Projektionen des onkologischen Versorgungsbedarfs müssen regionale Besonderheiten der demographischen Entwicklung berücksichtigen. Ziel war es, die zukünftigen Krebsneuerkrankungszahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein für die 3 häufigsten Lokalisationen (Brust bzw. Prostata, Darm und Lunge) abzuschätzen.
Correction to:Schmerzen und Schmerzmanagement bei Kindern in Greifswald und Ostvorpommern: Vergleich mit den Ergebnissen des Kinder- und Jugendgesundheitssurveys (KiGGS)Gesundheitswesen 2010; 72(08/09): e45-e50DOI: 10.1055/s-0029-1242785
Hintergrund: Schmerzen stellen bei Kindern ein häufig auftretendes Gesundheitsproblem dar [1], gehen mit hohen gesellschaftlichen Kosten einher [2] und beeinträchtigen die gesundheitsbezogene Lebensqualität (HRQoL) [3]. Material und Methoden: Im Herbst 2007 wurde eine bevölkerungsbezogene schriftliche Befragung an Fünftklässlern in der Studienregion Greifswald/Landkreis Ostvorpommern durchgeführt. Die Fragebogenmodule zur Erhebung schmerzbezogener Variablen sind kompatibel zum Fragebogen des Kinder- und Jugendgesundheitssurveys (KiGGS), die Erfassung der HRQoL erfolgte mit dem KINDL-R [4]. Ergebnisse: An GeKoKidS beteiligen sich 19 Schulen in der Studienregion (Response: 86,3%). Befragt wurden n=852 Fünftklässler (Response: 93,2%). Kinder mit Hauptschmerz wiesen in den fünf am häufigsten genannten Lokalisationen Kopf, Bauch, Bein, Rücken und Hals signifikant niedrigere Werte der HRQoL als Kinder ohne Hauptschmerz auf (z.B. bei Kopfschmerzen: MW (KINDL-Körper Jungen)=68,78; p<0,01, MW (KINDL-Körper Mädchen)=67,23; p<0,01, MW (KINDL-Gesamt Jungen)=64,93; p<0,01, MW (KINDL-Gesamt Mädchen)=65,24; p<0,01). Im Vergleich zum KiGGS sind bei von Hauptschmerzen betroffenen Kindern der Studienregion insbesondere in der KINDL-R-Skala Schule (Items z.B. (In der letzten Woche) …habe ich die Schulaufgaben gut geschafft; …habe ich Angst vor schlechten Noten gehabt) signifikant niedrigere HRQoL-Werte zu berichten (z.B. bei Kopfschmerzen: MW (KINDL-Schule Jungen)=54,05; p<0,01, MW (KINDL-Schule Mädchen)=53,26; p<0,01). Diskussion: Korrespondierend mit dem KiGGS stellen Schmerzen für eine Vielzahl der befragten Kinder in der Studienregion ein gesundheitliches Problem dar und gehen mit einer signifikant niedrigeren gesundheitsbezogenen Lebensqualität einher. Im Unterschied zu den bundesrepräsentativen KiGGS-Daten sind von Hauptschmerzen betroffene Kinder aus Schulen der Studienregion in signifikant stärkerem Maße in ihrer schulischen Funktionsfähigkeit beeinträchtigt. Somit erscheint es sinnvoll, das Phänomen Schmerzen gerade in Schulen der Studienregion im (außer-)curricularen Bereich zu thematisieren. (Studie gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung; FKZ: 01EL0610. Angaben zum KiGGS basierend auf dem vom Robert Koch-Institut freundlicherweise zur Verfügung gestellten Public Use File.)
The growing absolute number of the elderly causes an increase in the number of patients suffering from not only chronic diseases and multimorbidity, but also higher usage of the health care system. In the German Federal State of Mecklenburg-Western Pomerania (MW), the effects of demographic change will be more pronounced than in other regions. The objective of this article is to show the consequences of the changing population structure for the health care system. Using examples from MW, innovative models to secure high quality health care at the population level are presented. Examples include the establishment of subsidiary practices, multidisciplinary ambulatory health care centers, delegation models, ambulatory health care managers, telemedicine, and intensified and improved interdisciplinary networking. In the context of the demographic change, assisted care, adequate symptom control, maintaining personnel competence, preservation of an independent lifestyle with a high quality of life, and stimulation of social participation become priority objectives of medical care. Besides the effectiveness and the quality of results with regard to these objectives, innovative health care models should be economically evaluated at the population level under real life practice conditions.
