Für Patienten mit einem lokalen oder einem lokal fortgeschrittenen Hochrisiko-Prostatakarzinom stellt die radikale Prostatektomie eine leitlinienkonforme Behandlung dar. Daten zum Nutzen einer adjuvanten medikamentösen Therapie nach radikaler Prostatektomie sind kontrovers. Die vorgestellte Studie untersucht deshalb in dieser Situation den Einsatz eines adjuvanten Therapieansatzes mit einem New Hormonal Agent (NHA).
Der Einsatz von NHA-Therapie (Enzalutamid/Abirateron) hat in randomisierten klinischen Studien einen Vorteil im Gesamtüberleben gegenüber der Kontrolltherapie (Placebo/Prednisolon) bei Patienten mit mCRPC vor Durchführung einer Chemotherapie gezeigt. Untersuchungen an Mäusen haben gezeigt, dass Enzalutamid-resistente Tumoren mit einem erhöhten Vorkommen von PD-L1-positiven Zellen einhergehen. Es wird deshalb vermutet, dass mit der Blockade von PD-L1 Rezeptoren durch Gabe von Pembrolizumab die Wirksamkeit einer Enzalutamid-Therapie verbessert werden kann. Deshalb soll in der vorliegenden Studie die Kombination von Enzalutamid mit Pembrolizumab versus Enzalutamid-Monotherapie geprüft werden.
Das metastasierte kastrationsresistente Prostatakarzinom (mCRPC) kann durch Fortschritte in den letzten Jahren immer besser behandelt werden. Hierbei kommen Substanzen zum Einsatz, die effektiv die Androgenrezeptorachse blockieren, verschiedene Chemotherapeutika sowie das Radiopharmakon 223Radium. Trotzdem kommt es regelhaft zu primärer und sekundärer Resistenzbildung gegen sämtliche Therapieoptionen. Daher werden neue Therapieansätze dringend benötigt. Die 177Lutetium-PSMA- (prostataspezifisches Membranantigen‑)Radioligandentherapie (177Lu-PSMA-RLT) stellt eine gute Reserveoption dar, welche bei noch fehlender Zulassung in individuellen Heilversuchen mit vielversprechenden Erfolgen eingesetzt werden kann. In diesem Beitrag wird eine Standortbestimmung der 177Lu-PSMA-RLT beim mCRPC 2020 beschrieben. Die Therapielandschaft beim mCRPC und der aktuellen Evidenz der 177Lu-PSMA-RLT nach PubMed-Recherche werden dargestellt. In verschiedenen, teils umfangreichen retrospektiven Arbeiten und in ersten prospektiven Studien zeigt sich die 177Lu-PSMA-RLT bei einem Teil der Patienten als vielversprechende Reservetherapie. Das Toxizitätsprofil stellt sich auch im Vergleich zu anderen Therapieoptionen beim mCRPC als günstig dar. Die Phase-III-Zulassungsstudie VISION ist weit fortgeschritten und könnte zur Zulassung der 177Lu-PSMA-RLT in Kombination mit Abirateron oder Enzalutamid nach Vorbehandlung mit Enzalutamid oder Abirateron und Chemotherapie mit Docetaxel führen. Trotz der hoffnungsvollen Ansätze müssen die Ergebnisse der VISION-Studie vor dem breiten Einsatz der 177Lu-PSMA-RLT abgewartet werden. Bis dahin sollten nur Patienten im Sinne von individuellen Heilversuchen und den hierzu geltenden Regeln behandelt werden.
Radioligand Therapy (RLT) using 177Lu-PSMA-617 is generally well tolerated and shows respectable PSA response rates and seems to prolong survival. Initially a dose of 6 GBq 177Lu-PSMA-617 per cycle at an 8 weekly interval was recommended. The aim of this study was to further evaluate response and safety of a 6 weekly interval combined with slightly elevated therapeutic activity.
Die Standardtherapie eines Hochrisiko- nicht-muskelinvasiven Blasenkarzinoms besteht derzeit aus einer transurethralen Resektion (TUR-B) und anschließender BCG-Instillation. Trotz dieser Therapie liegt die Rückfallrate mit 50 % der Patienten in den ersten 3 Jahren recht hoch, hier besteht noch Verbesserungspotential.
Erratum zu: Urologe 2019 https://doi.org/10.1007/s00120-019-0925-2 Leider ist im englischen Beitragstitel ein Fehler aufgetreten. Wir bitten den korrekten englischen Titel „Treatment situation in metastatic Castration Naive Prostate Cancer (mCNPC) and the implications on clinical routine“ zu beachten
The aim of the study was to identify prognostic parameters predicting overall survival (OS) of patients with metastatic castration-resistant prostate cancer (mCRPC) receiving 177Lu-PSMA-617 therapy with respect to their previously received treatments and biomedical marker profile.
The availability of taxane-based chemotherapy and androgen-receptor-targeted agents (ARTAs) have significantly broadened the therapeutic options for patients with metastatic prostate cancer and may also result in longer patient survival. The therapeutic sequence of ARTAs and taxanes may influence outcome and therefore decisions should be made on an individual basis. This article provides guidance for therapeutic decision-making in daily clinical practice by working out criteria that can be used to support individual therapeutic decisions. The focus is on metastatic castration-naive prostate cancer, oligometastatic disease as well as non-metastatic and metastatic castration-resistant prostate cancer.
