Die kontrastmittel-induzierte Nephropathie (CIN) ist eine wichtige, klinische Komplikation nach intravenöser Applikation von Jod-haltigem Kontrastmittel, welche mit beträchtlicher Morbidität und Mortalität assoziiert ist. Es wurde eine Beobachtungsstudie zur Wertigkeit der Intermittierenden Extremitätenischämie (IEI) als Nephroprotektion in der diagnostischen Computertomografie durchgeführt
Ziele: Funktionelle Prostata MRT kombiniert anatomische Sequenzen (T1- und T2-gewichtete Sequenzen) mit funktionellen Sequenzen, wie der Diffusionsbildgebung (DWI), der dynamischen kontrastmittelverstärkten MRT (DCE-MRI) und der Spektroskopie (MRSI). Eine europäische Konsensus-Konferenz hat kürzlich die Benutzung einer 5-Punkte Skala empfohlen, um die Malignitäts-Wahrscheinlichkeit einer Läsion zu stratifizieren. Ziel der vorliegenden Studie war die Bestimmung der Interobserver-Reliabilität unter Verwendung eines Scoringsystems auf der Basis der Konsensusempfehlungen. Methode: Das Erscheinungsbild von insgesamt 108 vordefinierten Läsionen in 50 funktionellen Prostata MRT Untersuchungen wurde retrospektiv von drei geblindeten Untersuchern bewertet. Analog der Empfehlung der europäischen Konsensus-Konferenz wurde eine 5-Punkte Skala für jede verwendete Sequenz (T2, DWI und DCE-MRI) separat angewendet (Wert 1: klinisch signifikante Krankheit hoch unwahrscheinlich bis Wert 5: klinisch signifikante Krankheit hoch wahrscheinlich). Zusätzlich erfolgte eine Bewertung jeder Läsion für T2+DWI und für T2+DWI+DCE-MRI, ob es sich um eine maligne Läsion handelt. Die Interobserver-Reliabilität wurde mittels Kappa Statistik berechnet. Ergebnis: Kappa-Werte der drei Untersucher waren: T2 0,49; DWI 0,97 und DCE-MRI 0,77. Die Tumordiagnose unter Verwendung von T2+DWI war in 71% – 88% (Untersucherabhängig) der Fälle (κ=0.78) korrekt. Unter Einschluss der DCE-MRI wurden 88% – 96% der Läsionen korrekt als Tumor erkannt (κ=0.90). Schlussfolgerung: Die Benutzung eines 5-Punkte Scoringsystem für T2 Sequenzen, DWI und DCE-MRI zur Bewertung einer Prostataläsion ist technisch machbar und führt zu einer hohen Interobserver-Reliabilität.
Ziele: Bei Risiko-Patienten wird trotz fehlender Einbindung in die S3-Leitlinie die multiparametrische MRT zunehmend eingesetzt. Die logische Konsequenz zur Abklärung im MRT erhobener Befunde ist die MRT-gesteuerte Biopsie der Prostata, da mittels transrektalem Ultraschall geführte Re-Biopsien (TRUS-PE) nur eine Detektionsrate von ca. 18% aufweisen. Methode: Alle MR-gesteuerten Prostatabiopsien wurden in einem 3 Tesla MRT (Trio, Siemens Healthcare, Erlangen) in Bauchlage transrektal mit einer Biopsiehalterung (DynaTrim, Invivo, Schwerin) ohne lokale Betäubung durchgeführt. Zur Lokalisation der Läsionen wurden T2 HASTE Sequenzen in axialler und sagittaler Ausrichtung wiederholt angefertigt. Die Biopsie-Steuerung erfolgt mit der DynaCAD Software (Invivo, Schwerin). Lokalisation, Anzahl der Biopsien, Dauer der Maßnahme und ein Schmerzscore mittels Analogskala wurden erfasst und die