Das Fachhochschulmodell wurde kurz vor dem EU-Beitritt in Österreich verankert und hat seitdem maßgeblich zur Verbreiterung des tertiären Ausbildungsangebots aus inhaltlicher aber auch regionaler Perspektive beigetragen. Fachhochschulen haben einen niederschwelligen Zugang zur Wirtschaft bzw. Anwendern kultiviert, der Wissenstransfer über Köpfe und kleinere F&E-Vorhaben verbindet. In den vergangenen drei Jahrzehnten haben sich die Rahmenbedingungen, Leistungsportfolios und Anforderungen an Fachhochschulen verändert. Die Zeichen deuten darauf hin, dass Fachhochschulen in absehbarer Zeit anders aufgestellt sein müssen und sich damit auch die Integration des Hochschulsektors verstärken wird. Die Fachhochschulen stehen, wie der gesamte nationale und internationale Hochschulsektor, aufgrund des demographischen Wandels vor der Herausforderung einer kontinuierlichen Abnahme des „klassischen“ Studierendenpotentials (Studierende zwischen 18 Jahren und 29 Jahren). Nach den Generationen X und Y (Geburtsjahre zwischen 1970 und 2000), die seit der Einführung der Fachhochschulen in Österreich in den Neunzigerjahren die Entwicklung und das Wachstum des Fachhochschulsektors als Studierende mitgetragen haben, rücken nun geburtenschwächere Jahrgänge nach. Dies führt in den nächsten Jahren zu einem Rückgang an potentiellen Studierenden, bevor sich die Anzahl der 1829-Jährigen wieder stabilisieren wird. Mit einer Flexibilisierung über Modularisierung sowie dem vermehrten Einsatz von innovativen Unterrichtsformen (hybrides/blended, asynchrones Lernen) des Studien- und Weiterbildungsangebots gehen Fachhochschulen zunehmend nicht nur auf die veränderten Bedürfnisse der jungen Generation ein, sondern sprechen auch neue Zielgruppen an, u.a. spätentschlossene Studierende, Studierende des zweiten Bildungswegs, aber auch internationale Studierende. Das Halten der Attraktivität des Erfolgsmodells Fachhochschule erfordert demnach Anpassungen abseits der Lehre im Bereich der F&E sowie als Serviceprovider in der Unterstützung regionaler und sektoraler Transformation. Hierfür müssen Fachhochschulen neue Kooperationen und Geschäftsmodelle abseits der Lehre im Bereich der Forschung und mit Blick auf gesellschaftlich relevante Innovationen entwickeln und sich dahingehend positionieren. In den letzten Jahren intensivierten Fachhochschulen in Österreich ihre F&E-Aktivitäten. Finanziert werden F&E-Aktivitäten dabei primär über öffentliche nationale oder europäische Fördermitteln. Zwangsläufig werden F&E-Aktivitäten daher auch, um den Eigenmittelbedarf abzudecken, über die Grundfinanzierung für die Lehre querfinanziert. Die gegenwärtig unbefriedigende und unklare Verankerung von F&E im Bereich Fachhochschulen zeigt sich auch am Beispiel anderer europäischer Länder. Nur in einigen wenigen europäischen Ländern haben die Fachhochschulen den Sprung zu regionalen Universitäten geschafft. Die diskutierten Herausforderungen und Erwartungen für die Zukunft führen zu dem Schluss, dass F&E an den Fachhochschulen in Österreich nicht nur weiter als sporadisches Nebenschauspiel der Lehre betrieben werden sollte, sondern auch als gleichwertig und transparent geführter Leistungs- und Finanzierungsbereich, der entsprechende strategische und politische Aufmerksamkeit erfährt.
Die österreichische Forschungs-, Technologie- und Innovationspolitik ist – nicht zuletzt in Antwort auf die von der EU formulierten fünf Missionen, aber auch darüber hinaus – zunehmend gefordert, gesellschaftliche Herausforderungen sowie, damit verbunden, notwendige transformative Entwicklungen aufzugreifen und konkrete Maßnahmen zu setzen. Die FTI Task Force der österreichischen Bundesregierung hat zu diesem Zweck eine eigene Arbeitsgruppe eingesetzt, die die Koordination der EU-Missionen in Österreich übernommen hat. Des Weiteren wurden in jeder Mission Area in Österreich Mission Action Groups gebildet, die die Abstimmungs- und Entwicklungsarbeit in den Mission Areas im Wesentlichen vorantreiben. Ziel der Analyse ist es somit, in den genannten fünf Missionen (Cancer, Cities, Climate, Soil, Waters) die Ausgangsposition und das Potenzial der österreichischen FTI-Landschaft hinsichtlich missionsorientierter Forschung zu erheben und soweit möglich darzustellen. Auf der Grundlage der Untersuchung soll eine erste Kompetenz- und Ressourcenlandkarte für die Weiterentwicklung der Missionen vorliegen, d.h. einer österreichischen Interpretation der EU-Missionen entsprechen.
