Einleitung Die Gallengangsatresie ist eine seltene inflammatorische Cholangiopathie des Neugeborenen, die zu einer frühen Obliteration der Gallenwege mit sekundärer biliärer Leberfibrose führt. Die frühe Diagnose und adäquate Therapie (Portoenterostomie nach Kasai) sind für das Überleben mit der eigenen Leber essentiell. Die zeitgerechte Differentialdiagnostik ist bei den sehr jungen Säuglingen komplex: Anamnese, klinische Untersuchung, Labordiagnostik und Sonographie stellen die Grundlage in der Diagnostik, allerdings kann keine nichtinvasive Untersuchung eine Gallengangsatresie ausschließen, so dass weiterhin die Laparotomie mit offener Cholangiographie der Goldstandard in der Diagnostik der Gallengangsatresie ist. Hier stellt die endoskopische retrograde Cholangiopankreatikografie (ERCP) mit ihrer hohen fluoroskopischen Ortsauflösung eine wichtige interventionelle Alternative dar.
Einleitung „Es gibt keine randomisierten prospektiven Studien zur optimalen Versorgung der unteren gastrointestinalen Blutung (uGIB)“ [1]. Parameter/Scores zur Planung der endoskopischen Maßnahmen bei Kreislauf-stabilen Patienten mit Hinweisen auf eine uGIB sind in der Literatur kaum beschrieben Die Standard-Diagnostik bei okkultem oder overtem Blut im Stuhl ist die Endoskopie.
Einleitung Die häufigste postoperative Komplikation nach laparoskopischer Sleeve-Gastrektomie ist eine Klammernaht-Insuffizienz, welche typischerweise im Bereich des Hiss´schen Winkels auftritt. Diese sogenannte Staple-Line-Leak tritt in bis zu 2 % der Operationen auf. Die bariatrischen Patienten weisen häufig keine typische klinische Symptomatik auf, so die Diagnose erschwert sein kann. Bei dringendem Verdacht auf das Vorliegen einer Staple-Line-Leak kann eine diagnostische Re-Laparoskopie mit Lavage und Zieldrainage und eine simultane Endoskopie ggf. mit Etablierung einer endoskopischen Unterdrucktherapie erfolgen. Durch die Endoskopie kann aufgrund der Insufflation periprozedural, eine sichere Detektion möglicher, kleiner Leckagen sichergestellt werden.
Einleitung Die Dünndarm-Transplantation (DDTx) ist für Patienten mit Dünndarm-Versagen aus unterschiedlichen Ursachen, die einzige zielführende Therapie-Option. Als immun-kompetentes Organ ist das Risiko einer akuten zellulären Abstoßung nach DDTx insbesondere im ersten Jahr nach Tranplantation hoch. Durch Magnifikations-Endoskopie kann eine Darstellung möglicher pathologischer Veränderungen der Zotten und Krypten gewährleistet werden. Goldstandard ist die histologische Sicherung zur Beurteilung einer akuten zellulären Abstoßung.
Einleitung Duodenaldivertikel treten bei bis zu 30 % aller Patienten auf und stellen einen Zufallsbefund ohne pathologischen Inhalt in der Gastroskopie dar. Eine spontane Divertikelperforation duodenal ist ein sehr seltenes Ereignis, welches in den meisten Fällen chirurgisch therapiert wird.
Einleitung Nach Gastrektomie mit Wiederherstellung der Passage mittels Ösophagojejunostomie stellt die Insuffizienz der Anastomose die schwerwiegendste Komplikation dar. In dieser retrospektiven Analyse wurde der Verlauf bei Auftreten einer Insuffizienz nach Gastrektomie mit intraoperativer HIPEC in 2 Zentren analysiert.
