
Zusammenfassung Deutschland erlebt die größte und gefährlichste Aufrüstung sowie die stärkste innergesellschaftliche Militarisierung seit 1945 mit gigantischen Kosten und Folgen für die Zukunft des Landes. Ähnliches geschieht in den meisten Mitgliedsstaaten der EU. Gegen diese gefährliche Entwicklung müssten viele Menschen demonstrieren und Widerstand leisten. Doch die deutsche Friedensbewegung brachte bei Demonstrationen der letzten Jahre nur wenige zehntausend Menschen die Straße. Was sind die Ursachen für diese Mobilisierungspleiten? Wie kann es der Friedensbewegung gelingen, erneut die Mitte der Gesellschaft zu erreichen? Überlegungen zur Bewegung aus der Mitte der Bewegung heraus.
Zusammenfassung Dieser Beitrag beleuchtet die Protestforschung zur Region Westasiens und Nordafrika (WANA) und argumentiert, dass es einer Perspektivenkalibierurung bedarf. Diese kann auf drei Ebenen geschehen: temporal, thematisch und geografisch. Zeitlich soll die Forschung über den Zeitraum des sogenannten arabischen Frühlings 2011 hinausgehen und sowohl die Revolutionen von 2018/2019, als auch konterrevolutionäre Dynamiken erfassen. Thematisch sollte die Forschung über „Revolutionen“ hinausschauen und auch andere Formen sozialer Bewegungen erforschen. Die geografische Erweiterung soll dahingehend stattfinden, dass unterschiedliche Formen transnationaler Vernetzungen betrachtet werden sollen. Der Beitrag zeigt auf, dass diese Erweiterungen in der empirischen Realität und in einem kleineren Ausmass in der Forschung bereits zu beobachten sind und argumentiert, dass sie der Protestforschung ermöglichen, über den geografisch begrenzten Raum hinauszuschauen und somit bestehenden Grenzen der Forschung zur Region zu überwinden.
Zusammenfassung Die Friedensbewegung in Deutschland befindet sich in einem bedauernswerten Zustand. Das liegt zum einen daran, dass der Krieg Russlands zu gravierenden Verschiebungen im gesellschaftlichen Bewusstsein geführt hat. Weltbilder und lange gehegte Sicherheiten wurden zerstört, das Denken in den Kategorien militärischer Stärke erlebt eine Renaissance. Das erklärt jedoch nicht alleine die Schwäche der Friedensbewegung. Vielmehr ist es ihr bis heute nicht gelungen, eine einheitliche und überzeugende Haltung zum russischen Angriffskrieg zu entwickeln. Das liegt daran, dass ein nicht unrelevanter Teil ein eher taktisches Verständnis von Pazifismus und Antimilitarismus hat. Wer jedoch einst – zurecht – „Amis raus aus Vietnam“ oder „Amis raus aus Irak“ gerufen hat, aber heute nicht bereit ist, auch „Russland raus aus der Ukraine“ zu fordern, verliert seine moralische Glaubwürdigkeit. Das wirkt sich negativ und damit demobilisierend auf die gesamte Friedensbewegung aus.