Stuhlverhalten (z. B. Phasen von Diarrhoe im Wechsel mit Phasen von Obstipation) RDS-D: Reizdarmsyndrom, diarrhoe-prädominant RDS-O: Reizdarmsyndrom, obstipation-prädominant RDS-M: Reizdarmsyndrom mit gemischtem Stuhlverhalten (z. B. innerhalb eines Tages sowohl Diarrhoe als auch Obstipation) SSRI: Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (engl. reuptake inhibitor) TCA: Trizyklische Antidepressiva
Reference EPFL-CONF-222265View record in Web of Science Record created on 2016-10-18, modified on 2016-11-11
Hintergrund/Einleitung: Wir haben in früheren Untersuchungen gezeigt, dass die Methode des Magnetic Marker Monitoring (MMM) die Darstellung des gastrointestinalen Transports von festen Arzneiformen (FAF) mit hoher zeitlicher und räumlicher Auflösung ermöglicht, und dass der ösophageale Transport von Tabletten vom Schluckvolumen und der Körperposition beeinflusst wird.
Hintergrund/Einleitung: Die autonome Regulation von Verdauungsfunktionen wird insbesondere von hypothalamischen Hirnarealen geleistet. Die Integration efferenter und afferenter Information erfolgt hierbei im Paraventriculären Nucleus des Hypothalamus (PVN). Dieser ist über bilaterale neuronale Verbindungen eng mit dem Nucleus Arcuatus (ARC) verknüpft. Es gibt Hinweise, dass diese starke neuronale Verbindung, die sogenannte PVN-ARC-Achse entscheidend an der autonomen Regulation von Verdauungsfunktionen und der endogenen Sättigungsregulation über lokale Aktivierung von Neuronen und Peptidfreisetzung beteiligt ist. So konnte gezeigt werden, dass Aktivierung von Neuronen im ARC die Magensäuresekretion über Wirkung an CRF und NPY-1 Rezeptoren im PVN moduliert.
Hintergrund/Einleitung: Ghrelin,ein aus 28 Aminosäuren bestehendes Peptidhormon,wird hauptsächlich im Magen gebildet und vermittelt seine Wirkung über den GHS-Rezeptor.Peripheres Ghrelin induziert eine Steigerung der Nahrungsaufnahme.In früheren Studien wurde gezeigt,dass peripher appliziertes Ghrelin im Gehirn allein im Ncl. arcuatus (NARC) die Expression von c-fos, einem etabliertem Marker neuronaler Aktivierung,induziert. Hierbei handelt es sich überwiegend um NPY-Neurone,für die propagiert wird,dass sie zum Paraventrikulären Nukleus des Hypothalamus (PVN) projizieren und an der Kontrolle von Nahrungsaufnahme beteiligt sind.Die Selektivität der Zunahme c-Fos-LI positiver Neurone im NARC ist überraschend,da GHS-Rezeptoren in weiteren Kerngebieten von Hypothalamus und Hirnstamm exprimiert werden,die an der Kontrolle der Nahrungsaufnahme beteiligt sind.
Hintergrund/Einleitung: Viele Neuropeptide der endogenen Sättigungsregulation sind auch an der zentralnervösen Regulation von Verdauungsfunktionen beteiligt. So konnte u.a. gezeigt werden, dass Neuropeptide Y (NPY) oder CRF und CART im Gehirn Sekretion und Motilität im gesamten Verdauungstrakt beeinflussen. Bei Ghrelin, einem intestinal exprimiertem Peptidhormon, dass an der Sättigungsregulation beteiligt ist, wurde schon früh, wegen seiner fast 50%igen Sequenzhomologie zum Motilin vermutet, dass es Motilität innerhalb des Verdauungstraktes beeinflusst. So konnte gezeigt werden, dass Ghrelin die Magensäuresekretion und die Magenmotilität stimuliert. Bei der Stimulation der Nahrungsaufnahme wirken Ghrelin und NPY nicht nur equipotent, sondern synergistisch. Diese funktionelle Beziehung wird gestützt durch den Nachweis enger anatomischer Verbindungen von NPY- und Ghrelin-immunoreaktiver Neurone im Hypothalamus.
Hintergrund: Das Histaminintoleranzsyndrom (HIS) ist eine nicht immunologisch vermittelte Reaktion auf die Zufuhr normaler Histaminmengen, die gastrointestinale (GI) Beschwerden auslösen kann und oft unerkannt bleibt.
