Bei einer 40-jährigen Patientin wurde nuklearmedizinisch eine Struma uninodosa rechts diagnostiziert. Subjektiv berichtete die Patientin über seit 1 Jahr bestehende Schluckbeschwerden und ein tastbares Knotenwachstum der rechten Halsseite. Eine familiäre Belastung hinsichtlich Schilddrüsenerkrankungen bestand nicht. An Nebendiagnosen war eine Faktor-V-Leiden-Mutation (homozygot) bekannt. Diagnostik
Zusammenfassung Hintergrund Aktuell wird aus verschiedenen Ländern eine erhebliche Zunahme der Inzidenz papillärer Mikrokarzinome der Schilddrüse (PTMC) berichtet. Fragestellung Darstellung der Diagnostik und operativen Therapie von PTMC und Diskussion der Möglichkeit eines konservativen Vorgehens (Beobachtung). Material und Methode Auswertung der gültigen Leitlinien verschiedener Länder und Analyse der aktuellen Literatur zu den Ergebnissen der Beobachtung von PTMC aus Japan, Korea und den USA. Ergebnisse Die Mehrzahl der internationalen Leitlinien zur Therapie des PTMC empfiehlt eine Hemithyreoidektomie als Goldstandard. Eine Beobachtung als Alternative zur Operation wird in den japanischen Leitlinien (JSTS/JAES) genannt. In den bisherigen Beobachtungsstudien mit über 1700 Patienten wird über einen Tumorprogress in 8–14 % der Fälle nach einer Beobachtung von median bis zu 75 Monaten berichtet. Ein Tumorwachstum und eine lymphogene Metastasierung wurden vor allem bei jungen Patienten (<40–50 Jahren) beschrieben. Schlussfolgerungen Eine Beobachtung von PTMC als Alternative zur Operation kann für ältere Patienten möglicherweise eine Behandlungsoption darstellen. Eine abschließende Bewertung dieses Verfahrens ist derzeit aufgrund der bisher kurzen Nachbeobachtungszeiträume jedoch noch nicht möglich.
Aktuell wird aus verschiedenen Ländern eine erhebliche Zunahme der Inzidenz papillärer Mikrokarzinome der Schilddrüse (PTMC) berichtet.