Notfallmedizinisches Handeln steht unter hohem Zeitdruck bei oft fehlender Patientenkenntnis und mit unvollständiger Informationslage. Diese Rahmenbedingungen erschweren ethisch reflektierte Entscheidungen – machen sie aber nicht unmöglich. Die vorliegende Handlungsempfehlung zeigt auf, dass auch im Rettungsdienst ethisch legitimierte Entscheidungen zur Therapiebegrenzung, zum Nichttransport sowie zur palliativen Zielsetzung möglich und notwendig sind. Zentrales Fundament ist das medizinethische Zwei-Säulen-Modell aus Indikation und Patientenwille. Die Beurteilung der Einwilligungsfähigkeit, insbesondere bei Transportverzicht oder Therapieverweigerung, erfordert ein strukturiertes Vorgehen. Rechtlich relevante Grundlagen wie Vorsorgevollmachten, Patientenverfügungen und das Notfallsanitätergesetz (NotSanG) werden erläutert. Herausforderungen ergeben sich besonders bei psychischen Erkrankungen mit möglicher Unterbringungsbedürftigkeit, Reanimationsentscheidungen und Patienten mit fortgeschrittener, unheilbarer Erkrankung. Diese Handlungsempfehlung fordert ein erweitertes ethisches Bewusstsein im präklinischen Setting für das gesamte Rettungsdienstpersonal und betont die Bedeutung notärztlicher Entscheidungskompetenz in ethisch komplexen Situationen. Ziel ist es, Handlungssicherheit im Rahmen der jeweiligen medizinischen Möglichkeiten zu schaffen sowie bestmögliche prognostische Sicherheit unter den gegebenen Voraussetzungen und eine angemessene Berücksichtigung der Patientenautonomie zu gewährleisten – auch unter Einsatzbedingungen.
Das juvenile Angiofibrom (JA) ist eine faszinierende fibrovaskuläre Neubildung, die seit 1853 verschiedenste Entstehungstheorien hervorgerufen hat. Während die Konzentration auf einzelne Merkmale des JA keine allgemeine Akzeptanz hervorgerufen hat, erfährt die aktuelle Erklärung der Tumorentstehung des JA auf dem Boden von embryologischen Gefäßrelikten eine wachsende Bedeutung. Im embryologischen Kernprozess der epithelial-mesenchymalen Transition (EMT) spielen die Transkriptionsfaktoren Twist1 und Snail/Slug eine große Rolle, sodass deren Expression im JA im Zusammenhang mit dem embryologischen Erklärungsansatz von hohem Interesse ist. An einem Kollektiv von 19 JA wurden quantitative Realtime-PCR-Analysen sowie immunhistologische Untersuchungen der Transkriptionsfaktoren Twist1, Snail/Slug sowie CD31 (PECAM1) und Vimentin durchgeführt. Die Transkriptionsfaktoren Twist1 und Snail2 konnten in allen untersuchten JA (n=11) mittels RT-PCR nachgewiesen werden. Eine Korrelation zu gefäßreichen (CD31) oder fibrösen Tumorregionen (Vimentin) wurde nicht beobachtet. Die immunhistologische Untersuchung von Twist und Snail/Slug bestätigte deren Vorkommen auf Proteinebene (n=19), wobei eine inter- und intratumorale Heterogenität der EMT-Marker beobachtet wurde. Der Nachweis der Expression der Transkriptionsfaktoren Twist1 und Snail/Slug im JA weist auf den embryologischen Prozess der EMT im JA hin und unterstützt den embryologischen Erklärungsansatz, welcher alle klinischen Charakteristika dieser einzigartigen fibrovaskulären Neubildung erklärt.
Auditory perception is essential for human communication and development, influencing cognitive and social functions. Electroencephalography (EEG) has long been used to examine auditory evoked potentials (AEPs), while magnetoencephalography (MEG) has more recently enabled the investigation of auditory evoked fields (AEFs), providing complementary spatial detail. However, MEG’s high costs and operational complexity limit its accessibility. In this study, we adapted analysis protocols originally developed for MEG to EEG in order to explore their applicability in a more accessible and cost-effective modality. We examined auditory evoked potentials in response to instrumental tones among adults (N=12) using EEG and compared the results with previously published MEG data. Our findings suggest that EEG can approximate MEG-based methodologies, demonstrating similar mean latencies and standard errors for P1, N1, and P2 components. Despite slight variations in standard errors, likely due to the smaller sample size, the results support EEG’s continued value for broader application in auditory neuroscience. The accessibility of EEG opens opportunities for large-scale studies, enhancing our understanding of auditory perception across diverse populations. This approach may also contribute to the development of diagnostics and tailored interventions for auditory-related conditions, including ADHD and dyslexia
Arboviruses in the occupational health context Arboviral infections are arthropod-borne diseases of increasing global relevance for occupational health. Work-related exposure, especially during international travel or outdoor activities, increases infection risk. Prevention, vaccination strategies, and individual risk assessment are key. This article provides a practice-oriented overview for occupational health practice.