
Veränderungen des Arbeitsmarktes sowie verbesserte prothetische Versorgungsmöglichkeiten waren für die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung e. V. (DGUV) Anlass, die MdE-Erfahrungswerte nach Arbeitsunfällen einer Überprüfung unterziehen zu lassen. Seit dem 01.11.2019 kommen die neuen MdE-Erfahrungswerte („MdE-Eckwerte“) zur Anwendung. Dieser Beitrag fasst das Konsensuspapier der unabhängigen Expertengruppe zusammen.
Das Konzept der „damage control surgery“ (DCS) hat sich heute, als lebensrettende Notfallchirurgie bei enger Indikationsstellung, etabliert und dient der Schadensminimierung. Der Ursprung der DCS liegt im Stoppen der Blutung und Kontrolle der Kontamination des schwer verletzten Abdomens. Dies ist ausschlaggebend bei der Entscheidung zur Anwendung oder Ablehnung eines derartigen Verfahrens, da das Überleben nachweislich von der Blutstillung in der Körperhöhle und den Extremitätenübergängen abhängt. Die Damage-control-Strategie stellt einen gezielten Versorgungsansatz bei Vorliegen bestimmter Auslösemechanismen dar. Die DCS ermöglich das Überleben Schwerstverletzter durch schnelle Blutungs- und Kontaminationskontrolle. Sie gehört in das Gesamtkonzept der „damage control resuscitation“, als eine Form der blutstillenden Verfahren. Die DCS lässt sich nicht mit anderen Versorgungsstrategien vergleichen, denn sie geht einerseits mit erhöhten Überlebensraten, andererseits aber auch mit einer potenziell relevanten Komorbidität einher. Ein hoher Evidenzgrad für die einzelnen DCS-Verfahren steht weiterhin aus und wird, prospektiv randomisiert, vermutlich auch in Zukunft nur schwer erreichbar sein. Die Techniken der abdominellen und thorakalen DCS sind in der Literatur mittlerweile mehrfach beschrieben und finden verbreitet Anwendung. Umso wichtiger ist es, den differenzierten Einsatz der DCS anhand der entsprechenden Patientenauswahl zu gewährleisten, und einen inflationären Gebrauch zu verhindern, da die DCS dem geeigneten Patienten das Leben rettet, für den anderen dagegen potenziell die Morbidität erhöht.>
Obwohl Traumatisierungserfahrungen so alt wie die Geschichte der Menschheit sind, begann eine wissenschaftliche Auseinandersetzung mit ihren Folgen erst in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Erst durch die Kriegserfahrungen des letzten Jahrhunderts und den Mut vieler Frauen in den USA, erlittenes Unrecht erlebter sexualisierter Gewalt öffentlich zu machen, konnte die Traumaforschung einen dauerhaften Durchbruch erzielen und sich in den letzten 20 Jahren zur Wissenschaftsdisziplin der Psychotraumatologie entwickeln. Auseinandersetzungen um angemessene Definitionen ließen sich durch ein Verlaufsmodell psychischer Traumatisierungserfahrungen präzisieren. Einen wesentlichen Beitrag zu einem besseren Verständnis von Traumafolgestörungen lieferten die Neurowissenschaften durch die Möglichkeiten der bildgebenden Verfahren. Die Erkenntnisse zur erfahrungsabhängigen Neuroplastizität, über multiple Kopplungsphänomene und die nutzungsabhängige Bahnung neuronaler Verschaltungsmuster trugen wesentlich zum Verständnis und zur Entwicklung schonender Behandlungsformen bei. Die Grundprinzipien der Psychotraumatologie als einer die interpersonelle sowie die körperliche Ebene einbeziehenden Behandlungswissenschaft werden vorgestellt.
Bei näherer Betrachtung der Physiotherapie als etabliertes Heilverfahren der gesetzlichen Unfallversicherung wird deutlich, dass die Organisation und die allgemeinen Inhalte des Verfahrens grundsätzlich geregelt sind. Unter Beachtung von möglichen Entscheidungshilfen und Fallbeispielen erscheint es vielmehr sinnvoll, Maßnahmen in das Therapieverfahren zu integrieren, die die Therapieplanung und -steuerung optimieren und sich an den aktuellen Rehabilitationsstandards orientieren. Die Bestimmung individueller Kontextfaktoren, die Patientenberatung, die Vereinbarung von Reha-Zielen, die Verwendung von Assessments, die Spezifizierung der Behandlungsschwerpunkte sowie die Förderung der Kommunikation zwischen Arzt und Therapeut gelten in diesem Zusammenhang als bedeutsame Entitäten zur Verbesserung des Qualitätsmanagements und folglich zur Findung der angemessenen Behandlungsdosis. Diese sollten bei einer kommenden Überarbeitung der Handlungsanleitung zur Verordnung von Leistungen zur Physiotherapie berücksichtigt werden.
