Zusammenfassung Hintergrund Menschen mit Tumorerkrankungen werden zunehmend ambulant versorgt. Schmerz ist ein relevantes Begleitsymptom, an dessen Behandlung auch Pflegende ambulanter Pflegedienste beteiligt sind. In den Nationalen Expertenstandards „Schmerzmanagement in der Pflege“ werden evidenzbasierte Empfehlungen zur Umsetzung eines adäquaten Schmerzmanagements ausgesprochen. Vor den gegenwärtigen strukturellen Gegebenheiten der ambulant pflegerischen Versorgung beschreiben Pflegende sowohl Barrieren als auch Herausforderungen in der Umsetzung. Methoden Mittels 5 leitfadengestützter Gruppendiskussionen wurden Pflegende 14 ambulanter Pflegedienste zu den erlebten Herausforderungen im Schmerzmanagement befragt. Die Befragung fokussiert auf die Umsetzung jeweils einer Empfehlungsebene: Schmerzeinschätzung, medikamentöse Schmerztherapie, nichtmedikamentöse Maßnahmen, schmerzmittelbedingte Nebenwirkungen sowie Information, Schulung und Beratung in der Versorgung von Menschen mit Tumorerkrankung. Die Daten wurden inhaltsanalytisch ausgewertet. Ergebnisse Einerseits besteht ein Bedarf an weiteren Kenntnissen und Möglichkeiten, z. B. zur Erfassung des Schmerzes als multidimensionales Phänomen. Andererseits sind Bedingungen für eine kontinuierliche schmerzbezogene Begleitung von Tumorpatienten in der ambulant pflegerischen Versorgung nur bedingt gegeben. Eine notwendige zeitnahe Abstimmung im Behandlungsteam stellt sich mit den Hausärzten schwieriger dar als in der Zusammenarbeit mit dem Palliativnetz. Die Einbindung von Angehörigen hat für die Sicherstellung der Versorgung einen hohen Stellenwert. Schlussfolgerungen Neben Kenntnissen und Kompetenzen zu den pflegerischen Aufgaben sind Strukturen und Prozesse im interprofessionellen Schmerzmanagement weiter aufzubauen.
Ziele einer palliativen Versorgung sind die Sicherung der Autonomie Lebensqualitat der Patienten sowie die Kontrolle ihrer Symptome, die insbesondere durch die Stabilisierung der Schmerzsituation erreicht werden. Fur die professionelle Versorgung von Patienten mit Tumorschmerzen ist die Berucksichtigung subjektiven Schmerzerlebens von besonderer Bedeutung. Damit verbunden ist die Notwendigkeit, im interprofessionellen Schmerzmanagement nach individuellen Losungen zu suchen. Die Aufgaben Pflegender im Schmerzmanagement konnen dabei in 3 Felder zusammengefasst werden: erstens klinische, edukative und administrative Aufgaben, zweitens die interdisziplinare Kooperation Kommunikation sowie drittens die Mitwirkung bei schmerztherapeutischen Masnahmen. Zur Anwendung des Konzeptes der stabilen Schmerzsituation benotigen Pflegende Kompetenzen, um ein systematisches pflegerisches Schmerzmanagement unter Einbeziehung von Pflegeexperten Schmerz in Abstimmung mit dem interprofessionellen Team umsetzen zu konnen.
Menschen mit Tumorerkrankungen werden zunehmend ambulant versorgt. Schmerz ist ein relevantes Begleitsymptom, an dessen Behandlung auch Pflegende ambulanter Pflegedienste beteiligt sind. In den Nationalen Expertenstandards „Schmerzmanagement in der Pflege“ werden evidenzbasierte Empfehlungen zur Umsetzung eines adäquaten Schmerzmanagements ausgesprochen. Vor den gegenwärtigen strukturellen Gegebenheiten der ambulant pflegerischen Versorgung beschreiben Pflegende sowohl Barrieren als auch Herausforderungen in der Umsetzung.
Purpose: Treatment of pain is a major concern in the care of cancer patients. Previous research has shown that the recruitment process of cancer patients is challenging. The aims of this study are to report on the recruitment challenges in the project "Action Alliance Pain-free City of Muenster" and to discuss potential solutions to these recruitment issues as described in the literature. Methods: A standardised questionnaire assessing cancer pain management by nurses was distributed in 15 home care services. The recruitment process for this vulnerable population is described retrospectively and the challenges that emerged are discussed. Results: Despite comprehensive strategies and adequate resources, fewer cancer patients could be recruited than expected. Of the 243 eligible patients, finally 25 patients were available for the study. Conclusion: We found that adequate integration of research into clinical practice as well as the supply of comprehensive information about burden and benefits for participants could positively contribute to an appropriate recruitment process. For a dropout analysis within this population, it is important to systematically record the recruitment process.