Einleitung: Der demografische Wandel in Deutschland führt zu neuen Herausforderungen für die medizinische Versorgung. Der Anteil älterer Menschen nimmt zu, so dass auch der Anteil altersspezifischer Krankheiten, wie z.B. der dementiellen Erkrankungen zunimmt. Darüber hinaus nimmt die Anzahl der Haus- und Fachärzte insbesondere in weniger dicht besiedelten Gebieten ab, so dass die Gefahr besteht, dass medizinisch/ärztlich unterversorgte Gebiete entstehen. Um die Versorgung der Patienten zu gewährleisten bzw. um diese zu optimieren müssen deshalb neue Versorgungsmodelle entwickelt und evaluiert werden. Ziel des Vortrages ist die Darstellung des Designs der prospektiven, randomisierten Kohorteninterventionsstudie DelpHi-MV. Methode: Probanden der Studie werden bei Routinebesuchen in der Hausarztpraxis rekrutiert. Einschlusskriterien sind Alter >64 Jahre, 1. Wohnsitz in der Region, Screeningtest für dementielle Erkrankung positiv (DemTect ≤8 Punkte), schriftliche Einverständniserklärung zur Teilnahme. Im Rahmen der Studie werden die Probanden und ihre Angehörigen in der Häuslichkeit besucht und es werden umfassende Daten zur Soziodemografie, gesundheitlichen Aspekten, zur medikamentösen Versorgung, Belastungssituation der Angehörigen, Integration in das Versorgungssystem u.ä. erhoben. Follow-Up Untersuchungen zur Veränderungsmessung werden im 6-Monatsrhythmus durchgeführt. In der Interventionsgruppe optimieren Dementia Care Manager (DCM) die vorhandene Versorgungsstruktur probandenzentriert. Die DCM organisieren ein den Probanden unterstützendes Hilfesystem. Dabei haben sie im Rahmen des Projektes Zugriff auf fachärztliche, soziale und pflegerische Fachkompetenz. Zur Qualifikation der Dementia Care Manager wird ein speziell für die Bedürfnisse der Probanden entwickeltes Curriculum erstellt. Ergebnisse: Die Studie liefert Aussagen über die Anzahl von Patienten mit dementiellen Erkrankungen im Hausarztsetting in Mecklenburg-Vorpommern. Darüber hinaus sind Aussagen über die Wirksamkeit einer netzwerkorientierten Versorgungsstruktur möglich. Ergebnisvariablen sind: leitliniengerechte medikamentöse Therapie der Erkrankung, Verlauf der Erkrankung, Hospitalisierung, Stressbelastung der Angehörigen, Komorbiditäten Diskussion: Problematische Aspekte, wie zum Beispiel Einwilligungsfähigkeit, Komorbiditäten, Rückmeldung von Diagnosen und Befunden und kranke Angehörige werden diskutiert.
The growing absolute number of the elderly causes an increase in the number of patients suffering from not only chronic diseases and multimorbidity, but also higher usage of the health care system. In the German Federal State of Mecklenburg-Western Pomerania (MW), the effects of demographic change will be more pronounced than in other regions. The objective of this article is to show the consequences of the changing population structure for the health care system. Using examples from MW, innovative models to secure high quality health care at the population level are presented. Examples include the establishment of subsidiary practices, multidisciplinary ambulatory health care centers, delegation models, ambulatory health care managers, telemedicine, and intensified and improved interdisciplinary networking. In the context of the demographic change, assisted care, adequate symptom control, maintaining personnel competence, preservation of an independent lifestyle with a high quality of life, and stimulation of social participation become priority objectives of medical care. Besides the effectiveness and the quality of results with regard to these objectives, innovative health care models should be economically evaluated at the population level under real life practice conditions.
Population-based epidemiological studies about the prevalence of chronic migraine using the 2004 International Headache Society (IHS) classification definition are rare. We analysed the data of the Deutsche Migräne und Kopfschmerz Gesellschaft headache study, which included 7417 adults in three regions of Germany, with respect to their headache. Additionally, body mass index, alcohol consumption and smoking behaviour were recorded. Using the IHS definition from 2004, chronic migraine was diagnosed in 0.2% of the population. Half of these patients also fulfilled the criteria of medication overuse headache (MOH). The distribution of migraine attacks per subject was highly skewed, with only 14% of all migraine patients having more than six migraine attacks per month. Patients with chronic migraine or MOH seem more often to be active smokers than controls without headache. A body mass index of ≥ 30 was present significantly more often in patients with MOH than in controls or in patients with episodic migraine. The skewed distribution of the numbers of attacks per patient supports the recommendation to differentiate between episodic migraine with low and high attack frequency, as is done in the classification of tension-type headache. It further suggests that migraine with high attack frequency might be biologically different. The higher prevalence of smokers and of patients with a body mass index ≥ 30 in chronic migraine or MOH supports the idea of a frontal dysfunction in these patients.
