ZusammenfassungAufmerksamkeitsdefizit-/-Hyperaktivitäts-Störungen (ADS/ADHS) im Erwachsenenalter können medikamentös mit Stimulanzien oder mit noradrenerg-/dopaminerg wirksamen Nichtstimulanzien behandelt werden. Wir berichten den Fall eines 22-jährigen Patienten mit einer ADS, der mit Bupropion behandelt worden war. Hierunter hatte der Patient einen komplex-fokalen Anfall erlitten, woraufhin die Therapie abgebrochen worden war. Auslösende Faktoren des Anfalls waren am ehesten eine nicht beabsichtigte Bupropionüberdosierung sowie möglicherweise eine links-temporal gelegene Arachnoidalzyste. Nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Bewertung wurde eine Behandlung mit Methylphenidat begonnen, von welcher der Patient deutlich profitierte. Weitere unerwünschte therapieassoziierte Ereignisse blieben aus. Der Fall verdeutlicht die Bedeutung der hirnorganischen Diagnostik bei ADS/ADHS im Erwachsenenalter sowie die Effizienz der Therapie mit Methylphenidat im Vergleich zu Nichtstimulanzien, auch in Risikokonstellationen.
Im Juni 1998 wurde in Ulm die Klinik für Psychiatrie des Universitätsklinikums neu eröffnet. Seit 20 Jahren stehen wir mit drei Stationen, einer Tagesklinik, mehreren Ambulanzen und einem Psychotherapieinstitut für Patienten zur Verfügung. Daneben gehören die Lehre in der medizinischen Fakultät (und neuerdings auch im Institut für Psychologie der Universität Ulm), und natürlich neurowissenschaftliche Forschung zu unserem Profil. In einem Festakt am 5. Juni 2018 wurde unser Jubiläum vom Oberbürgermeister der Stadt Ulm, Vertretern des Klinikums und der Universität Ulm sowie dem Sozialminister des Landes Baden-Württemberg gewürdigt. Das vorliegende sowie das kommende „Ulmer Heft“ der Nervenheilkunde runden mit Artikeln zu aktuellen Forschungsthemen die Feierlichkeiten zum 20-jährigen Jubiläum ab. Schmerzen können sowohl durch körperliche Beschwerden als auch durch seelische Vorgänge ausgelöst werden. Insbesondere soziale Zurückweisung löst regelhaft Schmerzempfinden aus. In einer Übersicht stellen Kathrin Malejko und Koautoren die Neurobiologie des sozialen Schmerzes vor und beleuchten die Rolle des Schmerzsystems bei psychischen Störungsbildern. Verena Rau und Kollegen beschäftigen sich mit einem verwandten neurowissenschaftlichen Thema: dem Belohnungssystem. Sie zeigen einen wenig bekannten Zusammenhang zwischen Opioiden, die (auch) den Schmerz dämpfen können, und Dopamin, dem „eigentlichen“ Transmitter des Belohnungssystems. Es gibt klare tierexperimentelle Befunde, die zeigen, wie Opioide das dopaminerge System modulieren. Dies hat natürlich besonders im Bereich der Suchttherapie klinische Relevanz. Der Beitrag von Simon Sanwald und Koautoren beschäftigt sich mit Genetik und Epigenetik bei dem Krankheitsbild Depression. Anders als bei Erkrankungen, die auf die Funktion eines einzigen Genes zurückzuführen sind, haben bei den meisten psychischen Erkrankungen wie beispielsweise der Depression oder Schizophrenie eine Vielzahl von Genen einen Einfluss auf die Disposition zur Krankheit. Ein neuerer Ansatz beschäftigt sich mit Epigenetik, also der Regulation der Aktivität von Genen. Unter bestimmten Annahmen kann hierdurch plausibel werden, wie Umwelteinflüsse, z. B. Stress oder Trauma, die Expression verschiedener Gene verändern und somit Einfluss auf psychisches Erleben und Verarbeiten nehmen können. René Zeiss und Koautoren beschäftigen sich mit einem pharmakologischen Thema. Die Hemmung der Serotoninwiederaufnahme der gleichnamigen modernen Antidepressiva betrifft nicht nur Nervenzellen, sondern auch Thrombozyten, und verändert damit die Dynamik der Gerinnung. Daraus resultiert ein spezifisches Blutungsrisiko durch SSRI, welches bei der Medikation beachtet werden muss. In einem Fallbericht schildern Mohammed Elsayed und Koautoren eine klassische psychosomatische Konstellation, die Takotsubo-Kardiomyopathie. Hinter diesem Eponym verbirgt sich eine akute Bewegungsstörung der linken Herzwand, die infarktähnliche Symptome erzeugt und oft von