Ziel bei der Behandlung der Frakturen des oberen Sprunggelenkes ist die Wiederlangung einer optimalen Gelenkfunktion. Prognostische Faktoren sind das Ausmaß der Verletzung, begleitende Knorpelschäden der gelenkbildenden Flächen von Fibula, Tibia und des Talus sowie Alter und Geschlecht der Patienten. Die Prognose wird aber auch entscheidend von der korrekten chirurgischen Versorgung der Frakturen bestimmt. Komplikationen wie Instabilität, Kompartmentsyndrom, Infektion, Pseudarthrosen, Arthrose und fixierte Fehlstellungen sowie Maßnahmen zu ihrer Vermeidung und Behandlung werden dargestellt.
Zusammenfassung Das Konzept der „damage control surgery“ (DCS) hat sich heute, als lebensrettende Notfallchirurgie bei enger Indikationsstellung, etabliert und dient der Schadensminimierung. Der Ursprung der DCS liegt im Stoppen der Blutung und Kontrolle der Kontamination des schwer verletzten Abdomens. Dies ist ausschlaggebend bei der Entscheidung zur Anwendung oder Ablehnung eines derartigen Verfahrens, da das Überleben nachweislich von der Blutstillung in der Körperhöhle und den Extremitätenübergängen abhängt. Die Damage-control-Strategie stellt einen gezielten Versorgungsansatz bei Vorliegen bestimmter Auslösemechanismen dar. Die DCS ermöglich das Überleben Schwerstverletzter durch schnelle Blutungs- und Kontaminationskontrolle. Sie gehört in das Gesamtkonzept der „damage control resuscitation“, als eine Form der blutstillenden Verfahren. Die DCS lässt sich nicht mit anderen Versorgungsstrategien vergleichen, denn sie geht einerseits mit erhöhten Überlebensraten, andererseits aber auch mit einer potenziell relevanten Komorbidität einher. Ein hoher Evidenzgrad für die einzelnen DCS-Verfahren steht weiterhin aus und wird, prospektiv randomisiert, vermutlich auch in Zukunft nur schwer erreichbar sein. Die Techniken der abdominellen und thorakalen DCS sind in der Literatur mittlerweile mehrfach beschrieben und finden verbreitet Anwendung. Umso wichtiger ist es, den differenzierten Einsatz der DCS anhand der entsprechenden Patientenauswahl zu gewährleisten, und einen inflationären Gebrauch zu verhindern, da die DCS dem geeigneten Patienten das Leben rettet, für den anderen dagegen potenziell die Morbidität erhöht.>
Verletzungen der Chopart- und Lisfranc-Gelenkreihe sind schwere Verletzungen des Fußes, welche erhebliche Auswirkungen auf dessen gesamte Funktion haben können. Auch heutzutage werden sie, da sie häufig bei polytraumatisierten Patienten auftreten, nicht oder verspätet erkannt. Aber auch Niedrigenergietraumen bieten aufgrund einer inhomogenen Klinik diagnostische Schwierigkeiten. Deshalb kommt, auch bei nur geringem Verdacht auf eine solche Verletzung, der exakten radiologischen Diagnostik eine entscheidende Bedeutung zu. Bei Fußverletzungen sind die nativradiologische Darstellung des Fußes in 3 Ebenen und die Computertomographie zu fordern. Ziel der Behandlung sind eine anatomische Rekonstruktion der entsprechenden Gelenkpartner und Therapie der mitbetroffenen ligamentären und knöchernen Verletzungen. Dies ist meist nur durch eine offene Rekonstruktion und Osteosynthese bzw. temporäre Arthrodese zu erreichen. Durch eine konsequente Therapie kann ein adäquates Outcome für den Patienten erzielt werden.