Hintergrund: Die Inanspruchnahme von Frauenärzten sinkt mit steigendem Alter der Patientinnen deutlich ab. Durch den demographischen Wandel wird die Anzahl älterer Frauen in Zukunft deutlich ansteigen. Dies führt z.B. zu einer Erhöhung der Anzahl von Patientinnen mit Krebserkrankungen insbesondere der Brust, des Uterus und der Ovarien. Gleichzeitig werden insbesondere dünnbesiedelte ländliche Räume zukünftig mit einer Verschlechterung der Erreichbarkeit von medizinischen Einrichtungen konfrontiert sein. In dieser Analyse untersuchen wir die mögliche Abhängigkeit der Inanspruchnahme von Frauenärzten von der räumlichen Erreichbarkeit. Die Erreichbarkeit wird dabei als Pkw- und ÖPNV (Öffentlicher Personennahverkehr)-Fahrzeit bzw. Fußwegdauer zwischen den Wohnorten der Probandinnen und dem jeweils nächstgelegenen Frauenarzt operationalisiert. Material und Methoden: Die Studie verbindet (1) Daten zum Verkehrssystem (Fahrpläne, Koordinaten der Bus- und Bahnhaltestellen, routingfähige Straßendaten (Fa. Tele Atlas, Gent)), (2) Adresskoordinaten der Frauenarztpraxen und (3) Daten der prospektiven populationsbasierten Study of Health in Pomerania (SHIP-1: 5-Jahres-follow-up, 2001–2006) zur Inanspruchnahme. Die Pkw-Fahrzeit zum nächstgelegenen Frauenarzt wurde für alle SHIP-Probandinnen mithilfe von ArcGIS 9.2 berechnet. Für die Berechnung der fußläufigen bzw. ÖPNV-Erreichbarkeit aller Probandinnen wurde eine eigene Software entwickelt. Die Analyse wurde mit multivariablen logistischen Regressionsmodellen unter Adjustierung von Alter und Sozialschicht durchgeführt. Ergebnisse: Von den insgesamt 1.670 SHIP-Probandinnen (Alter: 25–88 Jahre) machten 1.558 Probandinnen Angaben zur Inanspruchnahme von Frauenärzten. Die Wahrscheinlichkeit einen Frauenarzt aufzusuchen, sinkt mit steigender Pkw-Fahrzeit (in min.) (OR=0,969; 95%-KI: 0,942–0,997), während die Anreisezeit ausschließlich zu Fuß (p=0,585) oder mit dem ÖPNV (p=0,286) keinen Einfluss auf die Inanspruchnahme hat. Unter den a priori Annahmen (max. Fußweglänge: 500m; Hinfahrt: zwischen 7 und 11 Uhr; Rückfahrt: ab 12 Uhr bis 24 Uhr) konnten 272 Probandinnen eine Frauenarztpraxis weder zu Fuß noch mit dem ÖPNV erreichen. Auch dies hatte jedoch keinen Einfluss auf das Inanspruchnahmeverhalten (p=0,319). Diskussion: Die Ergebnisse können einen Beitrag für die zukünftige Versorgungsplanung und die Entwicklung von kompensatorischen Versorgungsmodellen leisten.