akuten psychisch belastenden Ereignissen ausgelöst wird. Zwei Beiträge beschäftigen sich mit einer großen Therapie-Innovation, die kürzlich zur Behandlung zugelassenen Antisense-Oligonukleotide. Die hochspezifische Bindung an eine Boten-RNA kann die Proteinexpression hemmen und damit die genetische Ursache einer Erkrankung gezielt angreifen. Claudia Wurster und Koautoren stellen die zugelassenen Medikamente zur Behandlung der Muskeldystrophie und spinalen Muskelatrophie vor und gehen auf weitere neurologische Indikationen ein, bei denen bereits klinische Prüfungen initiiert sind. Heiko Graf und Koautoren diskutieren den potenziellen Einsatz dieses Therapieverfahrens bei weiteren neurologischen und psychischen Erkrankungen. Sie zeigen die Grenzen dieses Verfahrens auf und beleuchten die Problematik der exorbitanten Kosten, die die bisherigen Finanzierungsmodelle der Gesundheitssysteme nicht bewältigen können.
ZusammenfassungWir berichten über eine 27-jährige Patientin, die vor zwei Jahren einen Verschluss der A. basilaris erlitten hatte. In der Folge resultierten multiple neurologische Defizite mit sensomotorischen Ausfällen und im weiteren Verlauf eine Impulskontrollstörung mit Selbstverletzungen in Form von Zungen-und Wangenbissen, die in ihrer Frequenz und Intensität zunahmen, während sich die übrige neurologische Symptomatik besserte. Nach vielfältigen Therapieversuchen konnte durch die Behandlung mit atypischen Neuroleptika Linderung erreicht werden.
Fatigue is a commonly reported symptom in patients with cancer putting compliance at risk. Pathophysiology is not fully understood, physiologic complications, treatment-related adverse effects and psychological comorbidities are contributing factors. This article presents an overview of clinical trials regarding nonpharmacologic and pharmacologic interventions.
Noonan syndrome (NS) is a genetic and clinically variable developmental disorder characterized by short stature, cardiac defects and typical facial dysmorphism. In addition, patients with NS often show psychiatric and psychological symptoms which do not meet diagnostic criteria for a specific psychiatric disorder. Despite of the high incidence of the syndrome, the NS is largely unknown in adult psychiatry although it represents an important differential diagnostic consideration in patients with varying degrees of dysmorphism and psychiatric symptoms. This article gives an overview of somatic and psychiatric symptoms and the diagnostic approach to the diagnosis of NS.
The relevance of low ceruloplasmin serum concentrations for the differential diagnosis in neurology and psychiatry rests upon the association with neurodegenerative disorders with brain iron accumulation, on the one hand, and Wilson disease, on the other hand. The present study reports immunonephelometrical measurements of ceruloplasmin serum concentrations in a large randomized population sample. Results are in accordance with published data and show dependency on markers of inflammation, gender and history of oral contraception; in addition, a strong correlation to serum cholesterol fractions is being demonstrated. It would appear useful to account for these when evaluating ceruloplasmin serum concentrations.
According to animal studies the combination of a certain diet and voluntary physical activity leads to a rapid loss of weight that might result in the death of the animal. Crucial for this observation are processes within the reward system of the brain which positively reinforce starvation and maintain emaciation. This may also serve as a theoretical model for starvation in patients with anorexia nervosa who are rewarded by their cachectic body. Alternative models of anorexia nervosa suppose the additional or exclusive influence of negative reinforcement, by means of reducing negative emotions by starvation. This article provides a survey of relevant empirical findings and presents a study from our group on patients with anorexia nervosa which points to the reward aspect of starvation.
