Die klinische Anwendung der Navigation in der Wirbelsäulenchirurgie hat sich in den letzten zwei Jahrzehnten schrittweise in der klinischen Routine etabliert und zielt darauf ab, die Präzision, Sicherheit und Effizienz von Wirbelsäuleneingriffen zu verbessern. Die Robotik hielt vor circa fünf Jahren Einzug im Bereich der spinalen Chirurgie und birgt das Potenzial eines höheren Grades der Standardisierung von Eingriffen zur Instrumentierung der Wirbelsäule. Die aktuell kommerziell erhältlichen Systeme ermöglichen eine roboterassistierte Versorgung der Wirbelsäule überwiegend im Rahmen der Pedikelschraubenanlage. Hier kann durch den Einsatz von Robotik eine höhere Genauigkeit der Schraubenanlage, insbesondere bei komplexen anatomischen Verhältnissen, und dadurch eine Minimierung von Komplikationen erzielt werden. Während die Berichte zu neuen Anwendungsfeldern stark zunehmen, ist die Evidenzlage weiterhin spärlich. Die heutigen Systeme werden zudem in zunehmendem Maße zur Planung und Durchführung von Osteotomien, zur minimalinvasiven Cageplatzierung oder auch in Kombination mit endoskopischen Verfahren eingesetzt. Perspektivisch werden im Bereich der spinalen Robotik weitere Fortschritte erwartet, die über einen Einsatz als alleinige Assistenz zur Trajektorieneinstellung in der Pedikelschraubenanlage hinaus reichen. Diese umfassen ein erweitertes Spektrum der roboterassistierten Operationsschritte, wie beispielweise den Einsatz für Osteotomien, zur lateralen und transforminalen Cageplatzierung, und zu endoskopischen sowie mikrochirurgischen Eingriffen. Die automatische Segmentierung von Implantatlagen ist ein erster Schritt.
Die Parkinson-Krankheit (PK) ist durch komplexe motorische und nicht-motorische Symptome charakterisiert, die den Alltag und die Lebensqualität der Personen mit Parkinson (PmP) individuell beeinflussen. Multimodale Ansätze, die pharmakotherapeutische Interventionen und nicht-medikamentöse, aktivierende Verfahren, beispielsweise der Physio- und Ergotherapie, Logopädie oder Neuropsychologie kombinieren, gelten mittlerweile als optimales Behandlungsregime. Diese sollten den PmP, unter Berücksichtigung persönlicher Fragestellungen und Bedarfe, entlang des Kontinuums der PK – von der Diagnose bis zum Lebensende – empfohlen werden. Dafür stehen entsprechende Möglichkeiten im ambulanten, tagesklinischen und stationären Setting zur Verfügung. Spezialisierte, multimodale und in Netzwerken organisierte Therapieangebote des ambulanten Sektors wirken sich auf Mobilität, Lebensqualität und Komplikationen wie Stürze günstig aus, können aber in Deutschland, anders als in den Niederlanden, nur lokal in Anspruch genommen werden. Tageskliniken decken Bedarfe zwischen ambulanter und stationärer Versorgung ab und beeinflussen die Symptome der PK und Lebensqualität günstig. Im stationären Sektor wird für PmP in Deutschland die multimodale Parkinsonkomplex-Therapie (PKT) flächendeckend vorgehalten. Die zusammenfassende Beurteilung aus 8 publizierten Beobachtungsstudien (N = 1022) zeigt, dass die PKT motorische und nicht-motorische Symptome, Alltagsleistungen und die Lebensqualität signifikant, und für die PmP klinisch relevant, verbessert. Noch 4–6 Wochen nach der PKT sind positive Effekte hinsichtlich Motorik und Alltagsleistungen nachweisbar. Gerade jüngere PmP mit ausgeprägten motorischen Defiziten vor der PKT scheinen durch geringere motorische Symptome nach der PKT zu profitieren. Bestanden zu Beginn der PKT größere ADL-Defizite, scheint die Chance, Alltagsleistungen klinisch relevant durch die PKT verbessern zu können, höher. Ein jüngeres Alter, keine psychiatrischen oder kognitiven Störungen, eine gute Feinmotorik und ein gleichmäßigerer Gang mit geringer Schrittzeitvariabilität wirken sich dafür günstig aus.