Trauma und Berufskrankheit hat sich seit ihrer Gründung im Jahr 1998 zu einem wichtigen Bestandteil der BG Kliniken und ihrem zentralen medizinisch-wissenschaftlichen Informationsorgan entwickelt. Neben Übersichtsarbeiten zum State-of-the-Art der Diagnostik, Therapie und Rehabilitation von Verletzungen und Erkrankungen im Kontext der gesetzlichen Unfallversicherung berichtete die Zeitschrift über Neuigkeiten in der Begutachtung und dem berufsgenossenschaftlichenHeilverfahren. International erfuhr das Organ jedoch keine ausreichende Resonanz und blieb in den klassischenmedizinischen Datenbanken nahezu unsichtbar. In einer sich dramatisch wandelnden wissenschaftlichen (Publikations-)Landschaft, welche u. a. durch Open-Accessund Online-Only-Publishing, Vorabveröffentlichungen auf Pre-Print-Servern, Multimedialität, Science Blogs, aber auch zunehmend komplexere ethische und Berichterstattungsstandards geprägt ist, mussten wir daher entscheiden, ob Trauma und Berufskrankheit konkurrenzoder zukunftsfähig ist oder sein kann. Wir haben das Für und Wider sorgfältig abgewogen, um uns schließlich schweren Herzens, aber sachlich begründet gegen eine Fortführung der Zeitschrift auszusprechen. Dies ist daher unsere Abschiedsausgabe. Sie enthält Nachdrucke der 25 am häufigsten von der Journal-Homepage heruntergeladenenArtikel.Diemethodischen Anforderungen haben sich in den letzten 20 Jahren erheblich geändert – bewerten Sie die Beiträge daher mit historischem Augenmaß. Trauma und Berufskrankheit ersatzlos aufzugeben, ohne einen Nachfolger zu entwickeln, widerspräche dem aus unserem Kernauftrag resultierenden Anspruch der BG Kliniken: Wir verstehen uns als wissenschaftlich ausgerichteter Klinikkonzern und wollen die Forschungsleistungen in unseren Kernkompetenzen und den damit verbundenen Kernleistungsbereichen sowohl intern als auch der breiten Öffentlichkeit präsentieren. Dafür haben wir das Online-Medium BG Kliniken Forschung Kompakt entworfen. Auf zwei Druckseiten fassen wir zukünftig allgemeinverständlich die Ergebnisse national und international veröffentlichter Studien unserer Kliniken zusammen. Ergänzt werden diese Zusammenfassungen um ein sogenanntes Visual Abstract – der standardisierten grafischen Darstellung des Problems, des Versuchsaufbaus und der wesentlichen Ergebnisse. James D. Watson und Francis H.C. Crick brachten es auf den Punkt, als sie feststellten, ihr Modell der Doppelhelix der Erbinformation, der Desoxyribonukleinsäure (DNS), sei „viel zu hübsch, um nicht biologisch wahr zu sein“. WissenschaftundForschung sind ästhetischund schönundlebenvonVisualisierung,Grafik und Abstraktion. Mit unserem neuen Format möchten wir diesem Grundsatz Leben einhauchen.
Periphere Nerven können aufgrund ihrer Nähe zu knöchernen Strukturen oder auch bei sehr oberflächlichem Verlauf bei einem Trauma oder im Rahmen operativer Eingriffe geschädigt werden. Motorische und sensible Defizite oder gelegentlich auch neuropathische Schmerzen sind die Folge. Entscheidend für die Prognose ist neben der Lokalisationsdiagnostik die Einschätzung des Schweregrades der Läsion, die sich an den Klassifikationen nach Seddon 1–3 und nach Sunderland Grad 1–5 orientiert und mithilfe der klinisch neurologischen Untersuchung, der Elektrophysiologie und bildgebenden Verfahren vorgenommen wird. Hier ist insbesondere die Nervensonographie als zunehmend interessante und aussagekräftige Methode zu erwähnen. Leicht bis mäßiggradige Nervenläsionen haben aufgrund der Regenerationsfähigkeit peripherer Nerven eine günstige Prognose, während höhergradige Nervenläsionen unter konservativen Therapiebedingungen häufig eine ungünstige Prognose haben, es kommt zu Defektheilungen. Komplette Nervendurchtrennungen müssen immer operativ behandelt werden.
