
Hitzeerkrankungen stellen ein zunehmendes Gesundheitsrisiko dar, bedingt durch die fortschreitende Urbanisierung, das Ausmaß der Hitzewellen infolge des Klimawandels sowie den demografischen Wandel mit einem wachsenden Anteil vulnerabler älterer Bevölkerungsgruppen. Im Rahmen der aktuellen Hitzewellen werden aus allen Teilen Deutschlands zahlreiche Hitzetote gemeldet (laut RKI im ersten Halbjahr 2026 mindestens 9800 hitzebedingte Sterbefälle) [1]. Länder wie Deutschland, die bisher nur wenig Kontakt mit schweren Hitzeerkrankungen hatten, sind zumeist für die Behandlung der schweren hitzebedingten Erkrankungen unzureichend vorbereitet. Bei den Hitzeerkrankungen unterscheidet man hitzeassoziierte von hitzebedingten Erkrankungen. Hitzeassoziierte Erkrankungen umfassen eine temperaturbedingte Verschlechterung bereits bestehender Erkrankungen (z. B. kardiale oder pulmonale Erkrankungen, Infektionen und Dehydrierung) und treten deutlich häufiger auf als klassische hitzebedingte Erkrankungen. Hitzebedingte Erkrankungen sind Syndrome, die direkt durch Hitze und/oder Sonneneinstrahlung entstehen, z. B. Sonnenstich, Hitzesynkope, Hitzekrämpfe, Hitzeerschöpfung und Hitzschlag, fließende Übergänge zwischen den Entitäten sind möglich. Diese Gesundheitsstörungen entstehen, wenn der Körper durch hohe Außentemperaturen, direkte Sonneneinstrahlung, körperliche Anstrengung und/oder fehlende Luftzirkulation die Wärme nicht mehr ausreichend an die Umgebung abgeben kann und es konsekutiv zu einer Thermoregulationsstörung kommt. Hitzebedingte Erkrankungen können unterschiedliche Schweregrade erreichen und reichen von leichtgradigen Hitzeerkrankungen mit Ödemen, Muskelkrämpfen oder Kollaps über die Hitzeerschöpfung bis hin zum schwergradigen Hitzschlag („heat stroke“) mit schweren neurologischen Symptomen und potenziell letalem Ausgang. Im Fokus dieses Konsensuspapiers stehen daher die Differenzialdiagnostik der hitzebedingten Erkrankungen, deren Prophylaxe und die therapeutischen Maßnahmen.
Sepsis und septischer Schock erfordern ein standardisiertes, zeitkritisches Vorgehen: Screening akuter Hochrisikopatient*innen, zügige Diagnostik der Infektion und der sepsisassoziierten Organdysfunktion, rascher Beginn einer adäquaten antiinfektiven Therapie sowie frühe hämodynamische Stabilisierung. Kernelemente sind u. a. Blutkulturen vor Antiinfektiva, balancierte Kristalloide als initiale Flüssigkeitstherapie, Noradrenalin als zentraler Vasopressor und – bei persistierendem Bedarf – additive Strategien (z. B. Vasopressin, Hydrokortison ± Fludrokortison) nach klinischem Kontext. Prävention (Infektionsprävention, Antibiotic-Stewardship(ABS)- bzw. Antimicrobial-Stewardship(AMS)-Programme) und strukturierte Nachsorge adressieren Langzeitfolgen nach Sepsis.
