Zu dem Aufgabenspektrum des NLGA gehört auch die epidemiologische Beratung der kommunalen Gesundheitsbehörden bei umweltmedizinischen Fragestellungen. Im Rahmen einer Krebsclusteruntersuchung in der Samtgemeinde Bothel (Landkreis Rotenburg/Wümme), einem ländlichen Gemeindeverbund mit einer hohen Dichte an Erdgasförderanlagen, hat das NLGA neben der Beratung zu den einzelnen Untersuchungsschritten auch den umfänglichen Datensatz der Einwohnerbefragung zu hämatologischen Krebserkrankungen und etwaigen Risikofaktoren statistisch ausgewertet. Im Einklang mit Richtlinien zu Krebsclusteruntersuchungen erfolgte die Auswertung dabei vor allem „explorativ“: Es wurde nach einer Hypothese für diese ungewöhnliche Häufung gesucht, nicht jedoch eine vorher festgelegte Hypothese zu einem Verursacher statistisch induktiv überprüft.
Für 2003 – 2012 wurde vom EKN eine Häufung an hämatologischen Krebsneuerkrankungen bei Männern in einer Samtgemeinde festgestellt (41 Fälle; SIR 1,93; p-Wert < 0,0001). Daraufhin wurden für die Eingrenzung möglicher Ursachen alle Bewohner über 16 Jahre zu eigenen hämatologischen Krebserkrankungen und solchen bei verstorbenen Angehörigen befragt.
In der Bundesrepublik leben schätzungsweise 40.000 bis 50.000 Kinder in Haushalten mit opiatabhängigen Eltern. Diese Kinder sind – wie auch die Kinder alkoholkranker Eltern – einer erhöhten psychischen Belastung ausgesetzt und haben ein höheres Risiko, später selbst suchtkrank zu werden. Zudem besteht bei suchtmittelabhängigen Eltern krankheitsbedingt eine erhöhte Gefahr der zeitweisen oder dauerhaften inadäquaten Versorgung ihre Kinder, sodass es zu einer Gefährdung des Kindeswohls nach §8a KJHG (Kinder- und Jugendhilfegesetz) kommen kann.
Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung gibt die Zahl der opiatabhängigen Menschen in Deutschland mit 120.000 bis 150.000 an. Ungefähr die Hälfte der Opiatabhängigen (76.200) wurde im Jahr 2011 nach offiziellen Angaben substituiert. Schätzungen zufolge leben 40.000 bis 50.000 Kinder in Haushalten mit opiatabhängigen Eltern. Kinder suchtmittelabhängiger Eltern sind besonderen Risiken ausgesetzt: so zeigen Studien, dass diese Kinder ein erhöhtes Risiko für psychische Störungen, Verhaltensauffälligkeiten und eigene spätere Suchtstörungen aufweisen (KLEIN 2008). Zudem besteht bei suchtmittelabhängigen Eltern krankheitsbedingt die Gefahr der zeitweisen oder dauerhaften inadäquaten (materiellen und emotionalen) Versorgung ihrer Kinder, sodass es zu einer Gefährdung des Kindeswohls nach §8a KJHG (Kinder- und Jugendhilfegesetz) kommen kann.
The aim of the study was a systematical further development of targeted approaches. Research questions were how elderly women and men could be motivated to participate in a preventive intervention and by which approaches elderly with different health risks could be reached. In several stages a specific motivational material was developed. Afterwards two different approaches to the elderly (general practice, health insurance) were tested and evaluated considering its (cost) effectiveness.
Die Studie widmete sich der Weiterentwicklung von Zugangswegen. Forschungsfragen waren, wie ältere Frauen und Männer für eine präventive Maßnahme motiviert und über welche Zugangswege ältere Menschen mit unterschiedlichen Gesundheitsrisiken erreicht werden können. Die in einem mehrstufigen Verfahren entwickelte zielgruppenspezifische Ansprache wurde über zwei Zugänge (Hausarzt, Krankenkasse) eingesetzt und hinsichtlich ihrer (Kosten-)Effektivität evaluiert.