Ziel der vorliegenden Arbeit war, die Epidemiologie und Frakturklassifikation von suprakondylären Femurfrakturen anhand der Literatur darzustellen. Die Häufigkeit dieser Verletzungen wird mit 4–31% aller Femurfrakturen angegeben. Die Inzidenz beträgt 4,5/105 Einwohner/Jahr bei einer Prävalenz von 0,4%. Ursachen und Prädispositionen sind Hochrasanztraumen, Stürze aus großer Höhe, Implantation einer Knieendoprothese mit Stielkomponente und Vorhandensein einer femoralen Notch, Osteoporose, rheumatoide Arthritis und Erkrankungen, die mit einem erhöhten Sturzrisiko einhergehen. Die Altersverteilung ist sowohl bei Erwachsenen als auch bei Kindern zweigipflig. Prinzipiell werden direkte von indirekten Unfallmechanismen unterschieden. Die Dislokation richtet sich primär nach der Richtung der verursachenden Kraft und sekundär nach dem Zug der Muskulatur an den Frakturfragmenten. Begleitverletzungen umfassen Weichteilschäden, Bandverletzungen, Knorpelabscherfragmente und Meniskusschäden des Kniegelenkes. 1/3 der Patienten sind polytraumatisiert. Die AO-Klassifikation erlaubt eine sinnvolle Zuordnung aller Bruchformen und hat sich international durchgesetzt. Die epiphysären Frakturen werden nach Salter und Harris und/oder Aitken eingeteilt.
Aufgrund der speziellen Anatomie des Kniegelenkes, der Nähe zu Nerven und Gefäßen, dem Bandapparat und den Muskeln ist eine Vielzahl an Begleitverletzungen und Komplikationen möglich. Luxations- und Trümmerfrakturen, die beim jugendlichen Patienten im Rahmen von Rasanztraumen auftreten, sind oft mit Bandläsionen und neurovaskulären Verletzungen vergesellschaftet sowie hochgradig instabil. Neben Schäden der A. und V. poplitea sowie des N. peronaeus communis, die in der Literatur mit bis zu 20% angegeben werden, treten Bandläsionen mit einer Häufigkeit von 20–25% auf. Die Inzidenz von Meniskusverletzungen bei Tibiakopffrakturen beträgt 12–25%. Nicht zu vernachlässigen sind posttraumatische Kompartimentsyndrome sowie Weichteilschäden, die das funktionelle Ergebnis deutlich beeinflussen. Zur morphologischen Einteilung der Frakturtypen wurde eine Vielzahl von Klassifikationssystemen publiziert. Unter Berücksichtigung der ligamentären und neurovaskulären Begleitverletzungen erscheint eine Einteilung in Plateau- und Luxationsfrakturen sinnvoll. Die AO-Klassifikation umfasst insbesondere die Plateaufrakturen, die Luxationsfrakturen werden im Klassifikationssystem nach Moore dargestellt, Überschneidungen der beiden Systeme sind vorhanden.
Die physiotherapeutische Behandlung nach Ellenbogenverletzungen verlangt vom behandelnden Physiotherapeuten besonderes Fingerspitzengefühl, da ein Zuviel oder ein Zuwenig gravierende Folgen haben können. Anhand der Stabilitätsgrade Lagerungs-, Bewegungs-, Belastungs- und Trainingsstabilität wird das Prozedere der Behandlung erläutert.
Im Vordergrund der Behandlung von Mittelhandfrakturen steht die funktionelle Wiederherstellung der Handfunktion. Die Wahl der zur Verfügung stehenden Therapiemaßnahmen ist neben der radiologischen Ausgangssituation abhängig vom klinischen Erscheinungsbild. In der Regel werden stabile und primär nicht dislozierte Frakturen, bei denen keine Rotationsfehler, eine Achsenabweichung oder eine Verkürzung vorliegen, einer frühfunktionellen Übungsbehandlung zugeführt. Instabile, dislozierte Frakturen oder Frakturen bei Vorliegen einer Gelenkbeteiligung werden in den meisten Fällen reponiert und osteosynthetisch stabilisiert. Eine Sonderstellung nehmen Frakturen des 1. Mittelhandknochens ein. Die in der Regel instabilen Basisfrakturen werden operativ behandelt. Dies gilt auch für Mittelhandfrakturen, bei denen begleitende Weichteilverletzungen vorliegen.
Das posttraumatische Knochenmarködem (Bone bruise) findet sich bei ansonsten negativen radiologischen Untersuchungsergebnissen als einziges Symptom, durch das sich chronisch persistierende Extremitätenschmerzen erklären lassen. Für seine Entstehung kommen verschiedenste Ursachen in Frage. Dies wird anhand mehrerer Fallberichte mit jeweils unterschiedlichem Schwerpunkt dargestellt. Sie heben die Wertigkeit der MRT-Untersuchung für die Diagnostik posttraumatischer Zustände hervor.
