
Der Beitrag analysiert erstmals bundesländerübergreifend öffentliche Weiterbildungsausgaben auf kommunaler Ebene in Deutschland (2008–2022). Grundlage sind nominale, kreisscharfe Haushaltsdaten der Statistischen Landesämter zu den Produktgruppen „Volkshochschulen“ und „Sonstige Volksbildung“. Durch eine Harmonisierung kameraler und doppischer Daten wird eine vergleichbare Analyse ermöglicht. Das Analysesample umfasst 396 Kreise und kreisfreie Städte einschließlich der kreisangehörigen Gemeinden und Gemeindeverbände mit 5632 Beobachtungen. Untersucht werden Ausgaben nach Produktgruppen, zeitliche Trends, regionale Disparitäten sowie bundeslandspezifische Muster anhand absoluter und Pro-Kopf-Ausgaben für die Bevölkerung ab 18 Jahren. Die Ergebnisse zeigen nominal steigende Ausgaben, insbesondere in Phasen erhöhter Zuwanderung, sowie deutliche Unterschiede zwischen und innerhalb der Bundesländer. Pro-Kopf-Ausgaben verdeutlichen, dass auch kleinere Kommunen überdurchschnittliche Mittel bereitstellen. Eine positive Korrelation zwischen Ausgabenniveau und Ausgabentrend weist auf kumulative Entwicklungen und mögliche Verstärkung regionaler Disparitäten hin. Der Beitrag diskutiert Potenziale und Grenzen der Datenbasis und plädiert für eine stärkere Integration kommunaler Finanzdaten in die Bildungsberichterstattung sowie für mehr Transparenz öffentlicher Haushaltsdaten.
Even though teaching staff (i.e., trainers) play an important role regarding the extent to which adult learners transfer training content to practice (i.e., transfer of training), little research has been conducted with respect to their knowledge regarding such transfer. It also remains unclear whether trainer and training characteristics predict transfer knowledge. In this quantitative research, we investigated how trainer knowledge about the transfer of training is related to their qualifications, their teaching experience and the training content and how these characteristics interact with one another. The study was conducted in Germany and included 432 trainers who responded to an assessment instrument regarding three dimensions of transfer knowledge, namely, knowledge about learner characteristics, training design and learner work environment. Having a pedagogical/psychological degree was a positive predictor of the transfer knowledge about training design and learner work environment. In addition, having earned a train-the-trainer certificate and years of teaching experience were positive predictors of transfer knowledge with respect to the work environment. Unexpectedly, the number of training days per year negatively predicted transfer knowledge about training design. When training content was added as a possible moderator, there were no moderation effects regarding transfer knowledge, degrees in pedagogy/psychology, train-the-trainer certificates, or years of teaching experience. However, training content moderated the relationship between trainers’ training days per year and their transfer knowledge. These findings provide finer grained insights into what can predict transfer knowledge among trainers and whether train-the-trainer courses should be tailored to specific types of trainers.
Der Beitrag untersucht die Entwicklungspfade von Einrichtungen der Evangelischen Erwachsenenbildung während der Covid-19-Pandemie. Mittels Clusteranalyse longitudinaler Daten werden Einrichtungen mit ähnlichen Entwicklungsverläufen hinsichtlich ihrer Teilnehmendenzahlen identifiziert und nach über-/regionaler Wirkungsebene differenziert analysiert. Die Ergebnisse zeigen drei Cluster mit unterschiedlichen Entwicklungsverläufen. Die personellen Ressourcenprofile liefern einen möglichen Erklärungsansatz für diese Unterschiede. Zudem könnte eine Fokussierung auf den Themenbereich Religion/Ethik ein Grund für positive post-pandemische Entwicklungen sein. Ebenso weisen Einrichtungen auf überregionaler Wirkungsebene mit starken Kooperationen stabile bis positive Teilnehmendenentwicklungen auf. Der Digitalisierungsgrad scheint nicht maßgeblich für die Entwicklungsverläufe zu sein. Der Beitrag liefert Einblicke in die Heterogenität und Dynamik Evangelischer Erwachsenenbildung und eröffnet Ansatzpunkte für Praxis und Verbandspolitik. Auch weitere Potenziale und Desiderate für die gewählte Forschungsmethodik werden diskutiert.