Hintergrund: Die Schmerzkontrolle ist ein wichtiges Ziel in der hospizlich-palliativen Versorgung, um den betreuten Patienten eine ausreichende Lebensqualität zu ermöglichen und in der noch verbleibenden Zeit so aktiv wie möglich sein zu können. Gleichwohl zeigen Untersuchungen, dass auch in diesem Setting Optimierungsbedarf im Schmerzmanagement besteht. Die spezielle Situation schwerstkranker und sterbender Patienten erweist sich für die Erfassung und Therapie der Schmerzen als herausfordernd. Professionell Pflegenden kommt im interdisziplinären Schmerzmanagement im Hospiz eine zentrale Rolle zu. Für eine Verbesserung der Schmerzversorgung im Hospiz ist es wichtig, das Schmerzmanagement zu evaluieren. Die Sicht der Pflegenden und Patienten ist dabei zu berücksichtigen. Ein Vorhaben, das sich das Versorgungsforschungsprojekt „Aktionsbündnis Schmerzfreie Stadt Münster“ in einer Teilstudie im Setting Hospiz zum Ziel gesetzt hat. Methodik: Im Zuge eines qualitativen Vorgehens wurden in den beiden stationären Hospizen in der Stadt Münster zwei leitfadengestützte Gruppendiskussionen mit Pflegenden und sieben halbstandardisierte Interviews mit Tumorpatienten geführt. Die Daten wurden inhaltsanalytisch ausgewertet. Ergebnisse: Die Pflegenden äußern Zufriedenheit mit dem Schmerzmanagement in den Hospizen. Das Assessment und die Therapie der Schmerzen werden aufgrund der Mehrdimensionalität des Schmerzes aber als herausfordernd beschrieben, ebenso die Zusammenarbeit mit den Hausärzten. Hieraus werden Veränderungsnotwendigkeiten abgeleitet. Die befragten Patienten sind zufrieden mit der Schmerzversorgung. Eine eigene Handlungsfähigkeit zur selbstständigen Schmerzlinderung wird von den Patienten nicht erlebt. Sie beschreiben und bewerten die Schmerzversorgung im Hospiz in Abgrenzung zu den in anderen Versorgungseinrichtungen gemachten Erfahrungen. Ein wertschätzender Umgang, personale Kontinuität und rasche Reaktionen auf geäußerte Schmerzen werden von den Hospizpatienten hervorgehoben. Schlussfolgerung: Trotz der von beiden befragten Gruppen dargestellten großen Zufriedenheit mit dem Schmerzmanagement in den Hospizen zeigen sich Optimierungsnotwendigkeiten für das Assessment und das Angebot nicht-medikamentöser Therapieoptionen. Die Förderung der Handlungsfähigkeit der Patienten ist dabei zu berücksichtigen.
Hintergrund: In der Versorgung von Menschen mit einer Tumorerkrankung ist die Behandlung des Tumorschmerzes ein zentraler Aspekt. Aus bisherigen Forschungen ist bekannt, dass sich die Rekrutierung dieser Patientengruppe als voraussetzungsvoll erweist. Ziel des Artikels ist es, die im Projekt "Aktionsbündnis Schmerzfreie Stadt Münster" erfahrenen Herausforderungen im Rekrutierungsprozess zu beschreiben und im Hinblick auf die vorhandene Literatur mögliche Lösungen zu diskutieren. Methodik: Standardisierte Befragung von Tumorpatienten zum pflegerischen Schmerzmanagement in 15 ambulanten Pflegediensten. Der Rekrutierungsprozess wird rückblickend beschrieben und dessen Herausforderungen analysiert. Ergebnisse: Trotz umfassender Planung des Rekrutierungsprozesses und der dafür notwendigen Ressourcen konnten im Forschungsprojekt weniger Tumorpatienten zur Teilnahme rekrutiert werden als erwartet. Von 243 als geeignet identifizierten Patienten konnten schlussendlich 25 Patienten befragt werden. Schlussfolgerung: Schlussfolgernd zeigt sich, dass eine gute Integration der Forschung in die klinische Praxis und eine hinreichende Aufklärung der Patienten über Aufwand und Nutzen der Forschung den Rekrutierungsprozess verbessern könnten. Für eine weiterführende Ausfallsanalyse ist es bedeutsam, in Studien mit dieser Patientengruppe den Rekrutierungsprozess systematisch zu dokumentieren.