Leukodystrophien sind eine heterogene Gruppe angeborener dysmyelinisierender zerebraler Erkrankungen vornehmlich der weißen Substanz. Die hypomyelinisierenden, durch Deletion, Mutation oder Duplikation bestimmter Proteingene bedingten Leukodystrophien Pelizäus-Merzbacher-Erkrankung und Pelizäus-Merzbacher-ähnliche Erkrankung sind klinisch unter anderem durch Nystagmus, verzögerte motorische Entwicklung, Ataxie und progressive Spastik charakterisiert. Beide Krankheitsbilder sind weder klinisch noch morphologisch in der Magnetresonanztomografie (MRT) und MR-Spektroskopie (MRS) sicher voneinander zu differenzieren (Plecko B et al. Neuropediatrics 2003; 34: 127 - 136). Typischerweise zeigen diese Erkrankungen in der MRS verminderte Cholin-(Cho-)Werte als Ausdruck der Hypomyelinisierung und verminderte N-Acetyl-Aspartat-(NAA-)Werte als Ausdruck der Neuronendegeneration (Pizzini F et al. AJNR 2003; 24: 1683 - 1689).
Ziele: Evaluation des Behandlungserfolges und der Komplikationen der perkutanen Radiofrequenzablation (RFA) in der Behandlung von Nierentumoren. Methode: Von März 2004 bis August 2005 wurden 19 Patienten (6 Frauen und 13 Männer) mit 20 Nierentumoren mittels RFA behandelt. Das mittlere Alter war 74 Jahre (56 bis 87 Jahre). Die mittlere Tumorgröße war 2,5cm (1–4,4cm). Die CT oder MRT Nachsorgeuntersuchungen wurden nach 1 Woche, nach 1, 3, 6 and 12 Monaten und anschließend halbjährlich nach RFA durchgeführt. Das Fehlen einer Kontrastmittelaufnahme im Gebiet der RFA wurde als komplette Tumornekrose gewertet. Ergebnis: RFA wurde bei allen 19 Patienten erfolgreich durchgeführt. Die Nachsorgeuntersuchungen zeigten bei 18/20 Tumoren eine komplette Tumornekrose. Bei 2 Tumoren mit 3,2 und 4cm Durchmesser konnte eine randständige Kontrastmittelaufnahme als Zeichen eines Rezidivs beobachtet werden. Alle 13 (100%) Tumore, die ≤3cm waren, und 5/7 Nierentumore (71,4%) von >3cm zeigten bisher kein Rezidiv. Bei einem Patienten wurde ein großes subkapsuläres Nierenhämatom nach RFA beobachtet, welches sich spontan ohne Therapie zurückbildete. Die übrigen 18 Patienten zeigten keine signifikanten Komplikationen (allenfalls kleine, nicht kontrollbedürftige, meist subkapsuläre Nierenhämatome). Schlussfolgerung: Die perkutane CT-geleitete RFA von Nierentumoren ist eine sichere und effektive Technik zur Behandlung von Nierentumoren. Der größte Erfolg wurde bei Tumoren erreicht, die ≤3cm im Durchmesser waren.
Ziele: Prospektive Evaluation der klinischen Wertigkeit des 3DUS bei Applikation am neonatalen Neurokranium. Methode: Bei 60 intensivgepflegten Neu-/Frühgeborenen und Säuglingen (25. – 42. SSW) wurden zusätzlich zum konventionellen Ultraschall des Neurokraniums ein 3DUS mit einem Voluson 730 Ultraschallgerät (Kretz/GE, Österreich/USA) durchgeführt. Die 2DUS- und 3DUS-Untersuchungen wurden von verschiedenen Befundern getrennt ausgewertet und die Ergebnisse miteinander verglichen. Ergebnis: Alle 3DUS-Untersuchungen waren mit diagnostischer Qualität ohne Sedierung durchführbar und erfassten alle im 2DUS diagnostizierten relevanten Veränderungen. Die Ergebnisse umfassten Normalbefunde oder Unreifezeichen (n=21), Plexuszysten (n=4), Plexusblutungen (n=10), intraventrikuläre Blutungen I-III (n=8), Marklagerauffälligkeiten (n=4), Infarkte inklusive periventrikuläre hämorrhagische Infarkte (n=6), Hydrozephalus (n=4), erweiterte extrazerebrale Liquorräume (n=2), und einen suprasellären Mittellinientumor. Der 3DUS verkürzte die Untersuchungszeit am Patienten (3DUS: 4,8±2,6min versus 2DUS: 9,1±6,1min) und ermöglichte in Einzelfällen gut vergleichbare Verlaufskontrollen. Die zusätzliche axiale Schnittebene des 3DUS verbesserte das differentialdiagnostische Potential. Die Inter – und Intrauntersuchervariabilität des 3DUS war nur unwesentlich besser als beim 2DUS. Als Nachteile des 3DUS waren vor allem die fehlenden duplex-sonographischen Möglichkeiten und die geringere Auflösung zu bedenken. Schlussfolgerung: Der 3DUS des neonatalen Neurokraniums ist mit diagnostischer Qualität ohne Sedierung durchführbar und ermöglicht eine standardisierte und detaillierte Dokumentation, die einen guten Vergleich mit Voruntersuchungen oder anderen Schnittbildverfahren, erlauben. Der 3DUS stellt somit eine wertvolle Ergänzung des konventionellen 2DUS in der neonatalen Neurosonographie dar.