Laienreanimation und der frühzeitige Einsatz automatisierter externer Defibrillatoren (AED) sind zentrale Maßnahmen zur Verbesserung des neurologisch intakten Überlebens nach außerklinischem Herz-Kreislauf-Stillstand (OHCA). In Deutschland verhindern jedoch heterogene rettungsdienstliche Strukturen, unzureichende gesetzliche Rahmenbedingungen für Public-Access-Defibrillation (PAD) und ein bislang nur teilweise implementierter Reanimationsunterricht an Schulen eine optimale Ausschöpfung dieses Potenzials. Diese Übersichtsarbeit bündelt die verfügbare Evidenz zu schulbasiertem Reanimationstraining, zu nationalen und internationalen Programmen (u. a. „Kids Save Lives“) sowie zu innovativen mobilen AED-Strategien. Exemplarisch wird ein regionales Projekt in Stadt und Landkreis Osnabrück vorgestellt, in dem eine gemeinnützige Organisation seit dem Jahr 2020 Reanimationsunterricht an Schulen implementiert und Lehrkräfte sowie Schüler schult. Darauf aufbauend wurden regionale Initiativen zur systematischen Erfassung und verbesserten Verfügbarkeit von AED-Standorten angestoßen. Aus den dargestellten Befunden werden Handlungsfelder für Politik, Rettungsdienstträger und zivilgesellschaftliche Akteure abgeleitet. Flächendeckender, gesetzlich verankerter Reanimationsunterricht, ein strukturiertes PAD-Konzept einschließlich AED-Register sowie die konsequente Einbindung lokaler Non-Profit-Organisationen erscheinen entscheidend, um die ersten Glieder der Rettungskette zu stärken und das Outcome nach OHCA nachhaltig zu verbessern.
Die präzise ökonomische Abbildung zentraler Notaufnahmen (ZNA) stellt sich für die meisten Krankenhäuser als Herausforderung dar. Durch die komplexe Verknüpfung von Erlösen aus verschiedenen Systemen, interner Leistungsverrechnung, Absetzungen der Kassenärztlichen n Vereinigung (KV) und Prozesskennzahlen fehlen bisher Analysemodelle, die eine vollständige Transparenz über die ökonomische Realität der ZNA herstellen und damit die Grundlage für eine differenziertere Steuerung bilden. In einem retrospektiven, quantitativen Studiendesign auf Basis von Routinedaten von n = 150 Fällen des Jahrs 2024 aus den Notaufnahmen der Charité – Universitätsmedizin Berlin, die nach differenzierten Kriterien ausgewählt wurden, wurde eine Kosten- und Erlösanalyse durchgeführt. Zusätzlich wurden ressourcenintensive, formal ambulant abgerechnete „hybride Fälle“ mit stationären Merkmalen definiert und in die Analyse einbezogen, die bislang in keiner Abrechnungssystematik adäquat abgebildet sind. Der Begriff „hybrid“ beschreibt dabei formal ambulante, jedoch ressourcenintensive Verläufe mit stationären Charakteristika. Personalkosten wurden aufgrund der fehlenden Möglichkeit, diese einzelnen Fällen eindeutig zuzuordnen, nicht fallbezogen analysiert. Ambulante Fälle weisen nahezu durchgängig wirtschaftlich ungünstige Deckungswerte auf (−242 bis −346 €/Fall je nach Charité-Standort). Hybride Fälle bilden aufgrund langer Aufenthaltsdauern und hoher Kosten in der internen Leistungsverrechnung (ILV) ein besonders kritisches Segment (−205 bis −290 € pro Fall je nach Standort). Stationäre Fälle weisen in der internen Splitting-Logik teilweise wirtschaftlich günstigere Deckungswerte auf und erscheinen damit ökonomisch günstiger. Da jedoch nur rund 22
Zentrales Element der anstehenden Notfallreform in Deutschland ist die Etablierung integrierter Notfallzentren (INZ) mit zentraler Ersteinschätzungsstelle (ZE). Diese Studiensimulation stellt ein neues Instrument (L-MTS) vor, dass das Manchester Triage System (MTS) mit dem Canadian Emergency Department Information System(CEDIS)-Leitsymptom verknüpft, um Niedrigrisikopatienten frühzeitig zu identifizieren, die Notaufnahme (ZNA) zu entlasten und die Patientensicherheit in der Akutambulanz/Notdienstpraxis (AA) zu gewährleisten. Retrospektive Analyse von 38.639 fußläufigen Notfallpatienten (fNP) zweier Universitätskliniken aus dem Jahr 2024. Nach Randomisierung (70
Die Sepsis ist durch eine dysregulierte Wirtsantwort auf eine Infektion definiert und zählt weltweit zu den häufigsten Todesursachen auf Intensivstationen. Die fehlregulierte Immunantwort spielt eine zentrale Rolle für die Pathophysiologie der Sepsis und stellt damit einen vielversprechenden Ansatzpunkt für die Sepsistherapie dar. Die Immunantwort ist hierbei aber komplex und so können Hyperinflammation und Immunparalyse zeitgleich oder sequenziell auftreten, in unterschiedlichen Kompartimenten und mit individuell variablem Verlauf. Obwohl ein breites Spektrum immunmodulatorischer Substanzen prinzipiell verfügbar ist, haben klinische Studien lange enttäuschende Ergebnisse geliefert. Wachsende Evidenz legt nahe, dass die Ursache hierfür weniger im Versagen einzelner Substanzen liegt als in der fehlenden Berücksichtigung der immunologischen Heterogenität des Krankheitsbilds. Dieser Beitrag gibt einen strukturierten Überblick über pharmakologische Ansätze zur Immunmodulation bei Sepsis von antiinflammatorischen bis hin zu immunstimulierenden Therapien. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der biomarkergesteuerten personalisierten Immuntherapie. Zu diesem Thema wurde erst kürzlich erstmals eine prospektive, multizentrische, randomisierte Studie publiziert, die durch einen personalisierten Therapieansatz einen positiven primären Endpunkt bei Sepsispatienten erreicht und damit den Weg für Zukunft weisen könnte.
