Angesichts der aktuellen Herausforderungen insbesondere in den städtischen Quartieren ist die öffentliche Finanzierung des Arbeitsfeldes „Gemeinwesenarbeit“ sinnvoller und notwendiger denn je. Dass es diesbezüglich immer noch hapert, hat auch damit zu tun, wie die GWA intern aufgestellt ist, welche Aufgaben der Anstellungsträger vertraglich mit dem Geldgeber – als sein Kooperationspartner oder sein Dienstleister – vereinbart hat und wie GWA sich öffentlich in Theorie und Praxis präsentiert.
Auch eine theoretisch dichte Abhandlung sollte einen bestimmten sprachlichen Kompliziertheitsgrad nicht überschreiten. Zudem wäre es schön, wenn gerade in einer Zeitschrift wie Sozial Extra die Relevanz eines Beitrags für die berufliche Praxis in der Sozialen Arbeit erkennbar ist.
Versuche einer Beschreibung der speziellen Kompetenz professionellen sozialen Handelns sind durchzogen von der Suche nach den Kriterien von „Richtigkeit“. Die trotz aller Rückschläge immer wiederauflebende Illusion, „richtiges“ Handeln herstellen und Kriterien finden zu können, prägt die Reflexions- und Theoriearbeit und behindert als nicht operationalisierter Anspruch die soziale Alltagspraxis.
Wenn irgendwo in Deutschland ein ind verhungert, deutsche Jugendliche ausländisch aussehende Menschen mit Gewalt bedrohen oder Straßenbanden aufeinander einschlagen, ruft man nach Programmen. Die medialen und Politiker-Reaktionen haben mittlerweile System und sind in skurriler Weise berechenbar. Gerade im Bereich der sozialen Arbeit, speziell in der Jugendhilfe, hat das Konjunktur. Es scheint, als müsse man immer dann, wenn irgendwo Menschen bedroht sind oder sich anders verhalten, als man es sich wünscht, temporär intervenieren, das Thema gleichsam durch eine bestimmte Geldsumme („Programm“) besetzen, und damit habe man es praktisch und medial abgearbeitet.