Introduction: About the ECC and This Report.- E-Merging Media: The Future of Communication.- Changing Media.- Changing Technology.- Changing Society.- Changing Rules.
Der nun vorliegende, dritte ECC-Report „E-merging Media. Kommunikation und Medienwirtschaft der Zukunft“ beschreibt Potenziale langfristiger Entwicklungen für Kommunikationssysteme und die Medienwirtschaft. Assoziationen einer digitalisierten, sich stark verändernden Medienlandschaft umfassen den Wandel der Medien selbst, die Veränderungen der Informations- und Kommunikationstechnologien, gesellschaftliche Auswirkungen sowie Gestaltungen am und im Regulierungsrahmen.
Mit dem Sendebeginn von RTL plus und Sat.1 startete 1984 in Deutschland das Privatfernsehen, das seinen Durchbruch überwiegend den so genannten Kabelpilotprojekten zu verdanken hatte. Aufgrund der technischen Entwicklung in Satelliten- und Kabeltechnik wurde in der Folgezeit das bis dahin existierende öffentlich-rechtliche Rundfunkmonopol in Deutschland aufgegeben.1 Nachdem das Bundesverfassungsgericht im dritten Rundfunkurteil 1981 privaten Rundfunk und im Niedersachsen-Urteil 1986 das duale Rundfunksystem mit öffentlich-rechtlichem und privat-rechtlichem Rundfunk für zulässig erklärt hatte, institutionalisierten die Ministerpräsidenten nach langen und komplizierten Verhandlungen 1987 diese Rundfunkordnung durch einen Staatsvertrag zur Neuordnung des Rundfunkwesens.
In einer „pluralistischen“ Gesellschaft sieht sich die praktische Wirtschaftspolitik einer Vielzahl von Zielen verpflichtet. Allerdings vermag die Wohlfahrtsökonomik der praktischen Wirtschaftspolitik keine exakte Auskunft darüber zu geben, wie ihr höchstes Ziel „Maximierung der gesellschaftlichen Wohlfahrt“ inhaltlich zu bestimmen ist und wie sich Entwicklungen im Sinne einer Annäherung an dieses Ziel genau feststellen lassen. So wird bei der Zielfindung davon ausgegangen, dass jede Gesellschaft Grundwerte kennt, die für sie den Charakter übergeordneter Ziele besitzen, und die als Basis für ein friedliches Zusammenleben ein hohes Maß an Zustimmung aufweisen. (Berg, Cassel 1992). Für die westlichen Industrieländer der Gegenwart können etwa Freiheit, Gerechtigkeit, Sicherheit und Fortschritt als solche obersten Ziele angesehen werden.
Der Tatbestand der fortschreitenden Medienkonzentration in ihren unterschiedlichen Ausprägungen und Formen steht weitgehend außer Frage. Wie in den vorangegangenen Kapiteln deutlich gemacht wurde, hat die Konzentration im Medienbereich neue Dimensionen angenommen, was sich u.a. in der abnehmenden Anzahl von unabhängigen, also nicht verflochtenen Medienunternehmen in allen Mediengattungen manifestiert.
Medienkonzentration und Medienmacht sind Phänomene, die im Kern das moderne und wettbewerbsorientierte Medienwesen charakterisieren. Weder Medienmacht noch Medienkonzentration ist für sich genommen a priori problematisch, vielmehr resultieren beide Phänomene aus der Dynamik des Wettbewerbs und sind eine Konsequenz dieses wettbewerbsbestimmten Wirtschaftsmodells.
ZusammenfassungNeben der Medienkonzentrationsforschung muss auch die Medienmachtforschung in die Betrachtung einbezogen wėrden. In Analogie zur Feststellung, dass viele Konzentrationsformen ihre Ursachen in der kommerziellen Ausrichtung der Medienunternehmen mit ihren spezifischen Produktionsprozessen haben, liegen viele Implikationen der Medienkonzentration in der Medienmachtproblematik begründet, die durch Medienkonzentration zusätzlich verstärkt wird. Mit anderen Worten: Medienkonzentration ist in erster Linie ein Machtproblem.
Alle Prognosen unterliegen zunächst einem Falsifikationsdilemma. Nicht das Eintreffen der prognostizierten Entwicklung, sondern die Anschlussfähigkeit der Prognose sowie ihre Entscheidungsrelevanz begründen letztlich ihren Erfolg. Gute Prognosen zeichnen sich denn auch durch ihre zuverlässige Ausgangslage, klar definierte Randbedingungen und empirisch gestützte Hypothesen über abhängige und unabhängige Variablen aus. Prognosen im Medienumfeld dienen in der Regel als Orientierungspunkte bei der strategischen Planung sowie der Gewinnung entscheidungsrelevanter Erkenntnisse. Dabei verbleibt auch bei Prognosen hoher Qualität eine Restunsicherheit, die selbst mit hohem Untersuchungsaufwand nicht zu eliminieren ist. Je nach Spezialisierungsgrad und Aufwand lassen sich die Formen prognostischer Beratung von der einfachen Vorschau bis zu komplexen Simulationsmodellen und Szenarien klassifizieren. Die im Beitrag vorgestellten Beispiele »vergangener Zukunft« zeigen, dass die Prognostizierbarkeit substanziell an Stabilitätsbedingungen geknüpft ist und dort auch ihre Grenzen findet.