Die präklinische Point-of-Care-Sonographie (pPOCUS) ergänzt die Akutversorgung um eine fokussierte Sonographie zur Beantwortung unmittelbar handlungsrelevanter Fragestellungen. Darstellung des Stellenwerts von pPOCUS in der Versorgung traumatologischer und nichttraumatologischer Notfälle unter Berücksichtigung von Evidenz, Indikationen, Ausbildung und Limitationen. Die pPOCUS kann bei Trauma, akuter Dyspnoe, Thoraxschmerz, unklarem Schock, Reanimation und ausgewählten Interventionen entscheidungsrelevante Zusatzinformationen liefern. Die verfügbare Evidenz zeigt eine gute Machbarkeit und einen häufigen Einfluss auf den Einsatzverlauf; belastbare Daten zu patientenzentrierten Endpunkten bleiben jedoch begrenzt. Der klinische Nutzen von pPOCUS hängt von einer klaren Indikationsstellung, der Integration in den Teamworkflow, strukturierter Ausbildung, Dokumentation und Qualitätssicherung ab. Die pPOCUS ist Entscheidungs- und keine Ausschlussdiagnostik.
Inwieweit eine Evaluation von Intermediate-high-risk-Lungenembolie-Patienten durch ein „Pulmonary Embolism Response Team“ (PERT) und eine EKOS-Lysetherapie zu einer Reduktion des Krankenhausaufenthalts führt, ist nur unzureichend untersucht. Untersucht wurden Patienten mit Intermediate-high-risk-Lungenembolie, die im Zeitraum vom 1. Oktober 2021 bis zum 31. August 2024 mittels PERT und EKOS-Lysetherapie auf der internistischen Intensivstation behandelt wurden. Als Kontrollgruppe wurde ein rein medikamentös behandeltes Vergleichskollektiv (ohne PERT) aus dem Zeitraum vom 01. Januar 2010 bis zum 31. Dezember 2021 untersucht. Als ökonomisch/prozessualer Endpunkt wurde die Aufenthaltsdauer im Krankenhaus gewählt. Insgesamt wurden in diese Analyse 76 Patienten eingeschlossen. Hiervon wurden 45 Patienten mit PERT und EKOS-Lysetherapie und 31 Patienten als Vergleichskollektiv ausgewertet. Im Hinblick auf die Geschlechtsverteilung, Vitalparameter und laborchemischen Parameter sahen wir keine Unterschiede zwischen den beiden Gruppen. Trotz des höheren Patientenalters der PERT- und EKOS-behandelten Patienten (64,7 Jahre [53,4–71,6] vs. 54,0 Jahre [38,6–63,1], *p = 0,03) konnten wir eine signifikante Abnahme der Aufenthaltsdauer beobachten (7,8 Tage für PERT und EKOS [5,2–13,2] vs. 12,9 Tage [7,1–22,1] in der Vergleichsgruppe, *p = 0,003). Darüber hinaus war auch der Aufenthalt auf der Intensivstation signifikant kürzer (PERT und EKOS 0,9 Tage [0,5–1,5] vs. 2,0 Tage [0,9–6,2] im Vergleichskollektiv, *p = 0,01). Durch die Abnahme der Behandlungsdauer könnten sich ökonomische Vorteile und positive Effekte auf Kapazitätsengpässe in Akutkrankenhäusern ergeben, was insbesondere in demografisch alternden Gesellschaften wie in Deutschland relevant ist.
