Einleitung Wir berichten über eine seltene Komplikation in der Schwangerschaft. Die 29-jährige Primigravida in der 23+4 SSW wurde mit akutem Abdomen, Anämie und hypotoner Kreislaufsituation an die Universitätsklinik transferiert. Im Vorfeld erfolgten wiederholt Abklärungen wegen persistierender Unterbauchschmerzen, jedoch mit unauffälliger Bildgebung. Sonografisch präsentierte sich hierorts eine vitale normosome Einlingsschwangerschaft sowie eine Raumforderung im Ausmaß von 10cm (am ehesten Verdacht auf Hämatom) im Douglas. Bei vitaler Indikation erfolgte eine explorative Laparotomie. Intraoperativ zeigten sich alte sowie frische Blutungen von der Uterushinterwand ausgehend, sowie linksseitig eine rupturierte, an der Beckenwand adhärente, Ovarialzyste und Endometriose des Sacrouterinligamentes. Die Patientin war katecholaminpflichtig und erhielt eine Massentransfusion. Intraoperativ musste nach instabiler Kreislaufsituation leider ein intrauteriner Fruchttod festgestellt werden. Es erfolgte die Sectio parva und Curettage. Histologisch wurde der Verdacht auf Endometriose bestätigt. Ursächlich für die intraabdominelle Blutung war die Ruptur des Endometrioms sowie Blutungen aus dezidualisierten Endometrioseherden [1] [2].
Fragestellung Für Frauen mit habituellem Spätabortgeschehen und Neigung zu extremer Frühgeburtlichkeit ist die vaginale Cerclage eine Standardtherapie. (1) Im Falle ihres Versagens bietet sich die abdominelle Cerclage als optionale therapeutische Ergänzung. In einer rezenten prospektiv randomisierten Studie konnte gezeigt werden, dass der höhere operative Aufwand für eine operative Cerclage von einem deutlich besseren Schwangerschaftsoutcome begleitet ist (Number needed to treat (NNT) vaginale versus abdominale Cerclage, 25 versus 5; Frühgeburtlichkeit < 32 SSW 38% versus 8%). (2) Ziel dieser Untersuchung ist es, die Ergebnisse nach präkonzeptioneller laparoskopischer abdomineller Cerclage an der Universitätsfrauenklinik Graz zu analysieren.
Hintergrund Die individualisierte Therapieplanung bei Endometriose und Adenomyosis uteri wird von Patientinnen zunehmend gefordert. Die Empfehlungen der International Deep Endometriosis Analysis (IDEA) Group bieten eine hervorragende Basis für strukturierte sonographische Diagnostik und Beratung[1]. Die überabeitete #ENZIAN Klassifikation ermöglicht eine detaillierte und reproduzierbare Beschreibung des Ausmaßes der Endometriose sowohl im präoperativen als auch im intraoperativen Setting[1].
Fragestellung Narbendefekte im Bereich der Uterusvorderwand stellen eine Spätkomplikation der operativen Entbindung dar. Die sonographische Prävalenz ist mit bis zu 84% deutlich höher als eine klinisch relevante Symptomatik, die durch postmenstruelles Spotting oder sekundäre Sterilität definiert ist. Schwerwiegende Komplikationen wie Narbenschwangerschaften, Plazentationsstörungen und Uterusruptur in Folgeschwangerschaften sind mögliche Folgen einer Sectionarbendehiszenz. Die operative Sanierung ist mittels Laparotomie oder laparoskopisch-hysteroskopischer Rendez-vous Technik möglich und bei Symptomatik indiziert [1] [2].
Fragestellung Endometriose zählt zu den häufigsten gutartigen Erkrankungen in der Frauenheilkunde. Man nimmt an, dass zwischen 10 und 15% der Frauen im gebärfähigen Alter davon betroffen sind[1]. Die tief infiltrierende Endometriose des Darmes ist eine Form der Erkrankung, die durch infiltrierendes Wachstum die Organfunktionen des Rektums oder anderer Darmabschnitte massiv einschränken und typischerweise Beschwerden und Schmerzen beim Stuhlgang, besonders perimenstruell, verursachen kann. Nach präoperativem Assessment mittels Sonographie und Magnetresonanztomographie unter Anwendung der #ENZIAN Klassifikation erfolgte die interdisziplinäre Therapieplanung folgender operativer Therapiestrategien:
Einleitung Die ERAS („Enhanced Recovery After Surgery“)-Society hat 2018-2019 Empfehlungen (11 schwache, 31 starke Empfehlungen) für die Kaiserschnittentbindung erarbeitet. Die ERAS-Empfehlungen betreffen das präoperative (u.a. Verzicht auf präoperative Sedierung/Darmvorbereitung), intraoperative (u.a. intraoperative Euvolämie/intravenöse Antibiose, Präferenz der Regionalanästhesie) und postoperative (u.a. Anwendung einer multimodalen Schmerztherapie, sofortige Entfernung des Blasenkatheters) Management.1-3. Wir überprüften, inwieweit diese Empfehlungen 2019 in den größten öffentlichen geburtshilflichen Abteilungen Österreichs angewandt wurden.
Zielsetzung Vergleich des sonographisch gemessenen präpartalen Geburtsgewichts mit dem tatsächlichen Geburtsgewicht bei Kindern mit und ohne Schulterdystokie.
Einleitung Frühgeburtlichkeit ist definiert als eine Geburt vor vollendeter 37. Schwangerschaftswoche und ist assoziiert mit einer erhöhten Morbidität und Mortalität der Kinder. Ziel dieser Studie ist der Vergleich der Effektivität von Hexoprenalin und Atosiban als Kurz- und Langzeittokolyse sowie die Auswirkung auf das kindliche und maternale Outcome.