Drug Prescribing for Patients with Chronic Kidney Disease in General Practice: a Cross-Sectional Study
Hintergrund: Die BMBF-geförderte explorative Evaluationsstudie „Ältere gezielt erreichen“ (2008–2011) ging der Frage nach, wie und über welchen Zugangsweg über 65-jährige Menschen für Präventionsmaßnahmen angesprochen und zur erfolgreichen Teilnahme motiviert werden können. Im ersten qualitativen Studienteil wurde das Informationsmaterial für das seit 2004 von der AOK Niedersachsen angebotene präventive Hausbesuchsprogramm „Gesund älter werden“ zielgruppengerecht weiterentwickelt. Anschließend erfolgte die Erprobung und Evaluation der optimierten Ansprache über zwei Zugangswege (persönlich: Hausarztpraxen, postalisch: Krankenkasse), wobei u.a. Fragestellungen zur Erreichbarkeit der Zielgruppe und zum zeitlichen Aufwand im Mittelpunkt standen.
Um das Präventionspotenzial in der Bevölkerung optimal auszuschöpfen, muss bei der Ausrichtung von Präventionsangeboten – und dazu zählt auch die Ansprache – berücksichtigt werden, worin sich Frauen und Männer im Hinblick auf gesundheitsförderliches bzw. gesundheitsrelevantes Verhalten unterscheiden. In der BMBF-Studie „Ältere gezielt erreichen – Effektivität und Kosteneffektivität von Zugangswegen am Beispiel des präventiven Hausbesuches„ (2008–2011) werden gendersensible Verfahren zur Ansprache sowie unterschiedliche Zugänge über zentrale Einrichtungen der gesundheitlichen Versorgung (Krankenkasse, Hausarzt) erprobt und evaluiert. Methoden: Mittels Fokusgruppen (n=4) und Einzelinterviews (n=12) mit der Zielgruppe – differenziert nach Alter (65–75 Jahre, 76plus) und Geschlecht – wurde ihr Verständnis von Gesundheit und Prävention im Alter erhoben und das bislang eingesetzte Informationsmaterial zum präventiven Hausbesuch aus Nutzerperspektive bewertet. Ergebnisse: Es zeigen sich Unterschiede zwischen den Geschlechtern, aber auch den Altersgruppen. Frauen (65–75 Jahre): Gesundheit bedeutet gesellschaftliche Teilhabe und Kommunikation. Sie sind offen für präventive Gruppenangebote. Frauen, die durch die Pflege von Angehörigen zeitlich sehr eingebunden sind, interessieren sich eher für aufsuchende Präventionsmaßnahmen (wie z.B. präventive Hausbesuche). Frauen (76plus): Gesundheit bedeutet Selbständigkeit. Da die Bewältigung des Alltags viel Zeit kostet, wünschen sie sich konkrete Unterstützungsangebote im Haushalt. Die männlichen Teilnehmer der Fokusgruppen assoziieren mit Gesundheit vor allem Beweglichkeit, Mobilität und Leistungsfähigkeit. Die aktiven, jüngeren Männer (65–75 Jahre) wünschen sich eine individuelle Gesundheitsberatung bei Bedarf. Die älteren Geschlechtsgenossen dagegen zeigten sich offen für einen präventiven Hausbesuch und wünschen sich Angebote mit Gleichaltrigen. Schlussfolgerungen/Ausblick: Diese Ergebnisse sowie Hinweise zur sprachlichen Formulierung sind in die Neugestaltung des Ansprachematerials für ein präventives Hausbesuchsprogramm eingeflossen und evaluiert worden. Erste Ergebnisse zeigen, dass auf das gendersensibel formulierte Anschreiben und auf den überarbeiteten Flyer deutlich mehr Ältere (76plus) sowie mehr Männer reagiert haben, im Vergleich zu dem bisher eingesetzten Ansprachematerial. Die Ergebnisse unterstreichen die Relevanz einer den Bedürfnissen, Verhaltenweisen und der Sprache der Geschlechter angepassten Ansprache für die Motivierung von (neuen) Zielgruppen in der Prävention.
