In the course of the COVID-19 pandemic, students experienced a wide range of changes to schooling, reflected in school closures and the use of digital teaching and learning tools. This paper examines how students from Germany and Canada experienced and responded to these circumstances. Drawing on the praxeological sociology of knowledge, the study reconstructs that the restructuring of schooling and instruction represented ruptures in students' habitualized school and classroom practices. A comparative analysis of group discussions with students from both countries shows that these fractures led Canadian students to perceive digital instruction as lacking an equivalent learning orientation, whereas their German peers developed a new orientation toward breaking rules, for example by skipping classes or cheating on tests. The findings-conceptualized as interruption and disruption-are discussed both through empirical examples and within the framework of educational theory.
In the course of the COVID-19 pandemic, students experienced a wide range of changes to schooling, reflected in school closures and the use of digital teaching and learning tools. This paper examines how students from Germany and Canada experienced and responded to these circumstances. Drawing on the praxeological sociology of knowledge, the study reconstructs that the restructuring of schooling and instruction represented ruptures in students' habitualized school and classroom practices. A comparative analysis of group discussions with students from both countries shows that these fractures led Canadian students to perceive digital instruction as lacking an equivalent learning orientation, whereas their German peers developed a new orientation toward breaking rules, for example by skipping classes or cheating on tests. The findings - conceptualized as interruption and disruption - are discussed both through empirical examples and within the framework of educational theory.
Der Einführungsbeitrag skizziert überblicksartig relevante Aspekte von Diagnostik und (Grund)Bildung im deutschen Schulsystem, insbesondere im Kontext der Grundschule. Internationale Studien wie IGLU/PIRLS und TIMSS zeigen seit zwei Jahrzehnten, dass es Schwierigkeiten bei der Vermittlung grundlegender fachlicher Kompetenzen an Schüler:innen gibt. Zwei Hauptursachen werden diskutiert: die diagnostischen Praxen von Lehrpersonen und die politische Fokussierung auf Selektion in Relation zu Bildung. In dem Beitrag werden unterschiedliche diagnostische Konzepte dargelegt sowie unterschiedliche Anwendungskontexte, wie u.a. die schulische Eingangsdiagnostik und inklusionsbezogene Ansätze diskutiert. Es wird dargelegt, dass und wie diagnostische und didaktische Handlungen untrennbar miteinander verbunden sind, um Bildungsmöglichkeiten zu eröffnen. Der Beitrag bezieht neben den erziehungswissenschaftlichen fachdidaktische Diskurse der Fächer Deutsch und Mathematik ein und betont die Notwendigkeit einer qualifizierten, pädagogischen Diagnostik, um den Grundbildungsanspruch für alle Schüler:innen erfüllen zu können.
Der Beitrag untersucht, wie pädagogische Diagnostik in der schulischen Policy für Grundschulen in Bayern und Hamburg konzipiert wird. Er stellt den Unterschied zwischen personal und institutionell orientierter Diagnostik dar. Während pädagogische Diagnostik in Bayern eher als Grundlage für die Zuweisung in spezifische Lehr-Lernangebote verstanden wird, manifestiert sich in Hamburg eine Konkretisierung der adaptiven Unterrichtsgestaltung. Der Beitrag rekonstruiert die rechtlichen Rahmenbedingungen, verstanden als gesellschaftliche Normen, die den Unterricht prägen, und hebt die Notwendigkeit hervor, diagnostische Programmatiken kontextualisiert zu betrachten.
Analysis of different forms of tracking reveal that they correlate with differences of pupils' SES and reproduce inequalities. Against this background, this paper examines the concepts of education and the 'virtual social identities' - or visions what the individual pupil should be - in school policy.. This is done by analysing and comparing extracts from school acts and additional documents from the German state of Saxony-Anhalt, where all pupils are segregated into vocational and academic tracks, and from the Canadian province of British Columbia, where there is no tracking during compulsory schooling. The reconstruction of these concepts is anchored in Mannheim's Sociology of Knowledge. This comparative examination reveals different concepts of education and pupils: naturally given abilities that can hardly be influenced by pedagogy and an interactive development of ability through education. These understandings go along with different expectations of teachers' actions.
