Ziele: Das moderne Traumamanagement polytraumatisierter Patienten beinhaltet die initiale Immobilisierung der Patienten am Unfallort auf geeigneten Immobilisationshilfen. Bislang gibt es keine verlässlichen Daten bzw. Herstellerangaben bzgl. des Einflusses dieser Lagerungsmittel auf die Strahlenbelastung bzw. Bildqualität im Rahmen der Ganzkörper-CT-Diagnostik (Traumascan). Wir untersuchten den Einfluss neun unterschiedlicher Immobilisationshilfen auf die o.g. Kriterien. Methode: Es wurde der Einfluss neun unterschiedlicher Lagerungs- und Transportmittel auf die Strahlenbelastung der Patienten und die Bildqualität im Rahmen eines "Traumascan" untersucht. Das Dosis-Längen-Produkt (DLP) wurde jeweils mittels einer im Zentrum eines 32 cm CT-Plexiglasphantoms positionierten CT-Ionisationskammer bestimmt und mit dem Referenzwert verglichen. Daneben wurden die Effektivdosiswerte (E) unter Verwendung des CT-EXPO-Programms Version v2.0.1 errechnet. Die Bildqualität wurde anhand eines semiquantitativen Scores (0 = keine Artefakte; 1 = geringe Artefakte; 2 = deutliche Artefakte; 3 = massive Artefakte) durch 3 erfahrene Radiologen bewertet. Ergebnis: Vier der neun Transportmittel zeigten signifikant höhere DLP100 –Werte (2.5 – 4.5%, p<0.05), bei den übrigen fünf ergab sich kein signifikanter Unterschied zwischen den gemessenen DLP100 –Werten und dem Referenzwert. Die Bildqualität wurde in 4, 3, 1 bzw. 1 Fällen den Kategorien "0", "1", "2" bzw. "3" zugeordnet. Schlussfolgerung: Die Ganzkörper-CT polytraumatisierter Patienten kann bei Verbleib des Patienten auf dem Transport- bzw. Lagerungsmittel zu einer relevanten Dosiserhöhung bzw. Beeinträchtigung der Bildqualität führen. Hierbei bestehen modell- und herstellerabhängige Unterschiede. Bevorzugt sollten aluminium- und metallfreie Immobilisationshilfen eingesetzt werden.
Das Verschlucken scharfer Fremdkörper ist eine seltene, aber potenziell lebensbedrohliche Notfallsituation. Wir berichten von einer 61-jährigen Patientin mit kolikartigen Oberbauchbeschwerden, bei der nach initial unauffällig bewerteter konventioneller radiologischer Bildgebung in der abdominellen Computertomographie ein perforierender Fremdkörper im präpylorischen Antrum nachgewiesen werden konnte. Im Rahmen der nachfolgenden Gastroskopie konnte der Fremdkörper ohne Sekundärschäden geborgen werden. Die Notfallbehandlung, die Bildgebung und die Bergung des Fremdkörpers werden diskutiert.