Innovationsfördernde öffentliche Beschaffung (IÖB) ist ein wichtiger Eckpfeiler der nachfrageseitigen Innovationspolitik. IÖB soll dabei helfen, neue Märkte für Innovationen zu schaffen und die Nachfrage nach neuen,gesellschaftsrelevanten, innovativen Gütern und Dienstleistungen zu erhöhen. IÖB ist in Österreich seit 2007 Thema und seit 2012 mit dem beschlossenen und seit damals schrittweise umgesetzten „IÖB Leitkonzept“ politisch verankert. Ziel der Evaluierung ist es, eine Zwischenbewertung der Umsetzung des Programms IÖB-Toolbox in der ersten Phase (2019-2020) sowie der bis dato feststellbaren Beiträge zu Zielerreichung und ggf. erster Wirkungen vorzunehmen.
This report presents the current status of the European Tertiary Education Register (ETER), as well as recommendations for its future development. As an outcome of this work, the ETER database is now consolidated in terms of methodology and data content, but also of a technical infrastructure, which allows an efficient management of the data and allows users to access the data through a variety of options (direct download, automated download, API access). As documented in this report, ETER is establishing itself as the reference dataset for European higher education and is being widely used both for policy analysis and for scholarly purposes. The final recommendations of this report deal with further consolidating and extending the system and better embedding it in a broader landscape of higher education databases at the international level. The report advises that, in the long term, ETER should be established as a lasting activity run by the European Commission with the support of EUROSTAT and the participation of member states. To this aim, future ETER activities should focus to a stronger extent on establishing institutional collaborations with statistical data providers, Commission services and users, while maintaining and further developing the data collection, communication and dissemination activities.
In den letzten Jahrzehnten ist internationale Zusammenarbeit zu einem immer wichtigeren Element nationaler und internationaler Forschungs-, Technologie- und Innovationspolitik (FTI Politik) gewor-den. Innerhalb Europas haben FTI Kooperationen eine lange Tradition und werden auf europaischer Ebene durch die Europaischen Rahmenprogramme fur FTI durch die Europaische Kommission stark befordert. Mit der Einfuhrung spezifischer ERA-Nets und der starkeren Einbeziehung ausereuropai-scher Lander in EUREKA gab es vermehrt Moglichkeiten der Kooperation uber Europa hinaus. Viele europaische Lander formulierten spezifische Strategien und schufen spezifische Unterstutzungsfor-mate fur ausereuropaische FTI-Kooperationen. Auch Osterreich baute seine Forderungen fur auser-europaische Zusammenarbeit in den letzten Jahren aus1. Die Errichtung der beiden OSTA in Washing-ton und Peking sind im Kontext dieser intensivierten Kooperationsbemuhungen zu sehen. Das OSTA Washington wurde bereits im Jahr 2001 gegrundet und seit damals von der Motivation getragen, an die fuhrende Forschungsnation USA anzudocken und die vielen osterreichischen Forschenden vor Ort zu unterstutzen. Die Einrichtung des OSTA Peking erfolgte sehr viel spater, im Jahr 2012, als die Be-deutung der aufsteigenden BRICS-Staaten sich immer klarer herauskristallisierte. Die beiden Buros dienen der Starkung der bilateralen Beziehungen mit Nordamerika und Mexiko sowie China und der Mongolei. Die hier vorgelegte Evaluierung zeigt auf Basis einer Mischung aus qualitativen und quantitativen Me-thoden, wie die beiden OSTA dieser Aufgabe nachkommen, und formuliert Empfehlungen fur die wei-tere Arbeit der Buros.
Die Förderungskooperation des Landes Oberösterreich und der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) wurde als eine zentrale Maßnahme im Rahmen des Themenfeldes Forschung und Entwicklung des Wirtschaftsprogramms „Innovatives Oberösterreich 2010“ im Jahr 2006 etabliert. Im Jahr 2012 erfolgte eine Evaluierung des Förderinstruments mit dem Ziel, erste Umsetzungserfahrungen aufzunehmen und zu beurteilen. Gegenwärtig wird bereits an der Entwicklung des nachfolgenden strategischen Programms für die Periode ab 2021 gearbeitet. Aus gegebenem Anlass soll daher eine neuerliche strategische Beurteilung des Programms erfolgen. Mit der gegenständlichen strategischen Beurteilung soll die Relevanz, Ausgestaltung und Passgenauigkeit im Besonderen für KMU, die Kohärenz mit koexistierenden Förderangeboten, die Umsetzung und Wirkungsweise der Förderkooperation des Landes Oberösterreich mit der FFG im Rahmen der Basisprogramme untersucht und bewertet werden.
