Die Basisprogramme der FFG (FFG-BP) zählen zu den zentralen Instrumenten der österreichischen Forschungs- und Innovationsförderung für Unternehmen. Die vorliegende Evaluierung untersucht erstmals umfassend ihre Wirkungen für den Zeitraum 2008 bis 20211. Aus innovationsökonomischer Sicht ist dieser Zeitraum durch tiefgreifende Veränderungen der wirtschaftlichen und technologischen Rahmenbedingungen geprägt: Zum einen durch die zunehmende Internationalisierung und Digitalisierung der österreichischen Wirtschaft, zum anderen durch die wachsende Bedeutung ökologischer Transformation sowie die ersten beiden Jahre der COVID-19-Pandemie. Die Bewertung erfolgt überdies vor dem Hintergrund zentraler Herausforderungen für das österreichische Innovationssystem: Österreich ist relativ stark im Aufbau von Wissen und F&E-Kapazitäten, weist aber Schwächen bei der Übersetzung dieser Wissensbasis in wirtschaftliche Dynamik, etwa hinsichtlich der Skalierung innovativer Unternehmen (insbesondere Startups), der technologischen Transformation und der Erschließung neuer Wachstumspfade auf. Im Evaluierungszeitraum wurden in den FFG-BP insgesamt 8.195 Projekte mit einem Fördervolumen von rund 2,1 Mrd. € gefördert. Methodisch verbindet die Evaluation Dokumentenanalysen, qualitative Interviews, Spezialauswertungen des FFG-Wirkungsmonitorings, Innovationsbiografien und ökonometrische Analysen mit einem erstmals auf Mikrodaten des Austrian Microdata Centers (AMDC) basierenden quantitativen Ansatz zur Wirkungsanalyse. Dafür wurden FFG-Förderdaten auf Unternehmensebene mit amtlichen AMDC-Daten verknüpft und geförderte Unternehmen systematisch mit strukturell ähnlichen nicht geförderten Unternehmen verglichen (Propensity Score Matching). In der Gesamtschau erweisen sich die FFG-Basisprogramme weiterhin als innovationspolitisch zentrales Instrument. Ihre besondere Stärke liegt in der Verbindung von Themenoffenheit, industrieller Relevanz und wirtschaftlicher Verwertung. Sie weisen eine hohe Wirkung bei KMU, Startups und neuen F&E-Akteuren auf. Bei Großunternehmen erzeugt die Förderung im Vergleich zu ähnlichen Unternehmen seltener zusätzliche F&E-Ausgaben oder zusätzliche wirtschaftliche Dynamik, sondern unterstützt eher bestehende Forschungsstrategien, technologische Spitzenpositionen und industrielle Kompetenzprofile. Der zentrale Hebel der Basisprogramme liegt also vor allem bei jenen Unternehmen, für die die Förderung eine relevante Größenordnung im Verhältnis zu den eigenen F&E-Ressourcen darstellt.
Die im Herbst 2020 beauftragte begleitende Evaluation der Förderaktivitäten des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWE) innerhalb des 7. Energieforschungsprogramms (kurz: Begleitevluation 7. EFP) verfolgte das übergeordnete Ziel, Analysen, Reflexionen und laufende Empfehlungen zur Weiterentwicklung der Förderung zur angewandten Energieforschung des BMWE zu entwickeln. Als das BMWE im Sommer 2022 entschied, bereits im Sommer 2023 das 8. Energieforschungsprogramm (8. EFP) als Folgeprogramm des 7. EFP bekanntzugeben, wurde das Evaluationskonzept entsprechend angepasst. Die Evaluation diente damit sowohl der Bereitstellung von Informationen und Impulsen für die Entwicklung des 8. EFP als auch der Durchführung einer Ex-post-Evaluation des 7. EFP. Die begleitende und die Ex-post-Evaluation der Förderaktivitäten des BMWE im Rahmen des 7. EFP basieren auf demselben Evaluationsansatz – einer programmtheoriegestützten Evaluation mit identischen Fragestellungen, Methoden und Datenquellen. Eine Ex-post-Betrachtung war bereits in der ursprünglichen begleitenden Evaluation angelegt, jedoch zeitlich nachgelagert und mit einem erweiterten methodischen Instrumentarium vorgesehen. Gegenstand der Evaluation sind die im Rahmen der Förderbekanntmachung (FBK) von 2018 bis Ende 2023 durch das BMWE geförderten Projekte, Reallabore, Mikroprojekte sowie begleitende Maßnahmen. Zum Zeitpunkt Juli 2025 sind 59 % der geförderten Teilvorhaben abgeschlossen. Die Evaluation wurde im Zeitraum 2021 bis Januar 2026 durchgeführt.
