Patientenbeteiligung bei medizinischen Entscheidungen wird mittlerweile von allen Beteiligten im Gesundheitswesen, von Patienten, Ärzten, in der Pflege und von Seiten der Forschung sowie von Krankenkassen als sinnvoll angesehen[*]. Der Ansatz zur Beteiligung von Patienten bei konkreten Behandlungsentscheidungen, die Partizipative Entscheidungsfindung (engl: shared decision making), wurde in den Neunzigerjahren [1] entwickelt. In den letzten Jahren wurde das Vorgehen auch im deutschen Sprachraum weiterentwickelt, hinsichtlich der Definitionen präzisiert [2] und in anwendungsorientierten Forschungsprojekten im Rahmen eines Förderschwerpunktes des Bundesministeriums für Gesundheit und Soziale Sicherung „Der Patient als Partner im medizinischen Entscheidungsprozess” untersucht [3]. Mit diesem Ansatz wurde eine praktikable Vorgehensweise für das Gespräch während der ärztlichen Konsultation entwickelt, um Patienten anhand von konkret umsetzbaren Handlungsschritten bei medizinischen Entscheidungen zu beteiligen.
Patientenbefragungen haben ergeben, dass viele Patienten über ihre Erkrankung und Behandlung umfassend informiert werden wollen und häufig auch daran interessiert sind, am medizinischen Entscheidungsprozess beteiligt zu werden. Dies wird mit dem Konzept der Partizipativen Entscheidungsfindung (Shared Decision Making) ermöglicht. Hier werden die Werte und Bedürfnisse des Patienten ebenso berücksichtigt wie die Behandlungsempfehlungen der evidenzbasierten Medizin. In der Depressionsbehandlung wurde bisher gezeigt, dass die aktive Patientenbeteiligung zu einer höheren Behandlungsmotivation beitragen kann. Um die Akzeptanz der Patienten und deren Motivation zur Inanspruchnahme therapeutischer Maßnahmen zu fördern, wurde ein Training für Hausärzte entwickelt, durchgeführt und evaluiert mit dem Ziel, depressive Patienten stärker als bisher bei medizinischen Entscheidungen einzubeziehen. Die Fortbildung besteht aus depressionsspezifischen (z. B. Diagnostik, Patienteninformation, Therapie) sowie aus krankheitsübergreifenden Modulen (Gesprächsführung, Partizipative Entscheidungsfindung). Es wurden 5 Fortbildungsveranstaltungen in einem Zeitraum von 6 Monaten (Mai bis Oktober 2003) sowie in einem Umfang von insgesamt 20 Stunden durchgeführt. Teilgenommen haben 20 Hausärzte aus der Region Südbaden. Die Zufriedenheit der Ärzte mit dem Programm ist hoch. Speziell in den Bereichen Diagnostik und Partizipative Entscheidungsfindung haben die Ärzte durch die Fortbildung profitieren können. Der Transfer des Konzeptes der Partizipativen Entscheidungsfindung in die hausärztliche Praxis wird von der überwiegenden Mehrzahl der Teilnehmer als gut bis sehr gut möglich bewertet. Die Übertragung des Fortbildungskonzeptes auf andere Indikationen und die Evaluation anhand realer Praxisbedingungen wird empfohlen. Die Effekte der Trainingsmaßnahmen auf die Patientenversorgung werden derzeit im Rahmen einer kontrollierten Studie überprüft.
Incidentally detected adrenal tumors are a common finding during abdominal ultrasonography, computed tomography, and magnetic resonance imaging. Although most of these lesions are benign adenomas, adrenocortical carcinomas and metastases constitute 5% to 10% of all tumors. Adrenal biopsy may be helpful, but its diagnostic value is controversial and disputed, and prospective studies have not yet been performed. Therefore, the diagnostic accuracy of adrenal core biopsy was evaluated in a prospective multicenter study involving 8 surgical centers in Germany and Austria. A total of 220 biopsies from surgical specimens of the adrenal gland were punctured in an ex vivo approach and processed for pathohistologic diagnosis using paraffin sections, routine staining, and immunohistochemistry (keratin KL1, vimentin, S100 protein, chromogranin A, synaptophysin, neuron-specific enolase, D11, MiB-1, and p53 protein). The evaluating pathologist was blinded for clinical data from the patients. A total of 89 adrenal adenomas (40.5%), 22 adrenal carcinomas (10.0%), 55 pheochromocytomas (25.0%), 15 metastases (6.8%), 16 adrenal hyperplasias (7.2%), and 23 other tumors (10.5%) were studied. Nine cases were excluded due to incomplete data (n = 2) or insufficient biopsy specimen (n = 7). In the remaining 211 tumors, compared with the final diagnoses of the surgical specimen, bioptic diagnoses were absolutely correct in 76.8% of the cases, nearly correct in 13.2% of the cases, and incorrect in 10% of the cases. Pheochromocytomas were correctly diagnosed in 96% of the cases, cortical adenomas were correctly or nearly correctly reported in 91% of the cases, cortical carcinomas were correctly or nearly correctly reported in 76% of the cases, and metastases were correctly or nearly correctly reported in 77% of the cases. Of the 39 malignant lesions, only 4 were misclassified, 2 as benign and 2 as possibly malignant. This resulted in an overall sensitivity for malignancy of 94.6% and specificity of 95.3%. Our findings suggest that adrenal core biopsy is a useful method for identifying and classifying adrenal tumorous lesions if sufficient biopsy specimens can be obtained. However, in clinical practice it remains to be shown whether the benefits of biopsy outweigh the risks of the procedure. HUM PATHOL 34:180-186. Copyright 2003, Elsevier Science (USA). All rights reserved.