
Studienziel: Die proximale Humerusfraktur ist eine typische osteoporoseassoziierte Verletzung des alten Menschen. Mit dieser Arbeit sind wir der Frage nachgegangen, ob die Kooperationsfähigkeit das funktionelle Resultat operativ behandelter proximaler Oberarmfrakturen beeinflusst. Methode: Die Daten von 60 Patienten im Alter > 69 Jahre mit 2- und 3-Fragment-Frakturen, die mit einem proximalen Humerusnagel versorgt worden waren, wurden analysiert. Anhand zweier pflegerischer Assessments (Barthel-Index, Norton-Skala) wurden die Patienten in kooperationsfähige (K-Gruppe, n = 32) und nicht-kooperationsfähige (NK-Gruppe, n = 28) unterschieden. 6 Wochen, 6 Monate und 12 Monate postoperativ erfolgten klinische und radiologische Kontrollen, bei denen der Constant-Score ermittelt wurde. Ergebnisse: Das Durchschnittsalter lag bei 77,8 (70 - 93) Jahren, wobei sich die K-Gruppe mit 76,3 (71 - 93) Jahren und NK-Gruppe mit 78,2 (70 - 91) Jahren nicht wesentlich unterschieden. Im Rahmen der Nachuntersuchung wurden folgende Constant-Scores ermittelt: K-Gruppe 60,2/67,3/70,2 Punkte und NK-Gruppe 54,3/56,1/57,3 Punkte. Die Werte des Constant-Scores unterschieden sich zwischen den beiden Gruppen trotz ähnlicher Altersverteilung zu allen Nachuntersuchungszeitpunkten signifikant (p < 0,0001) voneinander. Ebenso zeigten die kooperationsfähigen Patienten im Verlauf eine signifikant (p < 0,0001) höhere Zunahme der Score-Werte. Schlussfolgerung: Neben der in der Literatur beschriebenen Altersabhängigkeit besteht nach unseren Ergebnissen eine Beeinflussung des funktionellen Resultates proximaler Humerusfrakturen im Senium durch die Kooperationsfähigkeit des Patienten, sodass diese zukünftig bei Untersuchungen an Patienten im höheren Lebensalter Berücksichtigung finden sollte.
Hintergrund: Über die operative Versorgung der distalen Radiusfraktur besteht weiterhin kein Konsens. Wir stellen eine Technik vor, die Vorteile geschlossener und offener Methoden verbindet. Der operative Aufwand entspricht der klassischen Bohrdrahtosteosynthese, die Stabilität und damit Nachbehandlung ähnelt der Plattenosteosynthese. Patienten und Methode: Von Hand werden lange K-Drähte perkutan in den distalen Radius eingebracht und intramedullär bis zum Radiusköpfchen vorgeschoben. Durch die resultierende isoelastische Spannung der Drähte wird der Dislokationsrichtung entgegengewirkt. Hierdurch wird eine frühfunktionelle Nachbehandlung möglich. Es wurden 45 Patienten nachuntersucht. Erhoben wurden der Castaing-Score sowie der sekundäre Korrekturverlust. Ergebnisse: 88,9 % zeigen perfekte oder gute Ergebnisse. Der Korrekturverlust beträgt 2,8° und liegt deutlich unter dem der klassischen Bohrdrahtosteosynthese. Die Komplikationsrate ist gering und vergleichbar mit anderen geschlossenen Verfahren. Schlussfolgerung: Aufgrund der überzeugenden Wirkung der beschriebenen Technik können wir dieses Verfahren empfehlen.
