P . b . b . G Z 0 2 Z 0 3 1 1 0 8 M , V e r l a g s p o s t a m t : 3 0 0 2 P u r k e r s d o r f , E r s c h e i n u n g s o r t : 3 0 0 3 G a b l i t z Indexed in SCOPUS/EMBASE/Excerpta Medica www.kup.at/mineralstoffwechsel Österreichische Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie Österreichische Gesellschaft für Rheumatologie Offizielles Organ der Österreichischen Gesellschaft zur Erforschung des Knochens und Mineralstoffwechsels Member of the SBMS Swiss Bone and Mineral
Cancer represents the second most common cause of death in Germany. The country's federal states operate regional population-based cancer registries that collect and analyze data on cancer patients. This provides an essential basis for describing the cancer burden in the German population. In order to obtain valid and reliable information on cancer incidence at the national level, the Robert Koch Institute (RKI) set up the Federal Cancer Surveillance Unit in 1983 as a central institution for evaluating this cancer registry data. In August 2009, when the Federal Cancer Registry Data Act (BKRG) came into force, the Center for Cancer Registry Data (ZfKD) at the RKI took over the work of the Cancer Surveillance Unit with a broader remit. In the future, it will also regularly publish findings on survival, prevalence, and tumor stage distribution. A newly established record linkage process will help identify multiple submissions from the federal states. Further innovations and new tasks of the ZfKD include expanding an interactive Internet platform and encouraging a more intensive use of cancer registry data for epidemiological research by providing datasets to external scientists. The range of information available to the interested public is also to be expanded.
Zur Umsetzung des Bundeskrebsregisterdatengesetzes (2009) wurde Anfang 2010 im Robert Koch-Institut das Zentrum für Krebsregisterdaten (ZKRD) in der Abteilung Epidemiologie und Gesundheitsberichterstattung eingerichtet. Das ZKRD setzt die Arbeit der bisherigen Arbeitsgruppe Dachdokumentation Krebs mit erweitertem Aufgabenspektrum fort. Zu den Kernaufgaben gehört wie bisher die Schätzung der Vollzähligkeit der von den epidemiologischen Landeskrebsregistern (EKR) übermittelten Daten und darauf aufbauend die Ermittlung der Krebsinzidenzen in Deutschland. Neben den Neuerkrankungs- und Mortalitätsraten werden künftig unter anderem auch Prävalenzen, Überlebensraten und die Stadienverteilung bösartiger Tumorerkrankungen für Deutschland regelmäßig ausgewertet und veröffentlicht. Ein verstärktes Angebot interaktiver Auswertungen im Internet ist ebenso geplant wie die Erstellung und Pflege eines scientific use files, um eine noch intensivere Nutzung der Krebsregisterdaten für die Wissenschaft zu ermöglichen. Eine der neu hinzugekommenen Aufgaben des ZKRD ist die regelmäßige Durchführung eines länderübergreifenden Datenabgleichs zur Ermittlung von Mehrfachübermittlungen. Hierzu führt das ZKRD derzeit gemeinsam mit den EKR aus 13 Bundesländern und Wissenschaftlern der Universität Duisburg-Essen ein vom Bundesgesundheitsministerium gefördertes Pilotprojekt durch, das eine erste valide Schätzung der Häufigkeit von Mehrfachübermittlungen liefern und die Entwicklung eines praktikablen Verfahren zum Datenabgleich ermöglichen soll. Abschließende Ergebnisse sind Mitte 2011 zu erwarten. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Weiterentwicklung von Methoden und Standards zur Erfassung, Übermittlung und Auswertung von Krebsregisterdaten. Im März 2010 fand dazu in Berlin ein erster Workshop zur Methodik der Vollzähligkeitsschätzung statt. Eine Arbeitsgruppe mit Vertretern der EKR, des ZKRD und interessierten Wissenschaftlern wird im Laufe des Jahres die erarbeiteten Vorschläge vertiefen und Empfehlungen für das künftige Schätzverfahren erarbeiten. Die Arbeit des ZKRD wird begleitet von einem Beirat mit internationaler Beteiligung unter Vorsitz von Prof. Dr. Andreas Stang (Halle) und Prof. Dr. Iris Pigeot (Bremen, Stellvertretung). Wesentliches Ziel des Zentrums für Krebsregisterdaten ist es, die Beschreibung des Krebsgeschehens in Deutschland zu verbessern und damit auch das Angebot an Informationen für die interessierte Öffentlichkeit zu erweitern.