Fragestellung: Perioperatives Management ist im Wandel. Für die Kaiserschnittentbindung sind ERAS (Enhanced Recovery After Surgery)-Empfehlungen erarbeitet worden [1], [2], [3]. Wir überprüften, wieweit diese Empfehlungen 2019 in Graz angewandt werden.
Zielsetzung Die Robson 10-Gruppen Klassifikation wird zur Dokumentation, Überwachung und zum Vergleich von CS Raten verwendet. Unser Ziel war es die CS Raten an der UFK Graz in den Jahren 2008-2010 und 2017-2019 zu ermitteln und Trends in der Entwicklung im 10-Jahres-Intervall zu erfassen.
Zielsetzung Ein gutes postoperatives Schmerzmanagement ermöglicht eine frühe Mobilisierung, senkt das postpartal erhöhte Thromboserisiko, unterstützt die Genesung und Selbstbestimmung der Frau und damit die Versorgungsautonomie der „frisch-gebackenen“ Mutter gegenüber dem Neugeborenen und sich selbst. Unsere Hypothese war, dass eine orale Schmerztherapie einer intravenösen Therapie in diesem Sinne überlegen ist.
Einleitung: Neurofibromatose-1 (NF-1) ist eine seltene autosomal dominante genetische Störung mit einer Inzidenz von 1 : 3000. Neben dem typischen Erscheinungsbild (Café-au-lait Flecken, Lischknötchen, Neurofibrome) weisen Patienten mit NF-1 ein erhöhtes Risiko für hypertensive Erkrankungen und Diabetes auf. In 2% ist die Hypertonie bei NF-1 mit einem Phäochromozytom (PCZ) vergesellschaftet. Unerkannt kann dieser Tumor in der Schwangerschaft zu schweren maternalen und fetalen Komplikationen führen. Es findet sich nur wenig Literatur für schwangere Frauen mit NF-1 und PCZ.
Einleitung: Ein RFVL Uterus gilt als Normvariante und wird in der Literatur in bis zu 15% in der Frühschwangerschaft beschrieben. Im Verlauf des ersten Trimenons richtet sich der Fundus uteri üblicherweise von der Sakralhöhle in die Abdominalhöhle auf. Diese Positionsänderung unterbleibt jedoch in 1/3000 Schwangerschaften und wird Uterus incarceratus (UI) genannt. Unspezifischen Symptome wie Harnentleerungsstörungen, vaginale Blutung oder Komplikationen wie Uterusruptur und Frühgeburt sind als Folge des UI beschrieben. Unerkannt kommt es bei einer Sectio zur Blasen-, Cervix- und Vaginalverletzung. Sonographisch zeigt sich die Cervix elongiert und hinter der Symphyse nur schwer einstellbar. Neben chirurgische Maßnahmen ist in der Frühschwangerschaft die manuelle Reposition in Narkose beschrieben, um den UI aufzurichten. In der Spätschwangerschaft kann zusätzlich kolonoskopischer Druck auf den UI appliziert werden, um die manuelle Reposition zu erleichtern [1]. Eine Aufrichtung in fortgeschrittener Schwangerschaft unter Lachgasapplikation wurde bis dato noch nie beschrieben.
Zielsetzung Inwieweit korreliert der Schweregrad einer Schulterdystokie, gemessen an den notwendigen Schulter-Löse-Manöver, mit dem perinatale Outcome des Neugeborenen.
Fragestellung: Vergleich des sonographisch gemessenen Geburtsgewichts kurz vor Geburt mit dem tatsächlichen Geburtsgewicht bei den Kindern mit Schulterdystokie der letzten 10 Jahre. Wie hoch ist bzw. wie verhält sich ein möglicher Messfehler des kindlichen Gewichts in diesem besonderen Kollektiv?
Zielsetzung Vergleich des sonographisch gemessenen präpartalen Geburtsgewichts mit dem tatsächlichen Geburtsgewicht bei Kindern mit Schulterdystokie.
Fragestellung: Inwieweit hat der Schweregrad einer Schulterdystokie, gemessen anhand der notwendigen Schulter-Löse-Manöver, einen Einfluss auf das perinatale Outcome des Neugeborenen.
We investigated whether time of birth, unit volume and staff seniority impact the rate of maternal complications in deliveries ≥34+0 gestational weeks.
Die Schulterdystokie stellt ein unvorhersehbarer geburtshilflicher Notfall dar und ist in der Literatur mit einer Häufigkeit von 0,5 bis 3% angegeben. Dabei handelt es sich meist um ein Verklemmen der vorderen Schulter hinter der Symphyse (hoher Schultergeradstand) nach Geburt des Kindlichen Kopfes. Die meisten Schulterdystokien lassen sich durch externe Manöver (z.B. Mc Roberts) oder interne Manöver (z.B. Woods-Manöver) lösen. Falls dies ebenfalls nicht zum Erfolg führen sollte, wird in der Literatur das Zavanelli Manöver oder auch die Symphysiotomie als Ultima Ratio angeführt.
Ileus durch Darmobstruktionen in der Schwangerschaft ist ein seltenes Ereignis mit einer Inzidenz von 0,001 – 0,003%. In 70 – 80% der Fälle sind Adhäsionen nach vorherigen Operationen ursächlich. Die Literatur zu diesem Thema beschränkt sich meist auf Fallberichte oder Fallserien, mit teilweise sehr unterschiedlichen Verläufen. [1 – 4]