Based on a sample of the Hannover registration office this project analyses the health and prevention behaviour of Russian- and Turkish-language migrants compared to natives. The project analysis revealed considerable differences, particularly concerning addiction behaviour and physical activities.
Einleitung: Umfangreichen bewegungsorientierten Schulprogrammen wird das Potenzial zugeschrieben, den Rückgang der körperlichen Aktivität zu verlangsamen und die Etablierung eines lebenslangen gesundheitsfördernden Bewegungsmusters zu unterstützen. Körperlich-sportliche Aktivität ist für eine gesunde Entwicklung von Kindern essentiell und trägt zu einer Reduktion chronischer Erkrankungen im Lebenslauf bei. Die Steigerung der aktiven Freizeitgestaltung sowie eine langfristige Veränderung des Lebensstils sind wesentliche Ziele der Prävention von Bewegungsmangel. Die Intervention „fit für pisa“ integriert während der gesamten Grundschulzeit täglichen Schulsport an fünf Göttinger Grundschulen. Die Evaluationsstudie zeigt, inwieweit sich ein quantitativ gesteigerter und qualitativ verbesserter Sportunterricht auf Freizeitverhalten, Gesundheit, Bildung und Lebensqualität langfristig auswirkt und inwieweit Kinder mit erhöhten Risikofaktoren profitieren.
Einleitung: Im Rahmen des vom Niedersächsischen Institut für frühkindliche Bildung und Entwicklung geförderten Forschungsprojektes Gesundheitsbildung und -förderung im Elementarbereich werden auf Basis eines Mixed-Method-Designs die gesundheitspädagogischen Konzepte (Schwerpunkt Ernährung und Bewegung) in Kindergärten sowie deren alltagspraktische Umsetzung durch die ErzieherInnen untersucht. Dabei werden Kindergärten mit einem differenzierten Gesundheitskonzept und Kindergärten mit einem gering ausgeprägten Gesundheitskonzept miteinander verglichen. Methoden: Von allen Kindergärten im Großraum Hannover (Vollerhebung: N=557) wurden die gesundheitspädagogischen Konzepte (Schwerpunkt Ernährung und Bewegung) und die professionellen Orientierungen zur Gesundheitsbildung über eine Online- bzw. schriftliche Befragung erhoben. Die Bewertung des pädagogischen Umfangs und der Differenziertheit der Gesundheitskonzepte erfolgte anhand 13 festgelegter Qualitätsindikatoren aus den Bereichen (1) gesundheitsbezogene Rahmenbedingungen, (2) Ernährung und (3) Bewegung. Zur Bewertung der Ausprägung der Gesundheitskonzepte wurden bereichsspezifische Indizes sowie ein Gesamtindex gebildet. Auf Basis des Gesamtindexes wurden Kindergärten mit einem differenzierten (n=6) bzw. mit einem gering ausgeprägten Gesundheitskonzept (n=6) für fokussierte Gruppendiskussionen mit ErzieherInnen ausgewählt. Ergebnisse: Die Responserate der Befragung beträgt 47% (262/557). 211 Fragebögen konnten in die Auswertungen einbezogen werden. Ein differenziertes Gesundheitskonzept in allen drei Bereichen zeigen 7% der Kindergärten; 6% der Kindergärten verfügen in allen drei Bereichen über ein gering ausgeprägtes Gesundheitskonzept. Die Gruppendiskussionen ergeben, dass alle ErzieherInnen dem Thema Gesundheit eine hohe Relevanz beimessen, insbesondere hinsichtlich der Bedürfnisse sozioökonomisch benachteiligter Kinder. In Kindergärten mit einem gering ausgeprägten Gesundheitskonzept berichteten die ErzieherInnen jedoch einen Mangel an finanziellen, personellen und räumlichen Kapazitäten, um Maßnahmen in diesem Bereich umzusetzen. Schlussfolgerungen: Der Themenbereich Gesundheit (Schwerpunkt Ernährung und Bewegung) ist in unterschiedlichem Umfang und unterschiedlicher Differenziertheit in die pädagogischen Konzepte der Kindergärten eingebunden. Das Thema Gesundheit wird von allen ErzieherInnen – unabhängig von der Differenziertheit der Gesundheitskonzepte – als bedeutsam erachtet. Jedoch haben die zur Verfügung stehenden Ressourcen einen wichtigen Einfluss auf den Umfang und die Umsetzung von Maßnahmen in den Bereichen Ernährung und Bewegung im Kindergarten.
