Background: Mental disorders and emotion dysregulation are highly prevalent in adolescence, yet access to intensive, age-appropriate treatments remains limited. This pilot study examined the feasibility and preliminary effects of a creative, 8-week, DBT-based transdiagnostic skills group for adolescents (DBT-K). Methods: 53 outpatients (aged 13–18, 50 female) with heterogeneous psychiatric diagnoses completed baseline self-report measures of internet use, emotion regulation, self-esteem, temperament, and psychopathology. During eight weekly group sessions, positive and negative emotions were assessed before and after each session; self-esteem and emotion regulation strategies were reassessed at the final session. Linear mixed models were used to analyze trajectories of affect and self-esteem. Results: Adolescents showed high baseline internalizing symptoms, low adaptive emotion regulation, and low self-esteem, with a substantial proportion meeting criteria for problematic internet use. Across sessions, negative affect exhibited a significant reduction, with a significant main effect of time and pre- vs. post-session condition. Positive emotions showed no systematic pre-post change and a small decline over time. Self-esteem height remained stable across sessions. No significant changes emerged for total adaptive or maladaptive strategies, but expression of emotions increased significantly. Conclusions: These findings suggest that a brief, creative DBT-based group is feasible in a highly burdened, transdiagnostic outpatient sample and was associated with a reduction in negative affect and an increase in emotional expression. However, the lack of control group, high attrition, short duration, and absence of follow-up emphasize that conclusions are preliminary.
Im Rahmen des Projekts INTER-DI-KO wurde ein mediendidaktisch fundierter Handlungsrahmen für den Einsatz programmierbarer Roboter im Mathematikunterricht entwickelt und erprobt. Ziel war es, einen problemorientierten, interdisziplinären Unterricht zu gestalten, der MINT-Kompetenzen fördert. Mittels Mixed-Methods wurde die Wirksamkeit der entwickelten Materialien – bestehend aus Videos, Aufgaben, Erklärtexten und einem Begleitheft – an zwei Mittelschulklassen in Salzburg empirisch untersucht. Die Ergebnisse zeigen eine hohe Akzeptanz und funktionale Zugänglichkeit der digitalen Materialien sowie ein insgesamt positives Kompetenzempfinden der Schülerinnen im Umgang mit dem Roboter. Die beteiligten Lehrkräfte schätzen die Praxistauglichkeit der Materialien als hoch ein und zeigen Bereitschaft zur eigenständigen Umsetzung im Unterricht. Die Studie liefert damit empirische Evidenz für das Potenzial von programmierbaren Robotern im Mathematikunterricht und verweist gleichzeitig auf Optimierungsmöglichkeiten in der didaktischen Einbindung digitaler und analoger Medien.
Im Modell professioneller Handlungskompetenz für Lehrkräfte (Baumert & Kunter, 2006) wird Klassenführungswissen, dessen Bedeutung für erfolgreiches Lehren und Lernen vielfach belegt ist (z.B. Korpershoek et al., 2016), als Subfacette des pädagogisch-psychologischen Professionswissens eingeordnet. Eine Klasse erfolgreich zu führen, schließt ein, Beziehungen aufbauen, fördern und positiv gestalten zu können. Im Linzer Konzept der Klassenführung (LKK; Lenske & Mayr, 2015) wird dies durch die zentrale Facette Beziehungsförderung abgebildet, die gemeinsam mit den Kategorien Verhaltenskontrolle und Unterrichtsgestaltung das Fundament des LKK darstellt. Persönlichkeitsmerkmale wie Selbstwirksamkeit (Bandura, 1997) sowie Belastbarkeit (vs. Neurotizismus), Extraversion, Offenheit, Gewissenhaftigkeit und Verträglichkeit (Big Five; McCrae & Costa, 1999) stehen in engem Zusammenhang mit kognitiven, motivationalen und emotionalen Prozessen und dem Erleben und Verhalten von Lehrkräften (Bach & Hagenauer, 2022; Eckert & Sieland, 2017). Sie sind folglich relevant für die Lehrkraft-Schüler*innenbeziehung. Vor diesem Hintergrund untersuchen wir, ob höhere Klassenführungskompetenzen im Bereich Beziehungsförderung durch Selbstwirksamkeit und Persönlichkeitseigenschaften vorhergesagt werden können. Dazu bearbeiteten 192 Lehramtsstudierende zu zwei Messzeitpunkten ein Screening zur Selbsteinschätzung ihrer Klassenführungskompetenzen (CSQ-HE), die Scale for Teacher Self-Efficacy (TSE) sowie den Big-Five-Persönlichkeitstest (B5T). Ein Pfadmodell zur Vorhersage der selbst eingeschätzten Kompetenzen zur Beziehungsförderung zum zweiten Messzeitpunkt durch die Selbstwirksamkeit und Big-Five zum ersten Messzeitpunkt zeigt, dass 18 Prozent des praktischen Aspekts der Beziehungsförderkompetenz vorhergesagt werden. Dabei stellten sich Lehrkraft-Selbstwirksamkeit, Belastbarkeit und Offenheit als signifikante Prädiktoren heraus. Lehramtsstudierende sollten demnach in diesen Bereichen besonders gefördert werden.
Angesichts zunehmender sozialer Ungleichheit sowie der Auswirkungen von Umweltzerstörung und Klimawandel stehen Hochschulen in der Verantwortung, zur Bewältigung dieser Herausforderungen beizutragen. Insbesondere in Krisenzeiten braucht es – auch im Sinne der third mission – Bildungsräume, die eine selbstständige und kritisch-reflexive Antizipation des Kommenden ermöglichen, um Lehrende und Lernende zur Ausgestaltung einer nachhaltigen Zukunft zu befähigen. Dem Konzept des Transformativen Lernens (TL) kommt dabei eine Schlüsselrolle zu, weil Bildungs-, Sozialisations-, Lehr- und Lernprozesse buchstäblich in ihrer transformierenden Form – (nicht nur) im Rahmen der Hochschulentwicklung – zum Gegenstand der pädagogischen Debatte werden.
Die Frage nach der Zukunft des Bücherlesens – insbesondere des gedruckten Buches und des literarischen Lesens – in einer zunehmend digitalisierten Medienlandschaft gilt längst als archetypisch. Seit mehreren Jahrzehnten beschäftigt sie Literaturwissenschaft, Rezeptions- und Medienforschung, Kulturtheorie und Literaturdidaktik. Mit der Covid-19-Pandemie setzte im Bildungssystem eine tiefgreifende und beschleunigte Digitalisierung der Lesekultur ein: Online-Unterricht und vier Semester lange Online-Lehre machten das Lesen am Bildschirm zur zentralen Grundlage des Wissenserwerbs und zum festen Bestandteil des schulischen und universitären Alltags. Wie junge Menschen diese Entwicklung wahrnehmen, ist eine der Forschungsfragen der DaLeSS-Studie, die 2023 mit 1.056 Schüler:innen der Sekundarstufe II sowie Lehramtsstudierenden durchgeführt wurde. Untersucht wurden unter anderem ihr analoges und digitales Leseverhalten, ihre Lesemotivation und Lektürepräferenzen (etwa Belletristik versus Sachliteratur), ihre E-Book-Nutzung und ihr Konsum literarischer und pragmatischer sowie gedruckter und digitaler Textsorten. Der vorliegende Beitrag präsentiert ausgewählte Ergebnisse mit Schwerpunkt auf der Nutzung von E-Books sowie der analogen und digitalen Lektüre literarischer Textsorten.