ZusammenfassungDie Coeruloplasmin-Serumkonzentration bezieht ihre Bedeutung für die Neuropsychiatrie aus der vermutlich ursächlichen Verknüpfung niedriger oder fehlender Werte mit Eisenstoffwechselstörungen und einer Neurodegeneration mit zerebraler Eisenakkumulation einerseits sowie aus dem Auftreten niedriger Werte bei Kupferstoffwechselstörungen mit Neurodegeneration, insbesondere M. Wilson, andererseits. Die vorliegende Untersuchung berichtet immunnephelometrische Messungen an einer randomisierten Bevölkerungsstichprobe, die im Einklang mit publizierten Werten stehen und eine Abhängigkeit der Coeruloplasmin-Serumkonzentration von Geschlecht, oraler Kontrazeption und parallel bestimmten Entzündungsparametern zeigen, darüber hinaus aber insbesondere von den Cholesterinfraktionen. Der Ausprägungsgrad dieser Abhängigkeit lässt es zweckmäßig erscheinen, diese individuellen Größen bei der Beurteilung des Serumcoeruloplasmins zu berücksichtigen.
ZusammenfassungDas Noonan-Syndrom (NS) ist eine genetisch bedingte Entwicklungsstörung, die durch Kleinwuchs, kardiale Fehlbildungen sowie charakteristische Gesichtsdysmorphien gekennzeichnet ist. Darüber hinaus fallen Patienten häufig durch psychiatrisch-psychologisch relevante Symptome auf, die nur selten die diagnostischen Kriterien einer psychischen Störung nach der ICD-10 voll erfüllen. Trotz der hohen Inzidenz dieser Erkrankung ist das NS in der Erwachsenenpsychiatrie weitgehend unbekannt, stellt jedoch bei Patienten mit Dysmorphien unterschiedlichen Ausmaßes mit psychiatrischen Symptomen eine wichtige differenzialdiagnostische Überlegung dar. Dieser Artikel gibt eine Übersicht über die psychiatrischen und über die für die Diagnose zielführenden somatischen Symptome sowie das diagnostische Vorgehen bei der Verdachtsdiagnose des NS.
ZusammenfassungTierstudien zufolge führt die Kombination eines bestimmten Diätplanes und freiwilliger physischer Aktivität zu einem rapiden Gewichtsverlust, der bis zum Tod führen kann. Ausschlaggebend dafür sind Prozesse im Belohnungssystem des Gehirns, die das Hungern positiv verstärken und so das Abmagern aufrechterhalten. Dies dient als Erklärungsmodell für das Hungern bei Patientinnen mit Anorexia nervosa, die durch ihren kachektischen Körper belohnt werden. Alternative Modelle zur Anorexia nervosa vermuten den zusätzlichen oder alleinigen Einfluss negativer Verstärkung, indem das Hungern negative Emotionen reduziert.Die vorliegende Arbeit gibt eine Übersicht über die Datenlage und stellt eine eigene Studie an anorektischen Patientinnen vor, die einen Hinweis auf den Belohnungsaspekt des Hungerns liefert.
ZusammenfassungDas Fatigue-Syndrom bei Krebspatienten ist ein häufiges Problem, das die Therapieadhärenz gefährdet. Die Pathogenese ist nach wie vor nicht ganz verstanden, jedoch scheinen physische, emotionale und medikamentöse Ursachen eine Rolle zu spielen. Dieser Artikel fasst den aktuellen Kenntnisstand bei tumor-assoziierter Fatigue zusammen und erörtert pharmakologische und supportive Maßnahmen.