Background Physicians are quite often surveyed with the aim to investigate their opinions regarding provision and improvement of health care. However, in many cases response rates tend to be rather low. The aim of the study is to reflect methodological aspects regarding survey conduction and to analyse factors that cause physicians to take part in a study on delivering end-of-life care for the elderly. Methods N = 4,727 physicians in Lower Saxony, Germany, received a standardised questionnaire on their attitudes about end-of-life care for the elderly. Non-responders were asked to state the reasons for non-participation. Comparison of the sociodemographic characteristics between responders and non-responders, and evaluation of the reasons for non-participation were made. Results The response rate to the questionnaire on end-of-life care for the elderly was 40% (n = 1,892). Of the non-responders to the questionnaire, 12.8% (n = 364) stated the reasons for non-participation. Overall, the response rate to the questionnaire varied with specialty and location of the practice: radiotherapists answered significantly more frequently than other categories of physician (e.g. general practitioners) and physicians in rural areas significantly more frequently than their colleagues in urban areas. The reasons most frequently given for non-participation were "Not concerned with the subject" and "No time". Conclusions The varying rates of response indicate that the survey was not sufficiently relevant to all groups of physicians, or that the awareness of the topic may be partly underdeveloped.
Einleitung/Hintergrund: Studien weisen darauf hin, dass der Anteil an MigrantInnen, die Suchthilfeeinrichtungen aufsuchen, deutlich geringer ist als bevölkerungsstatistisch zu erwarten wäre. Eine Ursache könnte sein, dass ihr Zugang zu Informationen schlechter ist. Die Nutzung angepasster Zugangswege könnte dem abhelfen. Beim sog. „Mediatoren-Ansatz„ werden geschulte MuttersprachlerInnen als Multiplikatoren in ihren ethnischen Gemeinschaften eingesetzt, um dort als PräventionsberaterInnen Informationsveranstaltungen zu bestimmten Themen anzubieten. Daten und Methoden: In einem durch das BMBF geförderten Projekt zur Analyse der Effektivität muttersprachlicher PräventionsberaterInnen wurden im Zeitraum November 2006 bis Juli 2007 61 russisch- bzw. türkischsprachige Informationsveranstaltungen durchgeführt. 49 dieser Veranstaltungen fanden in Settings der jeweiligen Kulturgemeinschaft (z.B. Moscheen, Vereine) statt und wurden über die Präventionsberater/-innen bekannt gemacht (Zugeh-Struktur), zwölf der Veranstaltungen wurden in öffentlichen Gebäuden durchgeführt und per Plakat/Flyer im Stadtgebiet Hannover angekündigt (Komm-Struktur). Die Teilnehmer/-innen wurden mittels eines zweisprachigen Selbstausfüller-Fragebogens u.a. zu ihrem Gesundheits- und Präventionsverhalten befragt. Für die Analysen liegen 386 türkische und 436 russische Fragebögen vor. Zusätzlich wurde eine per Zufallsverfahren ausgewählte repräsentative Stichprobe russisch- (n=300) bzw. türkischsprachiger (n=299) Einwohner Hannovers befragt. Ergebnisse: Die Zugehstruktur erwies sich als die erfolgreichere Strategie – über die Kommstruktur konnten insgesamt lediglich zwei Personen erreicht werden. Dabei wurde in beiden Migranten-Gruppen die Motivation zum Besuch der Veranstaltungen häufiger mit einem allgemeinen Interesse am Thema begründet und seltener mit der Absicht, einer suchtgefährdeten Person zu helfen. In der Präsentation werden die über die Zugehstruktur erreichten Migrant/-innen nach verschiedenen Kriterien (z.B. demographische Merkmale, Akkulturation, Informations- und Gesundheitsverhalten) charakterisiert und mit den Daten der repräsentativen Stichprobe verglichen. Diskussion/Schlussfolgerungen: Die Studie trägt zur systematischen Weiterentwicklung migrantenspezifischer Zugangswege bei und gibt Aufschluss, welche MigrantInnen über bestimmte Zugangswege (nicht) erreicht werden. Als ungeeignet für den Zugang zu Suchtpräventionsveranstaltungen erwiesen sich öffentlich angekündigte Veranstaltungen; die Netzwerke der PräventionsberaterInnen sowie Kontakte innerhalb der ethnischen Gemeinschaften scheinen für die Motivation zum Besuch solcher Veranstaltungen unabdinglich.
