Einleitung: In den letzten Jahren erhielten nahezu alle HIV-positiven Gebärenden in Deutschland leitlinienkonform eine Sectio zur Tansmission der vertikalen Transmission. 2 Kliniken in Deutschland haben nunmehr ihr Konzept 1. dem internationalen Vorgehen 2. den Bedürfnissen der Schwangeren und 3. neueren Daten angepasst und ermöglichen bei Vorliegen günstiger Voraussetzungen (Einnahme einer HAART, VL unter der Nachweisgrenze) den HIV-positiven Schwangeren eine normale Geburt. Ergebnisse:
Einleitung: In den letzten Jahren erhielten nahezu alle HIV-positiven Gebärenden in Deutschland leitlinienkonform eine Sectio zur Prophylaxe der vertikalen Transmission. 2 Kliniken in Deutschland haben nunmehr ihr Konzept 1. dem internationalen Vorgehen 2. den Bedürfnissen der Schwangeren und 3. neueren Daten angepaßt und ermöglichen bei Vorliegen günstiger Voraussetzungen (Einnahme einer HAART, VL unter der Nachweisgrenze) den HIV-positiven Schwangeren eine normale Geburt. Ergebnisse: Wir berichten über 50 geplante vag. Geburten, 42 davon endeten auch vaginal, 3 mal davon per Vakuum. Herkunftsland, Parität, CDC-Stadien werden dargestellt, 47 von 50 nahmen eine HAART ein, 38% bereits vor Eintritt der Schwangerschaft. Zur Geburt hatten 70% keine nachweisbare Viruslast, insgesamt 94% eine Viruslast <500 copies/ml. In seltenen Fällen kam es zur vaginalen Geburt, weil eine Sectio verweigert wurde oder bei 12h zurückliegendem Blasensprung kein Benefit mehr davon zu erwarten war. Keines der Kinder ist HIV-infiziert. Diskussion und Schlussfolgerung: Eine 100% Kaiserschnittrate in einigen deutschen Zentren auch noch nach dem Jahre 2008 erschiene angesichts der internationalen Leitlinien und der nunmehr auch guten Erfahrungen in 2 großen deutschen Kliniken unzeitgemäß und ließe auf eine direktive, nicht den Bedürfnissen der betreuten Frauen entsprechenden Beratung schließen. Eine sorgfältige Aufklärung muss selbstverständlich durchgeführt werden, die Nachteile einer Schnittentbindung können in vielen Fällen vermieden werden.
Fragestellung: Welche Bedingungen müssen vorliegen, um HIV-positive Schwagere in Ihrem Wunsch nach einer natürlichen Geburt zu unterstützen? Warum erhalten in Deutschland im Gegensatz zu vielen anderen industrialisierten Ländern weiterhin fast alle dieser Frauen eine Sectio? Methodik: Literaturübersicht über Geburtsmodi bei HIV-positiven Schwangeren in Deutschland und anderen industrialisierten Ländern. Vergleich der verschiedenen nationalen und internationalen Leitlinien. Darstellung von 16 vaginal intendierten Geburten in unserer Klinik von 2001 bis heute. Analyse der Einstellungen und Bedingungen, die das Angebot vaginaler Entbindungen verhindern. Ergebnisse: Von 2001 bis April 2008 haben von den über 200 HIV-positiven Schwangeren in unserer Klinik 13 vaginal geboren, 1 mal davon per Vakuumextraktion, 2 mal erfolgte eine sekundäre Sectio. Alle Schwangeren erhielten eine antiretrovirale Kombinationstherapie (HAART). Die Viruslast (VL) lag nahezu immer unter der Nachweisgrenze von 50 copies/ml, in 2 Fällen waren niedrige Viruslasten nachweisbar. Verteilung der Parität: 2 x I, 6 x II, 2 x III, 2 x IV, 1 x V. Alle Kinder blieben HIV negativ. Schlussfolgerung: Nachdem die primäre Sectio unter günstigen Voraussetzungen, nämlich Einnahme einer HAART, VL unter der Nachweisgrenze und Fehlen geburtshilflicher Risikofaktoren, keinen zusätzlichen Benefit im Hinblick auf die Senkung des vertikalen Transmissionsrisikos beinhaltet, können HIV-positive Schwangere, wenn sie es wünschen, vaginal entbinden. Die Aufklärung über Vor- und Nachteile muss schriftlich dokumentiert sein. Ängste, Gewohnheit und organisatorische Schwierigkeiten verhindern in Deutschlandderzeit noch ein angemessenes Angebot der vaginalen Entbindung.