Diese Festschrift ist eine Hommage an Theo Hug für seine vielen Verdienste innerhalb und weit über die Universität Innsbruck hinaus. Neben den theoretischen Fragestellungen im Spannungsfeld von Bildung, Medien, Kultur, Gesellschaft und Technologie geht es Theo Hug auch immer um die praktische Auseinandersetzung mit all diesen Fragen, insbesondere um die Wechselwirkung zwischen digitalen Medien und Individuum sowie Gesellschaft. Insofern stehen diese Streifzüge an den Nahtstellen von Medien, Bildung und Philosophie kursorisch auch stellvertretend für das umfangreiche wissenschaftliche und bildungspolitische Engagement und Wirken des des Menschen, Denkers und Pädagogen Theo Hugs. Ihm ist wesentlich die institutionelle Verankerung von Medien- und Kommunikationswissenschaft, sowie die der Medienbildung an der Universität Innsbruck zu verdanken.
In der vorliegenden konzeptuellen Replikation der Studie von Westphal et al. (2018) wurden Lehrkräfte zu ihren Einstellungen und Motiven gegenüber standardisierten Diagnoseverfahren sowie möglichen Zusammenhängen dieser Einstellungen und Motive mit Veränderungen im Unterricht befragt. Hintergrund war die Weiterentwicklung der sog. Informellen Kompetenzmessung (IKM), ursprünglich als informelles Feedback für Lehrkräfte in Ergänzung zu dem verpflichtenden Bildungsmonitoring in Österreich durch die Bildungsstandards (BIST-Ü) konzipiert, zur individuellen Kompetenzmessung PLUS (iKMPLUS). Diese ist seit dem Schuljahr 2021/22 in der Primarstufe für die Fächer Mathematik und Deutsch und seit dem Schuljahr 2022/23 in der Sekundarstufe, hier zusätzlich im Fach Englisch, verpflichtend durchzuführen. Aus diesem Grund befragten wir neuerlich N = 428 Lehrkräfte der Primar- und Sekundarstufe zu der Nutzung dieser datenbasierten Rückmeldung mit dem gleichen Inventar der vorangegangenen Studie zu IKM. Mittelwertvergleiche zeigen eine moderat höhere Kompetenzorientierung sowie Bereitschaft für Veränderungen im Unterricht im Unterschied zur Primärstudie. Ein latentes Strukturgleichungsmodell bestätigt weitgehend die Ergebnisse aus der Erststudie: Bei einer höheren Motivation zur intendierten Nutzung des betreffenden Diagnosetools lassen sich ein positiver Zusammenhang mit einer höheren intendierten Kompetenzorientierung und ein negativer Zusammenhang mit einer geringeren Bereitschaft zu unterrichtlichen Veränderungen erkennen. Dasselbe Zusammenhangsmuster zeigt sich in der Sekundarstufe auch bei positiven Einstellungen der Lehrkräfte gegenüber standardisierten Diagnoseverfahren. Bestätigt wird zudem der in der Erststudie überraschende Zusammenhang zwischen einer höheren diagnostischen Selbstwirksamkeit und einer geringeren Bereitschaft zu unterrichtlicher Veränderung. In der Diskussion würdigen wir erste Anzeichen einer veränderten Datennutzung im Sinne der Reform, weisen aber auf eine notwendige stärkere Gewichtung nicht-kognitiver Aspekte professioneller Handlungskompetenz in Aus- und Fortbildung von Lehrkräften hin.
Seit dem Wintersemester 2022/23 wird an der Pädagogischen Hochschule Wien ein Seminar realisiert, das sprachliche Bildung gezielt mit Mathematik und Naturwissenschaften in der Ausbildung von Primarstufenlehrpersonen verknüpft. Ausgangspunkt ist die Annahme, dass fachliches Lernen in diesen Unterrichtsgegenständen eng mit spezifischen sprachlichen Anforderungen verbunden ist. Ziel der Lehrveranstaltung ist es daher, Studierende für die Bedeutung bildungssprachlicher Kompetenzen im Fachunterricht zu sensibilisieren und ihnen Ansätze für eine sprachbewusste Gestaltung von Mathematik- und Sachunterricht zu vermitteln. Das von zwei Hochschullehrenden aus unterschiedlichen Fachbereichen entwickelte Konzept orientiert sich am Ansatz der Durchgängigen Sprachbildung (Gogolin et al., 2020). In verschiedenen Lernphasen setzen sich die Studierenden mit fachlichen, sprachlichen und fachdidaktischen Perspektiven auseinander. Aufbauend darauf entwickeln sie eigene Lernszenarien für den Volksschulunterricht, in denen fachliche Inhalte der Mathematik und sprachliche Lernziele systematisch miteinander verbunden werden. Durch eine gezielte Auswahl und Implementierung von digitalen Tools im Fachunterricht können darüber hinaus vielfältig sinnstiftende, differenzsensible Lernanlässe für alle Schüler*innen der Volksschule geschaffen werden. Durch eine Didaktisierung dieses Konzepts sollen zukünftige Lehrpersonen darauf vorbereitet werden, bildungssprachliche Kompetenzen von Schüler*innen gezielt zu fördern, um damit eine aktive Teilhabe am Mathematikunterricht zu ermöglichen.
This study investigates how interdisciplinary, constructionist learning environments foster essential competencies for sustainable innovation in higher engineering education. Drawing on a multi-year case study of the course How to Invent a Robot, it analyzes how students from engineering, architecture, and science collaborate on projects addressing real-world challenges aligned with the United Nations Sustainable Development Goals (SDGs). Qualitative analysis of 135 student reflections and project artifacts highlights the development of interdisciplinary collaboration, reflective problem-solving, and creative, human-centered design practices, while students’ engagement with sustainability remain mostly surface-level. The findings also reveal institutional and cultural barriers to interdisciplinary learning and offer guidance for future teaching frameworks by illustrating how experiential, project-based learning prepares students to navigate complexity and engage with sustainable innovation.
Teacher education is nationally regulated yet increasingly shaped by cross-border agendas. While internationalisation is widely articulated in institutional strategies, implementation in initial teacher education (ITE) is reported as uneven across contexts and programme components. This narrative review clarifies how internationalisation in ITE is defined, driven, enacted, and critically assessed. We propose a 2 × 2 positioning typology at the intersection of strong National Anchors and intensifying Global Imperatives, identifying four profiles: showcase, faculty-driven, regulation-bound, and embedded internationalisation. Beyond activity lists, we specify mechanisms that can help convert mobility and virtual exchange/COIL into accessible learning: structured preparation, jointly designed tasks, guided reflection, and formal recognition/credit. We foreground an assessment gap – outputs are frequently reported, while outcomes such as intercultural competence, digital-pedagogical capability, and classroom enactment are not consistently evidenced or assessed across studies and institutions. Using a decolonising, language-sensitive lens, we surface equity and knowledge circulation limits in nationally regulated systems. Implications include embedded designs, aligned incentives and professional development, internationalisation-at-home/IoC in core coursework, and credit-bearing recognition. We reframe ITE internationalisation as learning-led design, rather than primarily a quantitative focus.