Hintergrund: In einer explorativen Evaluationsstudie werden Zugangswege und eine zielgruppenspezifische Ansprache für den präventiven Hausbesuch untersucht. Nach einer einjährigen Feldphase mit mehreren Beratungskontakten mit über 65-Jährigen wurden die in der Studie tätigen Präventionsfachkräfte interviewt. Ausgangsthesen waren: Berufliche Erfahrungen im Umgang mit Älteren und das eigene Älterwerden von Professionellen führen zu einem Wandel der Vorstellungen vom Alter. Die Vorstellungen werden facettenreicher und differenzierter – einseitige Altersbilder werden relativiert [1]. Methode: Es wurden leitfadengestützte Interviews mit acht Präventionsberaterinnen und vier übergeordneten Geschäftsbereichsleiterinnen einer gesetzlichen Krankenkasse geführt. Der Interviewleitfaden enthielt Fragen zur subjektiven Bedeutung des Alters, zur Gesundheit im Alter, zur Rolle des Alters im Privatleben sowie Erfahrungen und Wandel der Vorstellungen von Alter im Berufsleben. Die Basisqualifikationen der Interviewpartnerinnen (Alter: 45–58 Jahre) waren vielfältig: Kinderkrankenpflege (5), Ökotrophologie (4), (Sozial-)Pädagogik (2), Sozialwissenschaften (1). Sie waren durchschnittlich 21 Jahre (11–31 Jahre) in der GKV tätig, davon 1,5 oder 6 Jahre erstmalig im Themenfeld Prävention im Alter. Die Interviews dauerten 31- bis 98-Minuten; sie wurden transkribiert und inhaltsanalytisch ausgewertet. Ergebnisse: Alter wird häufig mit Erfahrungen des eigenen Älterwerdens beschrieben (n=7), d.h. auch mehr Verständnis für die Bedürfnisse der Älteren zu haben. Der Umgang mit Älteren veranlasst drei Befragte, nicht über das eigene Altern nachzudenken (im Hier und Jetzt leben), die Hälfte der Befragten hat privat wenig Kontakt mit Älteren und nutzt bewusst generationsübergreifende Angebote. Positive Erlebnisse mit Hochaltrigen haben Vorbildcharakter für das eigene gesunde Altern. Alter kalendarisch zu definieren wird von allen abgelehnt – alt ist jemand, der unflexibel ist, sich nicht interessiert. Der direkte Kontakt mit Älteren hat den Blick auf das Alter erweitert, anfangs bestehende positive wie negative Altersbilder konnten relativiert werden. Allein die Projektbetreuung führte zu keinem Wandel. Die Basisqualifikation und die Dauer der Projekttätigkeit hatten ebenfalls keinen Einfluss. Schlussfolgerung: Zu prüfen ist, inwieweit sich ein differenziertes Altersbild tatsächlich auf das präventive Handeln auswirkt.
Hintergrund: Bei der Entwicklung von Informationsmaterialien wird selten die Zielgruppe direkt einbezogen. In der BMBF-geförderten Studie „Ältere gezielt erreichen“ (2008–2010) wird mit einem qualitativen Forschungsansatz der Frage nachgegangen, wie zielgerichtete Ansprachen für ältere Menschen konzipiert sein sollten. Im Zentrum des ersten Studienabschnitts stand die Entwicklung und Optimierung einer zielgruppengerechten (altersgruppen- und gendersensiblen) Erstinformation für die Präventionsmaßnahme „Präventiver Hausbesuch“. Im Rahmen des Programms „Gesund älter werden“ der AOK Niedersachsen werden Präventive Hausbesuche seit 2004 in ausgewählten Regionen angeboten. Ziele dieser aufsuchenden Beratung sind die Förderung der Gesundheit und selbständigen Lebensführung sowie Krankheitsvermeidung. Material und Methoden: Mit älteren, nicht pflegebedürftigen Versicherten wurden 4 geschlechts- sowie altersspezifische Fokusgruppen (65–75 Jahre, 76plus; n=42) durchgeführt. Die Probanden wurden anhand einer geschichteten Stichprobe aus Routinedaten der AOK Niedersachsen gewonnen (N=200). Personen, die eine Fokusgruppenteilnahme wegen gesundheitlicher Einschränkung, pflegebedürftigem Partner und/oder geringem Gruppeninteresse abgelehnt hatten (n=12), wurden zuhause interviewt. Gefragt wurde nach einer Bewertung des bisherigen