Einleitung: Das Ziel der vorliegenden Studie bestand in der Evaluation der intraoperativen Technik sowie die funktionellen und reintegrativen Ergebnisse nach elastischer stabiler intramedullärer Nagelung (ESIN) von dislozierten Klavikulaschaftfrakturen. Material und Methoden: Zwischen 2003 und 2006 wurden 15 Patienten mit dislozierten Klavikulaschaftfrakturen mittels ESIN behandelt. Wir untersuchten die funktionellen Ergebnisse und Komplikationen. Ergebnisse: Der mittlere Constant-Score betrug 95,3 ± 3,9 Punkte, die mittlere Arbeitsunfähigkeit 22 ± 9 Tage. Wir beobachteten keine Pseudarthrosen oder Infekte, jedoch Hautirritationen durch das medialseitige Ende des TENS in 4 Fällen. Als seltene Komplikation trat in einem Fall intraoperativ eine Schädigung des Schultereckgelenkes im Sinne einer Tossy-III-Verletzung bei vorbestehender Tossy-II-Verletzung auf. Schlussfolgerung: Die ESIN ist aufgrund der guten funktionellen Ergebnisse eine minimalinvasive Alternative zur Versorgung der dislozierten Klavikulaschaftfrakturen und ermöglicht eine frühe Reintegration in den Alltag.
Die Achskorrektur des Beines durch eine Umstellungsosteotomie sowie der endoprothetische Gelenkersatz sind heute bei der Behandlung der Gonarthrose nicht mehr wegzudenken. Das Ziel der valgisierenden Umstellungsosteotomie, die in zunehmendem Maße als medial-öffnende Osteotomie durchgeführt wird, ist es, die Tragelinie des Beines aus dem durch die Varusarthrose geschädigten Gelenkkompartiment in das nicht betroffene laterale Kompartiment zu verlagern. Von dieser Operation profitieren vor allem jüngere und aktive Patienten mit einer unikompartimentellen Arthrose. Durch verbesserte Implantationstechniken sind durch die Endoprothese exzellente oder gute Langzeitergebnisse möglich geworden. Methode der Wahl ist die Implantation der zumindest teilweise (tibial) zementierten Semiconstrained-Prothese. Die Standzeit der Prothese beträgt durchschnittlich 10 Jahre. Daneben kommt bei älteren und inaktiven Patienten die unikondyläre Prothesenimplantation bei auf ein Gelenkkompartiment beschränkten Arthrosen in Betracht.
Die osteosynthetische Versorgung von medialen Schenkelhalsfrakturen ist mit einer hohen Komplikations- und Revisionsrate belastet, meist zurückzuführen auf Instabilität und Redislokation. Als Alternative zur DHS wurde der DHN entwickelt, der aufgrund seines TU-Querschnittprofils eine höhere Verankerungsfestigkeit in der Hüftkopfspongiosa und damit bessere Stabilität gewährleisten soll. Um dies zu überprüfen, wurden an 8 Femurpaaren standardisiert subkapitale Pauwels-III-Osteotomien angelegt, die jeweils mit einer 135°-DHS plus Antirotationsschraube und einem 135°-DHN stabilisiert wurden. Die Femurpräparate wurden unter einer Adduktionsstellung von 9° in eine Universalprüfmaschine eingesetzt und über einen Druckzylinder an der Traverse der Prüfmaschine wurden auf die Femurköpfe vertikale Druckbelastungen eingeleitet, beginnend mit 1 kN und um jeweils 0,5 kN ansteigend bis zur Maximalbelastung von 4,5 kN mit 500 Lastzyklen in jeder Belastungsstufe. Als sensitiver Parameter für die Verankerungsfestigkeit der Implantate in der Hüftkopfspongiosa wurde die Gesamtbelastbarkeit Fges der Osteosynthesen herangezogen, bei der eine Kaudaldislokation der Kopffragmente von 2 mm eintrat. Für die DHS-Osteosynthesen wurde ein durchschnittlicher Fges-Wert von 4301,4 kN und für die DHN-Osteosynthesen mit 8332,3 kN ein etwa doppelt so hoher Durchschnittswert ermittelt. Bei drei der acht DHN-Osteosynthesen wurde unter der Maximalbelastung mit 4,5 kN und nach dem 500. Lastzyklus die 2mm-Kaudaldislokation der Kopffragmente nicht erreicht. Insbesondere bei den Femurpaaren mit schlechter Knochenqualität erbrachte der DHN eine wesentlich höhere Verankerungsstabilität in der Hüftkopfspongiosa. Nach den Ergebnissen dürfte aus biomechanischer Sicht der DHN zur Stabilisierung medialer Schenkelhalsfrakturen besser geeignet sein als die DHS.