In der vorliegenden Studie wurden Kosten und Kosteneffektivität von unterschiedlichen Zugangswegen zu russischsprachigen Migranten am Beispiel von Informationsveranstaltungen zur Suchtprävention untersucht: passive Kommstruktur, aktive Zugehstruktur sowie Mischstruktur (die aktive und passive Rekrutierungsstrategien kombiniert).
Purpose of the Study: The 9th Revision of German Medical Licensing Regulations for Physicians has come into effect on October 1st 2003. Social medicine was separated into the fields, occupational health, social medicine" and the various cross-sectional modules: epidemiology, biometry, medical computer science; health economics, health-care system, public health; prevention, health promotion; rehabilitation, physical medicine, naturopathic treatment. This paper studies the realisation of teaching in the field social medicine at German medical faculties.Methods: The survey was conducted in collaboration with the German Association for Social Medicine and Prevention (DGSMP). A survey was conducted at 38 institutes of 36 German medical faculties. The written questionnaire contained mostly selection items in which chances and barriers of the field were queried with supply items. Information about time scale, general conditions and resources was aked for. On the basis of the guidelines of the DGSMP, the topics to be taught were evaluated concerning their relevance and integration into education.Results: The response rate was 68% (n = 26). Social insurance, basic principles, responsibility in the Social Security Code and the different providers were judged as the most important topics. There was a strong demand for lecturing material. 82% (n = 18) of the faculties wished to have specific material, for example e-learning, examples, lesson plans, curricula and also textbooks. 91% (n = 19) of the faculties requested an exchange of information between the faculties concerning educational contents, motivation of students and e-learning.Discussion: The realisation of teaching is different between the faculties concerning the number of hours, teaching methods and number of students per year. The motivation of the students is one of the problems, but also the lack of acceptance within the clinic. Specific resources and exchange between the faculties are necessary concerning e-learning, which is offered at only few faculties so far, but interest for a more intensive usage exists. Potentials of social medicine are the promotion of awareness among the students and the "identification of basics for medical acts in the social security system". Social medicine offers the possibility to connect the theoretical institutes with the clinic.