Hintergrund: Kenntnisse über Einflussfaktoren auf die Lebens- und medizinische Versorgungssituation von Demenzkranken und deren Angehörigen sind eine Voraussetzung für die rationale Planung von versorgungsepidemiologischen Interventionen. Das Ziel dieser Studie ist es daher, die Inanspruchnahme medizinischer Leistungen von an Demenz Erkrankten und deren betreuenden Angehörigen im Vergleich zu einer bevölkerungsbezogenen Stichprobe zu analysieren sowie Einflussfaktoren auf die Inanspruchnahme zu ermitteln. Methoden: Datengrundlage bildet die IDemUck-Studie, bei der 241 in der (eigenen) Häuslichkeit lebende Demenzerkrankte sowie deren 190 betreuende Angehörige mit einem standardisierten Interview u.a. zur Inanspruchnahme medizinischer Leistungen (niedergelassene Ärzte, stationäre Aufenthalte) und zur Lebenssituation (z.B. Soziodemografie, gesundheitsbezogene Lebensqualität [SF 36], Angehörigenbelastung [BIZA-D]) befragt worden sind. Bei den Demenzerkrankten wurde außerdem ihre kognitive Leistungsfähigkeit (CERAD) erhoben. Für den Vergleich von Inanspruchnahmeprävalenzen werden Daten des ersten 5-Jahres follow-ups der Study of Health in Pomerania (SHIP-I) genutzt. An SHIP-I nahmen 3300 Probanden (Response: 83,5%; Alter: 25–88 Jahre) teil, bei denen in einem medizinischen Interview u.a. Daten zu Soziodemografie, Inanspruchnahme medizinischer Leistungen und Gesundheitszustand erhoben wurden[1]. Ergebnisse: Von den hinsichtlich Demenz positiv gescreenten Probanden der IDemUck-Studie (DemTect≤8 und GDS≤10), nahmen 241 Demenzerkrankte (Response: 84,6%, Alter: 55–100 Jahre) sowie 190 betreuende Angehörige (Alter: 21–87 Jahre) an der Studie teil. Der Anteil derjenigen, der in den letzten vier Wochen mindestens einen Arztkontakt aufwies, unterscheidet sich in der Altersgruppe >65 Jahre zwischen Demenzerkrankten (68,9%), Angehörigen (64,0%) und SHIP-Probanden (73,8%). Gleichzeitig schätzen jedoch 44,0% der >65-jährigen Angehörigen von Demenzerkrankten ihren Gesundheitszustand als schlecht oder sehr schlecht ein, hingegen nur 25,4% der SHIP-Probanden. Ergebnisse: der Regressionsanalysen zu den Einflussfaktoren kognitiver Status des Demenzerkrankten, selbst eingeschätzter Gesundheitszustand, Angehörigenbelastung sowie soziodemographische Daten auf die Inanspruchnahme medizinischer Leistungen bei Demenzerkrankten und Angehörigen werden vorgestellt. Literatur: [1] John U., Greiner B., Hensel E., et al. (2001). Study of Health In Pomerania (SHIP): a health examination survey in an east German region: objectives and design. Soz. Präventivmed., 46(3):186–194.
Einleitung: Ziel der Studie ist es, die Erreichbarkeit niedergelassener Ärzte aus Sicht der Patienten im Zusammenhang mit weiteren Einflussfaktoren auf die Inanspruchnahme zu analysieren. Methoden: In einer repräsentativen Zufallsstichprobe von 1200 Personen der Allgemeinbevölkerung ab 60 Jahren in den beiden Landkreisen Ostvorpommern und Uecker-Randow sowie der kreisfreien Stadt Greifswald (Mecklenburg-Vorpommern) wurde eine schriftliche Erhebung mittels eines modular aufgebauten Fragebogens zur Inanspruchnahme von Haus- und Fachärzten, der Erreichbarkeit der Ärzte sowie weiteren Einflussfaktoren auf die Inanspruchnahme (v.a. Alter, Geschlecht, soziodemografische Variablen, chronische Erkrankungen, gesundheitsbezogene Lebensqualität, Einstellungen zur Gesundheit) durchgeführt. Ergebnisse: 316Männer und 399 Frauen im Altersbereich 60–94 Jahre beantworteten den zugesandten Fragebogen (Response 61,2%). 99,1% der Probanden haben einen Hausarzt (n=684, 31 fehlende Angaben). 47,1% der Probanden gelangen zu ihrem Hausarzt mit dem PKW als Selbstfahrer (30,4%) oder Mitfahrer (16,6%), 28,4% gehen zu Fuß und 17,2% fahren mit dem Fahrrad. 20,7% der Probanden benötigen bis 5 Minuten, 32,2% 6 bis 10 Minuten und 20,8% 11 bis 15 Minuten vom Wohnort zu ihrem Hausarzt. Weitere 22,3% der Probanden geben eine Wegzeit von bis 30 Minuten an, 4,1% von bis einer Stunde oder mehr. In der subjektiven Einschätzung der Probanden sind 19,0% unzufrieden oder sehr unzufrieden mit der Erreichbarkeit des Hausarztes. 3,4% der Probanden empfanden beim letzten Hausarztbesuch die Wartezeit auf einen Termin als zu lang, 22,6% die Wartezeit im Wartezimmer. Dabei warteten 66,7% der Probanden bis 30 Minuten im Wartezimmer, 20,7% bis 60 Minuten und 7,5% mehr als eine Stunde. Diskussion: Bislang wurden vorwiegend Fahrzeitanalysen verwendet, um regionale Unterschiede in der Erreichbarkeit medizinischer Versorgungseinrichtungen sowie Zusammenhänge mit der Inanspruchnahme und Morbidität zu untersuchen. Die Ergebnisse zur subjektiven Erreichbarkeit der Hausärzte und den Wartezeiten werden hinsichtlich ihrer Implikationen vor dem Hintergrund des demographischen Wandels in Mecklenburg-Vorpommern und bestehender Wiederbesetzungsproblematiken freiwerdender Arztsitze diskutiert. In multivariaten Regressionsmodellen werden die weiteren Einflussfaktoren auf die Inanspruchnahme analysiert.