Energy transitions operate at the intersection of multiple policy priorities, such as green, digital, and just transitions. While the policy discourse treats those priorities as synergetic, the real-world transition processes may feature tensions among different ideas, demands, or outcomes. Understandings of tensions and ways to address them differ across research fields. Yet, such differences are seldom considered in science-policy interfaces that tend to prioritize a relatively narrow set of methods and vocabularies. This study argues that different assumptions, theories, and methods provide important alternative standpoints for identifying, analyzing and navigating tensions. Building on an analysis of 28 real-world examples from peer-reviewed studies and complementary literature, we present five perspectives on energy transition tensions: constructing realities, governing transitions, negotiating meanings, reasoning by numbers, and reimagining transitions. The paper compares and contrasts insights across those perspectives and outlines their prospects and limitations for informing the design and governance of energy transition pathways. Researchers can benefit from the study by identifying opportunities to expand their theoretical and methodological apparatus for addressing energy transition challenges. Policymakers and practitioners can benefit from the study by considering how to engage productively with various types of knowledge to identify and compare strategic policy options.
This paper investigates how Research and Innovation (R&I) programmes contribute to systemic transitions, with a focus on the Green and Energy Transitions in the EU and Germany. It analyses two major programmes—the 7th Energy Research Programme (Germany) and Horizon Europe Clusters 5 & 6—through a transformative outcomes framework grounded in sustainability transition theory and the multi-level perspective (MLP). Using a mixed-method evaluation approach, the study assesses how these R&I initiatives foster innovation, support niche development, influence regime change, and drive systemic transformation. Findings highlight meaningful contributions to building and expanding niches, yet limited impact on regime destabilisation and institutionalisation. The paper underscores both, the potential and limitations of R&I policies in catalysing sustainability transitions, offering insights for programme design, policy alignment, and evaluation practice.
Dem 7. Energieforschungsprogramm (7. EFP) kommt eine Schlüsselrolle bei der Energiewende Deutschlands zu, indem es eine Verbindung zwischen den langfristigen Zielen der Bundesregierung und den Zeithorizonten der angewandten Forschung herstellt.Die Begleitevaluation des 7. EFP wird unter der Leitung des AIT Austrian Institute of Technology (Center for Innovation Systems and Policy in Kooperation mit dem Center for Energy), der KMU Forschung Austria sowie Kerlen Evaluation durchgeführt. Sie liefert Analysen, Reflexionen und fortlaufend Empfehlungen zur Steuerung und kontinuierlichen Verbesserung des Programms. Die Studie empfiehlt eine stärkere Anpassung der Projektförderung an die Anforderungen der Energiewende, eine Beschleunigung von Verfahren, die Fortführung der Reallabore und eine verstärkte Ausrichtung der Begleitmaßnahmen auf die Transformation des Energiesystems. Eine mögliche missionsorientierte Ausrichtung des 8. EFP wird als vielversprechende Chance betrachtet, erfordert jedoch neue Methoden der Programmsteuerung.