Nachfrageseitige Innovationspolitik und insbesondere innovationsfordernde offentliche Beschaffung (IOB) sind in Osterreich seit mehr als einem Jahrzehnt in Diskussion und seit 2012 mit dem beschlossenen und seit damals schrittweise umgesetzte „IOB Leitkonzept“ auch politisch verankert. Obwohl offentliche Beschaffung aus guten Grunden inharent konservativ und risikoavers ist, wird mit IOB ein neuer Weg beschritten, der betrachtliche Herausforderungen enthalt (Innovationsrisiko, Mehraufwand im Vergleich zu Routinebeschaffung, Spannung zwischen langfristigem Nutzen und kurzfristigen Budgetzyklen etc.). Deren Bewaltigung entscheidet uber Erfolg und Wirkung. Dabei sind die vielfaltigen Wirkungen von IOB fur den ausenstehenden Betrachter aber auch fur die Politik und die Beschaffer selbst oft nur schwer erfassbar, weil das Wirkungsgefuge komplex (direkte und indirekte Wirkungen, manche zeitlich versetzt) und haufig auch nur unzureichend dokumentiert ist. Im Rahmen der gegenstandlichen Studie wurde daher das komplexe IOB Wirkungsgefuge anhand ausgewahlter Beispiele untersucht.
Bericht der Bundesregierung an den Nationalrat gem. § 8 (2) FOG uber die Lage und Bedurfnisse von Forschung, Technologie und Innovation in Osterreich. Der vorliegende Bericht ist im Auftrag der Bundesministerien fur Bildung, Wissenschaft und Forschung (BMBWF), Verkehr, Innovation und Technologie (BMVIT) und Digitalisierung und Wirtschaftsstandort (BMDW) entstanden. Die Erstellung des Berichts erfolgte durch eine Arbeitsgemeinschaft, bestehend aus dem Austrian Institute of Technology (AIT), JOANNEUM RESEARCH (JR) und dem Wirtschaftsforschungsinstitut (WIFO) mit Unterstutzung des Zentrums fur Europaische Wirtschaftsforschung (ZEW). Das Institut fur Hohere Studien (IHS) war in die textliche Gestaltung des Berichts eingebunden.
Das Ziel dieser Evaluierung ist eine systematische Gesamtbetrachtung der Umsetzung von H2020 und ERA in Osterreich sowie von EUREKA, COSME und EEN vorzunehmen. Die drei Schwerpunktbereiche der Evaluierung sind: 1. Beauftragung der FFG mit der Beratung und Betreuung von H2020 und ERA (EIP-Beauftragung) 2. Beauftragung der FFG mit dem EU-Performance Monitoring (EU-PM-Beauftragung) 3. Das ERA-Observatorium Austria, das einen ubergeordneten Rahmen fur die Integration der einzelnen Aufgabenstellungen im Bereich der Governance der EU-FTI-Politik in Osterreich auf Seiten des BMBWF bildet. Daruber hinaus werden im Rahmen der Evaluierung erganzend die Beauftragungen zu EUREKA, COSME und dem EEN analysiert.
Der Forschungs- und Technologiebericht 2017 ist der Lagebericht uber die aus Bundesmitteln geforderte Forschung, Technologie und Innovation in Osterreich und wurde im Auftrag der Bundesministerien fur Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft (BMWFW) und Verkehr, Innovation und Technologie (BMVIT) erarbeitet. Auf Basis aktueller Daten, Analysen und Befunde werden relevante Entwicklungstrends und ausgewahlte Themen des osterreichischen Innovationssystems beschrieben und im internationalen Kontext reflektiert. Der Bericht umfasst eine Darstellung der jungsten Globalschatzung uber die Entwicklung der F&E-Ausgaben in Osterreich fur das Jahr 2017, einer Positionierung Osterreichs in internationalen Rankings und einer Beschreibung aktueller Entwicklungen in der Umsetzung der FTI-Strategie des Bundes sowie anderer strategischer Initiativen in der FTI-Politik. Daruber hinaus werden schwerpunktmasig die Entwicklung neuer Innovationsparadigmen und deren Bedeutung fur Osterreich umrissen sowie Entwicklungen in den Bereichen Forschung, Unternehmen und Arbeitsmarkt im Gefolge der aktuellen Trends in der Digitalisierung und zunehmender F&E- und Wissensintensitat umfanglich dargestellt und diskutiert. Weiters wird die Entwicklung der osterreichischen Position im europaischen Forschungsraum (European Research Area - ERA) aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet und vor dem Hintergrund der nationalen ERA Roadmap analysiert. [...]