AIM OF THE STUDY:Pain in children and adolescents in Germany is a common health problem which has a high socioeconomic impact. There have been no studies allowing a reliable estimation of the prevalence of pain in children in the 5 (th) grade (age range 9-13 years) in schools in the region of the city of Greifswald and the administrative district East Pomerania. This population-based cross-sectional study examined the prevalence of pain in children, the treatment of pain and compared these data with the results of the German Health Interview and Examination Survey for Children and Adolescents (KiGGS). METHODS:Data were collected within the extended dental school examination in autumn 2007 including a self-completion questionnaire for the students. Also the parents answered a self-completion questionnaire containing questions on their children's socio-economic status. The pain and sociodemographic questions are compatible with those used in the "German Health Survey for Children and Adolescents" (KiGGS). RESULTS:Students from 19 schools completed a questionnaire on general pain (n=852, proportion of response: 93.2%, mean age: 10 years). Comparing to the KiGGS the overall 3-month prevalence is much higher (95.5%). For boys and girls headache is the pain associated with the most burden ("Hauptschmerz"). 1/4 of the girls (27.9%) and 1/5 (22.4%) of the boys reported their pain with the most burden during the last 3 months with a frequency of at least one time per week. Students with low socio-economic status took medication against pain ("Hauptschmerz") less frequently than students with high socio-economic status. Because of their pain ("Hauptschmerz") students with low socio-economic status visited a doctor less often than students with a mean or high socio-economic status. CONCLUSION:Compared to other epidemiological studies, pain is also a common health problem for children in the city of Greifswald and the administrative district East Pomerania. The data base enables comprehensive conclusions on the health-related state of students in Greifswald/East Pomerania. Further studies should examine additional factors on medication and the degree of doctor?s visits, e. g., parental attitudes towards medication and parental motivation towards the degree of visiting a doctor.
Die Zunahme der absoluten Anzahl älterer Menschen führt zu einem Anstieg der Patientenzahlen mit chronischen Erkrankungen und Multimorbidität sowie der Inanspruchnahme des medizinischen Versorgungssystems. In Mecklenburg-Vorpommern verläuft der demografische Wandel besonders rasch und ausgeprägt. Ziel des Beitrages ist es, Konsequenzen der Veränderung der Bevölkerungsstruktur für das medizinische Versorgungssystem darzustellen. Anhand konkreter Beispiele für Mecklenburg-Vorpommern werden innovative Lösungsmodelle zur Sicherstellung einer qualitativ hochwertigen medizinischen Versorgung vorgestellt. Hierzu gehören die Eröffnung von Zweigpraxen, Medizinische Versorgungszentren, Delegationsmodelle, ambulante Betreuungsmanager, Telemedizin und eine stärkere sektorübergreifende Vernetzung. Im demografischen Wandel werden die begleitende Betreuung, eine adäquate Symptomkontrolle, der Kompetenzerhalt, die Bewahrung einer möglichst langen selbstständigen Lebensführung bei hoher Lebensqualität und die Förderung gesellschaftlicher Teilhabe zu prioritären Zielen der medizinischen Versorgung. Neben der Effektivität und Ergebnisqualität in Bezug auf diese Ziele muss bei neuartigen Versorgungsmodellen gleichzeitig die gesundheitsökonomische Effizienz auf Bevölkerungsebene unter realen Versorgungsbedingungen nachgewiesen werden.
