Beim Morbus Crohn handelt es sich um eine chronisch-entzündliche Erkrankung des Magen-Darm-Trakts, die durch die Leitsymptome Bauchschmerzen und Durchfall gekennzeichnet ist. Zudem können Fieber, Gewichtsverlust, Blutungen, Symptome einer Mangelernährung und einer gestörten gastrointestinalen Motilität sowie Fisteln, Fissuren, Ulzerationen und Abszesse auftreten. Extraintestinale Symptome und assoziierte Erkrankungen umfassen Arthritis, aphthöse Stomatitis, Erythema nodosum, Pyoderma gangraenosum und primär sklerosierende Cholangitis. Die Diagnosestellung erfolgt durch Ileokoloskopie, Ösophagogastroduodenoskopie sowie ein oder mehrere Verfahren zur Dünndarmdiagnostik; zudem sollten Stuhlkulturen und ein Blutbild erfolgen. CT und MRT werden bei endoskopisch nicht passierbaren Kolonstenosen und für die Dünndarmdiagnostik eingesetzt. Die Erkrankungsaktivität kann aufgrund von klinischen und laborchemischen Parametern bestimmt werden; der hierzu am häufigsten verwendete Index ist der Crohn's Disease Activity Index. Im Rahmen der konservativen Therapie werden Budesonid, Prednison, Salazosulfapyridin, 5-ASA, Ciprofloxacin oder Metronidazol eingesetzt. Bei steroidrefraktärem Krankheitsverlauf ist eine langfristige immunsuppressive Therapie mit Azathioprin, 6-Mercaptopurin oder Infliximab angezeigt. Ein chirurgischer Eingriff kann bei isoliertem symptomatischen Ileocoecalbefall vorgenommen werden; ansonsten ist dies nur bei Komplikationen, schwerer Exazerbation mit Sepsis oder Therapierefraktärität indiziert. Als Komplikationen können intestinale Stenosen, eine Perforation, Fisteln, Abszesse, ein toxisches Megakolon, eine Hämorrhagie, thromboembolische Komplikationen, eine Osteoporose, eine CMV-Superinfektion, eine Amyloidose, ein Kolonkarzinom, eine sekundäre Amenorrhö oder – bei Kindern und Jugendlichen – Entwicklungsstörungen auftreten.
Als Colitis ulcerosa wird eine chronische Entzündung der Dickdarmmukosa bezeichnet, die immer im Rektum beginnt und je nach proximaler Ausdehnung als Proktitis, Proktosigmoiditis, linksseitige, subtotale oder Pankolitis (ggf. mit Backwash-Ileitis) bezeichnet wird. Leitsymptome sind peranale Blutungen, Durchfälle und tenesmenartige Entleerungen geringer Stuhlmengen. Die Erkrankung verläuft meist in Schüben mit hohem Rezidivrisiko und Remissionsdauer von Wochen bis Jahren.
Divertikel im Dickdarm sind meist Pseudodivertikel mit Ausstülpung der Dickdarmschleimhaut durch Lücken in der Muskelschicht und damit ohne Überdeckung durch die Muskularis. Ihre Entstehung wird begünstigt durch verminderte Widerstandskraft der Darmwand im Alter sowie erhöhten intraluminalen Druck, z.B. bei faserarmer Kost. 95% der Divertikel befinden sich im Sigma. Nur eine Minderheit der Divertikelträger entwickelt Symptome wie Schmerzen oder Krämpfe im linken Unterbauch, die evtl. im zeitlichen Zusammenhang mit Nahrungsaufnahme stehen und nach Defäkation abklingen. Die Therapie besteht in einer Erhöhung des Stuhlvolumens durch ballaststoffreiche Ernährung sowie Stuhlregulation.