An einem Doppelendprofiler wurde beim Fräsen der Schmalflächen von KF-Platten der Körperschall an der Werkzeugspindel gemessen. Dabei wurde ein deutlich meßbarer Zusammenhang mit Zahnvorschub, Schnittdicke, Schmittgeschwindigkeit, Schnittkraft, Antriebsleistung und Werkzeugverschleiß festgestellt. Ferner führten Unwucht des Werkzeugs oder Fehler an der Werkzeugspindel zu einem erheblichen Anstieg der Körperschallamplitude.
Beim Fräsen von Spanplatten an den Schmalflächen wurden erstmals die Kantenschartigkeit der Werkstücke, der Werkzeugverschleiß, die Antriebsleistung des Werkzeugantriebes und das Bearbeitungsgeräusch gleichzeitig gemessen. Dabei wurden die Einstellgrößen Schnittgeschwindigkeitv v , Zahnvorschubf z und Schnittdickea c variiert. Der Zahvorschubf z hatte einen außerordentlich großen Einfluß auf die Kantenschartigkeit. Je größer der Zahnvorschubf z war, desto größer war auch die Kantenschartigkeit der Werkstücke, d.h. um so schlechter war die Bearbeitungsqualität. Der Einfluß von Schnittgeschwindigkeitv c und Schnittdickea e auf die Kantenschartigkeit war vergleichsweise gering. Der schalldruckpegel nahm insbesondere mitv c zu. Der Werkzeugverschleiß stieg bei üblichen Schnittgeschwidigkeiten bis 60 m/s in bekannter Weise mit der Schnittgeschwindigkeit und mit dem gesamtschnittweg an, die Antriebsleistung stieg mit dem Spanungsquerschnitt und dem Gesamtschnittweg an. Von besonderer Bedeutung sind die Meßergebnisse bei der vergleichsweise hohen Schnittgeschwindigkeit von 70 m/s: Gegenüberv c =60 m/s wurden geringere Werte sowohl für den Werkzeugverschleiß, als auch für die Kantenschartigkeit und die Antriebsleistung gemessen.
Die Kantenqualitätsmeßtechnik hat das Stadium der Laborversuche verlassen, sie kann in der industriellen Fertigung bereits erfolgreich eingesetzt werden. Es gelang, als praxistaugliche Kenngröße die ausbruchflächebezogene KantenqualitätszahlQA zu finden. Diese ist in einem Teil der vorhandenen Kantenqualitätsmeßgeräte bereits eingebaut. Dank der Mikroelektronik können derartige Kenngrößen heute rasch und einfach ermittelt werden. Eine automatische Qualitätsüberwachung bei Werkzeugen mit langen Standzeiten wie z. B. Diamantwerkzeugen und ein qualitätsbedingter automatischer Werkzeugwechsel sind mit Hilfe, dieser Geräte heute möglich.