Programmflyers und nach Präferenzen bei Präventionsangeboten. Die Fokusgruppen wurden auf Video aufgezeichnet und mit der Methode des Knowledge Mappings analysiert. Zusätzliche digitale Audioaufnahmen (Fokusgruppen, Interviews) wurden transkribiert und computergestützt mit MAXQDA inhaltsanalytisch ausgewertet. Ergebnisse: Der bisherige Titel des Programms wurde kritisch gesehen, sowie das Eingangsmotto und einzelne Bilder, die keine Assoziationen zum Inhalt des Programms zuließen. Insgesamt wurde das Angebot des Präventiven Hausbesuchs in der jüngeren Altersgruppe eher negativ eingeschätzt und mit Kontrolle und Bevormundung assoziiert. Die Älteren standen ihm eher positiv gegenüber, wünschten sich aber individuell zugeschnittene Angebote. In allen Altersgruppen wurde die Freiwilligkeit und Kostenlosigkeit des Angebots betont. Fotos der Beraterinnen sowie Teilnehmerzitate wurden als vertrauenstiftend bewertet. Eine mögliche Teilnahmeabsicht aufgrund des bisherigen Flyers wurde nicht geäußert, das Angebot sei eher etwas für die „anderen“. Schlussfolgerungen: Eingang fanden die Ergebnisse in die Konzeption von gendersensiblen persönlichen Anschreiben sowie einem auf wesentliche Punkte gekürzten Flyer, die derzeit in zwei Regionen evaluiert werden.
Hintergrund: Im Zeichen des demographischen Wandels gewinnen Präventionsangebote für die Zielgruppe Ältere an Bedeutung. Zur Entwicklung zielgruppengerechter Angebote kann die Methode der Fokusgruppe eingesetzt werden, um Bedürfnisse und Erwartungen zu ermitteln. Bisher sind kaum Erfahrungen über den Einsatz dieser Methode bei den Älteren (65plus) dokumentiert. Im BMBF-geförderten Projekt „Ältere gezielt erreichen“ steht die systematische Weiterentwicklung von zielgruppenorientierten Zugangswegen im Mittelpunkt des Forschungsinteresses. Anhand von Fokusgruppen wurden im ersten Studienabschnitt die Motive für die Teilnahme an Gesundheitsangeboten von älteren AOK-Versicherten erfragt. Vor diesem Hintergrund wurde untersucht, wer auf welchem Wege für die Teilnahme an Fokusgruppen gewonnen werden konnte und welche Gründe für eine Nichtteilnahme genannt wurden. Methodisches Vorgehen: Insgesamt wurden vier nach Alter und Geschlecht differenzierte Fokusgruppen in zwei Stadtteilen von Hannover durchgeführt. Die über eine geschichtete Zufallsstichprobe ausgewählten AOK-Versicherten wurden in einem persönlichen Anschreiben zur Fokusgruppe eingeladen, zeitnah telefonisch kontaktiert und über das Forschungsvorhaben persönlich informiert. In einem Dokumentationsbogen wurden Alter, Geschlecht sowie Teilnahmebereitschaft und Ablehnungsgründe dokumentiert, weiterhin wurden persönliche Eindrücke der Interviewerinnen festgehalten. Ergebnisse: Von den insgesamt 190 angeschriebenen Versicherten wurden 162 Personen telefonisch erreicht. Es konnten 42 Teilnehmende gewonnen werden, wobei die nach Alter und Geschlecht differenzierten Fokusgruppen nahezu gleich besetzt waren. Das persönliche Anschreiben der AOK wirkte für beide Geschlechtergruppen vertrauensbildend. Das anschließende Telefonat in zeitlicher Nähe zum Anschreiben förderte die Teilnahmebereitschaft der Älteren, insbesondere bei den 65–75-jährigen Männern, zusätzlich. Dabei schien die Aussicht auf eine Diskussion in der Fokusgruppe für die Männer besonders motivierend. Für die Nichtteilnahme wurden von den älteren Versicherten größtenteils gesundheitliche Einschränkungen und fehlendes Interesse angeführt. Schlussfolgerung: Die Erfahrungen mit Fokusgruppen in der Studie zeigen, dass diese Methode für den Einsatz bei der Zielgruppe Ältere (65plus), insbesondere auch für die Ansprache von Männern, gut geeignet ist. Allerdings ist zu beachten, dass immobile und wenig bzw. nicht aktive Personen leicht ausgeschlossen werden.