Vernetzung stellt eine zentrale Praxis in der institutionellen Weiterbildung dar und spielt insbesondere im Bereich der Alphabetisierung und Grundbildung eine wichtige Rolle für die Gewinnung von Teilnehmenden. Obwohl Vernetzungsaktivitäten etabliert sind und in bildungspolitischen Programmen explizit adressiert werden, liegen bislang nur begrenzte empirische Erkenntnisse darüber vor, wie diese Vernetzungspraxis konkret ausgestaltet ist. Die vorliegende qualitative Studie untersucht daher die relationalen Strukturen der Netzwerke von Programmplanenden an Volkshochschulen. Auf Grundlage von 13 Interviews mit Expertinnen und Experten sowie ergänzenden egozentrierten Netzwerkkarten werden die eingebundenen Akteurinnen und Akteure, die Inhalte der Zusammenarbeit sowie die Funktionen der Beziehungen analysiert. Der Beitrag liefert eine Bestandsaufnahme und Systematisierung jener Akteurinnen und Akteure, die von Programmplanenden als relevant für die Teilnehmendengewinnung in der Alphabetisierung und Grundbildung benannt werden. Im Rahmen einer Modellierung der Beziehungsinhalte im Kontext der Teilnehmendengewinnung werden drei zentrale Beziehungsfunktionen herausgearbeitet: eine ermöglichende, eine zugangseröffnende sowie eine vermittlungsbezogene Funktion. Die Studie leistet damit einen Beitrag zur konzeptionellen Weiterentwicklung einer relationalen Perspektive auf Programmplanung und zeigt, dass Teilnehmendengewinnung als umfassende vernetzte Praxis zu verstehen ist, die über die bloße Vermittlung von Teilnehmenden hinausgeht.
Reporting and research in the field of continuing education are characterised to a large extent by a lack of reliable and comprehensive data. This applies in particular to the supply side of continuing education. This article presents a data source that has been used very little to date for empirical research into continuing education and educational reporting. Using the example of culture and arts adult education, this study demonstrates how natural language processing methods can be used to thematically structure, identify and analyse a very large corpus of non-standardised announcement texts in course databases such as IWWB. The choice of adult education in the field of culture and arts education is particularly relevant, as this area is characterised to a large extent by conceptual challenges of definition, significant data gaps and a heterogeneous provider structure. The proposed approach is also relevant to other educational topics, such as political education and democracy education, education for sustainable development, integration, artificial intelligence or health education, to name but a few, where similar challenges exist regarding the availability and comparability of data in adult and continuing education.
This paper examines whether the 2022 Adult Education Survey and the 2023 Programme for the International Assessment of Adult Competencies yield comparable estimates of participation in non-formal adult education and training in Germany. The analysis considers how differences in sampling, weighting, survey mode and measurement affect participation rates and socio-structural patterns. Using harmonised indicators and weighted regression models, participation in adult education and training among adults aged 25–65 is compared across key inequality factors. Although participation rates are somewhat lower in the Programme for the International Assessment of Adult Competencies, both surveys show similar socio-structural patterns. Differences appear mainly for immigration background and region. Additional adult education items from the Programme for the International Assessment of Adult Competencies give new insights in participation patterns, especially regarding long term non-participation. The findings highlight the importance of survey design and population coverage in the monitoring on adult education and training. They indicate that a more comprehensive understanding of adult learning systems can be achieved by combining multiple survey instruments rather than relying on a single ‘12-month benchmark’. The paper concludes with implications for monitoring and evidence-based policymaking.
Ausgehend von der Feststellung und Diskussion insbesondere innerhalb der Weiterbildungsforschung in Deutschland, dass Weiterbildung in einem umfassenden Sinn nur in wenigen Berichtsformaten thematisiert wird, fokussiert vorliegender Beitrag mit dem Bildungsbericht der Schweizerischen Koordinationsstelle für Bildungsforschung eine Spezialform der Bildungsberichterstattung – nämlich die Weiterbildungsberichterstattung – in der Schweiz und analysiert an einem typischen Fall, inwiefern es dem Bildungsbericht Schweiz gelingt, Weiterbildung systematisch zu beschreiben und zu evaluieren. Die exemplarische Analyse zeigt, dass im Berichtformat der Bereich Weiterbildung wenig systematisch beschrieben und evaluiert wird. Erklärt werden kann die Erkenntnis mit der dem Bildungsbericht zugrundeliegenden Definition von Weiterbildung, der Systematik des Weiterbildungsbereichs sowie der verfügbaren Datengrundlage. Dieser Umstand hat Implikationen auf die den Bildungsbericht Schweiz leitenden politischen Fragestellungen: Insbesondere die im Weiterbildungsbereich zu überprüfende Dimension Output kann nur unzureichend evaluiert werden. Für die Weiterbildungsforschung in der Schweiz kann im Besonderen ein Desiderat hinsichtlich Systematisierung der Weiterbildungsberichterstattung vor dem Hintergrund unterschiedlicher Definitionen, Modelle und Konzepte ausgemacht werden.