Mehrere Studien konnten eine signifikante Schmerzreduktion sowie partielle Wiederaufrichtung frakturierter osteoporotischer Wirbel durch die Kyphoplastie nachweisen. Im Vergleich zur Vertebroplastie ist auch die Komplikationsrate insbesondere für extravertebralen Zementaustritt deutlich geringer. Dennoch ist eine stringente Indikationsstellung zur Anwendung dieser minimalinvasiven Therapieoption ebenso unerlässlich wie die Kenntnis möglicher prä-, intra- und postoperativer Fehlerquellen und Komplikationen.
Ziel der Studie: Evaluation der Wertigkeit einer Ultraschalluntersuchung (US) zur Diagnostik bei Knieschmerzen. Methodik: 110 konsekutive Patienten zwischen 35 und 68 Jahren mit generalisiertem Knieschmerz wurden klinisch, nativradiologisch und im US untersucht. Ausgeschlossen wurden postoperative, verletzte und febrile Patienten, sowie solche mit Infektverdacht. Als Kontrolle dienten 52 gesunde Freiwillige, die Gruppen waren vergleichbar bezüglich Alter und Geschlecht. Verwendet wurde ein real time US, 5-13 MHz linear transducer. Ergebnisse: Unter den symptomatischen Patienten zeigten 30 pathologische Veränderungen im US, davon 12 auch in der Röntgenuntersuchung. In der asymptomatischen Gruppe zeigten 9 Probanden pathologische Veränderungen im US. US erwies sich als besonders hilfreich zur Beurteilung von Gelenkergüssen, Veränderungen der Synovia und des Knochens, Meniskuspathologie und Knorpelschäden bei normalem Nativröntgenbefund.
Objective: The aim of this study was to figure out, if low intensity pulsed ultrasound (LIPUS), already used in delayed unions, increases bony regeneration after callus distraction. Methods: We examined two groups of patients: All of them suffered from bony defects after tibial fractures and were treated with callus distraction using llizarov's ring fixator. The treatment group (n= 12) received LIPUS once a day, while the control group (n = 9) only had distraction. Results were examined clinically and radiologically, analyzing callus maturation with a computer assisted measurement. Results: The treatment group showed a faster bone formation of the new callus (33%), that meant the fixator could be removed 80 days earlier than in the control group.
Die Cross-Pinfixation (CP-Fixation) des BPTB-Transplantates femoralseitig in der Frontcross-Technik (FC-Technik) mit einem CB5-Pin und tibial in Abhängigkeit von der Patellarsehnenlänge ebenfalls in der FC-Technik oder in der Transcross-Technik (TC-Technik) mit zwei CB3-Pins ist ein neuartiges biologisches und stabiles Fixationsverfahren. An porcinen Testpräparaten mit tibialer CP-Fixation des BPTB-Transplantates wurde unter Zugbelastung in der Tunnellängsachse für die TCP-Fixation eine mittl. max. Verankerungsfestigkeit von 745 ± 158 N und für die FCP-Fixation von 906 ± 136 N ermittelt. Bei zyklischer submaximaler Belastung zwischen 50 und 360 N betrug die mittl. max. Blockbewegung im Tunnel nach 1000 Lastzyklen für die TCP-Fixation 1,3 ± 0,16 mm und für die FCP-Fixation 1,2 ± 0,9 mm. Die Blockbewegungen waren reversibel. Die FCP-Fixation des 15 - 20 mm langen patellaren Knochenblockes im femoralen Sackloch und des 20 - 25 mm langen tibialen Knochenblockes im tibialen Tunnel erfordert keine Zugangserweiterung oder zweiten Zugang. Für die korrekte Pinkanalanlage und Pinplatzierung hat sich das Merete CPFIX-System bewährt. Nach der femoralen Fixation muss die tibiale CP-Fixation bei voller Kniestreckung durchgeführt werden, um bei der sehr gelenknahen Transplantatfixation postoperative Streckhemmungen zu vermeiden. Die CP-Fixation hat keine Transplantattraumatisierung zur Folge und ermöglicht eine Rundumeinheilung der Transplantatblöcke. Die CB-Pins zeigen eine vollständige Osteointegration, die im Röntgenbild sichtbar nach 6 - 8 Monaten beginnt und sich über einen Zeitraum von 2 - 3 Jahren erstreckt. Zusammenfassend ist auf der Basis der biomechanischen Testresultate und der positiven klinischen Erfahrungen festzustellen, dass die biointegrable CP-Fixation des BPTB-Transplantates eine leistungsfähige Alternative zur bioresorbierbaren Interferenzschraubenfixation darstellt.