Prostate specific membrane antigen (PSMA) PET/CT has become a standard diagnostic procedure for whole body prostate cancer staging. The application of texture analysis to PET images is often limited to few target bone metastases. Texture analysis of all known metastases as well as of bone background might provide additional parameters for patient stratification. Here, automated PSMA-PET texture analysis is performed for all recorded bone metastases and for bone background.
Prostate cancer is the most frequently occurring malignancy in men. Especially in case of metastatic castration resistant prostate cancer (mCRPC), liver metastases are associated with worse overall survival and there are limited options for their treatment. In the following, preliminary results demonstrate the efficacy of combining systemically administered radioligand therapy (177Lu-PSMA-617) with locally administered selective internal radiation therapy (90Y-SIRT) in patients with mCRPC and liver metastases.
Im März 2017 fand die Advanced Prostate Cancer Consensus Conference (APCCC) in St. Gallen (Schweiz) statt. Vor dem Hintergrund der aktuellen Datenlage diskutierte das APCCC-Panel, das sich aus international renommierten Experten zusammensetzt, die Behandlung des fortgeschrittenen Prostatakarzinoms mit dem Ziel, die internationale APCCC-Konsensusempfehlungen aus dem Jahr 2015 zu aktualisieren und neue relevante Aspekte zu diskutieren. Die aktuellen Konsensusempfehlungen wurden zwischenzeitlich in der Fachzeitschrift European Urology der EAU (European Association of Urology) publiziert. Ein deutsches Expertengremium hat die Ergebnisse der APCCC-Konsensusabstimmungen aus deutscher Sicht kommentiert. Rationale hierfür ist, dass internationale Empfehlungen auch von länderspezifischen Eigenheiten beeinflusst sind und dass die zur Abstimmung gestellten Fragen nicht immer ausreichend präzisiert sein können. Im Fokus der diesjährigen Konsensusdiskussion stand u. a. die Behandlung des metastasierten kastrationsnaiven Prostatakarzinoms (mCNPC). Hier liegen neue Studiendaten vor, welche die Therapiesituation des metastasierten kastrationsresistenten Prostatakarzinoms (mCRPC) beeinflussen können. Weitere Diskussionsschwerpunkte waren der Stellenwert der neuen bildgebenden Verfahren für den klinischen Alltag sowie die Behandlung des oligometastasierten Prostatakarzinoms.
Auf der ASCO-Jahrestagung („American Society of Clinical Oncology“) 2016 wurden neue randomisierte Phase-III-Studienergebnisse zur Taxan-basierten Chemotherapie beim metastasierten kastrationsresistenten Prostatakarzinom (mCRPC) vorgestellt.
Die S3-Leitlinie (Version Oktober 2014) gibt Empfehlungen zur Prostatakrebsfrüherkennung. Wir untersuchten ihre Umsetzung in niedergelassenen urologischen Praxen im Regierungsbezirk Münster.
Im März 2015 fand erstmalig die Advanced Prostate Cancer Consensus Conference (APCCC) in St. Gallen statt. Kontroversen rund um das fortgeschrittene Prostatakarzinom wurden von 41 Experten aus 17 Ländern diskutiert mit dem Ziel, Konsensusempfehlungen auszusprechen. Die Ergebnisse wurden aktuell in der Fachzeitschrift „Annals of Oncology“ publiziert. Obwohl ein Großteil der in St. Gallen ausgesprochenen Empfehlungen nachvollziehbar ist, sind einige Stellungnahmen kritisch zu betrachten. Als deutsches Expertengremium nehmen wir hierzu Stellung. Im hormonnaiven metastasierten Stadium sollte die kontinuierliche Androgendeprivation (ADT) als Standard gesehen werden. Für eine Überlegenheit der primär maximalen Androgenblockade gibt es keine Evidenz. Nach aktueller Datenlage sollte Patienten mit gutem Allgemeinzustand, insbesondere bei hoher Tumorlast, eine Kombinationstherapie aus ADT plus Taxanen angeboten werden. Im metastasierten kastrationsresistenten Stadium ist als Erstlinientherapie eine Hormonmanipulation mit neuartigen endokrinen Medikamenten Therapie der Wahl in der Mehrheit der Patienten. Taxane haben eine primäre Indikation bei ungünstigen Prognoseparametern. Radium-223 ist eine Option bei ossärer Metastasierung. Von einer nochmaligen Hormonmanipulation nach Versagen von Abirateron oder Enzalutamid in der Erstlinie sollte wenn möglich Abstand genommen werden. Bei Patienten mit gutem Allgemeinzustand sollte Cabazitaxel einen festen Stellenwert in der Sequenztherapie haben. Für das initiale Staging im kastrationsresistenten Stadium ist ein CT-Abdomen/-Thorax plus Knochenszintigramm empfehlenswert. Eine erneute Bildgebung empfiehlt sich bei Tumorprogress, ansonsten alle 4–6 Monate. Bezüglich der Biomarker sollte eine Bestimmung von Serum-PSA und AP alle 2–4 Monate erfolgen.