
The intranet web application “Consulting Database Geology and Soil” (Beratungsdatenbank Geologie und Boden) is presented which was developed on behalf of the department Geology and Soil of the State Agency for Agriculture, Environment and Rural Areas of SchleswigHolstein (LLUR-SH). The application supports this department in managing their consulting services consistently and well structured in order to facilitate convenient access to all consulting data. The solution was implemented as a PHP-based subject-specific application integrated into the universal evaluation platform Disy Cadenza, thus utilizing Cadenza’s evaluation options as well as GIS functionalities for editing and visualizing geometries on the one hand and offering on the other hand an acquisition component for topical data tailored to the subject-specific requirements. Zusammenfassung Vorgestellt wird die Intranet-Web-Anwendung „Beratungsdatenbank Geologie und Boden“ (BRDB), die für die Abteilung Geologie und Boden des Landesamtes für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume des Landes Schleswig-Holstein (LLUR-SH) entwickelt wurde. Die Anwendung dient dazu, die von der Abteilung erbrachten Beratungsleistungen einheitlich und strukturiert zu verwalten, so dass der Zugang zu allen Beratungen komfortabel möglich ist. Die Umsetzung erfolgte als PHP-Fachanwendung, die in die Auswertungsplattform Disy Cadenza integriert wurde, um einerseits die Auswertungsfunktionalitäten und die GISTagungsband UIS 2017 71 Funktionen zur Geometrieerfassung und -darstellung in Cadenza zu nutzen und andererseits eine auf die fachlichen Anforderungen zugeschnittene Sachdatenerfassung anzubieten.
Hessian government offers a new, intuitive and quick search for information about Water protection areas and detailed data about water quality. The map.apps based application GruSchu (gruschu.hessen.de) integrates seamlessly with the ArcGIS based spatial data infrastructure at HLNUG. Currently, the application allows data analysis and visualization of up to 50,000 individual values of tabular views and a variety of chart types. Zusammenfassung Die hessische Umweltverwaltung bietet eine neue, intuitive und schnelle Suche nach Informationen zur Lage von Wasserschutzgebieten oder Daten zur Beschaffenheit des Grundwassers einzelner Messstellen an. Die Anwendung GruSchu (gruschu.hessen.de) auf Basis von map.apps integriert sich nahtlos in die beim HLNUG zur Verwaltung und Bereitstellung der Fachdaten eingesetzten ArcGIS Plattform von Esri. Die Anwendung ermöglicht aktuell die Datenauswertung und -visualisierung von bis zu 50.000 Einzelwerten über tabellarische Sichten und eine Vielzahl von Diagrammtypen. 1 GruSCHu – Grundlagen 1.1 Das HLNUG Das Hessisches Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG, www.hlnug.de) ist eine technisch-wissenschaftliche Umweltbehörde im Geschäftsbereich des Hessischen Ministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Fachleute verschiedener Disziplinen untersuchen und überwachen im HLNUG die Umweltmedien Wasser, Boden und Luft sowie die naturschutzrelevanten Lebensräume und Arten in Hessen. Außerdem nehmen sie zentrale Aufgaben für die Tagungsband UIS 2017 40 hessische Umweltverwaltung wahr wie zum Beispiel die Weiterentwicklung der Geodateninfrastruktur. Es werden Naturschutzdaten sowie Daten und Informationen zum Zustand und zur Veränderung der Umweltmedien erfasst, gesammelt, aufbereitet, bewertet und öffentlich zugänglich gemacht. Aus den Daten werden Konzepte, Handlungsempfehlungen und Gutachten erstellt. Auf dieser Basis berät das HLNUG Ministerien und andere Behörden wissenschaftlich, fachspezifisch und praxisbezogen. 