
Do more diverse neighborhoods create more equal schools? Berlin suggests otherwise. Following the city through a decade of rapid urban change, Robert Vief reveals how primary schools can become more polarized even as residential segregation declines. Drawing on a unique combination of school, neighborhood, and housing-market data, he shows how gentrification and unaffordable housing reshape families’ options and strategies – in a context where school choice is formally the exception. Offering fresh perspectives on the links between cities, education, and the reproduction of inequality, this study provides timely insights for debates on social justice and urban policy.
Der Roman »Streulicht« von Deniz Ohde beschreibt die leidvolle Lebens- und Lernbiografie einer Schülerin mit Migrationshintergrund aus unterprivilegiertem Milieu. Ihre Lerngeschichte ist das Resultat der Nicht-Passung von Habitus und Bildungssystem und der aufreibenden Auseinandersetzung mit Diskriminierung. Trotz aller widriger Umstände gelingt ihr der angestrebte Bildungsaufstieg. Der literarisch-wissenschaftliche Text ist der erziehungswissenschaftlichen Biografieforschung zuzuordnen. Er analysiert den Roman auf der Basis von Codierung und interpretativer Ausdeutung. Dabei liegt Rainer Benkmanns Fokus auf der Untersuchung von intersektionalen Diskriminierungsprozessen im Hinblick auf Klassismus, Rassismus und Sexismus und der Diskussion von pädagogischen Konzepten und Empfehlungen.
Wie können wir unser Leben, Arbeiten und Lernen zukünftig gestalten? Joachim Bröcher stellt mit einem Dreiseitenhof in Ostdeutschland einen Prototypen eines transformativen Community-Projekts vor, das als sozialutopisches Labor und Denkfabrik fungiert. Dort tun sich Menschen familien- und generationenübergreifend zusammen, übernehmen Verantwortung und ermöglichen ein gelingendes Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen durch festen sozialen Zusammenhalt. Kernprinzipien sind das gemeinsame Nutzen von Boden und Gebäuden, Entrepreneurship, Teilzeitarbeit sowie Entschleunigung. Doch die Voraussetzungen dieses Zukunftsentwurfs müssen politisch erst geschaffen werden: direkte Demokratie, bedingungsloses Grundeinkommen und selbstgestaltete Bildungspflicht.
Technologische Innovationen revolutionieren nicht nur die Industrie, sondern beeinflussen auch genuin »analoge« Tätigkeiten wie das Musikmachen und die Musikausbildung an Kunst- und Musikhochschulen. Doch wie genau wirkt sich die digitale Transformation auf die Lehre aus? Vasiliki Papadopoulou analysiert den Wandel der tertiären Musikausbildung in Österreich und der Schweiz und fokussiert dabei auf Entscheidungsträger*innen und ihre kognitiven Prozesse. Anhand einer umfassenden Kontextanalyse und von Expert*innen-Interviews zeigt sie, wie kognitive Frames und Heuristiken die Entscheidungsfindung steuern – und deckt dabei kongruente und gegensätzliche Tendenzen auf, die einen Blick in die Zukunft der digitalen Musikausbildung erlauben.
Der Diskurs über Medienbildung wächst und wandelt sich stetig – dennoch bleibt die konkrete Umsetzung im Unterricht für Lehrkräfte oft unklar. Erstmals geht Julia Kernbach der Frage nach dem »Wie« nach und betrachtet exemplarisch die Einstellungen und Praxis von Lehrkräften im Bereich Medienbildung an Montessori- und Waldorfschulen. Sie analysiert, welche Faktoren beeinflussend wirken und plädiert für eine »transdisziplinäre Medienbildung« in der Aus- und Weiterbildung von Lehrkräften, die in Theorie und Praxis weit über den Erwerb digitaler Kompetenzen hinausgeht.