If arts and artists are the societal experts for the creation of novelty and innovation as well as novelty are modern synonyms for societal progress, why do arts organisation need something like »Musikvermittlung«. This contribution tries to give an answer to this puzzling question by reconstructing art as a form of communication. It is argued that Musikvermittlung is an innovation of the arts system in order to translate the specifics of artistic communication.
The world of work is undergoing huge changes as a result of digitalisation. Part of this transformation process involves a growing demand for skilled employees—a section of the workforce that appears increasingly less reliant on the representative services provided by works councils. In the following article, we consider works council’s use of ICT tools to re-engage with skilled employees, noting that current institutional and cultural contingencies appear to hinder its employment of ICT tools.
Gerichtsprozesse konnen mit Luhmann als besondere Verfahren verstanden werden. Charakteristisch fur ein Gerichtsverfahren ist hohe Komplexitat und Ungewissheit uber Verlauf und Ausgang. Wahrend des Verfahrens kommt es mittels Teilentscheidungen zu Selektionen, die das Verfahren auf eine Entscheidung engfuhren sollen. Mittels des Verfahrens werden ebenso Legimitationen fur die Entscheidung am Ende produziert. In einer sich digitalisierenden Welt gewinnen Artefakte aus derselben, wie bspw. Chatprotokolle, in diesen Verfahren an Bedeutung. Als Beweismittel wird diesen Artefakten eine zentrale Selektionsfunktion im Hinblick auf die Letztentscheidung zugeschrieben. Chatprotokolle mussen jedoch lesbar und damit interpretierbar gemacht werden.Die zentrale Annahme des Artikels lautet: Soziale Systeme operieren sinnbasiert rekursiv und technische kausal rekursiv. Wenn soziale Systeme nun mit dem Output technischer Prozesse konfrontiert sind, mussen sie diese aufgrund der unterschiedlichen Logiken fur sich erstmal sinnhaft rekonstruieren. Diese Ubersetzungsleistung wird in Anlehnung an Bernd Miebach metaphorisch als 'Social Interface' bezeichnet. Theoretisch geht es also darum, die Verhandlung beweismittelformiger Daten in Verfahren zu diskutieren. Den empirischen Zugang zu genanntem Problem liefern Urteilsbegrundungen unterschiedlicher gerichtlicher Instanzen, die hinsichtlich der Verwendungsweise der Chat-Protokolle fur die Urteilsfindung analysiert wurden. Auf Basis der explorativen, empirischen Analyse lasst sich zum Ende des Artikels fragen, wie das diskutierte Ubersetzungproblem stabilisiert werden kann.
Die Welt der Arbeit und die historisch vor allem national bestimmten Arbeitsbeziehungen sind zentrale Brennpunkte eines vielschichtigen Prozesses der politischen, ökonomischen, gesellschaftlichen Transnationalisierung. Der Band präsentiert aktuelle Forschungsergebnisse, die sich in interdisziplinärer Perspektive ausgewählten Problemen des Wandels der Arbeit und der Arbeitsbeziehungen durch Transnationalisierung widmen. In einem ersten Themenfeld werden transnationale Arbeitsmärkte und Beschäftigungssysteme untersucht sowie sozial- und arbeitsrechtliche Anforderungen, die transnationale Arbeitsmigration betreffen. Ein zweites Themenfeld widmet sich Akteuren, Institutionen und Regulierungsformen im Bereich transnationaler Arbeitsbeziehungen. Das dritte Themenfeld versammelt Beiträge, die danach fragen, wie Interkulturalität, Digitalität und Virtualität moderne Arbeitswelten, etwa das Arbeiten in transnationalen Teams, beeinflussen. Mit Beiträgen von Olga Angelopoulou, Heinrich Bollinger, Udo Dengel, Christine Domke, Anne Engelhardt, Daniel Ittstein, Matthias Klemm, Horst Mund, Kirsten Nazarkiewicz, Hans-Wolfgang Platzer, Ludger Pries, Hans-Joachim Reinhard, Sophie Rosenbohm, Stefan Rüb, Agnieszka Satola, Norbert Schröer, Ronald Staples, Rainer Trinkzec
In der modernen Arbeitswelt individualisieren sich Arbeitsverhältnisse zusehends. Die Orientierung an einem Kollektiv wird abgelöst von einem radikalen Durchsetzen von Partikularinteressen. Solidarität als Basiskategorie von Arbeitnehmeridentität gerät damit unter Druck. Auch Gewerkschaften laufen Gefahr, nur noch partikulare Interessen zu vertreten, wenn der Einzelne zum Maßstab des Handelns wird. Arbeitnehmer*innen in digitalen Arbeitsfeldern gelten als die Speerspitzen einer individualisierten Lebens- und Arbeitswelt. Der Artikel erarbeitet zum einen ein mehrdimensionales Konzept von organischer Solidarität und zeigt dann, wie auch in digital mediatisierten Arbeitsumgebungen solidarische Beziehungen wirksam sind. Angewandt auf drei drängende Problemfelder von Arbeit wird die Frage gestellt, inwiefern digitale Solidarität eine Chance zur Bearbeitung dieser Probleme darstellen kann.
Globale Lieferketten in der Bekleidungsindustrie sind durch Arbeitsstandardverletzungen in ihren Produktionsbetrieben, aber auch zunehmend im Einzelhandel gekennzeichnet.Vor diesem Hintergrund ist es wichtig, die Verhandlungsmacht von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern entlang der Lieferkette zu stärken.Ein Weg, dies zu erreichen, ist die Schaffung von transnationalen Beziehungen zwischen Arbeiterinnen und Arbeitern.Basierend auf der bestehenden Literatur zu transnationaler Solidarität hebt dieser Artikel die spezifischen Herausforderungen des Verständnisses von Solidarität im transnationalen Raum am Beispiel der globalen Bekleidungskette hervor.Dabei wird versucht, über "Solidarität" als bloße Metapher für jegliche Form der transnationalen Zusammenarbeit zwischen
A 'contractual' relationship came into being between job seekers and the state, that confirms the 'welfare to workfare' strategy rooted in the British "new deal" of labour market policy. The organisation of job placement and counselling was regarded as inefficient and ineffective. Consequently, a reorientation of labour market policies occurred, which considerably influenced the public institutions that process unemployment. The increased staffing resources within the pilot project made themselves felt through an ostensibly significant increase in the individual counselling time that could be provided to job seekers. In this reformed labour administration, counselling interviews with job seekers form the central task for employee-oriented placement professionals. At the level of placement officers these requirements crystallise as targets, process management and controlling and therefore affect interview practice. This chapter discusses that the disciplinary society occupies a key position, particularly because Michel Foucault locates disciplinary techniques as developments of pastoral power.