Einleitung Die gastrointestinale Blutung stellt nach wie vor ein in der Ausprägung oft schwer abzuschätzendes Krankheitsbild dar. Auch wenn mit dem Glasgow-Blatchford-Score oder dem Rockall-Score etablierte Scores für die nicht-variköse obere gastrointestinale Blutung gut evaluierte Scores vorliegen, ist doch vor allem die variköse Blutung und der Intensivpatient mit Verdacht auf eine obere gastrointestinale Blutung das Szenario, das den Kliniker und nicht zuletzt die Scores vor deutliche Herausforderungen in der Risikoabschätzung stellen. Für Intensivpatienten besteht zusätzlich aufgrund einer engmaschigeren Überwachung die Möglichkeit, präzisere Informationen bei Patienten mit fraglichen gastrointestinalen Blutungen zu erheben, welche in den bestehenden Scores bislang nicht mit einfließen.
Bei einer Inzidenz von jährlich 30–45 pro 100.000 Einwohner ist die akute Pankreatitis (AP) in Deutschland in mehr als zwei Drittel der Fälle biliärer oder alkoholischer Genese. Daneben kann die AP iatrogen, metabolisch, genetisch oder durch einen Tumor verursacht sein. Die Diagnose stützt sich auf das Vorhandensein des typischen epigastrischen Schmerzes mit Ausstrahlung in den Rücken und die mindestens 3‑fache Erhöhung von Lipase oder Amylase im Serum. Bei schmalem „therapeutischem Fenster“ ist die frühzeitige Risikobewertung essenziell, um bei schwerer AP (Mortalität bis 42 %) rechtzeitig intensiv überwachen und therapieren zu können. Ungünstige Prognosefaktoren sind Erhöhung von Harnstoff, Hämatokrit und Blutzucker im Serum. Daneben werden verschiedene Scores eingesetzt. Zur Schweregradeinteilung im Verlauf wird die Atlanta-Klassifikation herangezogen. Die Entfernung eines impaktierten Gallensteins bei biliärer AP mittels endoskopischer retrograder Cholangiographie (ERC) ist die einzige kausale Therapie. Die ERC ist auch bei Zeichen der Cholangitis sowie bei schwerer biliärer AP indiziert. Schmerztherapie und Flüssigkeitssubstitution sind die wichtigsten symptomatischen Maßnahmen. Um extravasale Flüssigkeitsverluste auszugleichen, sollte in der Frühphase der AP eine Volumenzufuhr mit Kristalloiden erfolgen. Im Intensivsetting steht neben der Echokardiographie ein erweitertes hämodynamisches Monitoring zur zielgerichteten Volumentherapie zur Verfügung. Eine antibiotische Prophylaxe ist bei schwerer AP möglicherweise vorteilhaft. Die Ernährung sollte möglichst frühzeitig enteral erfolgen. Eine chirurgische Intervention ist Komplikationen (Blutung, abdominelles Kompartmentsyndrom) und anderweitig nicht erreichbaren infizierten Nekrosen vorbehalten.
Bilomas are defined collections of bile fluids mainly caused by iatrogenic injuries of the bile duct system. Owing to the infrequency of this disease, studies addressing bilomas are rare. By using an endoscopic database, this retrospective study identified 32 patients with bilomas treated between 2004 to 2015, in order to analyse aetiology, clinical presentation, spectrum of pathogens, and resolution rate of bilomas. 65.6% of the study population (21/32) developed bilomas after surgery and 21.9% (7/32) after endoscopic retrograde cholangiography (ERC). Icterus, fever, and abdominal pain were the leading symptoms. 93.9% (46/49) of microbiological bile cultures revealed a positive microbiology. The predominant microorganisms were the group of Enterobacteriaceae (43.0%, 52/121), followed by Enterococcus spp. (32.2%, 39/121), and Candida spp. (9.1%, 11/121). Multiresistant bacteria like Enterobacteriaceae were isolated from one quarter of all patients. Single or multimodal treatment resulted in an overall complication rate of 4.8% (9/188). Clinical follow-up analysis showed a complete resolution rate of 78.3% for interventional therapy and 80% in the non-interventional group. Pathogen spectrum of bilomas mainly comprises the group of Enterobacteriacae and Enterococcus spp., with a high proportion of multiresistant bacteria. Different interventional approaches are available for biloma drainage, which seem to be safe and effective for most patients. German Clinical Trials Register DRKS00015208 , retrospectively registered.
Die invasive pulmonale Aspergillose (IPA) ist eine schwerwiegende opportunistische Infektion, die mit einer erheblichen Morbidität und Mortalität verbunden ist. Überwiegend bei neutropenen Patienten bekannt, zeigte sie sich in den letzten Jahren aus verschiedenen Gründen häufiger auch bei nicht-neutropenen Patienten. Insbesondere Leberzirrhotiker sind aus verschiedenen Gründen immmunsupprimiert und für Infektionen anfällig.
Die frühe Identifizierung von Patienten mit schwerer akuter Pankreatitis (SAP) ist wichtig, um die Therapie zu intensivieren. Einzel-Parameter mit hoher Sensitivität und Spezifität fehlen. Daher wurden Scoring-Systeme wie der Ranson- und BISAP-Score entwickelt. Die Erhebung dieser Scores ist z.T. aufwändig. BISAP beinhaltet Harnstoff im Serum (BUN), neurologische Beeinträchtigung (IMS), SIRS-Kriterien, Alter und Pleura-Erguss.