Hintergrund: Die Inanspruchnahme von Präventionsangeboten ist bei Frauen höher als bei Männern. Mit zunehmendem Alter erschweren fehlende Mobilität und gesundheitliche Einschränkungen häufig den Zugang zu solchen Angeboten. Im Rahmen eines BMBF-geförderten Präventionsforschungsprojektes (2008–2010) wird am Beispiel des präventiven Hausbesuchs der Frage nachgegangen, wie zielgerichtete Ansprachen für ältere Menschen konzipiert sein sollten. Zunächst wurden Einstellungen zum Thema „Gesundheit im Alter“ und Erfahrungen mit Präventionsangeboten erfragt.
Purpose: Studies on the gender equivalence of health-care reveal differences in the handling of men and women that cannot be justified medically. This contribution analyses, for the example of physiotherapeutic management, whether a gender bias, as found for other medical fields, also exists in the provision of remedial interventions. Methods: On the basis of the prescription data from a health insurance company (Gmunder Ersatzkasse, GEK), a gender-differential analysis of physiotherapy was undertaken. Prescription data for medications in the year 2005 were evaluated, differentiated according to the type of prescribed treatment, the age and gender of the insured person and the prescribing specialist group. Random samples were taken from the medicament prescriptions for further analyses. Results: The analysis of prescription data revealed that, of the 1.6 million insured persons, 16.1% of the women (absolute: 119,354) and 11.7% of the men (absolute: 101,002) received at least one prescription for physiotherapy, the average age of all the insured persons receiving prescriptions for physiotherapeutic measures was 46 years for both sexes. Differential evaluation showed that women received a follow-on prescription slightly more frequently and that the number of treatment units per prescription was higher. Differences were also seen in the forms of the prescribed treatments. The data reveal a gender bias in physiotherapeutic management that can be explained by a differing compliance behaviour of the patient and prescribing behaviour of the physician. Conclusions: Accordingly, quality deficits also occur in the field of remedial interventions as a result of a gender bias, as has also been documented in other fields of medical management, especially with regard to the provision of medicaments.
PURPOSE Studies on the gender equivalence of health-care reveal differences in the handling of men and women that cannot be justified medically. This contribution analyses, for the example of physiotherapeutic management, whether a gender bias, as found for other medical fields, also exists in the provision of remedial interventions. METHODS On the basis of the prescription data from a health insurance company (Gmünder Ersatzkasse, GEK), a gender-differential analysis of physiotherapy was undertaken. Prescription data for medications in the year 2005 were evaluated, differentiated according to the type of prescribed treatment, the age and gender of the insured person and the prescribing specialist group. Random samples were taken from the medicament prescriptions for further analyses. RESULTS The analysis of prescription data revealed that, of the 1.6 million insured persons, 16.1% of the women (absolute: 119,354) and 11.7%of the men (absolute: 101,002) received at least one prescription for physiotherapy, the average age of all the insured persons receiving prescriptions for physiotherapeutic measures was 46 years for both sexes. Differential evaluation showed that women received a follow-on prescription slightly more frequently and that the number of treatment units per prescription was higher. Differences were also seen in the forms of the prescribed treatments. The data reveal a gender bias in physiotherapeutic management that can be explained by a differing compliance behaviour of the patient and prescribing behaviour of the physician. CONCLUSIONS Accordingly, quality deficits also occur in the field of remedial interventions as a result of a gender bias, as has also been documented in other fields of medical management, especially with regard to the provision of medicaments.