Vorverlagerte Shuntvenen können grundsätzlich, in der Realität erstaunlicherweise nicht so häufig, wie man vielleicht bei den vielen Punktionen erwarten würde, eine gestörte Abheilung der Punktionsläsionen u. U. mit 2-zeitigen Blutungen zeigen. Bei geeigneter, also noch ausreichender, Stärke der Subkutis neben der vorverlagerten Shuntvene kann eine operative Deckung der Shuntvene mit einer 6 bis maximal 8 mm dicken Subkutis Abhilfe schaffen, ohne die weiteren Punktionen wesentlich zu erschweren. Dies ist eine eher seltene, aber für diese Fälle wichtige Revisionsindikation.
Morphologisch und funktionell ungewöhnliche Shuntentwicklungen sind nicht selten und müssen/können nicht immer im Sinne einer „Normvorstellung“ revidiert werden. Gelegentlich kann eine individuelle Handhabung (insbesondere eine differenzierte Punktionstechnik) den erfolgreichen Einsatz solcher Shunts langfristig ermöglichen.
Plastisch-gefäßchirurgische Techniken sind häufig der Kern autologer Shuntrekonstruktionen. Sie können dabei in vielen Situationen mit einem Ausgleich zwischen Materialüberschuss (Aneurysma und Elongation) und Materialmangel (Stenose) den Erhalt einer Punktionsstrecke(nlänge) ohne Verwendung von alloplastischem Material ermöglichen.
Chronische, nicht heilende Wunden, die häufig durch Erkrankungen wie Diabetes mellitus, Vaskulitis und postthrombotisches Syndrom verursacht werden, stellen eine große therapeutische Herausforderung im klinischen Alltag dar. Die Kaltplasmatherapie (Cold Plasma Therapy, CPT) hat sich aufgrund ihrer antimikrobiellen, entzündungshemmenden und gefäßstimulierenden Eigenschaften als vielversprechende Behandlungsmethode herausgestellt. Die vorliegende Fallserie zielte darauf ab, die Effektivität der CPT bei einer Vielzahl chronischer Wundtypen unter realen Bedingungen zu evaluieren. Es wurden 9 Patienten mit chronischen Wunden ausgewählt, die auf konservative Therapien nicht ansprachen. Im Rahmen der Studie wurden über einen Zeitraum von 5 Wochen zweimal wöchentlich Cold Plasma Therapy (CPT) mit dem Cold Plasma Cube (CPTcube) und dem Cold Plasma Patch (CPTpatch) durchgeführt. Die Dauer einer Sitzung betrug 2 Minuten, anschließend wurde ein neuer Verband angelegt. Die Ergebnisse zeigen, dass bei allen Patienten ein medianer Wundverschluss von 72% (Bereich 47–82%) erreicht wurde. Es trat keine Verschlechterung des Wundzustands bei den Patienten auf und eine Antibiotikatherapie war nicht erforderlich. Unerwünschte Ereignisse wurden nicht gemeldet. Die vorliegende Pilotstudie zeigt, dass die CPT eine sichere und wirksame Behandlung für eine Reihe chronischer, nicht heilender Wunden ist, einschließlich solcher, die von Autoimmunerkrankungen wie Vaskulitis herrühren. Die Ergebnisse der vorliegenden Fallserie weisen darauf hin, dass die CPT eine wertvolle Ergänzung des Behandlungsspektrums für chronische Wunden darstellen könnte. Es werden weitere Untersuchungen zur CPT und verschiedenen Wundtypen empfohlen.
Abstract Background The discovery of cellular tumor networks in glioblastoma, with routes of malignant communication extending far beyond the detectable tumor margins, has highlighted the potential of supramarginal resection strategies. Retrospective data suggest that these approaches may improve long-term disease control. However, their application is limited by the proximity of critical brain regions and vasculature, posing challenges for validation in randomized trials. Anterior temporal lobectomy (ATL) is a standardized surgical procedure commonly performed in patients with pharmacoresistant temporal lobe epilepsy. Translating the ATL approach from epilepsy surgery to the neuro-oncological field may provide a model for investigating supramarginal resection in glioblastomas located in the anterior temporal lobe. Methods The ATLAS/NOA-29 trial is a prospective, multicenter, multinational, phase III randomized controlled trial designed to compare ATL with standard gross-total resection (GTR) in patients with newly-diagnosed anterior temporal lobe glioblastoma. The primary endpoint is overall survival (OS), with superiority defined by significant improvements in OS and non-inferiority in the co-primary endpoint, quality of life (QoL; “global health” domain of the European organization for research and treatment of cancer (EORTC) QLQ-C30 questionnaire). Secondary endpoints include progression-free survival (PFS), seizure outcomes, neurocognitive performance, and the longitudinal assessment of six selected domains from the EORTC QLQ-C30 and BN20 questionnaires. Randomization will be performed intraoperatively upon receipt of the fresh frozen section result. A total of 178 patients will be randomized in a 1:1 ratio over a 3-year recruitment period and followed-up for a minimum of 3 years. The trial will be supervised by a Data Safety Monitoring Board, with an interim safety analysis planned after the recruitment of the 57th patient to assess potential differences in modified Rankin Scale (mRS) scores between the treatment arms 6 months after resection. Assuming a median improvement in OS from 17 to 27.5 months, the trial is powered at > 80% to detect OS differences with a two-sided log-rank test at a 5% significance level. Discussion The ATLAS/NOA-29 trial aims to determine whether ATL provides superior outcomes at equal patients’ Qol compared to GTR in anterior temporal lobe glioblastoma, potentially establishing ATL as the surgical approach of choice for isolated temporal glioblastoma and redefining the standard of care for this patient population. Trial registration German Clinical Trials Register (DRKS00035314), registered on October 18, 2024.