Einleitung: Das vom BMBF geförderte (2009–2012) Forschungsprojekt „Schulentwicklung durch Gesundheitsmanagement„ soll Aufschluss darüber geben, inwieweit die organisationsbezogene Intervention Gesund Leben Lernen (GLL) Schulen zu Veränderungen im Hinblick auf eine gesundheitsförderliche Ausrichtung führen kann. GLL unterstützt niedersächsische Schulen zwei Jahre lang bei der Definition und Entwicklung ihrer Ziele sowie der Planung ihrer Maßnahmen. Im Rahmen der Forschungsstudie wird eine Toolbox entwickelt, die den Schulen ermöglichen soll, den Zielerreichungsgrad ihrer gesundheitsförderlichen Ausrichtung anhand von einfach zu erhebenden Kennzahlen selbst zu überprüfen. Methoden: Zunächst erfolgt die Identifikation und Sichtung möglicher Indikatoren, Kennzahlen und Instrumente. Anschließend wird eine interne sowie externe Bewertung ausgewählter Indikatoren, Datenquellen und Instrumente hinsichtlich Gütekriterien und Praktikabilität vorgenommen. Die Schritte werden mit Einbindung einer forschungs- sowie einer praxisbezogenen Expertenrunde einer Reflexion aus unterschiedlichen disziplinären und umsetzungspraktischen Perspektiven unterzogen. Nach Einsatz der ersten Version der Toolbox wird diese im Folgenden überprüft, revidiert sowie fortlaufend ergänzt. Ergebnisse: Die Sammlung der Toolbox steht den beteiligten Schulen (n=37) als Datenbank zur Verfügung und umfasst zum bisherigen Zeitpunkt 50 Messinstrumente. In der ersten Version der Toolbox wurden nur Messinstrumente aufgenommen und bewertet, die frei verfügbar sind. Insgesamt wurden 24 Bewertungskriterien eruiert, die sich aus wissenschafts- (n=6) und praxisrelevanten (n=18) Gütekriterien zusammensetzen. Für die Identifikation geeigneter Indikatoren sind gesundheitsbezogenes Wissen, Kenntnis von Qualitätsmanagement und Evaluation sowie ein Verständnis für das Bildungssystem erforderlich. Indikatoren und Kennzahlen, die von den Schulen selbst definiert und bewertet werden, müssen zudem verständlich, einfach ermittel- sowie auswertbar sein. Zur Verbesserung der Handhabung und Akzeptanz innerhalb der Schullandschaft wurden die Themenfelder der Toolbox an den niedersächsischen Orientierungsrahmen für Schulqualität angepasst. Schlussfolgerungen: Die bisher für Deutschland fehlende Kennzahlentoolbox wird nach Evaluierung den Schulen als integrativer Bestandteil der Intervention GLL kostenfrei zur Verfügung gestellt. Diese erlaubt den Schulen eine eigenständige Überprüfung der Zielerreichung ihrer Aktivitäten und organisatorischen Veränderungen.
Einleitung: Das BMBF-geförderte (2009–2012) Forschungsprojekt evaluiert, inwieweit eine managementbezogene Intervention wie Gesund Leben Lernen (GLL) Schulen zu Veränderungen hinsichtlich einer gesundheitsförderlichen Ausrichtung führen kann. GLL unterstützt Schulen unter Einsatz von Fachkräften für Gesundheitsmanagement bei der Einführung eines Gesundheitsmanagements. Es orientiert sich an den Instrumenten der Projektorganisation, um den Einstieg in Veränderungsprozesse der Organisation Schule zu erreichen, diese zielorientiert, systematisch und nachhaltig weiterzuentwickeln und mithilfe von Gesundheitsinterventionen die Bildungs- und Erziehungsqualität der Schule zu verbessern. Evaluiert wird die Eignung der Balanced Scorecard (BSC) als Management- und Evaluationsinstrument in der Schule. Ziel ist zudem die Erstellung einer Kennzahlentoolbox, die den Schulen eine eigenständige Überprüfung der Zielerreichung ihrer Aktivitäten und organisatorischen Veränderungen erlaubt. Methoden: Neben der Einrichtung von Steuerkreisen und Gesundheitszirkeln erfolgt i.S. einer Organisationsentwicklung