1.2 GruSchu Die Aufgabe In Hessen wird der weit überwiegende Teil des Trinkwassers aus Grundwasser gewonnen. Zum Schutz dieser lebensnotwendigen Ressource dienen vielfältige Aktivitäten, wie die Ausweisung von Wasserschutzgebieten, die Beurteilung der Grundwassermenge und die Untersuchung und Sammlung von chemischphysikalischen Beschaffenheitsdaten des Grundwassers. Die Daten des im Rahmen des Landesgrundwasserdienstes unterhaltenen Grundwassermessnetzes müssen über das Intraund Internet für die Umweltabteilungen der Regierungspräsidien und das HLNUG einsehund auswertbar gemacht werden, wo sie die Grundlage für die Bewertung des natürlichen Grundwasserhaushalts sowie anthropogener und klimatisch bedingter Veränderungen bilden. 2 Die Lösung Basierend auf dem technologischen Grundgerüst einer Oracle-Datenbank, des ArcGIS for Servers, sowie map.apps Frameworks wurde eine Webanwendung implementiert, die den Fachanwendern sowohl im Intra-, als auch im Internet zur Verfügung steht. Die implementierten Suchmasken wurden mit Autovervollständigung und Vorschlagslisten versehen, um die Suche und Zusammenstellung der Ergebnisse einfach und intuitiv zu gestallten. Die anschließende Datenauswertung und -visualisierung von bis zu 50.000 Einzelwerten kann über tabellarische Sichten und eine Vielzahl von Diagrammtypen erfolgen. Durch Nutzung der Chart Library C3.js konnten die Linien-, Kreis-, Balkenund Piperdiagramme visuell ansprechend und interaktiv nutzbar gestaltet werden. Die Lösung basiert auf: • map.apps inkl. map.apps SDI-Extension Tagungsband UIS 2017 41 • ArcGIS for Sever • FME Die Entwicklungsumgebung für Webanwendung im HLNUG ist map.apps von der Firma con terra [Uhlenküken 2017], [Hackmann 2015] und bietet u.a. folgende Vorteile: • Schnelle Entwicklung von Web-Anwendungen • gemanagte und organisierte Apps in einer homogenen Betriebsumgebung • überwiegend Konfiguration • Anpassbarkeit durch Entwickler • Responsive Design • Unterstützung wichtiger Standards Die Aktualisierung der Grundwasseranalysen erfolgt kontinuierlich durch die Betreiber und Labore über Schnittstellen sowie Eingabetools. Stammdaten der Messstellen werden vom HLNUG gepflegt. 3 Funktionalitäten Das System bietet eine Darstellung von Messstellen auf einer interaktiven Karte. Messstellen können über eine räumliche oder über eine fachliche Suche (siehe Abbildung 1) gefunden und ausgewählt werden. Tagungsband UIS 2017 42 Abbildung 1: Fachliche Suche nach Messstellen Informationen zu einer oder mehreren Messstellen können tabellarisch (siehe Abbildung 2) oder grafisch angezeigt werden (siehe Abbildung 3). Abbildung 2: Beispiel einer tabellarische Anzeige von Messdaten Tagungsband UIS 2017 43 Abbildung 3: Beispiel einer grafischen Anzeige von Messdaten 4 Fazit und Ausblick GruSchu (gruschu.hessen.de) dient in erster Linie als zentrale Auskunftsplattform für Fachanwender der Unteren Wasserbehörden, Regierungspräsidien und dem HLNUG selbst. Aber auch interessierte Bürger können jetzt Informationen zur Lage von Wasserschutzgebieten, oder Daten zur Beschaffenheit des Grundwassers einzelner Messstellen abrufen und sich ausführlich informieren. Eine Vielzahl wasserwirtschaftlicher Sachdaten von Messstellen oder Gewinnungsanlagen können tabellarisch ausgegeben und über unterschiedliche Diagrammtypen anschaulich dargestellt, analysiert und für die weitere Verarbeitung genutzt werden. Grundlage hierfür bilden unter anderem die Fachdatenbanken des HLNUG der Bereiche Grundwasser und Wasserschutzgebiete sowie die Daten der Regierungspräsidien zu den Gewinnungsanlagen und den Wasserschutzgebieten. Durch die Verknüpfung mit weiteren räumlichen Daten aus den Bereichen Landnutzung oder Hydrogeologie lassen sich zudem wertvolle neue Erkenntnisse gewinnen. 5 Literaturverzeichnis Hackmann, Ralf (2015): Building and managing next generation geo apps. Geospatial World Forum 2015, Lisbon. https://geospatialworldforum.org/speaker/SpeakersImages/%20Ralf%20Hackmann.pdf (zuletzt aufgerufen 28.08.2017) Tagungsband UIS 2017 44 Uhlenküken, Christoph (2017): „map.apps Innovative Apps für Web und Mobile“ , https://www.conterra.de/mapapps (zuletzt aufgerufen 27.08.2017)