Ziele: Evaluation der Rolle der Multidetektor-CT (MDCT) in der Detektion und im Staging von Urothelkarzinomen des oberen Harntraktes. Methode: Bei 39 Patienten mit histologisch verifizierten Übergangszellkarzinomen des Nierenbeckens und/oder des Ureters wurden die präoperativen MDCT-Untersuchungen retrospektiv untersucht. Die MDCT-Untersuchung bestand aus nativen Scans und Kontrastmittel-Scans während der kortikomedullären (30s nach intravenöser Kontrastmittelapplikation),der nephrograhisch-exkretorischen (180s) und der pyelographisch-exkretorischen Phase (420–600s). Die Evaluation umfasste Detektion der Tumore und Tumorstaging nach der TNM-Klassifikation. Die CT-Ergebnisse wurden mit dem histologischen Befund verglichen. Die Dichtemessungen der Tumore wurde mittels ROI –Messungen durchgeführt und in Hounsfield-Einheiten (HE) angegeben. Ergebnis: Alle 39 Urothelkarzinome inklusive der 2 multizentrischen Erscheinungsformen konnten mit der MDCT entdeckt werden. Frühformen der Urothelkarzinome (Stadium 0–2) wurden in 96,3% (26/27) richtig zugeordnet. Fortgeschrittene Tumorstadien (Stadium 3–4) wurden in 66,6% (8/12)richtig gestaged. Insgesamt konnten in der MDCT 87,1% (34/39)der Tumorstadien richtig zugeordnet werden. Es gab keinen signifikanten Unterschied der mittleren Dichte der Übergangszellkarzinome zwischen den einzelnen Phasen nach Kontrastmittelapplikation (p>0,05). Schlussfolgerung: Die MDCT mit ihrer hohen räumlichen und zeitlichen Auflösung zeigt eine Verbesserung in der Detektion und im Staging von Urothelkarzinomen der oberen Harntraktes im Vergleich zur Einzeiler-CT.
To evaluate frequency and influence of perfused lumbar arteries (pLA) and inferior mesenteric arteries (pIMA) on develop-ment and incidence of type-2 endoleaks (EL-II) and volume changes of AAA after EVR. 114 patients underwent transfemoral insertion of endoluminal stent-grafts for treatment of AAA. Pre- and post-operative CT scans before discharge, at 1, 3, 6 months and biannually thereafter were performed ; pLA and pIMA were evaluated in each follow-up scan. Volumes of the aneurysmal sacs were measured. Median follow-up was 24 months. Six months after stent-graft implantation pIMA and/or at least 2 pLA were seen in 45 patients (50,5%) ; 11 patients (12,4% of the study cohort) had an EL-II. A tendency to minor mean volume loss in patients with pLA/ ptIMA and significant trend to volume increase in patients with EL-II in later follow-ups was seen. We found a high incidence of pLA/ptIMA in patients after EVR. Persistent lumbar and inferior mesenteric artery perfusion is associated with significantly higher EL-II rates after EVR of AAA. Significant différences in volume changes in later follow-ups were seen between patients with or without EL-II.