Sepsis ist durch eine dysregulierte Wirtsantwort auf eine Infektion gekennzeichnet und bleibt mit hoher Mortalität assoziiert. Extrakorporale Verfahren werden als adjuvante Strategie zur Modulation der Wirtsantwort untersucht. Es wird ein praxisorientierter Überblick über aktuelle Verfahren der extrakorporalen Immunmodulation bei Sepsis und septischem Schock mit Einordnung der Evidenz und Leitlinienlage gegeben. Narrativer Übersichtsartikel mit Schwerpunkt auf randomisierten Studien, Metaanalysen, Leitlinien und laufenden Studien zur unselektiven Hämoadsorption, selektiven Endotoxinadsorption und zum therapeutischen Plasmaaustausch. Für die unselektive Hämoadsorption ist der Nutzen nicht belegt; hochwertige Studien und Leitlinien zeigen kein konsistentes positives Signal, teils bestehen Sicherheitshinweise. Die selektive Endotoxinadsorption ist biologisch plausibel und könnte für endotoxinpositive Subgruppen relevant sein. Für den therapeutischen Plasmaaustausch sprechen pathophysiologische Überlegungen, kleine randomisierte Studien und Metaanalysen; die Bestätigung durch große Studien steht allerdings hier ebenfalls aus. Die extrakorporale Immunmodulation umfasst Verfahren mit unterschiedlichen Zielstrukturen, Zeitfenstern und Anforderungen. Fortschritte hängen von einer präzisen Patientenselektion, adäquaten Dosis und standardisierten Durchführung ab. Bis belastbare Outcomedaten vorliegen, sollte der Einsatz vor allem in prospektiven Studien erfolgen.
Der außerklinische Herz-Kreislauf-Stillstand („out-of-hospital cardiac arrest“ [OHCA]) bleibt mit einer niedrigen Überlebensrate eine medizinische Herausforderung. Die aktualisierten Leitlinien von 2025 betonen die Bedeutung der Rettungskette, die Optimierung der Basismaßnahmen (Basic Life Support [BLS]) sowie den gezielten Einsatz der extrakorporalen kardiopulmonalen Reanimation (ECPR). Nach Erreichen eines Spontankreislaufs („return of spontaneous circulation“ [ROSC]) bestimmt das systemische Postreanimationssyndrom („post-cardiac arrest syndrome“ [PCAS]) den weiteren Verlauf. Eine strukturierte Behandlung in spezialisierten Zentren sowie eine zeitgerechte multimodale Neuroprognostik sind essenziell, um das neurologische Outcome verbessern und fundierte Therapieentscheidungen treffen zu können.
Die Wahl des Verfahrens der Atmungsunterstützung bei akuter respiratorischer Insuffizienz ist klinisch herausfordernd und mit relevanten Konsequenzen für Patienten verbunden. Trotz breiter Anwendung nichtinvasiver Verfahren bestehen Unsicherheiten in Bezug auf optimale Indikationsstellung, Eskalationszeitpunkte und patientenzentrierte Aspekte. Diese Arbeit fasst das Kapitel zu Indikationsstellung und Alternativen der invasiven Beatmung der S3-Leitlinie „Invasive Beatmung und Einsatz extrakorporaler Verfahren bei akuter respiratorischer Insuffizienz“ zusammen. Für die Revision der Leitlinie wurde eine systematische Literatursuche und -bewertung durchgeführt, welche auch nationale und internationale Leitlinien beinhaltete. Empfehlungen wurden mithilfe des Evidence-to-Decision Framework entwickelt und in mehreren Konsensuskonferenzen abgestimmt. Nichtinvasive Atmungsunterstützung (nichtinvasive Beatmung [NIV] und nasale High-flow-Sauerstofftherapie [HFNO]) ist bei moderater Oxygenierungsstörung (PaO2/FiO2 100–300 mm Hg) wirksam und kann eine Intubation vermeiden, erfordert jedoch eine engmaschige Überwachung. Bei ausgeprägter Oxygenierungsstörung (PaO2/FiO2 < 100 mm Hg) oder einem Therapieversagen unter nichtinvasiver Atmungsunterstützung ist eine invasive Beatmung notwendig. Weitere Empfehlungen betreffen spezielle Patientengruppen. Die verfügbare Evidenz unterstützt ein individualisiertes Vorgehen bei der Wahl der Atemunterstützung, das stets auch den Patientenwillen einbezieht. Entscheidend sind eine regelmäßige Reevaluation, die Vermeidung einer verzögerten Intubation, ausreichende personelle und fachliche Ressourcen sowie eine transparente Kommunikation im interdisziplinären Behandlungsteam.