Intensivpatienten leiden häufig an einem Multi-Organ-Versagen. Daher könnte ein extrakorporaler Multi-Organ-Ersatz ein Konzept der Zukunft sein. Kürzlich wurde das ADVOS („advanced organ support“) Verfahren eingeführt. ADVOS verbindet Leber- und Nieren-Ersatz mit CO2-Elimination und Modulation des Säure-Basen-Haushalts. Um die Effizienz zu steigern, beinhaltet der extrakorporale Kreislauf zwei Dialysatoren. Dadurch erhöht sich das Blutvolumen im Extrakorporal-Kreislauf auf ca. 500mL.
Advanced hemodynamic monitoring is recommended in patients with complex circulatory shock.
Aufgrund der hohen Morbidität und Mortalität bei Patienten mit infizierten Pankreasnekrosen ist eine rationale antimikrobiellen Therapie essentiell für das klinische Outcome.
Die akute Pankreatitis (AP) hat eine Inzidenz von jährlich 30–45 pro 100.000 Einwohner. In Deutschland sind mehr als 2 Drittel der Fälle biliärer oder alkoholischer Genese. Seltener ist die AP iatrogen, metabolisch, genetisch oder maligne verursacht. Die Diagnosestellung erfolgt bei Vorhandensein des typischen epigastrischen Schmerzes mit Ausstrahlung in den Rücken und einer dreifachen Enzymerhöhung (Lipase oder Amylase) im Serum. Nur selten muss zur Diagnosestellung ein bildgebendes Verfahren hinzugezogen werden. Eine frühe Risikoerfassung ist wichtig, um Patienten mit schwerer AP (Mortalität bis über 40 %) rechtzeitig intensiv zu überwachen. Prognostisch ungünstig sind eine Erhöhung von Harnstoff-/Blutharnstoff-Stickstoff (BUN) im Serum, Hämatokrit und Blutzucker. Daneben werden verschiedene Scores zur Einschätzung des Krankheitsverlaufs eingesetzt. Die Atlanta-Klassifikation dient der Schweregradeinteilung. Die einzig kausale Therapie ist die Entfernung eines impaktierten Gallensteines bei der biliären AP mittels endoskopischer retrograder Cholangiographie. Unter den symptomatischen Maßnahmen stehen die Schmerztherapie und die Flüssigkeitssubstitution im Vordergrund. Zur Analgesie werden überwiegend Opiate eingesetzt. Die Periduralanästhesie ist auf Intensivpatienten beschränkt. In der Frühphase der AP sollte eine kristalloide Volumenzufuhr durchgeführt werden. Zur Steuerung steht neben der Echokardiographie ein erweitertes hämodynamisches Monitoring zur Verfügung. Die Ernährung sollte frühzeitig enteral erfolgen. Auch bei Nachweis von Verhalten und Nekrosen in der Bildgebung wurde das primär chirurgische Vorgehen zugunsten eines interventionellen „step-up“ verlassen. Die Chirurgie bleibt eine Therapieoption bei Komplikationen sowie bei anderweitig nicht erreichbaren infizierten Nekrosen.
Biliome sind intra- oder extrahepatisch gelegene Gallenverhalte, die meist durch eine Verletzung der Gallenwege entstehen. Die Anzahl der Studien über Biliome ist bisher stark limitiert und beschränkt sich überwiegend auf klinische Fallberichte.
Background Advanced hemodynamic monitoring is recommended in patients with complex circulatory shock. Objectives To evaluate the current attitudes and beliefs among German intensivists, regarding advanced hemodynamic monitoring, the actual hemodynamic management in clinical practice, and the barriers to using it. Materials and methods Web-based survey among members of the German Society of Medical Intensive Care and Emergency Medicine. Results Of 284 respondents, 249 (87%) agreed that further hemodynamic assessment is needed to determine the type of circulatory shock if no clear clinical diagnosis can be made. In all, 281 (99%) agreed that echocardiography is helpful for this purpose (transpulmonary thermodilution: 225 [79%]; pulmonary artery catheterization: 126 [45%]). More than 70% of respondents agreed that blood flow variables (cardiac output, stroke volume) should be measured in patients with hemodynamic instability. The parameters most respondents agreed should be assessed in a patient with hemodynamic instability were mean arterial pressure, cardiac output, and serum lactate. Echocardiography is available in 99% of ICUs (transpulmonary thermodilution: 91%; pulmonary artery catheter: 63%). The respondents stated that, in clinical practice, invasive arterial pressure measurements and serum lactate measurements are performed in more than 90% of patients with hemodynamic instability (cardiac output monitoring in about 50%; transpulmonary thermodilution in about 40%). The respondents did not feel strong barriers to the use of advanced hemodynamic monitoring in clinical practice. Conclusions This survey study shows that German intensivists deem advanced hemodynamic assessment necessary for the differential diagnosis of circulatory shock and to guide therapy with fluids, vasopressors, and inotropes in ICU patients.
Fusarium spp., common soil moulds, are emerging fungal pathogens in immunocompromised subjects. We report the first case of Fusarium solani peritonitis in a patient with liver cirrhosis. Because of the high morbidity and mortality associated with fusariosis, an aggressive approach to treatment as well as identification of the species and drug susceptibilities is warranted.
P001 - Sepsis impairs the capillary response within hypoxic capillaries and decreases erythrocyte oxygen-dependent ATP efflux