Hintergrund: In Mecklenburg-Vorpommern werden als Folge des demographischen Wandels medizinische Infrastruktureinrichtungen zunehmend räumlich zentralisiert. Dies führt für Teile der ländlichen Bevölkerung zu einer Verschlechterung der Erreichbarkeit. Der ÖPNV stellt für viele ältere Menschen mit eingeschränkter Mobilität ein wichtiges Transportmittel dar. Jedoch wird der ÖPNV in ländlichen Räumen größtenteils nur noch als Schulverkehr mit einer demzufolge geringen zeitlichen Taktung eingesetzt. Ziel dieser Studie ist es, am Beispiel der Frauenarztpraxen die Erreichbarkeit von medizinischen Versorgungseinrichtungen mit dem ÖPNV zu ermitteln. Material und Methoden: Datenbasis sind Adresskoordinaten aller niedergelassenen Gynäkologen in Vorpommern, Fahrpläne aller in der Studienregion tätigen Verkehrsunternehmen, Koordinaten aller Haltestellen, routingfähige Straßendaten (Fa. Tele Atlas, Gent) sowie Adresskoordinaten der Probandinnen (N=1.670, Alter: 25–88 Jahre) der prospektiven populationsbasierten Study of Health in Pomerania (SHIP-1: 5-Jahres-follow-up, 2001–2006). Mithilfe einer selbst entwickelten Software wird die Reisezeit mit dem ÖPNV unter Berücksichtigung von Fußwegen vom Wohnort jeder SHIP-Probandin zum nächstgelegenen Frauenarzt berechnet. Ergebnisse: Unter Berücksichtigung einer 12km breiten Zone um die Studienregion wurden 47 Frauenärzte und 2.394 Bus- und Bahnhaltestellen in die Analyse einbezogen. Unter a priori Annahmen (max. Fußweglänge: 500m; Hinfahrt: zwischen 7 und 11 Uhr; Rückfahrt: ab 12 Uhr bis 24 Uhr) benötigten 65,5% der insgesamt 1.670 Probandinnen mit dem ÖPNV durchschnittlich 26,5 Minuten (SD:14,7; Maximum: 95,5) für den Hinweg und 49,8 Minuten (SD: 42,7; Maximum: 227,4) (inkl. Wartezeit an Einstiegshaltestelle) für den Rückweg. Für weitere 17,8% der Probandinnen liegt der Arzt in fußläufiger Erreichbarkeit. Die übrigen 272 (16,3%) der Probandinnen erreichten die nächstgelegene Frauenarztpraxis weder zu Fuß noch mit dem ÖPNV. Schlussfolgerungen: Die verwendete Methode kann als Instrument für regionale Planungsverbände, Verkehrsbetriebe und für die Praxis-Standortplanung sowie zur Entwicklung neuer Versorgungskonzepte eingesetzt werden. Die Studie bildet die Grundlage für versorgungsepidemiologische Analysen zum Zusammenhang zwischen Erreichbarkeit und Inanspruchnahme ärztlicher Leistungen sowie zu Auswirkungen auf gesundheitsbezogene Endpunkte.
Einleitung/Hintergrund: Fallzahlprognosen sind ein wichtiges Instrument der Bedarfsplanung und Priorisierung gesundheitsbezogener Versorgungsstrukturen. Zukünftige Patientenzahlen sind von der demographischen Entwicklung und erkrankungsspezifischen Risikofaktoren abhängig. Hauptziel des Forschungsvorhabens war die Ermittlung regionalisierter risikofaktoren- und bevölkerungsstrukturadjustierter Fallzahlprognosen für Mecklenburg-Vorpommern für Myokardinfarkt- und Schlaganfallneuerkrankungen anhand bevölkerungsbezogener Daten. Methoden: Basierend auf der Study of Health in Pomerania (SHIP) erfolgte die Ermittlung der altersgruppen- und geschlechtsspezifischen Prävalenz erkrankungsrelevanter Risikofaktoren sowie die Anpassung von Modellen für die Inzidenzraten der Zielerkrankungen in einer multivariablen Poisson-Regressionsanalyse. Aufgrundlage der Inzidenzraten wurden für verschiedene Risikofaktorenkonstellationen die altersgruppen- und geschlechtsspezifischen 1-Jahres-Inzidenzraten ermittelt. Bevölkerungsprognosen für Mecklenburg-Vorpommern wurden für die Ermittlung von Fallzahlprognosen für die Jahre 2010 und 2020 herangezogen. Ergebnisse: Auf Basis der Modellrechnungen anhand des Datensatzes der SHIP-0-Basisuntersuchung sind im Jahr 2020 in Mecklenburg-Vorpommern 5331 Myokardinfarkt-Neuerkrankungen (Männer: 3311 Fälle) und 3190 Schlaganfall-Neuerkrankungen (Männer: 1835 Fälle) in den Altersgruppen von 20 bis >80 Jahren zu erwarten. Aufgrund der Bevölkerungsstrukturentwicklung ist damit in 2020 eine Steigerung der Myokardinfarkt-Gesamtfallzahl um 694 Fälle (15%) und der Schlaganfall-Gesamtfallzahl um 393 Fälle (12%) gegenüber 2010 zu erwarten. Werden stattdessen die Risikofaktorenprävalenzen aus der Follow-up-Untersuchung SHIP-1 in das Modell eingesetzt, resultiert eine geringere Zunahme der zu erwartenden Fallzahlen (Myokardinfarkt: 4066 Fälle, Schlaganfall: 2392 Fälle) für das Jahr 2020 (Altersgruppen von 25 bis >80 Jahren). Die Berücksichtigung von vier alternativen Risikofaktorenszenarien auf Grundlage der relativen Änderungen der Risikofaktorenprävalenzen zwischen Basis- und Follow-up-Untersuchung, alleiniger Veränderungen der Prävalenzen für Zigarettenrauchen sowie einer Zunahme des BMI um 2,5% und 5% führte zu einer Änderung der Fallzahlprognosen zwischen 1,7% und 8% (Myokardinfarkt) bzw. –12% und 3% (Schlaganfall). Diskussion/Schlussfolgerungen: Die Ergebnisse verdeutlichen den führenden Einfluss des demographischen Wandels auf die zukünftige Fallzahlentwicklung. Die Risikofaktorenentwicklung verstärkt den Effekt des demographischen Wandels auf die prognostizierten Fallzahlen ohne jedoch bis zum Jahr 2020 einen dominanten Effekt zu erreichen. Effektive Interventionen gegen krankheitsspezifische Risikofaktoren können den Auswirkungen des demographischen Wandels entgegenwirken.