Ziel: Umfassende Analyse und Bewertung dorsaler und kombinierter Operationsmethoden für Frakturen des thorakolumbalen Überganges mit spinalem Einstand hinsichtlich funktioneller, röntgenologischer, orthopädischer und neurologischer Parameter unter besonderer Berücksichtigung der ventralen spinalen Clearance und der Rolle postoperativer Resteinstände. Studiendesign: 105 Patienten mit Frakturen zwischen T10 und L3 und radiologischem Nachweis eines Spinalkanaleinstandes wurden in 4 Operationsgruppen analysiert: dorsale Operation (n = 10), dorsale Operation mit transpedikulärer Spongiosaplastik (n = 19), kombiniert dorso-ventrale Operation (n = 52), kombinierte Operation mit spinaler Clearance (n = 24). Datenerfassung zu Unfall und Operation erfolgte retrospektiv. Analysiert wurden Unfallmechanismus, Frakturtyp, neurologischer Status prä- und postoperativ, funktionelle Parameter, CT und Röntgenaufnahmen. Nachuntersuchung war im Mittel 3 Jahre postoperativ mit Erfassung des neurologischen Status, funktioneller Parameter und Kontroll-CT. Ergebnisse: Durchschnittsalter war 38 (14 - 74) Jahre. Häufigste Unfallursache war Sturz aus der Höhe (43,8 %). Häufigster verletzter Wirbelkörper war L1 (41,0 %) und häufigster Frakturtyp Kompressionsfraktur Typ A3 (48,6 %). 54,3 % hatten behandlungsbedürftige Begleitverletzungen, 19,0 % waren polytraumatisiert. Durchschnittliche Dauer der dorsalen Stabilisierung war 1:48 h, der ventralen Operation ohne Clearance 2:49 h und mit Clearance 4:38 h (p < 0,005). Wahrscheinlichkeit starker Blutungen war mit Clearance signifikant größer (p < 0,0001). Komplikationen waren häufiger bei kombinierten Operationen (p = 0,016). 74,3 % der Patienten wurden nachuntersucht. Hinsichtlich funktioneller Parameter (Zufriedenheit/Einschränkung Rückenbeweglichkeit/Berufs- und Freizeitaktivität/Hannover-Wirbelsäulenscore) bestanden keine Unterschiede zwischen den Operationsgruppen. 61 % der präoperativ berufstätigen Patienten blieben postoperativ in Beschäftigung. 27,6 % wiesen neurologische Ausfälle zur Aufnahme auf, bei 65,5 % verbesserte sich die Neurologie um mindestens eine Stufe auf der Frankel/McBride-Skala bis zur Entlassung. Clearance verbesserte die Neurologie um mindestens eine Stufe in 8 von 10 Fällen (80 %), dorso-ventrale Operation ohne Clearance in 10 von 17 Fällen (59 %). Die höhere Besserungsrate in der Clearance-Gruppe war statistisch nicht signifikant. Pedikelschraubenbruch war signifikant häufiger (p < 0,01) bei dorsal operierten Patienten. Bruch des ventralen USIS-Implantats erfolgte in 17,6 %. Körperwinkel und sagittaler Index betrugen präoperativ im Mittel - 14,8° und 0,66 und postoperativ - 5,8° und 0,87 (p < 0,001). Bis zur Nachuntersuchung kam es zu einem Korrekturverlust des KW auf - 8,2° und des SI auf 0,82. Am geringsten war der Verlust in der Gruppe der kombiniert operierten Patienten. Patienten mit transpedikulärer Spongiosaplastik verloren ca. 50 % des Korrekturgewinns. Noch ausgeprägter waren Veränderungen des GDW. Der mittlere spinale Einstand für alle Operationsgruppen betrug präoperativ 48 %, zur Nachuntersuchung 17 % (p < 0,001). Clearance-Patienten hatten postoperativ einen Resteinstand von ca. 5 %, alle anderen Gruppen ca. 20 % (p < 0,001). Der Spearman-Rangkorrelationskoeffizient für Einengung des Spinalkanals und dem Vorhandensein neurologischer Symptome für das Gesamtkollektiv war r = 0,56 (p = 0,01). Unterschiede in der Spinalkanalfläche zwischen postoperativen CT und CT zur Nachuntersuchung bestanden nicht. Weder sekundäre Stenosierung noch Spontanresorption konnte demonstriert werden. Schlussfolgerungen: Ein