Fragestellung: Bedeutung präpartal bekannter maternaler und fetaler Merkmale von Zwillingsschwangerschaften ≥ 34 SSW für den Geburtsmodus. Material und Methodik: Anhand der Daten der perinatologischen Qualitätssicherung in Hessen 1990 - 2004 wurden 8934 von 11 740 Zwillingsschwangerschaften untersucht. Ausschlusskriterien waren < 34 SSW, fetale Fehlbildungen, und Tod eines Zwillings vor Geburtsbeginn. Geplante Sectio und geplante Spontanentbindung werden unterschieden. Die Gruppe der geplanten Spontanentbindungen wurde weiter stratifiziert: (1.) Spontanpartus beider Zwillinge, (2.) sekundäre Sectio beider Zwillinge, (3.) vaginaloperative Entbindung von Zwilling 1, (4.) spontane Entbindung von Zwilling 1 und eine nicht spontane Entbindung von Zwilling 2. Odds Ratio und 95 %-Konfidenzintervall wurden berechnet. Ergebnisse: Vorausgegangene vaginale Entbindungen wiesen eine erhöhte Chance für eine geplante Spontanentbindung (OR 2,4 [95 %-KI 2,19 - 2,63]) auf. Für die Gruppe der geplanten Spontanentbindungen (Referenzgruppe jeweils [1.]) gilt: Ad (2.) Schwangerschaftsalter ≤ 35 SSW 1,32 (1,14 - 1,52), vorausgegangene Sectio 2,9 (2,25 - 3,73), Gestose 1,82 (1,39 - 2,39), Gewichtsdiskrepanz sowohl bei einem schweren 1,23 (1,03 - 1,48) als auch bei einem leichteren führenden Zwilling 1,65 (1,26 - 2,17), Geburtsgewicht eines Zwillings < 2 kg 1,66 (1,39 - 2,98) und Lageanomalie des nachfolgenden Zwillings 2,15 (1,88 - 2,45) waren mit einer erhöhten Rate an sekundären Sectiones assoziiert. Vorausgegangene vaginale Entbindungen waren seltener korreliert 0,21 (0,18 - 0,24). Ad (3.) Gestose war mit 2,07 (1,4 - 3,06) positiv korreliert. Vorausgegangene vaginale Entbindungen 0,06 (0,04 - 0,08), Schwangerschaftsalter 0,4 (0,29 - 0,56) und Adipositas 0,37 (0,23 - 0,61) waren negativ korreliert. Ad (4.) Es waren positiv ein schwerer nachfolgender Zwilling 1,52 (1,03 - 2,24) und Lageanomalie des nachfolgenden Zwillings 4,53 (3,75 - 5,47) korreliert. Schlussfolgerung: Diese Untersuchung bietet wichtige Informationen für die individuelle Planung des Geburtsmodus von Zwillingen und der gezielten Beratung der Schwangeren.
Fragestellung: Welche Aussagen konnen mithilfe der externen Qualitatssicherung uber die Auswirkungen der an geburtshilflichen Kliniken in ihrer Frequenz stark unterschiedlich gehandhabten Fetalblutanalyse getroffen werden? Methode: Als Datenquelle dient die Hessische Perinatalstatistik von 1990 bis 2000. Kliniken mit >500 Entbindungen pro Jahr mit insgesamt 311.970 Einlinge >=37. Schwangerschaftswoche werden in die Analyse einbezogen. Zur Auswertung werden die pro Jahr von einer Klinik durchgefuhrten Fetalblutanalysen herangezogen. Ergebnisse: Es werden in Bezug auf die Frequenz der durchgefuhrten Fetalblutanalyse 4 Gruppen unterschieden: 1. 18,9%, 2. 6,5%, 3. 2,3%, 4. 0,6%. Vaginaloperative Entbindungen treten mit 6,1% absoluter Haufigkeit in der Gruppe mit hoher Rate an Fetalblutanalysen auf. Es findet sich signifikant eine kontinuierliche Zunahme der vaginaloperativen Entbindungen in den Gruppen mit niedrigerer Rate an Fetalblutanalysen bis um 13%.(relatives Risiko). Fur die weiteren Merkmale „sekundare Sektio“, Nabelarterien-PH“, „Apgar 10 Minuten <8“, „Apgar 5 Minuten <8“, „Apgar 1 Minute <8“, „regelmasige Eigenatmung nach 1 Minute“ und „Maskenbeatmung“ zeigen sich keine eindeutigen kontinuierlichen Bezuge. Schlussfolgerung: Trotz aller Zuruckhaltung in der Interpreation perinatalstatistischer Daten ist eine inverse Relation von der Frequenz der Fetalblutanalysen und vaginaloperativer Entbindungen zu erwagen.