Chronische Obstipationsbeschwerden zählen mit einer Prävalenz von 5 – 15 % zu den häufigen Gesundheitsstörungen in Deutschland, wobei die Prävalenz mit dem Alter zunimmt und Frauen deutlich häufiger betroffen sind als Männer [1] [2].
Die Kohlenhydratmalabsorption kann gastrointestinale Symptome verursachen und führt zu erhöhten endexspiratorischen Werten von Wasserstoff (H2). Die Studienlage zur Prävalenz in großen Patientenkollektiven ist ungenügend. Das Ziel der Studie war, die Prävalenz der Kohlenhydratmalabsorption mittels H2-Atemtest in einer großen Studienkohorte zu untersuchen, welche sich aufgrund vielfältiger gastrointestinaler Beschwerden, die mittels eines standardisierten Symptomfragebogens evaluiert wurden, vorstellte,. 2390 Patienten (˜49,6 Jahre, 806Männer, 1584 Frauen) führten einen standardisierten H2-Atemtest mit 50g Laktose und 50g Fruktose durch und dokumentierten ihre Symptome. Zeigten beide Tests einen früh-signifikanten Anstieg, so durchliefen sie zusätzlich einen Test mit 50g Glukose. Patienten mit erhöhten H2-Konzentrationen im 50g Fruktosetest durchliefen zusätzlich einen 25g Fruktose-Atemtest.
Die vorliegenden Empfehlungen für Indikationen, Durchführung und Interpretation der ösophagealen Refluxdiagnostik stellen eine Aktualisierung der Empfehlungen zur 24 h-pH-Metrie beim Erwachsenen von 2003 dar unter Berücksichtigung der aktuellen Publikationen sowie der neuen Techniken (kabellose) pH-Messung, Impedanz-Messung und Bilirubin-Messung (Bestimmung eines duodenogastroösophagealen Refluxes).
Eine effektive Schmerztherapie bei chronischer Pankreatitis ist bis heute eine große Herausforderung. Mittels oraler medikamentöser Kombinationstherapie gelingt häufig nur eine unbefriedigende Symptomlinderung, dieses führt nicht selten zur kontinuierlichen Dosissteigerung der oftmals ohnehin suchtgefährdeten Patienten.
Appendix III Ältere Diagnose-Kriterien des RDS 281 Literatur 282 1 In Zusammenarbeit mit Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM), Berufsverband Niedergelassener Gastroenterologen Deutschlands (bng), Gesellschaft für Pädiatrische Gastroenterologie und Ernährung (GPGE), Deutsche Gesellschaft für Ernährungsmedizin (DGEM), Deutsche Gesellschaft für Allgemeinund Viszeralchirurgie (DGAV), Deutsche Gesellschaft für Allgemeinund Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft zum Studium des Schmerzes (DGSS), Deutsche Gesellschaft für Verhaltensmedizin und Verhaltensmodifikation (DGVM), Deutsche Gesellschaft für Psychosomatische Medizin und Ärztliche Psychotherapie (DGPM), Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit (DTG), Deutsche Gesellschaft für Naturheilkunde, Deutsche Reizdarmselbsthilfe e.V. (Patientenorganisation).
Neben der Single- und Doppel-Ballon-Enteroskopie wird zunehmend die Spiralenteroskopie als zeit- und kosteneffektive Methode bei der diagnostischen und therapeutischen Dünndarmendoskopie beworben. Nach anfänglich guten Erfahrungen mit der Spiralenteroskopie in unserem gastroenterologischen Zentrum muss schließlich von zwei Fällen mit relevanten Ösophagusblutungen als Komplikation bei dieser Methode berichtet werden. Mögliche Ursachen werden diskutiert und eine aktuelle Literaturübersicht wird gegeben.
Einleitung: Corticotropin-Releasing Factor (CRF) ist sowohl zentral als auch peripher exprimiert. Wenige Studien untersuchten jedoch zirkulierende CRF-Spiegel im Blut und beschrieben entweder keine oder sehr geringe Konzentrationen, was möglicherweise durch Peptiddegradation bei Standard-Blutbehandlung (EDTA-Blut auf Eis) bedingt ist. Wir haben kürzlich eine neue RAPID-Methode (Reduced temperatures, Acidification, Protease inhibition, Isotopic exogenous controls und Dilution) zur Blutverarbeitung entwickelt, welche die Ausbeute von 11/12 zirkulierenden gastrointestinalen Peptiden verbessert.