PURPOSE:To evaluate the midterm clinical results and patency of transjugular portosystemic shunts (TIPS) created with a commercially available expanded polytetrafluoroethylene (ePTFE)-covered stent-graft based on angiographic and ultrasonographic (US) criteria in a series of 71 patients.MATERIALS AND METHODS:Seventy-one patients (61 men, 10 women; mean age, 58.6 years, range, 25-78 years) were included in this series, which was performed in two centers. Indications for TIPS creation were refractory ascites (n = 44) and recurrent esophageal bleeding (n = 27). Ten patients had Child-Pugh class A liver cirrhosis, 43 had class B disease, and 18 had class C disease. Underlying liver diseases were alcoholic cirrhosis (n = 58), cirrhosis resulting from hepatitis (n = 9), cryptogenic cirrhosis (n = 3), and Budd-Chiari syndrome (n = 1). TIPS were created with commercially available ePTFE-covered stent-grafts in all patients. The diameters of the stent-grafts were 10 mm in 58 patients and 8 mm in the remaining 13 patients. Follow-up included clinical examination and color-coded US after 5 days, 1, 3, and 6 months, and every 6 months thereafter. Shunt angiograms were obtained every 6 months. Median follow-up was 16.3 months (range, 3.8-26.6 months).RESULTS:TIPS creation was successful in all patients without complications, and effective portal decompression was observed with a reduction of the mean portal gradient from 19 mm Hg to 6 mm Hg before and after TIPS creation. Four shunt occlusions were observed after 5 days, 2 months, 3 months, and 6 months. Shunt stenosis was observed in three patients at the hepatic vein, which was not fully covered by the stent-graft, after 6 months (n = 2) and 12 months, and at the portal side after 1 month in a patient who initially had portal vein thrombosis. The repeat intervention rate was 11.3%. The primary patency rates were 87.4% (95% CI, 77.7%-97.1%) after 6 months and 80.8% (95% CI, 68.2%-93.4%) after 12 months. The rate of de novo or deteriorated hepatic encephalopathy was 31%. The recurrent bleeding rate was 3.7% (one of 27), and ascites improved or resolved in 64% of patients after 1 month.CONCLUSION:TIPS patency can be significantly increased if the ePTFE-covered stent-graft is used for shunt creation. The increased shunt patency contributes to low repeat intervention and recurrent bleeding rates. The rate of hepatic encephalopathy is within the range of previously reported rates.
Ziele: To determine accuracy and safety of fine-needle biopsy (FNP) and core cut biopsy of thoracic lesions under computed tomographic guidance. Methode: One hundred-and-four patients with thoracic lesions underwent CT-guided FNP and core-cut biopsy. None of the patients had severe chronic obstructive pulmonary disease (COPD) or severe restrictive lung disease neither a coagolopathy. Four patients had known extrathoracic primary tumors. All biopsies were performed utilizing a 19 gauge introducer-needle in all patients. The patients had first FNP with a 22 gauge needle followed by core cut biopsy with a 20 gauge needle. Written informed consent was given in all patients. Ergebnis: Adequate specimens were obtained in 93/104 (89.4%) and 78/104 (75%) patients for histological and cytological examinations, respectively (as determined by pathologist and cytopathologist). Sensitiviy, specificity and accuracy for histology and cytology were 87.6%, 95.4%, 89.3% and 68.2%, 85%, 71.5%, respectively. 24/104 (23.1%) patients developed a small pneumothorax, three patients patients required a transthoracal chest catheter to evacuate the pneumothorax. 9/104 (8.6%) patients developed minor hemoptysis. None of them required any further specific treatment. Schlussfolgerung: Core cut biopsy is a more accurate diagnostic tool in evaluating thoracic lesions and its complication rate is acceptable.