Hintergrund: Angaben zur Prävalenz chronischer Erkrankungen sind von besonderem Interesse für die Planung von Ressourcen und zur Abschätzung der Kosten für die Versorgung der Betroffenen. Für Krebserkrankungen in Deutschland werden zwar seit mehr als 20 Jahren regelmäßig die Anzahl der jährlichen Neuerkrankungen vom RKI geschätzt, die einzigen Angaben zur Prävalenz stammen jedoch bisher aus einem internationalen Projekt der IARC (GLOBOCAN) und beruhen auf Daten aus den 1990er Jahren. Methode: Die Methode der vorliegenden Prävalenzschätzung durch das Zentrum für Krebsregisterdaten lehnt sich an die Vorgehensweise des GLOBOCAN-Programms an. Die Berechnungen beruhen auf den vom RKI geschätzten Zahlen der jährlichen Krebsneuerkrankungen in Deutschland und auf den absoluten Überlebensraten aus dem Saarländischen Krebsregister (jeweils bis 2004). Auf der Basis der Bevölkerungsvorausberechnungen des Statistischen Bundesamtes wurden unter der Annahme unveränderter Neuerkrankungs- und Überlebensraten absolute Prävalenzen bis 2010 hochgerechnet. Die Ergebnisse liegen nach dem Abstand zur Diagnose gegliedert als 1-, 2-, 3-, 5- bzw. 10-Jahres-Prävalenzen vor. Ergebnisse: Im Jahr 2004 war bei etwa 679.000 Frauen und 645.000Männern in den zurückliegenden fünf Jahren eine Krebsdiagnose gestellt worden (ohne nicht-melanotischer Hautkrebs). Von 1990 bis 2004 hat damit die absolute 5-Jahres-Prävalenz an Krebs bei Frauen um etwa 35% und bei Männern um 80% zugenommen. Bis zum Jahr 2010 ist mit einem weiteren Anstieg auf etwa 721.000 Frauen und 731.000Männer zu rechnen. Fast die Hälfte des Gesamtanstiegs ist auf die Zunahme der Prävalenz beim Prostatakrebs sowie beim weiblichen Brustkrebs zurückzuführen. Diskussion: Die geschätzte 5-Jahres-Prävalenzrate für Krebs gesamt stimmt gut mit internationalen Ergebnissen, etwa mit den vom finnischen Krebsregister veröffentlichten Zahlen überein. Bemerkenswert ist der starke Anstieg der absoluten Prävalenz in den letzten 20 Jahren, der die gestiegene Belastung des Gesundheitssystems in Deutschland durch Krebserkrankungen verdeutlicht. Zu diesem Anstieg haben neben teilweise gestiegenen Inzidenzraten verbesserte Überlebensaussichten und gerade bei den Männern vor allem demografische Entwicklungen beigetragen.
The future as well as the past development of cancer incidents in Germany is of continuous importance for health policy. Cancer incidence data observed over more than 20 years are analysed by log-linear models with polynomial trend components. The estimated trend models are used for a trend extrapolation until the year 2020. Since cancer registration in Germany is not complete yet and does not cover the whole area of the country national incidences are estimated by the data of the existing complete regional cancer registries. In this way it can be assessed that the number of new cancer diseases increased from 270,000 cases in 1980 to 420,000 cases in 2002. Extrapolating the trends and taking into account the demographic prognosis of the German Federal Statistical Office 570,000 (version 1) or 590,000 (version 9) annual cancer cases are predicted for the year 2020. From 1980 to 2002 a decrease of cancer mortality was observed. If this trend continues until 2020, the number of deaths caused by cancer would decrease from 209,000 in 2002 to 153,000 (or 158,000) in 2020, although the number of cancer cases are predicted to increase. Assuming constant mortality rates the number of deaths caused by cancer would be much higher.
Sowohl die zurückliegende als auch die zukünftige Entwicklung des Krebsgeschehens in Deutschland sind von gleich bleibend großer gesundheitspolitischer Bedeutung. Zur Analyse der bislang beobachteten Trends werden log-lineare Modelle mit polynomialen Trends auf Krebsinzidenz- und Krebsmortalitätsdaten aus Deutschland ab 1980 angewandt und die Entwicklung bis zum Jahr 2020 extrapoliert. Aufgrund der gegenwärtig in Deutschland noch nicht flächendeckenden und überall vollzähligen Krebsregistrierung werden Krebsinzidenzen auf nationaler Ebene aus den Daten vollzählig registrierender bundesdeutscher Krebsregister geschätzt. Demnach stieg die Zahl der Krebsneuerkrankungen in Deutschland von 1980 mit insgesamt über 270.000 Neuerkrankungen auf über 420.000 im Jahr 2002. Bei fortgesetztem Trend ergäben sich nach der Variante 1 der Bevölkerungsprognosen des Statistischen Bundesamtes bis 2020 über 570.000 jährliche Krebsneuerkrankungen und rund 590.000 nach der Variante 9. Setzt sich gleichzeitig der bis zum Ende des Beobachtungszeitraums von 1980–2002 erkennbare Rückgang in der Krebsmortalität zukünftig fort, dann fällt trotz steigender Erkrankungszahlen die Zahl der an Krebs Gestorbenen von 209.000 im Jahr 2002 auf rund 153.000 bzw. 158.000 im Jahr 2020, je nach der zugrunde gelegten Variante der Bevölkerungsfortschreibung. Eine deutlich höhere Zahl von Todesfällen an Krebs würde sich ergeben, wenn die Mortalitätsraten von 2002 unverändert weiter gelten würden.
