Die Entwicklung einer forschenden Haltung gilt als ein zentrales Ziel der Lehrer:innenbildung, da sie als Voraussetzung für reflektiertes, datenbasiertes und forschungsinformiertes professionelles Handeln verstanden wird. Zwar betonen bildungspolitische Programme und hochschulische Curricula die Bedeutung einer forschenden Grundhaltung, gleichzeitig weisen Studien jedoch darauf hin, dass Lehramtsstudierende Forschungswissen häufig als abstrakt, praxisfern oder zeitintensiv einschätzen und es daher als wenig vereinbar mit den Anforderungen schulischer Praxis betrachten. Vor diesem Hintergrund untersucht der Beitrag, wie Lehramtsstudierende eine forschenden Haltung selbst definieren, welche Bedeutung sie dieser für ihr Studium und ihr zukünftiges berufliches Handeln zuschreiben. Empirische Grundlage sind fünf Gruppeninterviews mit insgesamt 21 Lehramtsstudierenden, die explorativ-inhaltsanalytisch ausgewertet wurden. Die Ergebnisse zeigen, dass Studierende eine Forschende Haltung insbesondere mit kritischem Denken, Selbstreflexion und dem Anspruch, auf dem aktuellen Wissensstand zu bleiben, verbinden. Zugleich wird deutlich, dass Forschungsorientierung vor allem dann als bedeutsam erachtet wird, wenn sie eine unmittelbare praktische Relevanz entfaltet und schnelle Lösungen bietet. Diese ‚pragmatische Verwertbarkeitshaltung‘ hängt eng mit dem Handlungsdruck des schulischen Alltags sowie der hohen Wertschätzung kollegialen Erfahrungswissens zusammen. Die Begründung hierfür liegt in der Notwendigkeit zeitlicher Effizienz, die im Widerspruch zu den oft komplexen, zeitaufwendigen und ergebnisoffenen Prozessen wissenschaftlichen Arbeitens steht. Die Studie verdeutlicht somit ein Spannungsfeld zwischen bildungspolitischen Erwartungen, universitären Ausbildungszielen und den Bedingungen schulischer Praxis. Abschließend werden die Ergebnisse im Hinblick auf die Professionalisierung der Lehrer:innenbildung und die Bedeutung einer nachhaltigen Verankerung forschender Haltung in Schulentwicklungsprozessen kritisch diskutiert.
Zusammenfassung In diesem Beitrag adressieren wir vernachlässigte Aspekte der Digitalisierung. Cybersicherheit erweist sich als interdisziplinäres Feld, das zu seiner Untersuchung Multiperspektivität einfordert, und welches insbesondere durch die Produktion und Bearbeitung multipler Zeitlichkeiten gekennzeichnet ist. Zeitlichkeit, so unser Argument, erlaubt es, wesentliche Spannungsverhältnisse soziotechnischer Ordnung überhaupt erst zu erfassen und dabei über technikzentrierte Ereignislogiken hinauszugehen. Kernthese dieses Aufsatzes ist, dass sich Cybersicherheit in konkreten organisationalen Kontexten sowie in einem übergreifenden globalen Cybersicherheitsregime als Kooperation unter den Bedingungen zeitlicher Spannungsverhältnisse erweist. Jeweils bearbeitete und hervorgebrachte Grenzobjekte wie z. B. materielle Taktiken, IT-Sicherheitsstandards und Resilienzkonzepte vermitteln dabei Wissen; Akteure und Materialität bringen allerdings nicht nur interpretative Flexibilität zum Ausdruck. Eine infrastrukturelle Tiefenschicht, die durch multiple technische Zeitlichkeiten gekennzeichnet ist, verbirgt sich hinter der Arbeit an und mit Grenzobjekten der Cybersecurity. Anhand von drei empirischen Forschungsprojekten (mundane Praxis, Standardisierung und Resilienz) präsentiert der Beitrag temporale Logiken digitalisierter Gesellschaften und mit diesen korrelierende Spannungsverhältnisse: a) Ereigniszeitlichkeit, b) infrastrukturelle Zeitlichkeit sowie c) reflexive Zeitlichkeit.
The Theory of Mind (ToM) scale developed by Wellman and Liu (2004) is a widely used instrument to assess children's ToM through seven items of increasing difficulty. This paper introduces and evaluates an unmoderated remote version of the scale, adapted for 3- to 6-year-old Norwegian children. In Study 1, a Norwegian version of the scale was developed and tested. Study 2 implemented an unmoderated remote version of the scale, and Study 3 examined its validity by testing age-related associations, scalability, as well as criterion and divergent validity. The findings revealed the expected age-related improvement in children's ToM performance, and the scale demonstrated acceptable scalability. However, based on the present findings, we were unable to fully validate the current version of the scale. Criterion validity was partially supported by a positive correlation between children's ToM and their social skills. Furthermore, a positive correlation between ToM and mastery motivation challenged the scale's divergent validity. However, this association likely reflects the influence of the remote testing modality, which favored more persistent and motivated participants. Additionally, test-retest reliability could not be assessed due to a low participation rate at T2. Future research should explore whether a shortened version of the ToM scale might be more suitable for unmoderated remote testing.
Although feedback from students (SF) and peers (PF) is considered effective for improving teachers’ instructional practice, it is underutilized. In this pre-registered study, we use a representative sample of N = 615 German teachers to investigate whether intentions to obtain SF and PF can be explained by teachers’ attitudes, perceived norms, and self-efficacy, as suggested by the Theory of Planned Behavior, and by additional teacher and school characteristics. Analyses confirm the roles of attitudes, norms, and self-efficacy in teachers’ intentions, and the relevance of psychological safety and transformational leadership. Our findings offer valuable insights into promoting teachers’ obtaining of feedback.