Wie ist das österreichische Forschungs-, Technologie- und Innovationssystem (FTI-System) durch die Krise gekommen und welche Lehren können daraus für die Bewältigung zukünftiger Krisen gewonnen werden? Wie kann man in diesem Zusammenhang Resilienz beobachten und/oder messen? Diese Fragestellungen standen im Zentrum der vorliegenden Studie, die vom österreichischen Rat für Forschung und Technologieentwicklung beauftragt wurde. Methodisch stützt sich die Studie auf Interviews mit Expert*innen aus dem FTI-System, Workshops mit dem Rat, relevanten Stakeholdern und FTI-Akteuren sowie auf eine Recherche der einschlägigen Literatur und weiterer Quellen. Die Studie betrachtet die drei Resilienzdimensionen Absorption, Adaption und Transformation. Dahinter verbergen sich konzeptionelle Vorstellungen hinsichtlich der Abfederung externer Schocks, der Anpassung eines Systems an Krisenereignisse sowie nach der Fähigkeit eines Systems, sich aufgrund von Krisen oder der Antizipation von Krisen grundlegend und zukunftsgerichtet zu ändern. Die Dimension der Transformation bzw. des bounce forward wird dabei nicht als inkrementelle Veränderungen in einem System verstanden, sondern als Beitrag zu einem systemischen Wandel. Die wichtigste Empfehlung der Studie ist es, das Thema Resilienz zukunftsgerichtet zu verstehen und die Vorbereitung auf mit hoher Wahrscheinlichkeit erwartbare Krisenszenarien (Klimakrise, Biodiversitätskrise, etc.) zu intensivieren, z.B. durch mehr vorausschauende Aktivitäten in diesem Bereich sowie in Anlehnung an die europäischen Instrumente eine stärkere strukturelle und thematische Ausrichtung des Systems auf mögliche Krisen.
This book provides a fresh and comprehensive understanding of the most significant methodological advances in the study of transformative change through policy decision-making; this latter being commonly influenced by metrics and evaluation processes.In this vein, the book presents methodological approaches to the study of sustainable transitions by suggesting that these metrics and evaluation processes can play a new role.It contends that using these approaches in the implementation of policy programmes, projects, and interventions can offer a further reflexive perspective, which helps transformations to take place and enhance metrics' transformative potential.We hope that this book stimulates further development of the emerging research agenda on transformative metrics.
This article investigates how Theories of Change for transformation-oriented R&I programmes can be designed to better grasp system transformation processes and thereby set the basis for a deeper understanding of transformative impact mechanisms and programme learning. The analysis is based within the realm of the energy system, which is an area of specific concern for socio-technical transformation. It focuses on the “7th Energy Research Programme” (EFP) of the German Federal Ministry of Economic Affairs and Climate Action, which is the key R&I policy instrument contributing to the transformation of the energy system in Germany. The article shows how a programme theory approach can be combined with multi-level perspective innovation system thinking and the concept of transformative outcomes to increase the evaluability of complex, transformation-oriented R&I programmes.
Excellent research is increasingly conducted within a complex web of interacting researchers, coming from different scientific and institutional backgrounds. The SFB Programme of the Austrian Science Fund aims to strengthen Austria as a location for high-level scientific research by supporting the establishment of sustainable, extremely productive and internationally visible research units. A theory-based evaluation was conducted following a mixed-methods approach to empirically examine the effects of the intervention on research excellence, patterns of collaboration and interdisciplinarity. The performed bibliometric analysis clearly shows that SFB succeeded in supporting exceptional research as evidenced by the outstanding publication and citation record of the funded projects. Moreover, the study reaffirms the SFBs' highly successful publication strategy as publications generally appear in high impact journals (with respect to their field) and receive more citations than expected for these journals. However, excellence in scientific outcomes is not paralleled by achievements in terms of interdisciplinarity and international collaboration. While the qualitative analysis emphasises the programme's perceived unique orientation towards promoting interdisciplinarity, interdisciplinarity is typically a result of very closely related (sub-) disciplines working in a sub-project. The evaluation resulted in a differentiated picture of the factors contributing to the objective of funding outstanding research.
