Eine Analyse (Sulkowski et al) zeigte, dass der Hb-Abfall unter PEG/RBV zu Nebenwirkungen und RBV Reduktion führt, aber gleichzeitig mit erhöhter Wahrscheinlichkeit für eine SVR assoziiert ist. Da Frauen einen niedrigeren Hb-Ausgangswert als Männer haben und weit häufiger anämisch werden, sollte die beschriebene Assoziation in dieser Population noch ausgeprägter zu finden sein.
Hintergrund: Studien zeigten unterschiedliche Ergebnisse in Bezug darauf, ob ein größerer Hb-Abfall unter Therapie mit Peginterferon/Ribavirin mit einer höheren SVR assoziiert ist.
Obgleich die Behandlung der Hepatitis C mit pegyliertem Interferon und Ribavirin die SVR entscheidend gesteigert hat, bleibt eine Relapserate von 20–30% nach Ereichen einer EoT Response. Es ist unbekannt, ob es spezielle Parameter zu Baseline oder im Verlauf der Behandlung gibt, die prädiktiv für einen Relapse sind. Methode: Der Bundesverband niedergelassener Gastroenterologen (BNG) führt zusammen mit Roche Pharma eine bundesweite Beobachtungsstudie zur Untersuchung der Behandlungsqualität der Hepatitis C unter Alltagsbedingungen durch. Bis Mai 2006 wurden Daten von 4377 Patienten in den unterschiedlichen Phasen der PEG/RBV Therapie dokumentiert. In Hinsicht auf EoT und SVR waren von 648 Patienten mit G1 komplette Datensätze verfügbar. Ergebnisse: 517/648 Pat. (75,6%) mit EoT erreichten eine SVR, somit hatten 24,4% einen Relapse. 167 Relapser (REL) vs. 517 Pat. mit SVR (SVR) zeigten folgende Demographie: mittleres Alter REL 46,8J., SVR 41,81J., wobei weibliche Relapser 51,9J. alt waren, 58,7%/56,3% männl. Geschlecht, BMI 25,8/24,7kg/m2, mittlere Infektionsdauer: 14,5J./11,0J., Infektionsquelle (Mehrfachantworten möglich): Blutprodukte 24,0%/20.7%, iv Drogengebrauch 27,0%/38,1%, medizinische Maßnahmen 11,4%/12,6%, unbekannt 30,5%/24,8%, Begleiterkrankungen 56,3%/50,9%. 39,9% REL hatten eine niedrige Viruslast zu Baseline (cut-off: 400.000 IU/ml) im Vergleich zu 55,2% der Pat. mit SVR. Keine Unterschiede wurden bei den kalkulierten kumulativen Dosierungen von PEG (95,9%/96,3%) oder der Behandlungsdauer (47,7 Wochen) beobachtet, wogegen 28,0% der REL weniger als 80% der kumulativen RBV-Dosis erhielten verglichen mit 20,8% der Pat. mit SVR. Die AE Rate betrug 57,5% bei REL and 51,3% bei SVR. Bei einem Drittel der Patienten wurde die HCV-RNA nach Woche 4 analysiert: nur 10.8% der REL erreichten eine RVR im Vergleich zu 25,8% der SVR Pat. Der Unterschied in der EVR Rate (≥2-log10 Abfall der HCV RNA oder HCV RNA unter Nachweisgrenze nach Woche 12) war geringer: 91,6% vs. 96,6% Schlussfolgerung: Bzgl. prädiktiver Faktoren des Wirts gab es außer Alter und Behandlungsdauer keine Differenzen zwischen Patienten mit Relapse oder SVR. Unterschiede wurden in der kumulativen RBV-Dosierung und Virus-determinierenden Faktoren wie Viruslast und Viruslastabfall unter der Therapie beobachtet. Letzteres lässt vermuten, dass eine Abnahme der Relapserate durch Optimierung der Therapiedauer zu erreichen ist.
Einleitung: Zur Beurteilung der Versorgungsqualität von cHC Patienten führt der Bundesverband niedergelassener Gastroenterologen (bng) in Kooperation mit Roche eine deutschlandweite online-AWB bestehend aus Screening- und Therapiedokumentation durch. Patienten mit cHC, die bereits eine Leberzirrhose entwickelt haben, sind besonders behandlungsbedürftig, da sie ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung von leberassoziierten Erkrankungen bzw. eines HCC haben.