Background Management of iatrogenic esophageal perforation (IEP) is challenging. Endoscopic negative pressure therapy (ENPT) is an emerging and effective tool for the treatment of gastrointestinal and anastomotic leaks. We have used ENPT as first-line therapy for IEP since 2017.The aim of this study was to present our results with this strategy in patients with IEP. Methods Nine patients were treated with ENPT for IEP between August 2017 and August 2019.Their treatment characteristics, including duration of therapy, strategy used, and outcomes, were analyzed. Treatment included ENPT with open-pore film drainage (OFD) and open-pore polyurethane foam drainage (OPD). Results Early diagnosis (<24 hours) of IEP occurred in four patients. After a mean (standard deviation) of 19.0 (13.5) days of ENPT, 6.4 (3.4) endoscopies, and 38.1 (40.3) days of hospitalization, endoscopic treatment was effective and successful in all of the patients. Additional video-assisted thoracic surgery (VATS) was done in four patients. Conclusions ENPT is an effective new method for the management of IEP. ENPT with OFD and OPD can be combined with minimally invasive operative methods for sepsis control in IEP.
Die Akute Nekrostisierende Pankreatitis (ANP) ist ein benignes Krankheitsbild mit einer hohen Mortalitäts- und Morbiditätsrate. Der seit 2010 propagierte Step-up Approach bei Patienten mit ANP konnte diese Raten reduzieren und zu einem besseren Verständnis für das Krankheitsbild beitragen. Was aber tun, bei transgastrisch und transduodenal nicht erreichbaren infizierten Nekrosen, die durch die perkutanen Drainagen nur unzureichend drainiert werden?
Benigne Ösophagusleckagen sind transmurale Defekte durch iatrogene Verletzungen, durch fremdkörperbedingte oder spontane Perfoartionen und durch emetogene Rupturen. Bis zum Ende des letzten Jahrtausend gingen diese Krankheitsentitäten mit einer sehr hohen Letalität einher. Durch die Fortschritte insbesondere im Bereich der endoskopischen Therapie konnte die Letalität drastisch gesenkt werden.
Die Vakuumtherapie wird in der offenen Wundbehandlung seit 1990 klinisch angewendet, im endoskopischen Setting wird sie seit 2001 durchgeführt. Für die offene Wundbehandlung existieren experimentelle Daten für die Druckentwicklung im Zwischenbereich Schwamm/Gewebe. Für die endoskopische Vakuumtherapie (EVT) sind bei zunehmender Anwendung bisher keine experimentellen Daten bekannt.
Intrathorakale Anastomoseninsuffizienzen (ITAI) gehen, in einem durch die primäre operative Therapie geschwächten, meistens älteren und durch Neoadjuvanz therapierten Patientengut, mit einer deutlichen Erhöhung der Morbidität und Mortalität einher Die frühzeitige Diagnostik und Therapie der ITAI ist Prognose-entscheidend.
Ein kompletter Ösophagusverschluss nach Radiotherapie bei Karzinomen des Larynx, Pharynx oder oberen Ösophagus ist selten. Die Unfähigkeit den eigenen Speichel zu schlucken geht mit einer verminderten Lebensqualität einher. Techniken der endoskopischen Rekanalisation bei komplettem Ösophagusverschluss sind nicht gut etabliert.
Background. Intestinal transplantation is a treatment option for intestinal failure. Although nephrotoxic medication after transplantation is a major cause for posttransplant renal insufficiency, it remains unclear why kidney dysfunction is particularly frequent after intestinal transplantation.Methods. This study analyzed messenger RNA expression of NHE3, DRA, and CFTR in 404 biopsies obtained between day 2 and 1508 from the terminal ileum of 10 adult intestinal transplant recipients.Results. The time courses of immunosuppression and glomerular filtration rate were correlated. In the first posttransplant year, expression of NHE3 and DRA, which mediate NaCI absorption, was diminished to a greater degree than that of CFTR, which mediates chloride secretion. Reduced NHE3 and DRA expression was associated with high tacrolimus trough levels. Titration of tacrolimus to low levels by year 2 was paralleled by partially restored NHE3 and DRA expression. In cell culture experiments, similar effects of tacrolimus on transporter expression were detected. In patients, both reduced tacrolimus levels and recovery of NHE3 and DRA expression were associated with stabilization of renal function.Conclusions. Our data strongly suggest that tacrolimus impairs absorption of NaCI and water from the transplanted ileum, leading to volume depletion and impaired renal function. This may be reversible by reduction of tacrolimus to lower levels without increased rates of rejection or chronic graft failure.
