The development and use of new data sources and the linking of data open up new opportunities for economic research, particularly in conjunction with new empirical methods. The insights gained are an indispensable basis for valid, evidence-based policy advice, and they generate further direct benefits for public administration and citizens. This article uses best-case examples from other countries to show the potential of such innovations. The article also discusses the benefits generated by data innovations and the factors that would enable similar projects in Germany. In particular, the Research Data Act currently under discussion will provide a decisive foundation in this context.
: We study heterogeneity in the effects of two pension reforms in Germany that closed pathways into early retirement: the abolition of an old-age pension scheme for women and the abolition of a pension after unemployment or part-time work. We focus on heterogeneity with respect to several occupational characteristics. Both reforms had significant effects on individual employment states, and in both cases the effects differ significantly by occupation. The positive effect on employment is smaller in occupations with higher job strain and, in case of the old-age pension for women, the effect on unemployment is larger. The effects also differ by occupational tasks, PC use and the introduction of new technologies.
Die vorliegende Studie beschaftigt sich mit den Herausforderungen des digitale Wandels fur die berufliche Aus- und Weiterbildung sowie fur die Hochschullehre. Dafur wurden eine breit angelegte Literaturanalyse sowie die Auswertung verschiedener Indikatoren vorgenommen. Den Kern der Studie bilden Interviews mit Expertinnen und Experten. Die Gesprache ergeben, dass alle Ausbildungsberufe von der Digitalisierung betroffen sind. Dennoch behalt die duale berufliche Ausbildung auch im Zuge des digitalen Wandels einen hohen Stellenwert fur die Wirtschaft. Vor allem in der Qualifikation des betrieblichen Ausbildungspersonals und der Lehrkrafte besteht noch erheblicher Handlungsbedarf, ebenso wie beim Umgang der Lehrenden an Hochschulen und in der Weiterbildung mit digitalen Lehr-Lern-Formaten. Kleine und mittlere Unternehmen stehen aufgrund von fehlender technologischer Ausstattung haufig vor besonderen Herausforderungen. Aus diesen Erkenntnissen werden verschiedene Handlungsempfehlungen abgeleitet. Beispielsweise wird bereichsubergreifend die Forderung der didaktischen Weiterbildung im Umgang mit digitalen Lehr-Lernformaten empfohlen. Die Befahigung zu lebenslangem Lernen, die Bereitstellung funktionierender technischer Ausstattung und einer leistungsfahigen Infrastruktur stellen weitere Handlungsempfehlungen dar.
Schlussbericht im Auftrag des Bundeministeriums fur Arbeit und Soziales, Bonn 2021 (286 Seiten)
Das im vorliegenden Bericht beschriebene Forschungsprojekt zum Thema "Auswirkungen des gesetzlichen Mindestlohns auf Lohne und Arbeitszeiten" zielt auf die Evaluation der Mindestlohneinfuhrung und -erhohung hinsichtlich Veranderungen von Lohnen und Arbeitszeiten ab. Das Projekt wurde im Auftrag der Mindestlohnkommission gemeinsam vom RWI - Leibniz-Institut fur Wirtschaftsforschung mit dem Institut fur Angewandte Wirtschaftsforschung (IAW) und dem IZA - Institute of Labor Economics durchgefuhrt. Der Bericht verfolgt die Beantwortung der folgenden ubergeordneten Leitfragen: * Inwieweit konnen Veranderungen der Lohnstruktur zwischen 2014 und 2017 als Anpassung an den gesetzlichen Mindestlohn identifiziert werden? * Inwieweit sind die Auswirkungen des Mindestlohns auf die Stundenlohne auf Anpassungen des Bruttoeinkommens bzw. der Arbeitszeit zuruckzufuhren? * Wie hat sich die Lohnmobilitat durch den gesetzlichen Mindestlohn verandert? * Welche Auswirkungen hatte der Mindestlohn auf Sonderzahlungen und geldwerte Vorteile? * Inwiefern hat sich der Mindestlohn auf die Zufriedenheit, die Motivation und die gesellschaftliche Teilhabe der Beschaftigten ausgewirkt? [...]
