
Zusammenfassung Deutschland richtet den Sanitätsdienst auf Massenverwundete unter Hochintensiv-Kampfbedingungen neu aus. Als medizinische Drehscheibe werden täglich rund 1.000 Verwundete erwartet. Zivil-militärische Integration unter Führung des Medical Component Command verlangt abgestimmte Logistik, Datenschutz, klinische Standards sowie interoperable Kapazitätssteuerung für die Landes- und Bündnisverteidigung.
Zusammenfassung Der Beitrag analysiert internationale Erfahrungen zur Resilienz von Gesundheitssystemen mit Fokus auf Governance, Arzneimittelversorgung und Steuerungsmechanismen. An den Beispielen Finnlands und des Vereinigten Königreichs werden rechtlich verankerte Krisenbefugnisse, Reserve- und Verteilmechanismen sowie datenbasierte Entscheidungsprozesse beschrieben. Daraus werden Implikationen für eine krisenfähige Public-Health-Steuerung in Deutschland abgeleitet.
Zusammenfassung Public Health in Deutschland steht angesichts geopolitischer Spannungen und bewaffneter Konflikte vor einem Dilemma zwischen der idealistischen, pazifistischen Perspektive der Ottawa-Charta und einer realpolitischen Perspektive, die Resilienz und Verteidigungsbereitschaft fordert. Public Health hat sich noch zu wenig mit den eigenen Aufgaben angesichts hybrider und militärischer Bedrohung befasst. Das erfordert selbstkritische Reflexion und nachholende Entwicklung in Lehre, Forschung und Praxis.
Zusammenfassung Der vorliegende Beitrag beschreibt Konzeption und Zielsetzung der Entwicklung eines ganzheitlichen Gesundheitslagebildes. Im Fokus stehen fachlich-inhaltliche, aber auch ressourcen-orientierte Datenmodelle sowie digitale Werkzeuge, die eine strategische, operative und taktische Steuerung im Gesundheitswesen insbesondere in Krisen, Katastrophen oder gar im Landes-/Bündnisfall ermöglichen sollen.
Zusammenfassung Die sicherheitspolitische Zäsur erfordert ein erweitertes Verständnis nationaler Sicherheit als gesellschaftliche Resilienz. Das Gesundheitssystem wird zur strategischen Ressource, der Öffentliche Gesundheitsdienst (ÖGD) zu einem wichtigen Akteur. Angesichts hybrider Bedrohungen und Krisen ist ein Paradigmenwechsel hin zur Bevölkerungsmedizin notwendig, ergänzt durch rechtliche, strukturelle und digitale Stärkung des ÖGD als Fundament nationaler Gesundheitssicherheit.
Zusammenfassung Krieg ist eine Bedrohung für die psychische Gesundheit. Neben anderen Auswirkungen ist dies eine Gefahr für die Stabilität einer Gesellschaft. Zivilschutz heißt deshalb auch, die Handlungsfähigkeit der Bevölkerung in Extremsituationen zu unterstützen. Wissen zum Selbstschutz sowie Selbstwirksamkeit spielen dabei eine entscheidende Rolle, psychosoziale Kompetenzen müssen gestärkt werden. Ziel ist eine Bevölkerung, die psychische Belastungen – auch durch Kriegseinwirkungen - abfedern kann.
Zusammenfassung Der gesundheitliche Bevölkerungsschutz in Deutschland ist für kurze, lokale Schadenslagen gut gewappnet, zurzeit jedoch noch unzureichend für langanhaltende Krisen oder einen Bündnis-/Verteidigungsfall. Notwendig ist, neben Resilienzmaßnahmen der jeweiligen Einrichtungen, eine personell ausgestattete Gesundheitskrisenkoordination (GeKKo), besonders auf kommunaler Ebene. Dafür braucht es klare Zuständigkeiten, neue Stellen, qualifiziertes Personal und gezielte Fortbildungen.