Der Beitrag untersucht die psychometrische Qualität skalenbasierter Evaluationsindikatoren in der Hochschulweiterbildung sowie deren Eignung für eine indikatorengestützte Bildungsberichterstattung. Grundlage der Analyse bilden 7812 standardisierte Teilnehmendenbefragungen aus über 200 formal strukturierten Zertifikatslehrgängen der Pädagogischen Hochschule der Fachhochschule Nordwestschweiz aus dem Zeitraum 2019 bis 2025. Untersucht werden sechs Skalen, die entlang eines Input-Prozess-Output-Modells zentrale Dimensionen wahrgenommener Qualität aus Teilnehmendensicht erfassen. Geprüft werden interne Konsistenz, Strukturvalidität, empirische Validität und Messinvarianz über Zertifikatslehrgänge und Erhebungszeitpunkte hinweg. Die Ergebnisse zeigen gute bis sehr gute Reliabilitäten, eine bestätigte dreidimensionale Faktorenstruktur sowie metrische und skalare Messinvarianz. Die Skalen eignen sich somit als standardisierte und vergleichsfähige Indikatoren für Qualitätsentwicklung und Bildungsberichterstattung. Zugleich erfassen sie ausschliesslich wahrgenommene Qualität aus Teilnehmendensicht und bilden damit nur eine spezifische Perspektive auf wissenschaftliche Weiterbildung ab.
Adult Learning Systems are now central to economic and social policy, yet most international monitoring continues to treat adult learning and education as a series of isolated participation events rather than as a coordinated system. We conceptualise Adult Learning Systems as national configurations of institutions, policies, financing arrangements, regulatory frameworks, and actors that shape who learns what, when, where, and how across the adult life course. To make these systems empirically tractable, we introduce the Demand–Supply–Coordination–Learning–Outcomes framework, a conceptual and analytical architecture that takes learning occurrences as its basic unit of analysis and organises information around five system functions. We show how the Demand–Supply–Coordination–Learning–Outcome framework can reorient comparative reporting from simple, generic indicators towards complex, purpose-specific information systems tailored to research, policy design, and multi-level coordination. Drawing on emerging examples of survey–administrative linkages, federated analytics, and digital skills passports, we outline a phased strategy for integrating existing and new data sources within this architecture. This reconceptualization places coordination and the valuation of outcomes at the heart of comparative reporting, offering a roadmap for building data infrastructures that can capture the equity, adaptability, and systemic dynamics of adult education and learning.
Der Beitrag untersucht, wie sich die digitale Transformation, insbesondere durch generative künstliche Intelligenz, auf die Professionalisierung des Lehrpersonals in der Erwachsenen- und Weiterbildung auswirkt. Ausgangspunkt ist die These, dass digitale Technologien bestehende Unsicherheiten nicht nur verstärken, sondern zu einer spezifischen Form epistemischer Prekarität führen, in der die Geltung, Verlässlichkeit und Autorität von Wissen selbst fragil werden. Vor dem Hintergrund der strukturellen Besonderheiten des Weiterbildungssystems wird gezeigt, dass klassische Kompetenz- und Fortbildungsmodelle diese Entwicklung nur begrenzt adressieren können. Der Beitrag plädiert für eine Neubestimmung professioneller Entwicklung, die epistemische Urteilskraft und institutionelle Rahmung stärker in den Mittelpunkt rückt.