die Definition und Priorisierung von Zielen und Maßnahmen sowie deren Operationalisierung. Die Studie entwickelt und bewertet Instrumente und Verfahren, die Schulen im Rahmen ihres Gesundheitsmanagements zur Schulentwicklung nutzen können. Studienteil-A umfasst die Entwicklung einer Kennzahlentoolbox zur schuleigenen Überprüfung der von den Schulen definierten Ziele und Maßnahmen. Studienteil-B beinhaltet die Erprobung und Bewertung der Schul-BSC sowie der Intervention GLL. Ergebnisse: Die Perspektiven der BSC wurden zur Verbesserung der Handhabung sowie der Akzeptanz innerhalb der Schullandschaft an den niedersächsischen Orientierungsrahmen für Schulqualität angepasst. Vor Implementierung der Schul-BSC zur Förderung der Schulentwicklung wurden die Fachkräfte (n=31) zu deren Hintergrund sowie Umsetzung geschult. Da die beteiligten Schulen (n=21) ihre eigenen Ziele definieren, umsetzen und den Erfolg bewerten sollen, beziehen sich die Kennzahlen sowohl auf Gesundheitsinterventionen als auch auf die durch schulische Maßnahmen unterstützte Gesundheitsbildung. Maßgeblich ist dabei, dass diese die Auswirkung und Erreichung der definierten Ziele unmissverständlich auszudrücken vermögen. Schlussfolgerung: Die entwickelte Kennzahlentoolbox wird nach Evaluierung den Schulen als integrativer Bestandteil der Intervention GLL als ergänzendes Element zur Verfügung gestellt. Die Evaluation der Schul-BSC in der Schule ermöglicht deren Bewertung als Management- und Evaluationsinstrument in der Organisation.
Einleitung An der Medizinischen Hochschule Hannover wurde von 2004 bis 2008 das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Projekt „Effektivität des Zugangsweges über muttersprachliche Präventionsberater zur Optimierung des Gesundheitsverhaltens von Migranten“ durchgeführt. In Kooperation mit dem Ethno-Medizinischen Zentrum e.V., Hannover (EMZ) wurden vier Zugangswege zur Gewinnung von Teilnehmern an russisch- und türkischsprachigen Informationsveranstaltungen zu Suchtprävention untersucht.
OBJECTIVE Responsiveness is a concept developed by the World Health Organisation (WHO) to evaluate health system performance. It measures how well a health system meets its users' legitimate expectations in non-medical related service aspects. Responsiveness consists of the categories "patient orientation" and "respect for persons". It is operationalised by nine (8+1) domains. This project aims to explore the responsiveness concept as a possibility to evaluate the performance of mental health care. METHOD Face to face interviews with users of outpatient and hostel mental health services by means of a standardised instrument, developed by WHO were carried out. RESULTS Overall responsiveness in outpatient care was rated by a lower proportion of users negative than responsiveness in hostel care (15 vs. 20%). Socio-demographic characteristics were related only to responsiveness ratings in hostel care when legal guardianship was considered. Domains indicated as most important (attention, participation) in out-patient care did not perform well there. In hostel care the domains attention and respect were rated as most important. These domains performed well. DISCUSSION AND CONCLUSIONS The results are in line with the literature and adequately reflect the realities in mental health care. The responsiveness concept offers a systematic approach for considering the categories "patient orientation" and "respect for persons" as quality criteria in mental health care. Evaluating mental health service provision using the concept of responsiveness, indicates where to launch reforms in health care.