Einleitung: Die derzeit vorhandenen Darstellungen der Versorgungseinrichtungen der Altenpflege sind entweder regional begrenzt oder auf bestimmte Träger bzw. Einrichtungsformen eingeschränkt und die Informationen zu den Anbietern sind uneinheitlich und häufig unübersichtlich. Detaillierte Informationen zu Angeboten für Demenzpatienten werden in der Regel nicht dargestellt. Grundlage der Aufstellung eines GIS für die Demenzversorgung ist daher zunächst eine Vollerhebung aller Versorgungseinrichtungen auf dem Gebiet der allgemeinen Altenpflege und -behandlung. Methoden: In der ersten Phase der Datengewinnung wird eine Internetrecherche ausgewählter Suchmasken (Bereiche Pflege/Wohnen im Alter) und Wegweiserbroschüren durchgeführt. Darüber hinaus wurden verfügbare Daten der KV und des Krankenhausplans bzw. trägerbezogener Einrichtungen und weiterleitender Links der Alzheimergesellschaft genutzt. Diese decken die Ebenen voll-/teilstationäre, ambulante Pflegeeinrichtungen, betreute Wohnformen, Haus- und Fachärzte (Neurologen, Psychiater, Geriater) sowie Kliniken mit neurologischer, psychiatrischer und geriatrischer Fachabteilung ab. Durch telefonische Nachfragen bei Wohlfahrtsverbänden, dem BPA sowie relevanten öffentlichen Einrichtungen wurden weitere relevante Angebote erhoben. Ergebnisse: Die bisherige Recherche lieferte 2366 relevante Einrichtungen in M-V. Darin enthalten sind 1190 Allgemeinärzte, 18 Fachärzte und 21 Kliniken mit neurologischer, psychiatrischer oder geriatrischer Abteilung, sowie 1137 nichtmedizinische Einrichtungen, wovon 502 ambulante Pflegedienste, 282 Pflegeheime und 213 Betreute Wohnformen sind. Die erhobenen Einrichtungen und Angebote wurden geographisch kartiert. Dabei ist u.a. ersichtlich, dass im Altenpflegesektor insbesondere im Bereich Tagespflege sowie Hospize wenige Angebote im Mecklenburg-Vorpommern vorhanden sind, und im Altenbehandlungssektor eine geringe fachärztliche Versorgungsdichte zu verzeichnen ist. Flächenbezogen besser ausgebaut sind dagegen Pflegeheime sowie ambulante Pflegedienste. Schlussfolgerung: Die erhaltenen Resultate werden im zweiten Schritt als Grundlage für eine aktive und nachgehende Erhebung der speziellen demenzbezogenen Therapie- und Förderangebote sowie vorhandener Kooperationen der Einrichtungen mit dem Altenhilfe- und Psychiatriesystem genutzt. Hierdurch sollen Ressourcen transparent gemacht und das Versorgungssystem effektiver vernetzt werden. Das so qualifizierte GIS soll im Rahmen einer prospektiven, randomisierten und kontrollierten Interventionsstudie verwendet werden, um den Demenzpatienten und deren Angehörigen zeitnah bedarfsgerechte und nachhaltige Hilfen zukommen zu lassen.
The prevalence of migraine and tension-type headache (TTH) varies considerably with respect to gender, age group and geographic regions. Methodological differences in the assessment and classification of cases are a major cause of this variability across studies, limiting the ability to perform true regional comparisons. We conducted three population-based studies in different German regions and assessed headache prevalence and headache characteristics in face-to-face interviews, applying standardized methods. We analysed the 6-month prevalence of migraine, TTH and their probable subtypes based on the new criteria of the International Headache Society (IHS). Among the 7417 participants in all three regions, the pooled 6-month prevalence of migraine, probable migraine, TTH and probable TTH was 6.75, 4.40, 19.86 and 11.61%, respectively. Despite the application of standardized classification methods, regional variations between 4.39 and 8.00% for migraine and 15.44 and 23.64% for TTH were observed, indicating differences in the local headache burden. Application of the new IHS criteria yielded headache categories that were not mutually exclusive, indicating a need for further discussion about the value of probable headache types in epidemiological studies.