Ziele: Evaluation der Häufigkeit und Bedeutung von perfundierten Lumbalarterien (pLA) und perfundierten unteren Mesenterialarterien (pAMI) auf die Entwicklung und Inzidenz von Endoleaks Typ 2 (EL-2) und deren Einfluss auf die Volumenänderungen von abdominellen Aortenaneurysmen (AAA) nach endoluminaler Sanierung. Methode: Bei 114 Patienten (mittleres Alter 72 Jahre) wurde ein AAA endoluminal saniert. Patienten mit weniger als 6 Monaten Nachsorge oder Endoleaks Typ 1 wurden ausgeschlossen.89 konsekutive Patienten wurden für die weitere statistische Evaluation inkludiert. Nach einer präoperativen Abdomen-CT wurden die postinterventionellen CT-Kontrollen bei der Entlassung, nach 1,3,6 Monaten und dann halbjährlich durchgeführt. Bei jeder CT wurden die pLA und pAMI evaluiert, das Aneurysmavolumen mittels eines semiautomatischen planimetrischen Additionsverfahrens errechnet. Ergebnis: Mittlere Nachsorgezeit war 24 Monate (Range 6–36 Monate). Insgesamt wurden 706 CT durchgeführt und analysiert. Bei der postoperativen Kontrolle nach 6 Monaten zeigten 45 Patienten (50.5%) pAMI oder zumindest zwei pLA,11 Patienten (12,4%) hatten ein EL-2. Bei den Patienten ohne pLA/pAMI trat kein EL-2 auf (p<0,05). Drei Gruppen wurden erfasst und verglichen: Patienten ohne pLA/pAMI/EL-2 (Gruppe 1) und Patienten mit pLA/pAMI ohne EL-2 (Gruppe 2a) und mit EL-2 (Gruppe 2b). Das mittlere Aneurysmavolumen nahm nach der Intervention zu und sank graduell während der Nachsorge. Der Volumenverlauf des AAA ergab: kein signifikanter Unterschied zwischen Gruppe 1 und 2a, ein signifikanter Unterschied zwischen Gruppe 1 und 2b nach 30 und 36 postoperativen Monaten. Schlussfolgerung: Patienten haben nach endoluminaler Sanierung von AAA eine hohe Inzidenz an pLA/pAMI, die im Verlauf der Nachsorge abnimmt. Persistierende pLA/pAMI zeigen ein statistisch signifikant häufigeres Auftreten von EL-2. Signifikante Unterschiede in den Volumenänderungen von AAA in späten Nachsorgeuntersuchungen zwischen Patienten mit und ohne EL-2.
Ziele: Evaluation der diagnostischen Anwendbarkeit eines standardisierten MSCT Traumaprotokolls zur schnellen und sicheren Beurteilung von Thoraxverletzungen. Methode: Im Zeitraum von 01/2000 bis 01/2003 wurden 335 Patienten mit der Diagnose „Polytrauma“ unserer Abteilung zugewiesen. Alle Patienten wurden mit einem 4-Schicht-Spiral-CT (GE Light Speed QXi®) mittels standardisiertem Traumaprotokoll untersucht (Kollimation 2.5mm, Pitch 1.5 (high speed), Rekonstruktionsintervall 2, 120ml Kontrastmittel (Ultravist 300®), Flow 3,5ml/sek., Delay 25 sek. – Smart prep.). Ergebnis: Bei 231 (69%) von 335 Patienten wurden Thoraxverletzungen diagnostiziert, wobei Verletzungen der Thoraxwand, Pleura, des Lungenparenchyms, Tracheobronchialsystems, Oesophagus, Mediastinums und Diaphragmas differenziert wurden. 97 Pat. (42%) hatten ein Weichteilemphysem und 23 (10%) ein Haematom der Thoraxwand; diverse Frakturen: 177 Pat (76.7%) Rippen, 29 (12.6%) Clavicula, 15 (6.5%) Sternum, 26 (11.3%) Scapula, 50 (21.6%) BWS; Pneumothorax bei 127 (55%) Patienten, 2 (0.9%) mit Spannungspneumothorax; 68 (29.4%) Haematothorax; 93 (40.3%) Lungenkontusionen, 12 (5.2%) Lungenlazeration; 23 (10%) Pneumomediastinum; 4 (1.7%) traumatischer Ruptur der Aorta thoracalis; 1 (0.5%) Ruptur der supraaortalen Arterien und 4 (1.7%) mit Zwerchfellruptur. Zusätzliche 2D- und 3D-Rekonstruktionen ermöglichten eine verbesserte Diagnostik von Gefäß- und Wirbelsäulenverletzungen. Schlussfolgerung: Bei 69% Thoraxbeteiligung im Rahmen von Polytraumen ermöglicht die Erstdiagnostik mittels einem standardisierten MSCT-Protokoll und zusätzlichen multiplanaren Rekonstruktionen eine effiziente und schnelle Diagnose von unterschiedlichen Thoraxverletzungen.