Die videolaryngoskopische endotracheale Intubation (VLETI) wurde im Rahmen der jährlichen Rettungsdienstfortbildung (RDF) eines deutschen Rettungsdienstbereichs erstmals strukturiert für Notfallsanitäter:innen (NotSan) geschult. Ziel war nicht die Analyse von Intubationserfolgsraten, sondern die Erhebungdes subjektiven Schulungsbedarfs und der wahrgenommenen Anwendungssicherheit. Anonyme Online-Querschnittsbefragung unter RDFTeilnehmenden 2025. In die Auswertung wurden ausschließlich die Datensätze der NotSan einbezogen. Die subjektive Anwendungssicherheit wurde mittels Borda-Scoreanalysiert (Rang 1 = 5 Punkte, Rang 5 = 1 Punkt). 79 NotSan nahmen teil (62,7
Die präklinische Zuordnung der Ursachen bei Notfallpatient*innen mit führenden D(Disability)-Problemen ist oft unzuverlässig, was zu Fehlbelegungen und Kapazitätsproblemen auf Intensivstationen und Stroke Units führt. Um diesen Problemen zu begegnen, erfolgt die Versorgung dieser Patient*innen inklusive der Schlaganfallakutversorgung zunehmend in zentralen Notaufnahmen oder Notfallzentren. Dies führt auch zu einem höheren Anteil von Patient*innen mit D‑Problemen mit Schockraumindikation. Es fehlt jedoch ein Konzept zur standardisierten Versorgung dieser Patient*innengruppe im nichttraumatologischen Schockraum. Um die zeitkritische Akutversorgung bei Notfallpatient*innen mit führendem D‑Problem im Rahmen des nichttraumatologischen Schockraumkonzepts zu optimieren, wurde am Universitäts-Notfallzentrum des Universitätsklinikums Freiburg das „Neurological Emergency Receiving Team“ (NERT) etabliert. Ziel des NERT-Konzepts ist es, Patient*innen mit akuten fokal-neurologischen Defiziten und/oder einer unklaren Vigilanzminderung rasch und standardisiert mit festgelegten diagnostischen und therapeutischen Pfaden zu versorgen. Es wurde ein spezialisiertes Team aus den Fachbereichen Neurologie, klinische Akut- und Notfallmedizin und Notfallpflege gebildet, welches zusammen mit in der Notfalldiagnostik erfahrenen (Neuro‑)Radiologen die innerklinische Akutversorgung dieser zeitkritischen Patient*innengruppe übernimmt. Die vorliegende Arbeit beschreibt Zusammensetzung, Aufgaben und Abläufe des NERT-Konzepts. Das NERT gewährleistet eine schnelle und standardisierte Versorgung der Patient*innen mit führendem D‑Problem. Die interdisziplinäre und interprofessionelle Zusammenarbeit optimiert die Zeit bis zur Diagnose und Therapieeinleitung und minimiert das Risiko von Fehlbelegungen. Das NERT-Konzept zeigt eine Möglichkeit, wie im nichttraumatologischen Schockraum die Akutversorgung von Patient*innen mit D‑Problem schnell und qualitativ hochwertig ablaufen kann.