Attention deficit hyperactivity disorder (ADHD) will be symptomatic in at least a third of the patients during adolescence and young adulthood. During childhood and early adolescence, patients often show certain clumsiness aside the typical motor hyperactivity. Therefore children, adolescents and adults with AND should be encouraged to get exercise which can meliorate motor abilities. If athletic activities shape to competitive sport, medication with psychostimulants might be problematic because they are listed as forbidden substances by the World Anti-Doping Agency. An expert certificate might lead to an exemption for the training; during competition psychostimulants invariably are forbidden. This brief review elucidates the relevance of exercise as a useful module in the AND therapy. Secondly, it points out the procedures and modalities how AND patients treated with psychostimulants are able to participate in contests.
The pharmacological treatment of attention deficit hyperactivity disorder (ADHD) in adults is an integral part of the multimodal treatment indicated in this disorder. There are different substances available which are intensively studied and highly efficacious in affected children and adolescents. The German Psychiatric guidelines recommend methyl-phenidate as drug of first choice also for the treatment of adults with ADHD. Metaanalyses could show though that the effect size in adults is smaller than in children (1.0 vs. 0.49). For several years now, various methylphenidate formulations with different kinetic profiles are on the market. Alternatively, atomoxetine which is not a narcotic, scheduled controlled prescription drug, is available. Atomoxetine might have advantages in treatment of ADHD patients with comorbide tic disorders or substance abuse. No pharmaceutical substance is licensed for treatment of ADHD in adults in Germany, the pharmacological treatment is completely "off label". The very common comorbidities in adult ADHD patients often make a combined treatment, e. g. with antidepressants, necessary.
ZusammenfassungDie Pharmakotherapie der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) im Erwachsenenalter ist in der multimodalen Behandlung dieser Erkrankung ein wichtiger Baustein. Für die medikamentöse Behandlung stehen verschiedene Präparate zur Verfügung, die seit vielen Jahren in der Behandlung von betroffenen Kindern und Jugendlichen zum Einsatz kommen. Die deutschen Leitlinien empfehlen auch für die medikamentöse Therapie der von ADHS betroffenen Erwachsenen Methylphenidat als Medikament erster Wahl. Metaanalysen konnten zeigen, dass die Effektstärke im Erwachsenenalter allerdings etwas geringer als im Kindesund Jugendalter ist. Es sind seit einigen Jahren verschiedene Methylphenidatpräparate mit unterschiedlicher Wirkstofffreisetzung und Wirkdauer auf dem Markt. Alternativ steht unter anderem das nicht betäubungsmittelrezeptpflichtige Atomoxetin zur Verfügung, das insbesondere bei begleitender Ticerkrankung oder Abhängigkeitserkrankung Vorteile aufweist. Bisher ist keine Substanz für die Behandlung Erwachsener zugelassen, d. h. die medikamentöse Behandlung erfolgt nach wie vor “off label”. Die bei vielen erwachsenen ADHS-Patienten bestehenden Komorbiditäten machen oft eine Kombinationsbehandlung z. B. mit Antidepressiva erforderlich.