Ziele: Die Multidetektor-Computertomographie (MDCT) hat einen zentralen Stellenwert in der Schockraumdiagnostik des Schwerverletzten, ist aber mit einer nicht unerheblichen Strahlenbelastung assoziiert. Ziel der vorliegenden Untersuchung war es, diese Strahlenbelastung durch den Einsatz verschiedener Lagerungshilfen und unterschiedlichen Lagerungstechniken zu reduzieren. Methode: In der retrospektiven Untersuchung wurde die mit einem 16-Zeilen-MDCT assoziierte Strahlendosis [DLP (mGy*cm)] des Thorax-Abdomenscans (geräteseitige Angaben im Dosisprotokoll) und der maximale ventro-dorsale Querdurchmesser [VDD (cm)] am Körperstamm erfasst. Es wurden zwei Patientengruppen unterschieden: (1) Lagerung auf flexibler Plastikumlagerungshilfe, (2) Lagerung auf Trauma TransferTM–Board (TTB, MedicalSCA, Wien, Österreich). Jeweils Gruppe 1 und 2 mit Lagerung der Arme auf dem Körperstamm (a) vs. Arme über Kopf (b). Ergebnis: Der VDD zeigte in allen Gruppen keinen signifikanten Unterschied [VDD (cm): 1a: 26,7±3,7 vs. 1b: 25,8±4,7 vs. 2a: 25,0±2,8 vs. 2b: 24,4±3,1, p=n.s.]. Die Verwendung des TTB führte nicht zu einer erhöhten Strahlenbelastung im Vergleich zu einer flexiblen Plastikumlagerungshilfe [DLP (mGy*cm): 1a: 1082,1±279,1 vs. 2a: 1087,5±258,3, p=n.s.; 1b: 846,5±250,8 vs. 2b: 891,5±171,6, p=n.s.]. Durch die Lagerung der Arme über Kopf des Patienten konnte im Vergleich zur Lagerung der Arme auf dem Körperstamm unter Berücksichtigung der gleichen Lagerungshilfe eine Dosisreduktion von 20% erreicht werden [DLP (mGy*cm): 1a: 1082±279,1 vs. 1b: 846,5±250,9, p<0,01; DLP (mGy*cm) 2a: 1087,5±258,3 vs. 2b: 891,5±171,6, p<0,01]. Schlussfolgerung: Als Lagerungsalgorithmus werden zur Reduktion der Strahlenbelastung spontanatmende, kreislaufstabile Patienten mit lagerungsfähiger oberer Extremität ("Arme hoch") von spontanatmenden, kreislaufstabilen Patienten mit Verletzung der oberen Extremität bzw. intubiert/beatmeten Patienten ("Arme auf Körperstamm") unterschieden.
To evaluate technical success rate and clinical outcome of patients with acute embolic superior mesenteric artery (SMA) occlusion who were treated with primary percutaneous revascularization.
Ziele: Wir berichten über erste Erfahrungen mit der perkutanen Aspirationsthrombektomie (PAT) bei der akuten Embolie der A. mesenterica sup. (AMS). Methode: Von 2001 bis 2006 wurden 6 Patienten (4w/2m, Alter 60–87 Jahre) wegen akutem embolischem Verschluss der AMS ohne Peritonitiszeichen mittels PAT behandelt. Die Zeit von Symtom- bis Interventionsbeginn betrug 5–20 Stunden. Die Embolien wurden über transfemoral eingebrachte Schleusen und Aspirationskatheter der Größe 7–9 French aspiriert. Die mittlere Interventionsdauer lag bei 97 Minuten (35 bis 145 Minuten). Die Rekanalisation der AMS wurde als technischer Erfolg, die Entlassung ohne Darmresektion als klinischer Erfolg gewertet. Ergebnis: Ein technischer Erfolg gelang in 5/6 Patienten (83%), 4/6 Patienten (67%) konnten ohne Darmresektion nach Hause entlassen werden. Bei 2/4 der klinisch erfolgreich behandelten Patienten erfolgte nach PAT wegen progredienten Abdominalsymptomen eine explorative Laparotomie ohne Nachweis von Darmnekrosen. Eine Patientin starb nach erfolgreicher Revaskularisation 20 Stunden nach Symptombeginn an einer kompletten Darmnekrose. In einem Fall kam es 14 Stunden nach Symptombeginn bei der PAT mit 9 French Schleuse zu einer Dissektion der AMS mit Mesenterialhämatom und nachfolgend fataler Darmnekrose. Infolge wurden nur noch 7 French-Systeme ohne weitere Komplikationen verwendet. Schlussfolgerung: Die PAT bei embolischem Verschluss der AMS zeigt in unserem kleinen Kollektiv ausgezeichnete technische Erfolgsraten und mit chirurgischen Verfahren vergleichbare klinische Ergebnisse. Vorteile sind der Zeitgewinn durch die sofortige Revaskularisation nach diagnostischer DSA und die geringe Invasivität. Klinisch begründete explorative Laparotomien nach technisch erfolgreicher Revaskularisation sind häufig. Die PAT der A. mesenterica superior kann deshalb nur Teil eines interdisziplinären Konzepts sein.