Der Forschungs- und Technologiebericht 2016 ist ein Lagebericht uber die aus Bundesmitteln geforderte Forschung, Technologie und Innovation in Osterreich und wurde im Auftrag der Bundesministerien fur Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft (BMWFW) und Verkehr, Innovation und Technologie (BMVIT) erarbeitet. Auf Basis aktueller Daten und Befunde werden relevante Entwicklungstrends und ausgewahlte Themen des osterreichischen Innovationssystems beschrieben und in einem internationalen Kontext reflektiert. [...]
This report presents the overall findings of the Study on Contribution of the Framework Programmes to Major Innovations (N° RTD-Major Innovations-2013-A5). The aim of the project is to evaluate the contribution of the European research programmes (FP5, FP6 and FP7) to the development of a selected number of Major Innovations. The focus of the study is on the identification of the key elements explaining the factors and conditions that brought the respective Major Innovation about, and the contribution of the EU funded research. The results of the study are targeted for supporting the policy evaluation and understanding of the areas for further improvement. The study has analysed different cases and their wider context in detail. The main conclusions drawn for the analysis can be summarised as follows: 1. Research and Development, although important, is one of many drivers for major innovations and despite the fact that the FP’s have not directly contributed to breakthroughs in the Major Innovations, they have significantly contributed to the relevant innovative capacity of firms, fostering the wider innovation environment (e.g. clusters and value chains), and to related incremental innovations. 2. Major Innovations usually consist of so-called families of innovations, which together are a necessary condition to make the innovation happen. Each of the innovation families has a different “ownership”, pace and timing to be mature enough to enter the market. (The recent extension to “closer to market” activities in Horizon 2020 offers opportunities for further synchronization). 3. The exploratory and excellence driven nature of FP5 to FP7 aimed at pre-competitive research (TRL 1-4), whereas 8 out of 10 Major Innovations passed TRL9. This implies that much of the results of the FP’s may contribute to the Major Innovations through networking, aligning agendas, knowledge creation and diffusion in relevant families of innovations and to understanding the more general framework conditions for an innovation. 4. Major Innovations strongly depend on a high impact of policies and regulations outside of the specific R&D&I domain (for instance the telecom liberalization, energy policies or the GPS Dual use policy). The FPs have helped to create conditions and potential pathways to leverage such policies into Major Innovations.
Die strategischen Zielsetzungen des Kompetenzzentren-Programms COMET sind der Aufbau neuer Kompetenzen durch die Initiierung und Unterstutzung einer strategisch abgestimmten und langfristig ausgerichteten Forschungszusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Wirtschaft sowie der Aufbau und die Sicherung der Technologiefuhrerschaft von osterreichischen Unternehmen. Durch die Weiterentwicklung und Bundelung existierender Starken und die Einbindung von internationalem Forschungs-Know-how soll der Forschungsstandort Osterreich nachhaltig gestarkt werden. Die kooperative Forschung in den K-Zentren leistete dabei wesentliche Beitrage zur Steigerung des Kompetenzaufbaus und des Innovationsoutputs der an den K-Zentren beteiligten Unternehmen. Die Mehrheit der innovationsaktiven COMET-Unternehmen konnten im Zeitraum 2010-2014 eine durch COMET induzierte Produkt- oder Dienstleistungsinnovation hervorbringen. Die Bandbreite der durch COMET entstandenen Innovationen beinhaltet neben inkrementellen Innovationen in manchen Fallen auch grundlegende Neuerungen mit erheblichen Auswirkungen auf die durchfuhrenden Organisationen.
Die vorliegende Studie soll die Starken und Schwachen sowie die Wettbewerbsfahigkeit des osterreichischen Forschungs- und Innovationssystems – in dieser Studie als Forschungsraum definiert – beschreiben und analysieren. Der osterreichische Forschungsraum umfasst alle Akteure, die Forschung betreiben, unabhangig davon, ob diese Forschung grundlagenorientiert oder anwendungsorientiert ist. Der so definierte ‚Forschungsraum‘ besteht aus Universitaten, auseruniversitaren Forschungseinrichtungen, Fachhochschulen und forschungsaktiven Unternehmen. Neben der Leistungsfahigkeit einzelner Akteursgruppen ist fur die zukunftige Entwicklung vor allem die Frage entscheidend, wie die unterschiedlichen Forschungsakteure sich erganzen und als System zusammenwirken.