Die Aufmerksamkeitsdefizit/Hyperaktivitatsstorung (ADHS) des Erwachsenenalters hat in den letzten Jahren vermehrt Interesse gefunden. Aus der langjahrigen Erfahrung mit der Erkrankung bei Kindern und Jugendlichen glaubte man zunachst, vieles auf betroffene Erwachsene uber tragen zu konnen; Erfahrungen der letz ten Jahre zeigen jedoch grundlegende Unterschiede zwischen Kindern und Erwachsenen, diagnostisch wie therapeutisch. Alexandra Philipsen, Freiburg, gibt uns einleitend eine Ubersicht uber die Entwicklung der Evaluationskultur der Psychotherapie in den letzten Jahren. Sie stellt ihre Erfahrungen mit der kognitiven Verhaltenstherapie heraus und hebt die gewinnbringende Nutzung „dialektisch-behavioraler“ Therapieansatze hervor, sodass wir gespannt die Ergebnisse der Untersuchungen aus Freiburg erwarten durfen. In einem Beitrag aus Ulm beschaftigt sich Paul Plener mit der Bedeutung sportlicher Aktivitaten in der Therapie der ADHS. Sportliche Aktivitat ist demnach durchweg gunstig zu bewerten, wobei die ADHS-Kranken von bestimmten Sportarten besonders zu profitieren scheinen. Auch auf die Problematik des Gebrauchs von Stimulanzien im Leistungssport wird ausfuhrlich eingegangen. Inwieweit diese Problematik durch die zunehmende Verordnung bei Erwachsenen an Brisanz gewinnen wird, bleibt abzuwarten. In einer Ubersicht geht Robert Christian Wolf, Ulm, auf den Stellenwert neuropsychologischer Untersuchungen und erlautert den derzeitigen Kenntnisstand der funktionellen Bildgebung kognitiver Prozesse. Spannend ist hierbei nicht nur fur Kliniker die Frage, inwieweit aus den bildgebenden Befunden auf den Phanotyp geschlossen werden kann. Die Frage der Komorbiditaten, insbesondere mit den Personlichkeitsstorungen, wird in einem Beitrag von Esther Sobanski, Mannheim, erortert. Die Komorbiditaten scheinen vom Subtyp abzuhangen, ein Zusammenhang, der die Frage nach therapeutischen Implikationen aufwirft. Zwei Beitrage zu Aspekten der Pharmakotherapie beschliesen das Themenheft. Klaus Henning Krause, Munchen, berichtet uber Aspekte zur Wirkungsweise von Methylphenidat und fuhrt aus, dass Methylphenidat neben dem Dopaminauch den Noradrenalinstoffwechsel beeinflusst. Ein eigener Beitrag gibt einen Uberblick uber das Thema der Pharmakotherapie der ADHS im Erwachsenenalter. Es wird ausfuhrlich auf die spezifischen Schwierigkeiten der medikamentosen Behandlung von Erwachsenen eingegangen. Erlautert werden medikamentose Behandlungsstrategien unter Berucksichtigung erwachsenenspezifischer Nebenwirkungen und Komorbiditaten. Vorteile einzelner Behandlungsstrategien werden bewertet, sodass Hilfestellungen fur die Entscheidungsfindung im klinischen Alltag abgeleitet werden konnen. Das gegenwartige Themenheft ist schwerpunktmasig auf die therapeutischen Optionen ausgerichtet. Wenn in diesem Bereich auch noch vieles zu tun ist, so werden in der Zukunft doch Fragen der Atiologie, der Pathogenese, der Diagnose und der Klassifikation der ADHS des Erwachsenenalters zunehmende Bedeutung gewinnen. Das vorliegende Heft demonstriert, dass der Bedarf an weiteren Untersuchungen, die sich mit den Besonderheiten der ADHS bei Erwachsenen beschaftigen, unverandert gros ist. Wir sind gespannt, was die Zukunft bringt.
ZusammenfassungDie Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) besteht bei ca. einem Drittel der Betroffenen noch in der Adoleszenz und im jungen Erwachsenenalter fort. Im Kindesund frühen Jugendalter macht sich oft neben der motorischen Hyperaktivität auch eine gewisse Ungeschicklichkeit bemerkbar. Daher sind sportliche Aktivitäten, die die motorischen Fähigkeiten fördern können, für Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit ADHS besonders zu unterstützen. Gehen sportliche Aktivitäten in Richtung Leistungssport, bringt eine Medikation für ADHS-Patienten das Problem mit sich, dass Psychostimulanzien auf der Liste der verbotenen Substanzen der World Anti-Doping Agency stehen. Hier können nach ärztlicher Begutachtung Ausnahmeregelungen in Kraft treten, die die Einnahme von Psychostimulanzien zu Trainingszeiten, allerdings nicht im Wettkampf erlauben.Dieser Übersichtsartikel will zum einen die Relevanz sportlicher Aktivitäten als sinnvollen Baustein in der Therapie der ADHS verdeutlichen und zum zweiten die Vorgehensweisen und Möglichkeiten aufzeigen, wie für medizierte ADHS-Patienten Leistungssport und Wettkampfteilnahme möglich sind.