Die Epidemiologie des bevölkerungsbezogenen Versorgungsangebotes, -bedarfes und der Versorgungsqualität (Versorgungsepidemiologie) rückt angesichts der Herausforderungen des demographischen Wandels sowie des Kostendrucks im Gesundheitswesen zunehmend in das Interesse von Wissenschaft, Politik und Öffentlichkeit. Versorgungsepidemiologische Forschung umfasst dabei sowohl hypothesenbasierte Analysen als auch die Entwicklung, Implementation und ergebnisbasierte Evaluation spezifischer Interventionen, beispielsweise innovativer Versorgungskonzepte. Die in der realen Versorgungssituation vorhandene Komplexität erfordert in der Regel die Einbeziehung multipler Dimensionen. Sekundärdaten weisen eine Reihe von Vorteilen (z. B. Praxisnähe, Verfügbarkeit, Vollständigkeit, kostengünstiger Zugang) auf, die sie zu einer wichtigen Ressource in der bevölkerungsbezogenen Versorgungsforschung machen. Gleichzeitig bedingen sowohl Entstehung als auch Nutzung der Sekundärdaten im versorgungsepidemiologischen Forschungskontext systematische Limitationen, die insbesondere aus der zweckbezogenen bzw. zweckgebundenen Datengewinnung resultieren. Für viele Fragestellungen sind zudem keine Sekundärdatenquellen verfügbar (z. B. Anteil bisher unversorgter Morbidität). In diesen Fällen ist zusätzlich eine epidemiologische Primärdatenerhebung notwendig. In der Zusammenführung von Sekundär- mit Primärdaten liegt ein erhebliches Potenzial. Zukünftige Herausforderungen betreffen die personenbezogene Zusammenführung von Sekundärdaten aus verschiedenen Quellen und die Integration von Sekundär- und Primärdaten für die versorgungsepidemiologische Forschung.
Due to the challenges of demographic change and rising costs in the health care sector, the epidemiology of population-based health care capacity, demand and quality increasingly moves into the interest of science, politics and public. Epidemiology of health care research contains hypothesis-based analyses as well as development, implementation and evaluation of specific interventions, e.g. innovative health care concepts. The complexity of real health care situations requires the analysis of multiple dimensions. Secondary data have many advantages (e.g. availability, completeness, cost-effective access) which make them an important resource within population-based health care research. At the same time the origin and utilization of secondary data entail systematic limitations which result from earmarked data collection. Moreover, for many research questions no secondary data are available (e.g. proportion of unattended morbidity). In those cases an additional epidemiologic survey is necessary. Therefore, a substantial potential lies in the combination of primary and secondary data. Future challenges address the person-based combination of secondary data from different sources and the integration of primary and secondary data within epidemiologic and health care research.
This population-based cross-sectional study examined the 3-month prevalence of headache, migraine and tension-type headache (TTH) among adolescents aged 12-15 years in Germany Students ( n = 3324) from 20 schools completed a questionnaire on general and headache-specific pain which included a sociodemographic module. The headache-specific questionnaire complied with the respective revised criteria of the International Headache Society (IHS). 'Modified criteria' changed the item 'duration' in migraine (>30 min instead of >4 h). The overall 3-month prevalence of headache was 69.4% (boys 59.5%, girls 78.9%), with 4.4% of the adolescents suffering from frequent (≥ 14 days/3 months) and severe (grade 8-10 on a 10-point visual analogue scale) headache and 1.4% (boys 0.9%, girls 1.9%) from headache ≥15 days/month. The 3-month prevalence of migraine was 2.6% (boys 1.6%, girls 3.5%) applying strict IHS criteria and 6.9% (boys 4.4%, girls 9.3%) with modified criteria; 12.6% (boys 8.3%, girls 16.7%) suffered from probable migraine, 0.07% fulfilled the criteria for chronic migraine, 4.5% (boys 4.6%, girls 4.3%) suffered from TTH, 0.2% from chronic TTH and 15.7% (boys 14.5%, girls 16.9%) from probable TTH. Headache and migraine were more common in girls than in boys and in teenagers, especially in girls, aiming at higher education. Recurrent headache and primary headache disorders are common complaints among German adolescents, especially among girls.