Schüler*innen orientieren sich auch an Berufen ihrer Eltern. Teilweise ergreifen sie sogar den gleichen Beruf. Eltern beeinflussen bewusst oder unbewusst den beruflichen Orientierungsprozess. Wie bewerten Jugendliche die Rolle ihrer Eltern in der Beruflichen Orientierung? Wie gut kennen sich Eltern mit Berufsorientierung aus? Und: Welche Maßnahmen zur Elterneinbindung bewähren sich in der Praxis?
AbstractZiel dieses Beitrags ist es, wichtige Herausforderungen und Handlungsansätze der Jobcenter bei der Integration der Geflüchteten in Arbeit zu identifizieren. Hierzu wurden qualitative Interviews in fünf Jobcentern durchgeführt. Die Ergebnisse geben Aufschluss über Vorbedingungen und Problemlagen sowie über Ziele, Strategien und Instrumente bei der Betreuung von Geflüchteten. Übereinstimmend wird das geschäftspolitische Ziel der Vermeidung von Langzeit-Leistungsbezug betont. Andere Ziele wie die Integration in Arbeit oder die soziale und kulturelle Integration haben je nach Jobcenter einen unterschiedlichen Stellenwert. Entsprechend unterschiedlich fallen auch die Strategien der Jobcenter und ihre Bewertung von arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen aus. Die Wahl der Strategien durch die Jobcenter wird durch Kontextfaktoren wie Vorerfahrungen mit Migrantengruppen im SGB II und die regionale Arbeitsmarktsituation beeinflusst.
Intensified counseling, job search assistance and related policies have been found to be effective for labor market integration of the unemployed by a large number of studies, but the evidence for older and hard-to-place unemployed is more mixed. In this paper, we present key results for a large-scale active labor market program directed at the older unemployed in Germany. To identify the treatment effects, we exploit regional variation in program participation. We use a combination of different evaluation estimators to check the sensitivity of the results to selection, substitution and local labor market effects. We find positive effects of the program in the range of 5-10 percentage points on integration into unsubsidized employment. However, there are also substantial lock-in effects, such that program participants have a higher probability of remaining on public welfare benefit receipt for up to 1 year after commencing the program.
Ziel der vorliegenden Studie ist es zu klaren, welche Datensatze im Rahmen von Evaluationsstudien zu den Auswirkungen des gesetzlichen Mindestlohns fur die Analyse von Ubergangen auf dem deutschen Arbeitsmarkt geeignet sind. Die Studie untersucht daher insbesondere, fur welche Ubergange ausreichend Fallzahlen vorhanden sind, um kausale Analysen durchzufuhren – im Unterschied zu deskriptiven Analysen, fur die in der Regel geringere Fallzahlen hinreichend sind, die aber gleichzeitig eine eingeschranktere Aussagekraft aufweisen. Die untersuchten Arbeitsmarktubergange beziehen sich auf Transitionen von Personen zwischen verschiedenen Arbeitsmarktstatus (Beschaftigung, Arbeitslosigkeit etc.). Hierzu werden die folgenden Datensatze analysiert: Die Integrierten Erwerbsbiografien (IEB) und der Mikrozensus (nur in Erganzung zur IEB), das Panel Arbeitsmarkt und Soziale Sicherung (PASS), das Sozio‐oekonomische Panel (SOEP), und das Nationale Bildungspanel (NEPS). Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass die IEB bzw. die Stichprobe der Integrierten Arbeitsmarktbiografien (SIAB) fur die kausale Untersuchung von Arbeitsmarktubergangen im Rahmen von Mindestlohnevaluationen grundsatzlich geeignet ist, wobei das Fehlen von Angaben zu Arbeitsstunden eine Einschrankung darstellt. Eine deutliche Verbesserung dieser Situation liese sich durch eine Anreicherung der IEB‐Daten durch Angaben zu gearbeiteten Stunden auf individueller Ebene erzielen. Die Datensatze PASS, SOEP und NEPS bieten sich aufgrund geringer Fallzahlen nur in sehr eingeschranktem Mase fur kausale Untersuchungen von Arbeitsmarktubergangen an. Nichtsdestotrotz konnen PASS, SOEP und NEPS fur deskriptive Untersuchungen zum Thema Mindestlohn eingesetzt werden. Hierbei sollte in Forschungsarbeiten z.B. anhand von Konfidenzintervallen jedoch dargestellt werden, wie prazise die Berechnungen auf Grundlage der jeweiligen Datensatze durchgefuhrt werden konnen.