statistisch signifikanter Zusammenhang zwischen der Einengung des Spinalkanals und dem Vorhandensein neurologischer Symptome bestand. Trotzdem ist eine Verbesserung der neurologischen Situation auch bei Vorliegem von moderaten Resteinständen (ca. 20 %) möglich. Die Clearance führt zu keiner signifikant höheren Rückbildung neurologischer Ausfälle. Remodeling-Vorgänge, i. S. der Entwicklung von sekundären Spinalkanalstenosen oder Spontanresorption von verbliebenen Fragmenten konnten wir nach 3 Jahren nicht feststellen. Die Notwendigkeit zur vollständigen Clearance des Spinalkanals kann damit mit unserem Kenntnisstand (Nachuntersuchung nach 3 Jahren) nicht bestätigt werden. Langzeitstudien müssen die potenzielle Stenosierung im Spätverlauf untersuchen und die Rolle der Clearance abschließend klären. Kombiniert dorso-ventrale Operationen mit ventraler Spanabstützung sind am effektivsten für die Wiederherstellung des Wirbelsäulenprofils und weisen die geringste Rekyphosierungsrate auf. Ventrale Single-rod-/Single-clamp-Konstrukte sind obsolet.
Studienziel: Nach Eversionstraumata des oberen Sprunggelenkes verbleibt bei fehlendem Nachweis einer Fraktur und persistierenden Beschwerden oft der klinische Verdacht einer isolierten Ruptur der vorderen Syndesmose (VS). Die vorliegende Studie vergleicht die diagnostische Wertigkeit der Arthrosonografie und der MRT. Methode: Retrospektiv wurden bei 46 Patienten mit klinischem Verdacht auf eine isolierte Ruptur der vorderen Syndesmose sonografische, kernspintomografische und intraoperative Befunde verglichen. Ergebnisse: Wir fanden nach operativer Revision in 33,3 % falsche MRT- und in 25 % falsche Sonografiebefunde. Bei 80,1 % der nicht operierten Patienten wurde der negative Sonografiebefund durch den klinischen Verlauf bestätigt. Schlussfolgerung: Der klinische Alltag bestätigt die unter Studienbedingungen erzielten hohen Trefferquoten beider Methoden zum Nachweis oder Ausschluss der isolierten Ruptur der VS nicht.
Untersucht wurden Patienten, die zwischen dem 1. 1. 1980 und 31. 12. 2005 an der Klinik für Unfall-, Hand-, Plastische und Wiederherstellungschirurgie der Universität Ulm einer Amputation oder aber extremitätenerhaltenden Operationen unterzogen wurden. Es wurden die einzelnen Verfahren und Therapiestrategien beschrieben und analysiert, sowie die Entwicklung der Amputationszahlen und die Anzahl der extremitätenerhaltenden Eingriffe über den Beobachtungszeitraum dargestellt. In dieser Zeit erfolgten 2200 Amputationen, 745 der oberen und 1455 der unteren Extremität. Im selben Zeitraum erfolgten 1783 erfolgreiche Operationen zum Extremitätenerhalt, 860 an der oberen und 923 an der unteren Extremität. 46 (2 %) der erfolgreich erhaltenen Extremitäten wiesen im MESS-Score („mangled extremity severity score“) eine Punktzahl von mehr als sechs (Amputationsindikation) auf. 1450 Amputationen fanden hierbei zwischen 1980 und 1990 statt, während zwischen 1991 und 2005 nur 750 mal amputiert werden musste. 60 % der Eingriffe an der unteren und 83 % an der oberen Extremität waren „Minor“-Ablationen (Finger, Zehen) während 17 % an der oberen und 40 % an der unteren Extremität Amputationen großer Extremitätenabschnitte oder der ganzen Extremität umfassten. Anhand einzelner Fälle wurde Indikation und Kontraindikation zum Extremitätenerhalt unter kritischen Bedingungen diskutiert wobei festgestellt wurde, dass auch Aspekte wie das psychosoziale Umfeld des Patienten und die zu erwartende Mitarbeit im Bezug auf die Behandlungsdauer bei der Entscheidung für oder gegen den Erhaltungsversuch einer gefährdeten Extremität zu beachten ist.
