Abstract Background Midwifery care in Germany is a legal right for every woman (SGB V). Midwives work employed or freelance in hospitals or in community services, providing maternal care from pregnancy until the end of breastfeeding (Sayn-Wittgenstein 2007). Increasingly, a shortage of midwifery care has been observed, forcing hospitals to understaff or to close their birth units, leaving women and their families without care (Sander et al. 2018). At the same time, birth rates are rising, thus leading to an increasing demand of midwifery care (Destatis 2019). As off today there is no central register for midwives across Germany’s 16 states. Therefor the exact number of registered midwives as well as the scope of services provided by midwives are not known (Niedersächsisches Landesgesundheitsamt 2019). Given the present situation, it seems to be imperative to establish effective midwifery workforce planning. The aim of this poster is to identify already existing health workforce planning approaches and to determine the extent to which those can be transferred to the German system of midwifery care. Methods Health workforce planning approaches, already being used on a national and international level, have been analysed, focusing their applicability to midwifery services in Germany. Results Particular elements of the workforce planning approaches already being used in Germany for registered physicians seem to be adoptable. However, they need to be adjusted and enhanced to ensure the characteristics of midwifery in the German public health services. Internationally used approaches are not readily transferable due to systemic differences in health care systems. Conclusions The development of new specific workforce and service planning approaches for midwifery care in Germany is crucial to meet present and future needs of women and their families during the childbirth period. Key messages It seems sensible to consider the peculiarities of a healthcare system in midwifery workforce planning. Establishing workforce research still represents an important task for midwifery in Germany.
Die Sicherheit für Mutter und Kind als „Abwesenheit unerwünschter Ergebnisse“ [1] stellt eines der wesentlichen Qualitätsmerkmale in der geburtshilflichen Versorgung dar. Doch bedeutet die Gewährleistung der mütterlichen und kindlichen Unversehrtheit im Sinne einer Patientensicherheit gleichzeitig ein sicheres Gefühl bei den Nutzerinnen des Versorgungssystems?
Wie wirkt sich die Schwangerschaft auf die Paarbeziehung aus? Welche Konsequenzen ergeben sich für die Gestaltung der Partnerschaft im Schwangerschaftsverlauf?
Einleitung Die Einrichtung einer Hebammensprechstunde vor der Geburt, um Frauen bezüglich ihrer Wünsche, Sorgen oder Ängste zu befragen und zu beraten, stellt eine Komponente der Förderung der physiologischen Geburt dar (DNQP 2015). Psychosoziale Faktoren wie die psychische Gesundheit, Geburtsängste oder soziale Belastungen sowie die vorhandenen Ressourcen von Frauen haben einen Einfluss auf den Geburtsprozess und das Geburtserleben (Alder et al. 2011, Sieber et al. 2006, Söderquist et al. 2009). Hebammen leisten eine psychosoziale Betreuung, ohne dass sie dazu auf ein spezifisches Konzept zurückgreifen können (Cignacco, 2006). Bestimmten Themen gegenüber besteht eine große Unsicherheit, so dass sie von Hebammen nicht systematisch erfragt werden (Rollans et al. 2013).
Background: Vaginal birth after Caesarean (VBAC) in out-of-hospital settings is controversial. With increasing Caesarean rates, more women with a prior Caesarean will decide to give birth in midwife-led birth-centres or at home. Therefore the study explores the question about maternal and neonatal outcomes in German out-of-hospital settings.Method: A retrospective study of German out-of-hospital data from 2005 to 2011 was undertaken. Included were 66 437 singleton pregnancies in cephalic presentation at term. This study describes the outcome parameters of first paras compared to mothers with their second child who had a prior Caesarean.Results: The VBAC rate was 77.8 %, and the first para vaginal birth rate was 89.8 % (p < 0.001). The intrapartum transfer rate of women with a prior Caesarean section was significantly more than for the first paras (38.2 vs. 27.2 %; p < 0.001). A prolonged first stage was the most frequently documented indication for intrapartal transfer in both groups. There were no significant differences in rates of maternal postpartum complications, or in postpartum hospital transfer rates. Also, neither neonatal transfer rates nor Apgar scores were statistically different between the groups.Discussion: These results are consistent with other studies which reported that an out-of-hospital setting is an alternative to the clinical setting for women with a prior Caesarean. However, the fact that the intrapartum transfer rate of women with a prior Caesarean was almost 40 % should be included in antenatal counselling about the place of labour and birth.
Ziel: In Deutschland werden ca. 11.000 Geburten jährlich außerklinisch begonnen. Davon haben ca. 500 Frauen eine vorausgegangene Sectio caesarea. Da die vaginale Geburt bei Status nach Sectio in der außerklinischen Geburtshilfe kontrovers diskutiert wird, ist das Ziel dieser Untersuchung die Darstellung maternaler und neonataler Outcome-Parameter in dieser besonderen Gruppe.