Projektvergabe durch die Bundesanstalt fur Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) - Vergabe-Nr. 526655. Endbericht - 15. Januar 2018.
Abschlussbericht - vorgelegt von: Institut fur Angewandte Wirtschaftsforschung (IAW) e.V., Zentrum fur Europaische Wirtschaftsforschung GmbH (ZEW) - in Zusammenarbeit mit: Fraunhofer-Institut fur System- und Innovationsforschung (ISI), ifo Institut - Leibniz Institut fur Wirtschaftsforschung an der Universitat Munchen e.V. - Tubingen, Mannheim, Munchen und Karlsruhe, im Oktober 2017.
[Hintergrund, Aufgabenstellung und Zielsetzung] Seit der Finanz- und Wirtschaftskrise haben Deutschland und dabei insbesondere Baden-Wurttemberg ihre Position als wirtschaftlich prosperierende und innovationsstarke Standorte in der Europaischen Union ausgebaut. Mit einem hohen Anteil des Verarbeitenden Gewerbes an der Wertschopfung und einer ausgepragten Ausenorientierung hat die Wirtschaft in Baden-Wurttemberg im internationalen und Bundeslandervergleich hohe Wachstumsraten erzielt. Viele Unternehmen in Baden-Wurttemberg setzten sich an die Spitze von Anderungen in der internationalen Arbeitsteilung (der zunehmende Handel von Zwischenprodukten innerhalb von Wertschopfungsketten, „trade in tasks“) und der technologischen Entwicklung („Industrie 4.0“) und konnten so ihre gute Position auf den Absatzmarkten ausbauen und die Wertschopfung und Beschaftigung am heimischen Standort erhohen. Doch lasst sich die Entwicklung nicht linear fortschreiben. Risiken bestehen derzeit weniger in kurzfristigen konjunkturellen Ruckschlagen, wie sie im Nachgang der Finanz- und Wirtschaftskrise diskutiert wurden, sondern in mittelfristigen Verschiebungen im Bereich der Technologie und internationalen Arbeitsteilung. Durch neue Antriebstechniken im Fahrzeugbau, neue Mobilitatskonzepte, die verstarkte Bedeutung von industriellen Dienstleistungen in Bereichen wie dem Maschinenbau und die geanderten Bedingungen durch die Energiewende stehen die traditionellen Schwerpunkte der baden-wurttembergischen Wirtschaft vor neuen Herausforderungen. Zunehmende ausenwirtschaftliche Risiken, hervorgerufen durch den bevorstehenden Austritt Grosbritanniens aus der EU und eine mogliche Neuausrichtung der Handelspolitik der USA, konnten zusatzlichen Anpassungsbedarf begrunden. Vor dem Hintergrund dieser kritischen Fragen soll diese Studie wirtschaftspolitisch relevantes Hintergrundwissen bereitstellen. Im ersten von drei Modulen wird die Wettbewerbsfahigkeit Baden-Wurttembergs mit Hilfe unterschiedlicher Indikatoren im zeitlichen Verlauf analysiert. Das zweite Modul stellt die ausenwirtschaftlichen Risiken in den Vordergrund. Zudem stellt es mit der Frage der auslandischen Direktinvestitionen in Baden-Wurttemberg auf ein mogliches strukturelles Problem ab. Der dritte Themenkreis beschaftigt sich mit dem Einfluss disruptiver technologischer Anderungen. Zudem wird dem problematischen Befund einer nachlassenden Innovationsaktivitat kleiner und mittlerer Unternehmen nachgegangen. Kapitel 5 enthalt die Schlussfolgerungen aus dieser Studie in kompakter Form. Die Implikationen fur die baden-wurttembergische Wirtschaftspolitik werden in Kapitel 6 diskutiert.