Zusammenfassung Der Beitrag untersucht ehrenamtliches Engagement ukrainischer geflüchteter Frauen als intersektional strukturierte Praxis von Lernen und Empowerment im Kontext von Fluchtmigration. Ausgehend von feministischen Machttheorien, intersektionalen Ansätzen und Konzepten informellen Lernens durch ehrenamtliches Engagement richtet die Studie den Blick auf Praktiken der Selbstermächtigung jenseits dominanter Vulnerabilitätsnarrative. Empirisch basiert der Beitrag auf teilnehmender Beobachtung sowie leitfadengestützten Interviews mit zwölf ukrainischen Frauen in Süddeutschland. Die Ergebnisse zeigen, dass freiwilliges Engagement als „Bewältigungsbrücke“ wirkt: Es fördert psychische Stabilisierung, soziale Verankerung, informelle Lernprozesse und Selbstwirksamkeit trotz fortbestehender struktureller Barrieren. Zugleich wird die Ambivalenz des Engagements sichtbar, das zwischen Empowerment und Überlastung oszilliert.
This paper aims to advance the conceptualisation of evidence-informed policymaking in European Adult Learning and Education. Evidence-informed policymaking is advocated for by international organisations such as the European Commission and the OECD but has also been critiqued in the academic literature. My contribution to the conceptualisation of evidence-informed policymaking in adult learning and education explicitly moves away from a simplistic linear approach in which the production and outputs of research are solely communicated to research users. Instead, I argue for an integrated model that incorporates the relational nature between various actors in policymaking. It furthermore interrogates the role of systems approaches to evidence-informed policymaking in terms of investments in leadership, governance, resources and infrastructures. I aim to position and conceptualise evidence-informed policymaking within broader discussions about evidence and policymaking against the international organisations’ ambition to increase European Member States’ participation in adult learning and education.
Abstract Canada is often celebrated for its diversity and welcoming stance toward immigrants. Yet this image obscures the persistent realities of systemic racism that shape racialized immigrants’ participation in everyday social, economic, and institutional contexts. Our study investigates how systemic racism operates across institutional, ideological, and structural domains, constructing the conditions through which racialized immigrants navigate their everyday lives at their local sites. Employing an intersectional analytical lens, our study explores how race, gender, and class intersect to perpetuate racism in workplaces, public spaces, and living conditions. Through narrative inquiry, our findings reveal the systematic devaluation of foreign credentials and professional experiences through racialized hiring practices that marginalize immigrants within workplace settings. Gendered barriers and discriminatory encounters in everyday social interactions further shape racialized women’s experiences in public spaces, reinforcing their positioning as outsiders in communal life. Precarious employment and housing instability emerge as key structural conditions that deepen economic vulnerability and constrain opportunities for stability and participation in social life. By foregrounding these lived experiences, our study proposes revisiting the integrative intersectional approach to adult education scholarship on migration and systemic inequality, offering insights that support more inclusive and socially responsive educational practices across diverse national and global contexts.
Zusammenfassung Die Lebens- und Bildungserfahrungen von Frauen mit „Gastarbeiterinnen“geschichte sind bislang selten Gegenstand von Forschung gewesen, zumal aus einer erwachsenenpädagogischen Perspektive. Dies nimmt der Beitrag zum Ausgangspunkt und analysiert anhand intersektionaler Ansätze und sozialräumlicher Perspektiven, welche Aktionsräume Frauen mit „Gastarbeiterinnen“geschichte nutzen, wie sie diese mit Blick auf ihre Bildungsbiografien und gesellschaftlichen Selbstpositionierungen interpretieren. Methodisch basieren die Ergebnisse auf elf problemzentrierten Interviews, ausgewertet im Hinblick auf Alter, Migration und Geschlecht und deren Verwobenheit mit Aktionsräumen. Zwei Fallbeispiele zeigen, wie sich Relationen von Vulnerabilität und Handlungsfähigkeit, von Diskriminierung und Emanzipation in den Selbstpositionierungen verbinden. Migration, Alter und Geschlecht werden dabei als komplexe Konstellation verstanden, die sowohl Diskriminierungserfahrungen als auch empowernde Prozesse umfassen können. Die Ergebnisse betonen die Bedeutung sozialräumlicher Zugänge und intersektionaler Perspektiven für das Verständnis der gesellschaftlichen und bildungsbezogenen Teilhabe älterer Frauen mit Migrationsgeschichte. Abschließend erfolgt eine Diskussion der Möglichkeiten, diese Perspektiven für zukünftige Forschungen und Handlungsansätze zu nutzen.