Ziele: Bestimmung der Wertigkeit des blood-pool Kontrastmittels NC100150 (Amersham Health, Oslo, Norwegen) zur Evaluation von Thrombosen der tiefen Becken- und Beinvenen. Methode: Es wurden 12 Patienten prospektiv mittels konventioneller Venographie (XRV) und mittels MR Venographie (MRV) nach Injektion von NC100150 (2ml/kg KG) untersucht. Die source images und 3D maximum intensity projection images (MIP) wurden an einer unabhängigen Workstation ausgewertet. Die Diagnose wurde von 2 Radiologen im Konsens erhoben. Ergebnis: Bei 87 Venen waren sowohl die XRV als auch die MRV von diagnostischer Qualität. In der XRV wurden in 30 von 87 Venen Thromben gefunden (34,5%). Übereinstimmung in der Thrombusdiagnose lag bei 83 von 87 Venen vor (95,4%; Kappa=0,9). Im Vergleich zur XRV hatte die blood-pool MRV insgesamt eine Sensitivität und Spezifität von 93,3% und 96,5%. Zwei Thrombosen der vena poplitea und der vena tibialis posterior kamen in der MRV zur Darstellung, nicht aber in der XRV. Andererseits konnten zwei Venenthrombosen unterhalb des Kniegelenkes nicht mittels MRV dargestellt werden, wohl aber in der XRV. Schlussfolgerung: NC100150 erlaubt eine verlängerte und verbesserte Darstellung der peripheren Venen und könnte einige Einschränkungen der gadoliniumverstärkten MRV umgehen. Es ist eine vollständigere Untersuchung der proximalen Venen möglich als in der konventionellen XRV. Arterielle und venöse Kontrastierung und Bewegungsartefakte können jedoch zu Einschränkungen der Bildinterpretation führen.
Ziele: Evaluation der diagnostischen Wertigkeit des kontrastmittelverstärkten Ultraschalls in der Differenzierung fokaler Nierenläsionen. Methode: 30 Patienten mit sonographisch detektierten Nierenläsionen wurden prospektiv mittels 2,4ml i.v. Bolusinjektion des Ultraschallkontrastmittels SonoVue (Bracco, Italien) am Ultraschallgerät Sequoia 512 (Acuson/Siemens, USA/Deutschland) mit einem 4C1-Schallkopf untersucht. Während eines kontinuierlichen Scans über 3 Minuten mit „low-MI-technik“ wurde das Kontrastmittelverhalten der Nierenläsionen in den verschiedenen Phasen (arteriell, venös, spät) beurteilt. Goldstandard für die definitive Diagnostik waren die Spiral-CT und fakultativ die Histologie. Ergebnis: Bei allen Patienten konnte ein diagnostisch verwertbarer Kontrastmittelultraschall zur Beurteilung des Perfusionsverhaltens der Nierenläsionen durchgeführt werden. Die Spiral-CT und die Histologie ergaben solide Tumoren (solide Nierenzellkarzinome [NCC], n=20, davon 16 klarzellige und 4 papilläre NCC), zystische Läsionen (Bosniak II, n=3, Bosniak III, n=2, davon histologisch verifiziert 1 inflammierte Zyste, 1 zystisches NCC, Bosniak IV, n=1), Urothelkarzinome (n=2), und Pseudotumoren (n=2). Aufgrund des unterschiedlichen Kontrastmittelverhaltens konnten auch kleinere (<2cm) Nierenläsionen differenziert werden. Schlussfolgerung: Der echosignalverstärke Ultraschall mit SonoVue ermöglicht eine Beurteilung und Differenzierung auch kleinerer Nierenläsionen und stellt damit eine Bereicherung und Alternative im klinisch-sonographischen Alltag dar.
Ziele: The purpose of this study was to evaluate the use of a standardized contrast-enhanced MSCT examination to show sites of active haemorrhage as a guide for conservative, surgical or angiographic treatment in patients sustaining blunt abdominal or pelvic trauma. Methode: Retrospectively, 375 patients (01/2000–08/2003) with initial diagnosis „polytrauma“ underwent a standardized MS-CT examination. MS-CT scans were performed with a Lightspeed QX/i®(GE) using collimation of 5.0mm, pitch 1.5 (High Speed), RI 2, FOV diaphragm – pelvis. In all patients 120ml contrast-agent was injected with a flow-rate of 3,5ml/s. The scans were started with a delay of 70s. Benefits of MS-CT and especially in vascular injuries various postprocessing algorithms (MPR) were displayed. Ergebnis: In 14/375 (4%) patients an active extravasation of contrast agent as reference of an active haemorrhage was detected. The locations of active haemorrhage as determined by extravasation of contrast agent shown on MSCT scans included the abdomen (spleen, liver, kidney)-9/14 (64%), pelvis –2/14 (14%), retroperitoneum –1/14 (8%), and abdominal/thoracic wall –2/14 (14%). The origin of haemorrhage was confirmed in all cases to correspond to the anatomic region in which extravasated contrast agent was shown by MSCT. The CT attenuation of active haemorrhage was in all cases greater than 100 H, in comparison clotted blood showed CT attenuation of 70–90H. Schlussfolgerung: MSCT examination rapidly can detect active blood extravasation in polytraumatized hemodynamicly stable patients. MSCT accurately shows the anatomic location of haemorrhage and the probable vascular origin. CT imaging findings consequently can be used as a guide for angiographic or surgical treatment.