The GSBL (Joint Substance Data Pool of the German Federal Government and the German Federal States) is a chemical information system that has been operated together with the federal states and the German Environment Agency (Umweltbundesamt) for more than 20 years. The system was conceived primarily for use in authorities for a wide range of questions regarding chemicals. In 2003 the database GSA (Hazardous Substances Directive) was added. It should now be possible, for example, for the fire brigade to use this database for its purposes. It was also tried in the following years, the GSBL and the GSA to spread and new target groups to open up. The GSBL was made available in the Extranet of the police and applied to trade fairs. From 2014, the GSA was then designed as an app and tailormade for the fire brigade. A further application was made available in Spring 2017. The app is now also offered for the PC as GSAdesktop with different user profiles and more substances. Zusammenfassung Der GSBL (Gemeinsamer Stoffdatenpool Bund/ Länder) ist ein Chemikalieninformationssystem, das seit mehr als 20 Jahren im Umweltbundeamt zusammen mit den Bundesländern betrieben wird [GSBL 2016]. Konzipiert wurde das System hauptsächlich für den Einsatz in Behörden für die unterschiedlichsten Fragestellungen in Bezug auf Chemikalien und Einsatzzwecke. In 2003 kam der Tagungsband UIS 2017 155 Datenbestand GSA (Gefahrstoffschnellauskunft) hinzu. Damit sollte es nun beispielsweise der Feuerwehr möglich sein, diese Datenbank für ihre Anforderungen zu nutzen. Es wurde auch in den folgenden Jahren versucht, den GSBL und die GSA weiter zu verbreiten und sich neue Nutzergruppen zu erschließen. So wurde der GSBL im Extranet der Polizei verfügbar gemacht und auf Messen beworben. Ab 2014 wurde die GSA dann als App konzipiert und für die Feuerwehr passgerecht konfektioniert. Eine weitere Anwendung wurde im Frühjahr 2017 zur Verfügung gestellt. Die App wird nun auch für den PC als GSAdesktop mit verschiedenen Nutzerprofilen angeboten. 1 Überblick zu Anwendungen im Chemikalienumfeld Abbildung 1: 20 Jahre GSBL Eine Chemikaliendatenbank ist eine große Sammlung der verschiedensten Stoffe mit ihren jeweiligen Merkmalen. So haben Stoffe, Identmerkmale, Stoffeigenschaften, Rechtseigenschaften, Physikalisch-Chemische Daten, Daten zum Umweltverhalten, zur Ökotoxikologie, usw. Insgesamt finden sich im GSBL 320 000 Stoffe mit jeweils bis zu 450 Merkmalen. Es gibt Stoffe, die nahezu vollständig mit Daten gefüllt sind, während bei anderen Stoffen lediglich ein Identifizierungsmerkmal vorhanden ist. Tagungsband UIS 2017 156 Benzol hat beispielsweise 60 Angaben zur Siedetemperatur, 313 Angaben zum Brechungsindex und 320 Angaben zur relativen Dichte. An der Stelle „ticken“ Chemiker komplett aus und sind vollkommen begeistert (sehr unwissenschaftlich formuliert aber wahr). Für den Fachbetreuer der Datenbank und ihrer Inhalte, bedeutet es jedoch diese Daten für den Anwender zielgruppenrelevant aufzubereiten. Abbildung 3: Vielfalt der Zielgruppen im Umfeld der Chemikalienanwendungen Die Datenbank wurde über Jahre hinweg aktualisiert, verbessert, qualitätsgesichert und den Ländern zur Verfügung gestellt. Der Benutzerkreis schwankte um 650 Personen. Dort schon inklusive war die Benutzung durch Ersteinsatzkräfte. Abbildung 2: Vielfalt der Merkmale von Stoffen Tagungsband UIS 2017 157 Für die Feuerwehr gab es mittlerweile schon eine besonders angepasste Sicht auf die Daten, aber die Benutzeroberfläche war immer noch stark an die der Chemikaliendatenbank angelehnt und somit nicht ideal. Abbildung 4: GSBL und seine Anwendungen In 2012 entstand die Idee, in Zusammenarbeit mit der Feuerwehr eine Anwendung genau für diese Zielgruppe zu erstellen. Es sollte eine Webanwendung sein, die genau auf diesen Personenkreis zugeschnitten ist. Die Idee, den Einsatzkräften eine App mit den benötigten Daten zur Verfügung zu stellen, wurde dann 2013 konkretisiert und bis Ende 2014 in Form der GSAapp realisiert. Im Anschluß daran wurde die Anwendung GSAdesktop für spezialisierte Einsatzkräfte für den Einsatz am PC im Einsatzwagen entwickelt.