Zusammenfassung Der Beitrag arbeitet zentrale Spannungsfelder der Professionalisierung im Feld der Alphabetisierung und Grundbildung heraus. Auf Grundlage qualitativer Interviewdaten werden vier miteinander verschränkte Spannungsfelder auf Mikro‑, Meso- und Makroebene beschrieben. Die Ergebnisse zeigen, dass das vorhandene Innovations- und Gestaltungspotenzial der Akteure aufgrund unzureichender struktureller Einbettung nur begrenzt, wirksam und langfristig verstetigt werden kann. Zugleich trägt der Beitrag aus machtkritischer Perspektive zur Professionalisierungsdebatte in der Erwachsenenbildung bei, indem er aufzeigt, dass sowohl vielfach marginalisierte Lernende als auch überwiegend prekär beschäftigte Lehrkräfte in strukturell benachteiligten Kontexten agieren, deren Bedingungen durch fehlende strukturelle Einbettung zusätzlich verschärft werden.
Abstract In Canada, immigrants are a new demographic in work-integrated learning, such as practicums and preceptorships. While work-integrated learning is widely acknowledged as an effective strategy for preparing students for employment, little research has examined the experiences of immigrants in WIL. This paper addresses this gap with a study of internationally educated health professionals. It highlights the benefits and challenges that internationally educated health professionals faced in work-integrated learning. This paper extends work-integrated learning scholarship by centring immigrants as diverse adult learners and recognitive justice. It emphasises the need to reconceptualise work-integrated learning to better support experienced immigrant professionals in accessing and integrating into regulated professions.
Zusammenfassung Migrantinnenselbstorganisationen haben sich als eigenständige Akteure der Erwachsenenbildungslandschaft etabliert, ihre Professionalisierungsprozesse sind jedoch erwachsenenbildungstheoretisch bislang kaum systematisiert. Der Beitrag untersucht Muster differenzreflektierender Professionalisierung in Migrantinnenselbstorganisationen, methodische Innovationen für die erwachsenenpädagogische Praxis sowie die zivilgesellschaftliche Bedeutung dieser Organisationen für die Demokratisierung der Erwachsenenbildung. Grundlage ist eine biografische Sekundäranalyse, die das Potential der Re-Analyse narrativer Interviews für theoriegenerierende Fragestellungen nutzt. Die Primärstudie rekonstruierte drei Professionalisierungsmuster sowie biografische Passung als deren zentralen Transformationsmechanismus. Der Beitrag rekontextualisiert diese Ergebnisse unter einer erwachsenenbildungstheoretischen Fragestellung und entwickelt das Konzept der differenzreflektierenden Professionalisierung, das durch vier Dimensionen operationalisiert wird: reflexive Differenzbearbeitung, Ressourcentransformation, methodische Innovation und kollektive Orientierung. Die Befunde verweisen auf einen Professionalisierungstyp, dessen konstitutiver Ausgangspunkt nicht primär formale Qualifikationen oder institutionelle Sozialisation sind, sondern biografisch erfahrene intersektionale Differenzpositionierungen, die zur Grundlage pädagogischer Expertise werden. Die dokumentierten methodischen Innovationen, wie kollektiv-reflexive Bildungsformate, multimodale Empowerment-Strategien, Mehrsprachigkeitsarbeit und intersektionale Didaktik, erweitern das erwachsenenpädagogische Methodenrepertoire.
Abstract This article contributes to the relational and dialogical aspects of adult education and how this direction in scholarship and practice can support addressing migration-related challenges in adult and continuing education. The research reported explores the possibility for fostering solidarity in learning with and across differences between international migrants in Canada. Nine women from different countries, who were new to Canada, attended twelve non-formal community adult education sessions which followed an innovative relational and dialogical approach. A multi-dimensional theoretical framework consisting of intersectionality, diaspora space theory and situated solidarities is utilized to explore issues of diversity in learning and to understand how learners who are different from one another can come together and learn. A key finding from this research concerns participants’ learning to appreciate that solidarity is not homogeneous. Simultaneous recognition of similarities and differences among participants has a profound impact on creating connection, challenging assumptions, and enriching relational awareness and learning. The implications of this research have significance for research and practice by demonstrating the intra-actions and perspectives in adult learning spaces that can support co-existence of multiple different knowledges.