Detektionsrate anhand der Histopathologie erhoben. Alle Patienten hatten mindestens eine negative TRUS-PE in der Anamnese. Ergebnis: Seit dem 1.9.2011 wurden 19 Patienten (Alter 68,2±8,4 Jahre) technisch erfolgreich in Bauchlage im 3T MR biopsiert. Die durchschnittliche Gesamtdauer der Maßnahmen betrug 54min. Es wurden 1 bis 3 Läsionen jeweils 2 mal biopsiert, so dass sich durchschnittlich 5 Biopsie-Proben (2–6) pro Patient ergaben. Als durchschnittlicher Schmerzwert anhand der Analogskala wurde 4 (bei einer Skala von 1–10) nach der Biopsie angegeben. Die histopath. Aufarbeitung ergab 9 Karzinome bei 19 Pat. (Detektionsrate 47,4%), wobei in 5 Fällen ein Gleason-Score 7 und in 4 Fällen ein Gleason-Score 6 vorlag. Schlussfolgerung: Die direkte MRT-gesteuerte Prostatabiopsie bei 3 T führt zu einer hohen Detektionsrate von Prostatakarzinomen bei Patienten mit Z.n. negativer TRUS-PE. Das Ergebnis liegt deutlich über den publizierten Daten der Re-TRUS-PE. Der transrektale Zugang über eine spezielle Halterung erlaubt die technisch erfolgreiche Biopsie in Bauchlage mit akzeptabler Schmerzbelastung des Patienten ohne lokale Betäubung.
Ziele: Die Möglichkeiten der Dosisreduktion in der Multidetektor-CT (MDCT) des Oberbauches durch Anwendung eines neuen adaptiven Nachverarbeitungsfilters sollten evaluiert werden. Methode: Mittels eines multimodalen anthropomorphen Leberphantoms (CIRS, Norfolk, USA) wurde die MDCT des Oberbauches an einem 64-Zeilen-CT (Somatom Sensation Cardiac, Siemens, Erlangen) simuliert. Bei konstanter Kollimation (64×0.6mm) und Pitch (p=1) wurde die Untersuchung durch Variation von Röhrenstrom (100–400mAs) und Röhrenspannung (80–120 KV) mit Hochdosis- (CTDI >20), Mitteldosis- (CTDI 10–20) und Niedrigdosisprotokollen (CTDI <10) durchgeführt. Vier unabhängige Radiologen evaluierten die axialen 7 und 3mm Bilder hinsichtlich der Darstellung mesenterialer Niedrigkontrastläsionen, Lebervenen, Leberzysten, Nierenzysten und großer Gefäße. Die subjektive Bildqualität der Originalbilder sowie der mittels des mathematischen adaptiven Nachverarbeitungsfilters SharpViewCT (Sharpview, Linköping, Schweden) bearbeiteten Bilder wurde auf einer 5-Punkt-Skala („1“-nicht sichtbar, „5“-exzellent) bewertet und verglichen. Die effektive Dosis (Deff.) wurde mittels kommerzieller Software (CT-EXPO 1.4) abgeschätzt. Ergebnis: Der Nachverarbeitungsfilter führte in allen Dosisprotokollgruppen zu einer signifikanten Verbesserung der subjektiven Bildqualität sämtlicher Läsionen (p<0.01, MANOVA), insbesondere bei Protokollen mittlerer (Deff. 5–8 mSv) und niedriger (Deff. 1–5 mSv) Dosis. Ein maximaler Effekt zeigte sich in Mitteldosisprotokollen für Niedrigkontrastläsionen (Score „3.3“ mit Filter versus „2.5“ ohne Filter) und Lebervenen (“4.5„ versus “3.9„). Schlussfolgerung: Die Phantomstudie indiziert ein erhebliches Potenzial zur Dosisreduktion in der MDCT des Oberbauches durch die Anwendung eines neuen adaptiven Nachverarbeitungsfilters. Dieses sollte durch klinische Studien weiter untersucht werden.