Ziele: Anwendbarkeit einer standardisierten MSCT Untersuchungsprotokoll im Rahmen der Erstuntersuchung polytraumatisierter Patienten zur Diagnostik und Klassifizierung von Verletzungen des miterfassten Achsenskeletts. Methode: Von 01/2000 bis 04/2003 wurden 345 Patienten mit der Eingangsdiagnose „Polytrauma“ einer standardisierten MSCT Untersuchung unterzogen. Diese wurden retrospektiv von 2 erfahrenen Radiologen, die Frakturen an der oberen HWS nach Anderson und d'Alonzo, die übrigen Frakturen nach Magerl, beurteilt. Statistischer Nachweis typischer und häufiger Verletzungsmuster erfolgte mittels Signifikanztest (Chi-Quadrat-Test–statistische Signifikanz wenn p<0,05). Ergebnis: Bei 244 (70,7%) von 345 Patienten wurden Wirbelsäulenverletzungen diagnostiziert;davon entfielen 31 (12,7%) auf die HWS, 99 (40,6%) auf die BWS, 114 (46,7%) auf die LWS. Wirbelkörper- und Kompressionfrakturen sind an der BWS (p=0,000 bzw. 0,001) und LWS (p=0,018 bzw. 0,001) signifikant haüfiger als an der HWS; Mehrfachfrakturen sind an der LWS (p=0,023) signifikant häufiger als an der BWS; Proc. spinosus- und Wirbelbogenfrakturen sind an der HWS (p=0,031 und 0,005 bzw. 0,001 und 0,000) signifikant häufiger als an der BWS und LWS; eine Myelonkompression ist bei Wirbelbogenfrakturen signifikant häufiger (p=0,002) als bei Wirbelkörperfrakturen. Schlussfolgerung: Die Erstdiagnostik polytraumatisierter Patienten mittels einem standardisierten MSCT –Protokoll ermöglicht mit zusätzlichen multiplanaren Rekonstruktionen eine exakte und schnelle Diagnose von Wirbelsäulenverletzungen. Weiters konnte in unserer retrospektiven Studie signifikant haüfige Achsenskelettverletzungsmuster gezeigt werden, die im Rahmen der Polytraumadiagnostik beachtet werden sollten.
Ziele: Evaluation der diagnostischen Genauigkeit der kontrastverstärkten 3D Magnetresonanzangiographie (MRA) mittels Panoramatisch zur Beurteilung der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit. Methode: Bei 88 Patienten wurde eine kontrastverstärkte 3D-MRA der Becken- und Beingefäße mittels Panoramatisch durchgeführt. Es kam dabei eine spezielle Spule für periphere Gefäße zur Anwendung. Die MR Angiogramme wurden retrospectiv von zwei Untersuchern auf ihre diagnostische Qualität, das Vorliegen von Artefakten, den Grad und die hemodynamische Signifikanz von Stenosen hin evaluiert. Die Ergebnisse wurden mit denen der digitalen Subtraktionsangiographie (DSA) verglichen. Ergebnis: Die MRA mittels Panoramatisch zeigte eine hohe Sensitivität und Spezifität in der Erkennung von hochgradigen Stenosen (>=75% Lumeneinengung) der Beckenarterien (92.7% und 89.2%), Femoralarterien (93.8% und 89.2%), Poplitealarterien (93.6% und 90.1%) und Unterschenkelarterien (91.8% und 91.9%). Die Übereinstimmung zwischen den Untersuchern war ausgezeichnet für die Beckenarterien (Kappa=0.82±0.05), Femoralarterien (Kappa=0.83±0.04), Poplitealarterien (Kappa=0.83±0.05) und Unterschenkelarterien (Kappa=0.82±0.03). Schlussfolgerung: Die kontrastverstärkte 3D-MRA mittels Panoramatisch erwies sich als genaue und effektive Methode zur diagnostischen Evaluation von Patienten mit peripherer arterieller Verschlusskrankheit. Die 3D-MRA stellt eine kosteneffektive Alternative zur DSA in der klinischen Routine dar.