Unter den muskulo-skelettalen Geburtstraumen finden sich am häufigsten Klavikulafrakturen, Armplexusläsionen und Frakturen langer Röhrenknochen. Epiphysenlösungen am distalen Humerus sind statistisch nicht erfasst, bisher wurden nur Einzelfälle berichtet. Die Autoren berichten über ein solches Ereignis und diskutieren die diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten.
In der vorliegenden Arbeit soll die Frage geklärt werden, ob bei akuten oder rezidivierenden Kniescheibenluxationen die modifizierte minimalinvasive Operation nach Madigan und Insall eine geeignete Operationstechnik ist. In der Zeit vom 1. 1. 2002 bis zum 30. 6. 2005 wurden insgesamt 56 Patienten mit akuten und chronischen Kniescheibenluxationen operiert. Die Patienten wurden nach 8 bis 19 Monaten postoperativ nachuntersucht und subjektive Zufriedenheit (nach Larsen und Lauridsen) abgefragt. 34 der operierten Patienten (94 %) kamen zur Nachuntersuchung. Von diesen zeigten 28 gute, 3 befriedigende und 3 schlechte subjektive Ergebnisse. Kein Patient hatte eine Reluxation. Für die Behandlung akuter und rezidivierender Kniescheibenluxationen ist eine Vielzahl unterschiedlicher operativer Techniken etabliert. Wir sehen entscheidende Vorteile für die von uns bevorzugte minimalinvasive Operationstechnik, bei der die Kniescheibe aktiv über den Musculus vastus medialis stabilisiert wird.
Einleitung: Das Risiko thromboembolischer Komplikationen bei Patienten mit kniearthroskopischen Eingriffen liegt in prospektiven Studien bei durchschnittlich 6,2 %. In den wenigen randomisierten kontrollierten Studien reduzierten niedermolekulare Heparine das relative Risiko um ca. 80 bis 90 %. In einer Anwendungsbeobachtung sollte untersucht werden, ob Enoxaparin (Clexane®) unter den Bedingungen der täglichen Praxis ähnlich effektiv und sicher ist. Material und Methoden: Abhängig vom Vorhandensein zusätzlicher Risikofaktoren sollten die Patienten entweder Clexane® 20 mg oder Clexane® 40 mg über sieben bis 10 Tage (einmal täglich als subkutane Injektion) erhalten. Als primärer Endpunkt der Beobachtung wurde das Auftreten klinischer Zeichen einer tiefen Venenthrombose bzw. einer Lungenembolie am Ende der Prophylaxe und vier bis sechs Wochen nach Absetzen von Clexane® definiert. Sekundärer Zielparameter war die Blutungsrate. Ergebnisse: Obwohl sich zusätzliche Risikofaktoren bei 53,4 % der Studienteilnehmer (n = 2736) fanden, erhielten nur 32,2 % die für ein hohes Risiko empfohlene Dosierung (Clexane® 40 mg). Daneben wichen die durchschnittlichen Zeitintervalle zwischen erster und zweiter Clexane®-Injektion und der Arthroskopie von den im Beobachtungsplan empfohlenen Vorgaben ab. Dennoch fand sich bei einer durchschnittlichen Dauer der Prophylaxe von 10,6 Tagen mit etwa 0,5 bzw. 0,11 % eine sehr niedrige Inzidenz an tiefen Venenthrombosen und Lungenembolien. Außer drei Hämatomen und einem Hämarthros wurden keine Blutungsepisoden dokumentiert (Inzidenz 0,15 %). Abbruchraten und die Zahl anderer der Clexane®-Behandlung zuzurechnender unerwünschter Ereignisse waren vernachlässigbar. Zusammenfassung: Trotz der beobachteten Abweichungen von derzeitigen Therapiestandards erwies sich die Thromboembolieprophylaxe mit Clexane® bei Patienten mit arthroskopischen Eingriffen am Knie auch unter den Bedingungen der täglichen Praxis als wirksam und verträglich.