Die Dachdokumentation Krebs wertet seit 20 Jahren dieDaten der bevölkerungsbezogenen Krebsregister in derBundesrepublik Deutschland zusammenfassend und übergreifend aus.Dazu übermitteln ihr die Register alljährlich ihreanonymisierten epidemiologischen Datensätze. Zu den wichtigstenAufgaben der Dachdokumentation Krebs im Robert Koch-Institutgehört neben einer gründlichen Prüfung der eingehenden Daten aufStimmigkeit vor allem die Prüfung der Register aufVollzähligkeit der Erfassung. Der Grad der Erfassungwesentlicher Krebskrankheiten wird für alle beteiligten Registerin einem allseits anerkannten Verfahren mittels log-linearerModelle geschätzt. Auf der Grundlage der Daten ausreichendvollzählig erfassender Krebsregister schätzt dieDachdokumentation sodann die Krebshäufigkeit in Deutschland undihre Trends. Überlebensraten, lebenslange und altersbezogeneErkrankungs- und Sterberisiken sowie deren zeitliche Entwicklungwerden berechnet und analysiert und die Ergebnisse einer breitenÖffentlichkeit zugänglich gemacht. Mit zunehmender Zahlvollzählig registrierender Krebsregister wird der Ausschluss vonMehrfacherfassungen in unterschiedlichen Registern mittels eineszentralen Datenabgleichs im Robert Koch-Institut wichtiger. Einzunehmender Erfassungsgrad erlaubt die Bearbeitung weitererFragestellungen, wie z. B. die Ermittlung der Inzidenz seltenerKrebskrankheiten und regionaler Besonderheiten desErkrankungsrisikos und deren Ursachen. Diese und weitereAufgaben können angesichts der in den einzelnen Bundesländernteilweise recht unterschiedlichen gesetzlichen Grundlagen ambesten durch eine föderale Einrichtung bearbeitet werden, dieselbst kein Krebsregister ist, wie die DachdokumentationKrebs.
For 20 years the Federal Cancer Reporting Unit has been processing and analyzing the comprehensive data of the population-based cancer registries in the Federal Republic of Germany. For this purpose the registries transfer their epidemiological records that have been made anonymous to the Federal Cancer Reporting Unit in the Robert Koch Institute once a year. An essential task of the Federal Cancer Reporting Unit is to check the data coherence and especially the completeness of cancer registration. The completeness of registration is estimated by site- and register-specific log-linear models. Based on data from sufficiently complete registries, national incidence rates and their time trends are estimated. Cancer survival rates, lifetime, and age-conditional probability of developing cancer and risk of dying from cancer are calculated and interpreted. The results are published regularly. With increasing completeness of registration, multiple notification of cases in different registries and their exclusion by matching procedures becomes more important. With increasing completeness of registration, further problems can be addressed such as the incidence of rare cancer sites or the analysis of regional patterns of cancer incidence and their underlying causes. Given the different legal requirements of cancer registration in the federal states of Germany, a national institution such as the Federal Cancer Reporting Unit in the Robert Koch Institute, which is not directly involved in cancer registration, can perform these activities best.
For 20 years the Federal Cancer Reporting Unit has been processing and analyzing the comprehensive data of the population-ba- sed cancer registries in the Federal Republic of Germany. For this purpose the registries transfer their epidemiological records that have been made anonymous to the Federal Cancer Reporting Unit in the Robert Koch In- stitute once a year. An essential task of the Federal Cancer Reporting Unit is to check the data coherence and especially the comple- teness of cancer registration.The completen- ess of registration is estimated by site- and register-specific log-linear models. Based on data from sufficiently complete registries, national incidence rates and their time trends are estimated. Cancer survival rates, lifetime, and age-conditional probability of developing cancer and risk of dying from cancer are calculated and interpreted.The re- sults are published regularly.With increasing completeness of registration, multiple notifi- cation of cases in different registries and their exclusion by matching procedures be- comes more important.With increasing completeness of registration, further pro- blems can be addressed such as the inci- dence of rare cancer sites or the analysis of regional patterns of cancer incidence and their underlying causes. Given the different legal requirements of cancer registration in the federal states of Germany, a national in- stitution such as the Federal Cancer Repor- ting Unit in the Robert Koch Institute, which is not directly involved in cancer registration, can perform these activities best.