Zusammenfassung Hintergrund Etwa 30 % aller Verletzungen der Halswirbelsäule betreffen Atlas und Axis. Frakturen kommen vorwiegend bei älteren Patienten vor, während ligamentäre Verletzungen öfter in jüngeren Lebensjahren diagnostiziert werden. Die Anatomie und damit auch die Pathophysiologie unterscheiden sich von der der mittleren und unteren Halswirbelsäule. Daher gibt es eigenständige Verletzungsklassifikationen und sind besondere Behandlungsverfahren anzuwenden. Therapie Instabile Frakturen des Atlas und des Dens axis werden operativ versorgt. Dabei kommen direkte monovertebrale Osteosynthesen und fusionierende Eingriffe zwischen den Segmenten C1 und C2 zur Anwendung. Die Auswahl des richtigen Operationsverfahrens ist für die Frakturheilung von entscheidender Bedeutung.
Eine Frakturklassifikation ist Grundlage der Erfassung epidemiologischer und klinischer Frakturdaten in einer systematischen einheitlichen Dokumentation und damit auch Grundvoraussetzung zur Evaluierung diagnostischer und therapeutischer Maßnahmen im Sinne einer Effizienz- und Effektivitätskontrolle. Mit der AO-Fraktur-Klassifikation des Erwachsenen konnten zwar auch bezüglich kindlicher Frakturen Erkenntnisse gewonnen werden, dennoch ist diese Einteilung nicht unverändert auf Brüche des wachsenden Skelettes übertragbar, da sowohl das Verletzungsmuster als auch Therapie und Outcome vom Alter und Reifestadium der Wachstumsfugen abhängen. Jüngst wurden 2 systematische kinderspezifische Klassifikationen erarbeitet und validiert, die Klassifikation der AO Paediatric Expert Group (PAEG) wird im vorliegenden Beitrag vorgestellt. Der vollständige Frakturkode wird aus 5 (Knochen-, Segment-, Typ-, Kinder- und Frakturschwerekode) bzw. 6 Kodes gebildet, in Abhängigkeit davon, ob ein Ausnahme- bzw. Zusatzkode angewendet wird.
In der überwiegenden Anzahl der Patienten mit posttraumatischen Fehlbildungen der Wirbelsäule geben Schmerzen Anlass zu einem Korrektureingriff. Die Ursachen der posttraumatischen Fehlstellung sind zahlreich, häufig handelt es sich jedoch um die nicht korrekte Indikationsstellung zur konservativen Therapie oder die unzureichende operative Versorgung (nur dorsal instrumentiert). Korrektureingriffe bedürfen einer korrekten Indikationsstellung und einer präzisen präoperativen Planung. Der Eingriff selbst wird einzeitig, dorsoventral kombiniert instrumentiert, wobei die ventrale Fusion minimalinvasiv, endoskopisch assistiert, durchgeführt werden kann. Aufgrund des technisch anspruchsvollen Eingriffs und des Operationsrisikos sollten Korrektureingriffe nur von erfahrenen Chirurgen an Wirbelsäulenzentren durchgeführt werden.
Zusammenfassung Ziel Die neue Reichenhaller Empfehlung soll in erster Linie dem Gutachter, aber auch Sachbearbeitern und der Sozialgerichtsbarkeit als Handlungsanleitung dienen. Sie stellt den aktuellen Erkenntnisstand zur Diagnostik und zur Beurteilung des Ursachenzusammenhangs zwischen Einwirkung und Krankheit bei obstruktiven Atemwegserkrankungen umfassender und präziser als bisher dar. Inhalt Der typische Begutachtungsablauf, welcher nach Sicherung der Diagnose die Beurteilung des Zusammenhangs (Kausalität) und im Anschluss die Funktionsbeurteilung [MdE (Minderung der Erwerbsfähigkeit)] beinhaltet, wird aufgezeigt. Eine Differenzierung zwischen den Krankheitsbildern COPD („chronic obstructive pulmonary disease“) und Asthma wird vorgenommen. Auf die Problematik der antiobstruktiven Medikation wird eingegangen. Aktualisierung In 5 Jahren ist eine erneute Überarbeitung geplant.