Die Behandlung subtrochantärer Femurfrakturen stellt wegen der erheblichen Komorbidität der meist älteren und alten Patienten bei der operativen Versorgung nach wie vor eine Herausforderung dar. Zur operativen Behandlung der Frakturen stehen intra- und extramedulläre Implantate zur Verfügung. In den letzten Jahren wurden zur Versorgung dieses Frakturtyps vermehrt intramedulläre Systeme, insbesondere überlange Implantate, verwendet. Bei dieser Methode ist eine offene Reposition unter Verwendung von Zerklagedrähten oder Zerklagebändern oftmals notwendig. Retrospektiv wurden die Daten von 23 Patienten ausgewertet, die bei einer subtrochantären Femurfraktur mit einem intramedullären Verfahren versorgt und hinsichtlich der Komplikationsrate mit einer vorausgegangenen Studie von 2003 verglichen wurden. Bei den damals ausgewerteten Versorgungen wurden ausschließlich extramedulläre Implantate (DCS®) verwendet. Bei 2/23 Patienten traten im Zusammenhang mit der Operation Komplikationen auf. In nur einem Fall handelte es sich um eine implantatbedingte Komplikation. Ein entscheidender Vorteil war die Möglichkeit, alle Patienten postoperativ sofort vollbelastend mobilisieren zu können. Bei einer adäquaten Implantatwahl und einer suffizienten Reposition können lange Implantate zur Versorgung dieser Frakturtypen empfohlen werden, insbesondere in Hinblick auf die Multimorbidität der meisten Patienten und der bei intramedullären Verfahren gegebenen Möglichkeit der sofortigen und voll belastenden Mobilisation. Ist ein Operateur den Herausforderungen einer extra- und intramedullären Versorgung gleichermaßen gewachsen, wird, so der Eindruck, bei entsprechender Indikation, mit dem intramedullären Verfahren für den Patienten ein besseres Ergebnis erzielt.
Die Schmerzreduktion bei Patienten mit osteoporotischen Wirbelkorperfrakturen ist fur die Vertebroplastie und Kyphoplastie zweifelsfrei dokumentiert. Im Folgenden soll die Effektivitat der beiden Verfahren hinsichtlich der Aufrichtung der Wirbelkorper gegenubergestellt und eventuelle die Aufrichtung beeinflussende Faktoren diskutiert werden. In einer Reihe von Studien konnte gezeigt werden, dass nicht nur bei der Kyphoplastie sondern auch bei der Vertebroplastie bei Vorliegen einer dynamischen Mobilitat des Wirbelkorpers eine Aufrichtung von osteoporotischen Wirbelkorperfrakturen moglich ist. Analog zur Vertebroplastie konnte kurzlich fur die Kyphoplastie gezeigt werden, dass ein Teil der erfolgten Aufrichtung alleine durch die Lagerung der Patienten erreicht wird. Durch Inflation der Ballonkatheter kommt es jedoch zu einer weiteren zusatzlichen Reduktion der Kyphose. Das Ausmas der praoperativen Kyphose, das Frakturalter, das Frakturniveau und das Vorhandensein eines Vakuumphanomens gelten als Faktoren, welche die Aufrichtung beeinflussen. Die klinische Bedeutung der Aufrichtung der Wirbelkorper kann derzeit noch nicht abschliesend beurteilt werden, da ein Zusammenhang zwischen dem Grad des Hohengewinnes und der Lebensqualitat der Patienten bisher nicht nachgewiesen werden konnte. Minimally invasive vertebral augmentation techniques (vertebroplasty and kyphoplasty) can provide dramatic pain relief in patients with osteoporotic vertebral compression fractures. In the following both procedures are compared regarding restoration of vertebral body height and factors affecting reduction of the vertebra are discussed. Recently some studies documented height restoration not only in patients treated with kyphoplasty but also in patients with vertebroplasty due to dynamic fracture mobility. According to the results obtained with vertebroplasty it has been shown in patients treated with kyphoplasty that about 50 % of height restoration is due to prone positioning of the patient, but inflation of the inflatable bone tamp results in a further reduction of the fracture. Significant factors affecting height restoration are the degree of the kyphotic deformity, the level and age of the fracture and the presence of an intravertebral vacuum cleft sign. The clinical impact of height restoration on the quality of life is poorly defined and needs to be elucidated in further studies.
