Die Digitalisierung bietet ein neues, effizientes Hilfsmittel, den wissenschaftlichen Fortschritt zu unterstutzen. In nahezu allen Bereichen lassen sich mit Hilfe moderner Informationssysteme Forschungsdaten digital archivieren und bei Bedarf leichter wiederverwenden. In der heutigen Zeit, in der das kollektive Wissen ein enormes Ausmas angenommen hat, ist die Systematisierung von Forschungsdaten zwingender denn je erforderlich. Die E-Science-Tage 2019, aus denen dieser Tagungsband hervorgegangen ist, haben neue Wege der Verarbeitung von Forschungsdaten aufgezeigt und durch den regen Austausch von Erfahrungen und Innovationen die digitale Wissenschaft weiter vorangetrieben.
Die Hochschulrektorenkonferenz hat 2015 Empfehlungen zum Forschungsdatenmanagement verfasst, worin den Hochschulen nahegelegt wurde eigene Forschungsdaten-Policies zu verabschieden. Ziel sei es, den Hochschulangehorigen mehr Orientierung im Forschungsdatenmanagement zu geben. Umfang, Inhalt und der Verabschiedungsprozess einer Forschungsdaten-Policy konnen jedoch stark voneinander abweichen. Die vorliegende Empfehlung sowie die zugehorigen Erfahrungsberichte geben einen Uberblick uber die verschiedenen Moglichkeiten der Gestaltung einer Policy sowie Wege zu deren Erstellung. Neben einer Definition von Forschungsdaten-Policies sowie einer tabellarischen Ubersicht thematischer Bausteine werden Empfehlungen zur Erstellung und Verabschiedung gegeben.
Um Forschungsdaten auffindbar zu machen, müssen diese mit ausreichend Metadaten beschrieben werden. Damit die durch die Metadaten beschriebenen Forschungsdaten für andere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler reproduzierbar sind, ist es notwendig, den Kontext ihrer Entstehung mit abzubilden. Gerade die Dokumentation dieses Entstehungsprozesses wird aber oft durch mangelnde Zeit im Forschungsalltag vernachlässigt. Auch fehlt es hier noch an niederschwelliger Unterstützung im Arbeitsprozess. Einige Methoden sind gerade dabei sich zu etablieren oder befinden sich in der Entwicklung. Im Folgenden werden Softwareanwendungen, die die Dokumentation erleichtern sollen, vorgestellt und mit der aktuell im Projekt RePlay-DH entwickelten Lösung verglichen. Der Ansatz der Virtuellen Forschungsumgebung setzt auf die Zusammenarbeit über eine gemeinsame Plattform. Das Elektronische Laborbuch unterstützt die Dokumentation im Labor. Das Workflow-Management definiert, im Gegensatz zum Workflow-Tracking, einen Workflow vor der Ausführung der einzelnen Arbeitsschritte. Dabei steht die prozessbegleitende Dokumentation im Mittelpunkt. Der Lösungsansatz, der im Projekt RePlay-DH verfolgt wird, besteht in der unterstützenden Dokumentation des Forschungsprozesses mit Metadaten durch ein vereinfachtes Workflow-Tracking. Die Integration in bestehende Arbeitsabläufe von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern und die einfache Bedienbarkeit stehen dabei im Vordergrund.
In this paper we introduce a software design to greatly simplify the elicitation and management of process metadata for researchers. Detailed documentation of a research process not only aids in achieving reproducibility, but also increases usefulness of the documented work for others as a cornerstone of good scientific practice. However, in reality, time pressure together with the lack of simple documentation methods makes documenting workflows an arduous and often neglected task. Our method for a clean process documentation combines benefits of version control with integration into existing institutional infrastructure and a novel schema for describing process metadata.
In this paper we present a software tool for elicitation and management of process metadata. It follows our previously published design idea of an assistant for researchers that aims at minimizing the additional effort required for producing a sustainable workflow documentation. With the ever-growing number of linguistic resources available, it also becomes increasingly important to provide proper documentation to make them comparable and to allow meaningful evaluations for specific use cases. The often prevailing practice of post hoc documentation of resource generation or research processes bears the risk of information loss. Not only does detailed documentation of a process aid in achieving reproducibility, it also increases usefulness of the documented work for others as a cornerstone of good scientific practice. Time pressure together with the lack of simple documentation methods leads to workflow documentation in practice being an arduous and often neglected task. Our tool ensures a clean documentation for common workflows in natural language processing and digital humanities. Additionally, it can easily be integrated into existing institutional infrastructures.
Accessing data has always been crucial in order to get access to (cultural) knowledge. But in the new ages different challenges arise to keep complex data ac- cessible. Concerning these challenges a linguistic use case, which has been set up in 1993, serves as an example to show that it might be hard to re-enact an old system in order to reuse its research data and processes. Re-enacting the old system showed that other crucial points emerge in the context of research data management that need attention. In order to increase the probability of gaining access to research data in the future Data Management Plans can be identified as central tool. Although preservation of and creating access to data is a global task, the scientific management of data is still strongly shaped through national regulations and practices and hence delivers a quite fragmented picture.
Das Projekt RePlay-DH hat zum Ziel, ein Werkzeug zu entwickeln, das die Wissenschaftler bereits im Forschungsprozess bei der nachhaltigen Dokumentation und Archivierung der Forschungsdaten unterstutzt. Das zentrale Element dabei ist der „RePlay-Gedanke“: Wiederauffindbarkeit und Reproduktion von Forschungsergebnissen. Um praxisnahe Losungen zu schaffen, analysiert das Projekt hierfur exemplarisch Workflows aus der Computerlinguistik. Zwar kommen die Wissenschaftler in den digitalen Geisteswissenschaften oft sehr gut an die benotigten Werkzeuge und Eingabedaten, die Forschungsprozesse selbst werden jedoch haufig nur skizzenhaft dokumentiert. Mit RePlay-DH soll eine Moglichkeit geschaffen werden, den Arbeitsprozess der Forscher mit einem geringen Mehraufwand zu dokumentieren und fur Dritte nachvollziehbar zu machen. Dazu wird ein Java-Client entwickelt, der mit Hilfe von einfachen Versionierungswerkzeugen den Dokumentationsworkflow der Forschenden gezielt unterstutzt. In komplexen Projekten soll dieses Vorgehen dabei helfen, verschiedene Optionen wahrend des Forschungsprozesses auszuloten und zu dokumentieren. Dabei bleibt es stets den Wissenschaftlern uberlassen, welche Teile des eigenen Projekts archiviert, mit Kollegen geteilt oder veroffentlicht werden sollen.