Zusammenfassung Krisenlagen von Pandemien über Extremwetterereignisse bis hin zu hybriden Bedrohungen offenbaren den Rettungsdienst als Schlüsselstruktur der öffentlichen Gesundheit und Brennglas systemischer Schwächen. Steigende Einsatzzahlen, Fachkräftemangel, föderale Fragmentierung und begrenzte Bevölkerungsschutzreserven führen zu chronischer Überlastung. Der Beitrag analysiert Verwundbarkeiten gegenüber hybriden Bedrohungen, Personalerschöpfung und notwendige Resilienzmaßnahmen.
Zusammenfassung Gesundheit als Menschenrecht und Bestandteil der Daseinsvorsorge ist gesamtgesellschaftliche Aufgabe – föderal geprägt, sektoral aufgebaut und als Gesamtsystem nur schwer abbildbar. Die Leistungserbringung erfolgt selten zentral abgestimmt, was die Bewältigung außergewöhnlicher Ereignisse erschwert. Alle Agierenden und beteiligten Organisationseinheiten müssen Risiken frühzeitig erkennen, bewerten und die eigene Notfallvorsorge ausgestalten, so dass kritische Ereignisse beherrschbar sind und die bestmögliche Versorgung der Bevölkerung sichergestellt ist.
Zusammenfassung Häfen und Flughäfen stellen zentrale kritische Infrastrukturen dar und sind vielfältigen Gefährdungen ausgesetzt. Das Hamburg Port Health Center (HPHC) trägt durch regelmäßige Notfallübungen, enge Kooperationen und gezielte Maßnahmen im Infektionsschutz maßgeblich zur Stärkung der gesundheitsbezogenen Resilienz bei. Künftig wird der Fokus verstärkt auf die Berücksichtigung des Allgefahrenansatzes sowie der zivil-militärischen Zusammenarbeit gelegt, um die Handlungsfähigkeit im Krisenfall zu sichern.
Zusammenfassung Digitale Dual-Use-Innovationen, insbesondere daten- und KI-basierte Systeme, gewinnen in Krisen- und Konfliktsituationen an Bedeutung für Public Health. Sie stärken die Steuerungsfähigkeit und Resilienz von Gesundheitssystemen, können jedoch zugleich Sicherheits- und Datenschutzrisiken erzeugen. Am Beispiel zivil-militärischer Kooperationen zeigt der Beitrag, wie durch präventive Governance-Strukturen gesundheitlicher Nutzen gesichert und Missbrauch begrenzt werden kann.
Zusammenfassung Sicherheit und Gesundheit sind untrennbar miteinander verwoben. Der Gesundheitssektor ist ein sensibles Ziel hybrider Bedrohungen. Cyberangriffe, Desinformation aber auch der Einsatz biologischer Wirkmittel können den Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD) besonders fordern. Eine Stärkung des ÖGD zur Reaktion auf hybride Bedrohungen ist zwingend erforderlich. Das RKI hält an zentraler Stelle besondere Fähigkeiten vor, um den ÖGD bei diesen besonderen Herausforderungen zu unterstützen.
Zusammenfassung Der ÖGD ist zentral für die Gesundheitssicherheit und die Krisenresilienz: Infektionsschutz, Hygiene, Trinkwasser und Mitwirkung an der Versorgungsplanung im Verteidigungsfall. Neue Bedrohungen verlangen klare Rollen, Priorisierung, vorgeplante Krisenstrukturen, sichere Kommunikation, Schulungen, Übungen und stabile Ressourcen. Das Ziel ist ein vorbereiteter ÖGD auf kommunaler und Landesebene sowie eine koordinierte Zivil-militärische Zusammenarbeit zum Schutz der Gesundheit der Bevölkerung.