Es wird über die atypische Verwendung eines aus einer Gefäßprothese zurechtgeschnittenen PTFE-Patches in der Behandlung einer rezidivierenden distalen tibiofibularen Synostose bei einem heute 37-jährigen Mann gut 5 Jahre nach Versorgung einer dislozierten Bimalleolarfraktur und nach mehreren, jeweils nur kurzzeitig erfolgreichen operativen Synostosenresektionen berichtet.
Einleitung: Anhand von vier Fällen wird die Vorgehensweise der navigierten Verschraubung des Iliosakralgelenkes beschrieben. Bei dem vierten Fall setzen wir perkutanes Verfahren ein, welches wir speziell für solche Fälle entwickelt hatten. Material und Methode: Beim konventionellen Vorgehen implantierten wir 5 Leibinger-Schrauben als Markerschrauben am hinteren Beckenkamm für die Registrierung. Es folgte die intraoperative CT-Datenakquisition mit einer 3-mm-Schichtdicke, 2-mm-Rekonstruktionsindex und 1 Pitch. Die dynamische Reference Base wurde am Beckenkamm fixiert. Ergebnisse: Die Verschraubung des Iliosakralgelenkes konnte in allen vier Fällen problemlos mit regelrechter, CT-kontrollierter Schraubenlage durchgeführt werden. Allerdings kam es in einem Fall zu einem Frühinfekt im Fusionsbereich, in einem weiteren Fall kam es zu einem Frühinfekt im Symphysenbereich nach Plattenosteosynthese. Diskussion: Mithilfe der Navigation kann die Schraubenpositionierung am Iliosakralgelenk einfacher und sicherer durchgeführt werden als auf konventionellem Wege, das Risiko für einen neurologischen Schaden kann auf ein Minimum reduziert werden. Wir denken, dass insbesondere das perkutane Vorgehen ein nützliches Verfahren darstellt.
Wir berichten über eine geriatrische Patientin mit ätiologisch unklaren Oberschenkelhämatomen. Ein Trauma ist nicht erinnerlich. Die operative Revision bestätigt das ausgeprägte intramuskuläre Hämatom; eine Blutungsquelle lässt sich - auch mit bildgebenden Verfahren - nicht nachweisen. Trotz mehrerer operativer Interventionen kommt es zu Hämatomrezidiven ohne eindeutige Blutungsquelle. Eine differenzierte Gerinnungsanalyse zeigt einen Faktor-XIII-Mangel. Beim Faktor-XIII-Mangel werden sowohl angeborene als auch erworbene Formen beschrieben. Ursächlich für die erworbenen Mängel können sowohl Störungen in der Eiweißsynthese als auch erhöhter Umsatz oder Verbrauch vorliegen. Ein Faktor-XIII-Mangel kann nicht durch die herkömmlichen Gerinnungsteste erfasst werden, da die Fibrinbildung nicht gestört ist. Zum Nachweis gibt es spezielle Verfahren. Der dargestellte Fall zeigt, dass auch bei geriatrischen Patienten mit bis dahin blander Anamnese ein Faktor-XIII-Mangel als Ursache bei rezidivierender unklarer Hämatombildung beachtet werden muss. Wenn eine Gerinnungsstörung vermutet wird, reicht die Untersuchung von Routineparametern im Blut nicht aus. Eine frühzeitige und interdisziplinäre Abklärung kann Therapie, Mobilisation und Rehabilitation des Patienten mit Faktor-XIII-Mangel deutlich verkürzen.