In diesem Artikel wird der Anwendungsbereich der Delphi-Methode bei Evaluierungen diskutiert. Er legt nahe, dass die Delphi-Methode ein vielversprechender Ansatz zur Validierung der gesammelten Evidenz ist, indem sie eine vorausschauende Perspektive in die Schlussfolgerungen und die Ausarbeitung von Empfehlungen einbezieht, indem sie Expertenwissen aus verschiedenen Bereichen nutzt. Dadurch erleichtert die Delphi-Methode auch die Information und die Einbeziehung der relevanten Interessengruppen in einen laufenden Evaluierungsprozess. Ausgehend von der Anwendung der Methode bei der Evaluierung der Unterstutzungsstrukturen fur Horizont 2020, EUREKA, COSME, EEN und ERA in Osterreich zeigt der Artikel, wie die Anwendung der Delphi-Methode es ermoglicht, den Grad der Anpassung eines bestehenden Dienstleistungsportfolios an veranderte Rahmenbedingungen und erwartete Entwicklungen in der Zukunft zu analysieren.
ation frameworks should be structured or what elements they should entail.Against this background, we discuss the implications for the evaluation of this type of emerging transformative R&I programmes.Our key research question is:What are key elements of evaluation frameworks for transformative R&I programmes in Europe, which aspire to contribute to solve socio-economic challenges and spur transformation?The focal point is on the relevance of Strategic Research and Innovation Agendas (SRIAs) and the Monitoring and Evaluation (M&E) systems that need to be set up following such an approach.From an analytical point of view, we base our analysis on the nexus of shifting intervention rationales for public R&I policies and the requirements for conducting theory-based evaluations and contribution analysis (Mayne 2008, Mayne 2011).We do this by analysing the changing nature of European R&I policy making and contextualise these with existing evaluation paradigms.This analysis is based upon a literature review.Empirically, we base our analysis upon an exemplary review of recent and emerging European R&I policy initiatives, that pursue a transformative approach as they aim at shaping technological and societal change and contain transformative characteristics such as directionality, whole of governance approach, experimentation and multidisciplinarity, and co-creation, learning and societal engagement (see European Commission 2020, Schot and Steinmüller 2018).The analysis is based on the planned European Partnerships in Horizon Europe and the specific Joint Programming Initiative JPI Urban Europe.More specifically, we provide an overview, how Strategic Research and Innovation Agendas (SRIAs) of European Partnerships and evaluation logic models can be utilised as a starting point for the monitoring and evaluation (M&E) of transformative R&I policy.SRIAs encapsulates important elements of a transformative innovation policy approach as they are clearly challenge oriented, recognise the importance of engaging and coordinating a variety of stakeholders and draw on instruments outside the traditional realm of R&I policy.
This report provides results from the accompanying research to the international review panel of the WWTF Vienna Research Groups for Young Investigators (VRG) program.
Bericht der Bundesregierung an den Nationalrat gem. § 8 (2) FOG uber die Lage und Bedurfnisse von Forschung, Technologie und Innovation in Osterreich. Der vorliegende Bericht ist im Auftrag der Bundesministerien fur Bildung, Wissenschaft und Forschung (BMBWF), Verkehr, Innovation und Technologie (BMVIT) und Digitalisierung und Wirtschaftsstandort (BMDW) entstanden. Die Erstellung des Berichts erfolgte durch eine Arbeitsgemeinschaft, bestehend aus dem Austrian Institute of Technology (AIT), JOANNEUM RESEARCH (JR) und dem Wirtschaftsforschungsinstitut (WIFO) mit Unterstutzung des Zentrums fur Europaische Wirtschaftsforschung (ZEW). Das Institut fur Hohere Studien (IHS) war in die textliche Gestaltung des Berichts eingebunden.