Zusammenfassung Die Johanniter-Unfall-Hilfe versteht Resilienz als strategische Daueraufgabe im Public-Health-System zwischen Frieden und Krieg. Mit haupt- und ehrenamtlichen Strukturen stärkt sie Versorgungssicherheit in Krisen, Krieg und Katastrophen, u.a. durch das 2026 gegründete Johanniter-Bundeszentrum für Krisenmanagement (JBK) und die „Verwundeten-Transportkomponente 100“. Die Johanniter-Unfall-Hilfe fordert klare Zuständigkeiten, modernisierte Rechtsrahmen und die verlässliche Absicherung des Ehrenamts.
Zusammenfassung Um das Gesundheitssystem in Deutschland für Krisen bis hin zum Bündnis- und Verteidigungsfall vorzubereiten, müssen zum einen die einschlägigen Gesetze auf aktuelle Herausforderungen angepasst werden. Zum anderen muss diese Vorbereitung aber auch in einem gesamtgesellschaftlichen Ansatz erfolgen. Die Bundesärztekammer hat eine Arbeitsgruppe eingerichtet, die dazu Vorschläge ausarbeiten soll.
Zusammenfassung Public Health nimmt im Rahmen der Gesundheitsversorgung im Landesverteidigungs-/Bündnisverteidigungsfall eine Schlüsselrolle ein. Diese Schlüsselrolle erwächst aus dem populations-, krankheitslastbezogenen und gesundheitsorientierten Ansatz von Public Health, in Kombination mit ihrer supra-nationalen Vernetzung. Public Health kann deshalb eine koordinierende Funktion an der Schnittstelle Zivilgesellschaft-Militär, Bund-Land und interministeriell einnehmen.
Zusammenfassung Katastrophen und Kriege sind Stress-Tests auch für Public Health – medizinisch, organisatorisch und rechtlich. Dann erst entscheidet sich, ob Zuständigkeiten klar sind, Verfahren handlungsfähig, und ob Kooperation funktioniert. Das deutsche Recht stellt dafür ein dichtes, aber fragmentiertes Instrumentarium bereit, das an überholte Grundannahmen anknüpft und dem es an Schnittstellen mangelt. Es bedarf einer überarbeiteten umfassenden Systemarchitektur.
Zusammenfassung Kinder und Jugendliche reagieren auf Krisen anders als Erwachsene. Entwicklungsstand, Abhängigkeit von Bezugspersonen und begrenzte Bewältigungsstrategien erfordern altersgerechte Unterstützung. Der ehrenamtliche Kinder-Krisen-Einsatzdienst (K-KED) beim DRK-Kreisverband Ravensburg e.V. ergänzt die psychosoziale Notfallversorgung mit spezialisierter Akuthilfe. Der Beitrag verortet das Angebot im Public Health Kontext und diskutiert Potenziale und Herausforderungen einer nachhaltigen Implementierung.
Zusammenfassung Angriffe gegen die Gesundheitsversorgung stellen Kriegsverbrechen nach dem Völkerrecht und der Genfer Konvention dar. Die Analyse nutzt das „Surveillance System for Attacks on Health Care (SSA)“ der WHO. In der Ukraine wurden 2.809 Angriffe gegen die Gesundheitsversorgung von 2018 bis 2025 durchgeführt. Unter den 225 Toten und 903 Verletzten waren Personal und Patienten. Gegen die „Weaponisation of Healthcare“ braucht es eine internationale Solidarisierung – auch von den Gesundheitsprofessionen.
Zusammenfassung Gesundheitssicherheit ist Kernbestandteil staatlicher Resilienz und gewinnt angesichts der veränderten sicherheitspolitischen Lage neue Dringlichkeit. Militärische Konflikte und parallele Krisen sind wieder realistische Szenarien und würden das zivile Gesundheitssystem erheblich zusätzlich belasten. Dieses ist jedoch stark fragmentiert, durch finanzielle Fehlentwicklungen geschwächt und infrastrukturell überaltert. Unzureichende Rechtsrahmen und fehlende zentrale Koordination mindern die Steuerungsfähigkeit. Resilienz erfordert daher klare Governance, Reformen und Investitionen.