Im Rahmen des Beitrags werden die Leitfragen nach dem Gegenstandsverständnis von Schule, Unterricht und pädagogischer Professionalität sowie deren methodologisch-methodisch begründeter Rekonstruktion einer praxeologisch-wissenssoziologisch fundierten Forschungsperspektive bearbeitet. Dazu wird ein Verständnis pädagogischer Praxen dargelegt, das diese in ihrer Relation zur gesellschaftlich-institutionellen sowie zur einzelschulischen Ebene mit ihren Normen und (Entscheidungs-)Erwartungen konzipiert und rekonstruiert. Die Ausführungen werden am Beispiel der Samplebildung eines Projekts illustriert. Der Beitrag endet mit der Formulierung von Forschungsperspektiven, die sich für eine praxeologisch-wissenssoziologische Schul-, Unterrichts- und Professionsforschung eröffnen. (DIPF/Orig.)
Aktuelles Thema für Lehramtsstudierende Differenzen in der Schule werden den Schüler:innen häufig anhand individueller Merkmale zugeschrieben, z. B. ihrer sozio-ökonomischen und / oder ethnischen Herkunft, des ihnen zugeschriebenen Geschlechts und / oder eines sonderpädagogischen Förderbedarfs. Dieses Buch eröffnet eine andere Perspektive: Differenzen werden als gesellschaftliche und schulische Konstruktionen vorgestellt, die Ungleichheit hervorbringen. Anschließend wird danach gefragt, wie diese abgebaut und überwunden werden können. utb+: Leser:innen erhalten zusätzlich Lösungsvorschläge zu den Übungsaufgaben aus dem Buch um den Lernstoff zu vertiefen. Zum kostenpflichtigen Prüfungstrainer im Brainyoo-Shop.
Bibliographie: Kleinau, Elke/Sturm, Tanja: Brief an die Bundesministerin für Bildung und Forschung, Bettina Stark-Watzinger, Erziehungswissenschaft, 65 (2-2022), S. 117-118. https://doi.org/10.3224/ezw.v33i2.14-----Open-Access-Lizenz: Dieser Beitrag ist ab dem 12.12.2022 im Open Access unter der Creative-Commons-Lizenz CC BY 4.0 (Namensnennung 4.0 International) verfügbar. Weitere Informationen zur Lizenz und den Nutzungsbedingungen finden Sie hier.
Der Beitrag fragt nach den Möglichkeiten mithilfe der Kategorien der Praxeologischen Wissenssoziologie, die zur Beschreibung organisationaler konjunktiver Erfahrungsräume kürzlich entwickelt wurden, für empirische Rekonstruktionen von Fachunterricht und der Anleitung eines transnationalen Vergleichs fachunterrichtlicher Praxen. Die Analyse erfolgt auf der Grundlage videografierten Mathematikunterrichts und einer Gruppendiskussion mit Schüler:innen, die eine Secondary School in Kanada besuchen. Die Ausführungen zeigen nicht nur, dass die neuen Kategorien sich sehr gut eigenen, um die Bearbeitung des Spannungsverhältnisses von Norm und Habitus in Organisationen zu analysieren, sondern auch, dass die gesellschaftlich-schulischen Normen und die ihnen inhärenten sozialen bzw. Schüler:innenidentitäten in diesen Praxen bearbeitet werden.
Zusammenfassung Der Beitrag gibt einen Einblick in die Konzeption der Relation von Normen und Praxis von Inklusion und Partizipation, die im aktuellen erziehungswissenschaftlichen Diskurs der Grundschulpädagogik in unterschiedlichen aufgerufenen Zugängen beschrieben werden. Exemplarisch werden die Inklusions- und Partizipationsverständnisse der evidenzbasierten Bildungsforschung, der auf Foucault aufbauenden Dis_Ability Studies und der Praxeologischen Wissenssoziologie vergleichend vorgestellt. Es wird aufgezeigt, dass in den Ansätzen nicht nur die Genese von Normen und Praxen bei je unterschiedlichen sozialen Akteur:innen verortet wird, sondern auch deren (sozialwissenschaftliche) Bewertung. Dies geht seinerseits im Forschungsprozess mit unterschiedlichen Partizipationsmöglichkeiten derjenigen, deren Praxis Gegenstand der Forschung ist, einher.