Nach Unterbrechung der Sauerstoffversorgung des Herzens reicht die anaerobe Energiebereitstellung durch die Glykolyse nicht aus, den Energiebedarf des ischämischen Myokards zu decken. Mit zunehmender Anoxiezeit kommt es deshalb zu einem fortschreitenden Energiedefizit, kenntlich am Abfall der energiereichen Phosphat Verbindungen: PKr und ATP. Verminderung des anaeroben Energiebedarfes des Myokards durch reversible Ruhigstellung des Herzmuskels führt zu einer entsprechenden Abnahme der glykolytischen Aktivität (Kübler 1964). Dafür ist wahrscheinlich die Phosphofruktokinase-reaktion verantwortlich, da es bei Verminderung des Energiebedarfes zu einem relativ verfrühten und vermehrten Anstau an F-6-P und dem damit im Gleichgewicht stehenden G-6-P kommt bei konstanter Konzentration der nachfolgenden Intermediärprodukte der Glykolyse. Das Verhältnis von bilanzmäßig zerfallenden energiereichen Phosphatbindungen der PKr- und ATP-Fraktion zu der gebildeten Milchsäuremenge bleibt bei Variation des Energieumsatzes weitgehend konstant. Die Zerfallsgeschwindigkeit an PKr und ATP stellt demnach ein relatives Maß für den anaeroben Energieumsatz des ischämischen Herzens dar.