Einleitung: Für die Entwicklung eines gesundheitsrelevanten Lebensstils ist Bewegung bereits im Kindesalter bedeutsam. Die Implementierung geeigneter Interventionen muss zur Erhöhung des körperlich-sportlichen Aktivitätsniveaus sowie der Sportbeteiligung von Kindern und Jugendlichen erfolgen. Die Göttinger Interventionsmaßnahme „fit für pisa“ (ffp) ergänzt während der gesamten Grundschulzeit die obligatorischen zwei Schulstunden Sport/Woche durch drei weitere Sportstunden. Die BMBF-geförderte Evaluation der Intervention soll Aufschluss darüber geben, inwieweit sich die Integration eines quantitativ gesteigerten und qualitativ verbesserten Sportunterrichts auf Freizeitverhalten, Gesundheit, Bildung und Lebensqualität von Schülern auswirkt. Methoden: Im Längsschnittansatz wurde von SchülerInnen ein sowie zwei Jahre nach Abschluss der Intervention das Ausmaß der körperlich-sportlichen Aktivität im Sportunterricht und in der Freizeit erfasst. Aus den Angaben zu Häufigkeit, Dauer und Intensität körperlicher Aktivität im Schulsport sowie im Freizeitsport wurden drei Indexkategorien gebildet (hoch aktiv, wenig aktiv, gering aktiv). Der eingesetzte Elternfragebogen ermöglicht eine differenzierte Analyse der Interventionseffekte nach soziodemographischen Merkmalen. Ergebnisse: Ein Jahr nach Abschluss der Intervention zeigen SchülerInnen der Interventionsgruppe (n=103) ein unverändert hohes Interesse an Sport. Bei den SchülerInnen der Kontrollgruppe (n=113) hat das Interesse signifikant abgenommen. Sowohl in der 4. als auch in der 5. Klasse hat die Interventionsgruppe ein signifikant höheres Interesse an Sport (adjustiert für Geschlecht und Sozialstatus). Die körperlich-sportliche Aktivität im Sportverein veränderte sich im Längsschnitt nicht signifikant. Die Interventionsgruppe ist zu beiden Messzeitpunkten signifikant häufiger in einem Sportverein. Die körperlich-sportliche Aktivität außerhalb eines Vereins nahm in der Interventions- und Kontrollgruppe bis zum Ende der 5. Klasse signifikant ab (4. Klasse: IG=71%, KG=61%; 5. Klasse: IG=15%, KG=19%). Befragungen am Ende der 6. Klasse zeigen, inwieweit die Interventionseffekte noch zwei Jahre nach Abschluss der Maßnahme „ffp“ bestehen. Schlussfolgerung: Täglicher Sportunterricht in der Grundschule trägt zu einer nachhaltigen Verbesserung des Aktivitätsniveaus von Kindern bei. Kinder, die täglich Sportunterricht in der Grundschule erhalten, gestalten ihre Freizeit aktiver. Insbesondere sozial benachteiligte Kinder profitieren von einer regelmäßigen körperlich-sportlichen Aktivität.
(1) Sind niedergelassene Ärzte für ältere Patienten in der letzten Lebensphase bei Bedarf außerhalb der offiziellen Sprechzeiten und Notdienstregelungen erreichbar?
Hintergrund: Das von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) entwickelte Konzept der Responsiveness zur Bewertung der qualitativen Leistungsfähigkeit von Gesundheitssystemen repräsentiert, in wie weit ein Versorgungssystem die legitimen Erwartungen seiner Nutzer in Bezug auf nicht-medizinbezogene Versorgungsaspekte erfüllt. Es besteht aus den Kategorien „Patientenorientierung” und „Respekt vor der Person”, die durch neun (8+1) Domänen operationalisiert werden. Ziel der Untersuchung ist es, das Responsiveness Konzept als Möglichkeit zur Bewertung der qualitativen Leistungsfähigkeit psychiatrischer Versorgung zu erproben.
EinleitungDie Interventionsmaßnahme „fit für pisa“ ergänzt während der gesamten 4-jährigen Grundschulzeit die obligatorischen zwei Schulstunden Sport/Woche durch drei weitere Sportstunden an fünf Grundschulen in Göttingen. Die von 2007-2010 BMBF-geförderte Evaluationsstudie soll Aufschluss darüber geben, inwieweit sich ein quantitativ gesteigerter und qualitativ verbesserter Sportunterricht auf Gesundheit und Bewegungsverhalten von Schülern nachhaltig auswirkt.