Eine erste Pilotstudie erbrachte, dass es durch die Analyse flüchtiger organischer Verbindungen (VOC) mittels DMS möglich ist, trächtige von nichtträchtigen Stuten zu unterscheiden (Klein et al. 2011). Da dieses Gerät nicht mehr auf dem Markt verfügbar ist, soll ein neues, auf dem IMS basierendes System in der weiteren Arbeit in der Veterinärmedizin genutzt werden. Ziel dieser Studie ist es, beide Gerätesysteme hinsichtlich der Detektion geschlechtsspezifischer Unterschiede bei einer Gruppe Pferde zu prüfen.
Einleitung: Die ersten 100 Tage der Trächtigkeit sind beim Pferd durch gravierende Umwälzungen der hormonellen Situation der Stute gekennzeichnet. Unter Nutzung der Differentiellen Ionenmobilitätsspektrometrie (DMS) konnte gezeigt werden, dass durch die Analyse der exhalierten Atemluft zwischen tragenden und nicht tragenden Stuten differenziert werden kann. Innerhalb der Gruppe der tragenden Stuten soll in einer weiteren Studie geprüft werden, ob Beziehungen zwischen Clustern aus dem Exhalat und den im Blutserum gemessenen Hormonspiegeln nachzuweisen sind. Material/Methode: Bei fünfzehn Hafflingerstuten zwischen dem 57. und 97. Trächtigkeitstag wurde die exhalierte Atemluft mittels DMS analysiert. Die Atemsammlung erfolgte aus dem exspiratorischen Schenkel eines Nichtrückatmungssystems. Zusätzlich wurde bei den Tieren aus dem Blutserum der Gehalt an equinem Chorion-Gonadotropin (eCG), Östrogensulfat (ÖS) und Progesteron (P) bestimmt. Die Statistische Bewertung erfolgte mit dem nichtparametrischen Test nach Mann u. Whitney. Ergebnisse: Während für eCG und P keine Beziehung zu Clustern aus der Atemgasanalyse festzustellen waren, war dieses für ÖS der Fall. In einem Cluster konnte ein signifikanter Unterschied hinsichtlich der Peakhöhe zwischen Stuten mit <100ng/ml und >100ng/ml ÖS gefunden werden (p<0,01). Fazit: Die Gruppe der tragenden Stuten war hinsichtlich der Befunde aus der Atemgasanalyse nicht homogen. Ob die sich in der frühen Phase der Trächtigkeit vollziehende Änderung der hormonellen Situation in den Clustern der Atemgasanalyse widerspiegelt, bleibt in weiteren Untersuchungen zu klären.
Die Häufigkeit von Erkrankungen, die durch multiresistente bakterielle Erreger verursacht werden, nimmt sowohl in der Human- als auch in der Veterinärmedizin zu. Die Diagnostik solcher Erkrankungen mittels spektrometrischer Verfahren aus dem Exhalat der Patienten wäre ein großer Fortschritt. Zunächst ist es aber erforderlich, das Potential dieser Verfahren hinsichtlich des Differenzierungsvermögens zwischen Bakterienstämmen innerhalb einer Spezies in-vitro zu untersuchen.