Einleitung: Auf eine frühzeitige koloskopische Abklärung bei Patienten mit komplizierter Sigmadivertikulitis wird in der Regel verzichtet, jedoch könnte sie wertvolle klinische Informationen vor einer Operation liefern.
Zusammenfassung Der Over-the-scope-Clip (OTSC) wird hauptsächlich zum endoskopischen Verschluss gastrointestinaler Defekte oder zur Blutstillung verwendet. Der Einsatz bei der Resektion subepithelialer Tumoren oder gar zur endoskopischen Vollwandresektion ist bislang noch Gegenstand von Untersuchungen. Neuroendokrine Tumoren (NET) des Duodenums sind seltene Erkrankungen, bei denen bis zu einer Größe von 20 mm endoskopisch reseziert werden kann, allerdings aufgrund der subepithelialen Lage Tumorreste zur Tiefe hin verbleiben können. Wir berichten über einen 60-jährigen Patienten mit zahlreichen Vorerkrankungen, bei dem wir nach R1-Resektion (vertikal) eines duodenalen NET (G1) komplikationslos eine OTSC-assistierte tiefe Nachresektion endoskopisch durchführten. Histologisch konnten so Tumorfreiheit (R0) erreicht und eine offene Resektion vermieden werden. Unser Fallbericht demonstriert, dass die OTSC-assistierte tiefe Resektion subepithelialer Tumoren eine mögliche und sichere Alternative speziell für Patienten und Lokalisationen darstellt, bei denen eine operative Entfernung mit einem erhöhten Risiko verbunden ist.
Die Perkutane endoskopische Gastrostomie (PEG) ist die am häufigsten genutzte Methode einer enteralen Langzeiternährung bei Patienten mit Schluck- und Passagestörungen. PEG-Anlagen sind sicher, können aber im Einzelfall auch Komplikationen machen. Vor allem Wund- und Hautinfektionen werden beschrieben. Die Verwendung einer antibiotischen Prophylaxe vor PEG-Anlage wird von einigen Fachgesellschaften unterstützt ist aber bisher keine generelle Empfehlung.
The over the scope clip (OTSC) is mainly used for closure of gastrointestinal endoluminal defects and treatment of gastrointestinal bleeding. Its use for resection of subepithelial tumors or full-thickness resection is still under investigation. Duodenal neuroendocrine tumors (NET) are rare neoplasms. Endoscopic resection is appropriate up to a size of 20 mm, however positive deep margins are a frequent challenge in these subepithelial tumors. We report on a 60-year-old male patient who had undergone endoscopic mucosal resection with R1 deep margins of a NET (G1) in the duodenal bulb. To avoid local surgical resection in this multimorbid patient, we performed OTSC-assisted deep resection. Complete resection (R0) was achieved, and no complications occurred. Our report suggests that OTSC-assisted resection of subepithelial tumors is a possible and safe option, especially for patiens and in locations with a high perioperative risk.
Die akute Arrosionsblutung der A. gastroduodenalis bei einem duodenalen Hinterwandulkus ist neben der aortoduodenalen Fistelblutung die schwerwiegendste Blutungskomplikation im GI-Trakt mit hoher Morbidität und Mortalität.
Die endoskopische Polypektomie. die Mukosaresektion sowie die en-bloc-Befundentfernung mittels submukosaler Dissektionstechniken (ESD) sind mittlerweile etablierte Techniken zur Adenom- bzw. Frühkarzinom-Therapie im GI-Trakt. Grenzen der Verfahren liegen bei (submukösen) Tumoren mit Infiltration der Lamina muscularis propria oder bei ausgeprägter Narbenbildung nach vorausgegangener Teilpolypektomie bzw. bei Rezidiven. Hier wäre ein flexibel einsetzbares Vollwandresektionsverfahren hilfreich.