Hintergrund: Ernährung, Bewegung und die Lebensweise vor und während der Schwangerschaft beeinflussen die mütterliche und kindliche Gesundheit. Werdende Eltern werden dabei häufig mit unterschiedlichen Aussagen konfrontiert. Deshalb hat das Netzwerk „Gesund ins Leben – Netzwerk Junge Familie“ – Teil des Nationalen Aktionsplans IN FORM der Bundesregierung – harmonisierte Handlungsempfehlungen zur Ernährung und Bewegung in der Schwangerschaft als Beratungsstandard entwickelt. Material und Methodik: Die Autoren haben sich bei der Entwicklung der Handlungsempfehlungen vor allem auf vorhandene Leitlinien, Metaanalysen und systematische Übersichten gestützt. Ergebnisse: Bis zum Ende der Schwangerschaft steigt der Energiebedarf nur um etwa 10 %, während der Bedarf an einzelnen Mikronährstoffen viel stärker zunimmt. Die Ernährungsempfehlungen orientieren sich an den Empfehlungen für die Allgemeinbevölkerung. Zusätzlich sollen schon bei Kinderwunsch und mindestens im ersten Schwangerschaftsdrittel 400 µg Folsäure/Tag als Supplement eingenommen werden. Neben jodreichen Lebensmitteln und Jodsalz wird ein tägliches Supplement mit 100 – 150 µg Jod empfohlen. Eine Vitamin-D-Supplementierung ist ratsam, falls keine regelmäßige Sonnenlichtexposition erfolgt. Eisenpräparate sollen nur individuell nach medizinischer Anamnese und Blutuntersuchung verwendet werden. Bei gezielter Lebensmittelauswahl ist eine gute Nährstoffversorgung auch mit einer ovo-lakto-vegetarischen Ernährung plus den genannten Supplementen möglich. Bei einer rein pflanzlichen (veganen) Ernährung ist eine ausreichende Versorgung ohne weitere Nährstoffsupplemente nicht zu gewährleisten. Schwangere sollten körperlich aktiv sein, sportliches Training aber nur mit mäßiger Intensität betreiben. Schlussfolgerungen: Multiplikatoren sollten werdende Eltern zu einem gesundheitsfördernden Lebensstil motivieren. Dafür bieten die Handlungsempfehlungen die fachliche Beratungsgrundlage. Um den Bekanntheitsgrad der Handlungsempfehlungen zu steigern, bietet das Netzwerk Medien für Fachkräfte und junge Familien sowie Multiplikatorenfortbildungen an.
Zusammenfassung Hintergrund: Obwohl nationale und internationale Fachgesellschaften die vaginale Geburt nach Sectio caesarea empfehlen, wird ein außerklinischer Geburtsort vor allem vor dem Hintergrund der Gefahr einer Uterusruptur und möglichen Placentalösungsstörungen kritisch diskutiert. Dennoch entscheidet sich eine steigende Anzahl von Frauen mit Status nach Sectio caesarea für eine Geburt im außerklinischen Setting. Hier stellt sich die Frage nach dem maternalen und neonatalen Outcome in internationalen Studien. Methode: Literaturrecherche zum Outcome bei vaginaler Geburt nach Sectio caesarea im außerklinischen Setting in den Datenbanken Medline, Cinahl, Embase und in der Cochrane Library in deutscher und englischer Sprache ohne Einschränkung des Erscheinungsjahrs. Ergebnis: In insgesamt 5 Studien wurde eine vaginale Geburtenrate zwischen 73,5 und 98% beschrieben. Nur in einer Studie fand sich eine Uterusruptur. Blutungen/Placentalösungsstörungen wurden in 2 Studien beschrieben (0,5 und 1,7%). Keine der Studien beschrieb mütterliche Todesfälle; kindliche Mortalität (0–1,7%) wurde in 3 Studien beschrieben. Diskussion: Die Studien weisen große Unterschiede in der Studienpopulation, insbesondere bezüglich Parität und vorausgegangener Geburtsmodi auf. 4 der 5 Studien weisen in ihrer Diskussion auf die Sicherheit der vaginalen Geburt bei Status nach Sectio caesarea im außerklinischen Setting hin. Weitere Forschung ist nötig, um auf der Grundlage umfangreicherer Studienergebnisse ratsuchende Frauen kompetent zu beraten.
BACKGROUND:Even though vaginal birth after Caesarean section (VBAC) is recommended, an out-of-hospital setting is discussed controversially. First of all, uterine rupture and placental complications are named. Nevertheless, an increasing number of women with a prior Caesarean section decide to give birth in an out-of-hospital setting. What is the maternal and neonatal outcome in international studies in these cases? METHOD:The databases of Medline, Cinahl, Embase and Cochrane Library on vaginal birth after Caesarean section in out-of-hospital settings were searched. Included are studies in German and English language without a limit on year of publication, which describe maternal and neonatal outcomes. RESULTS:5 studies were found. All of them describe a high VBAC rate (73.5-98%). Only one study found uterine ruptures. Haemorrhage/placental complications were described in 2 studies (0.5 and 1.7%). None of the studies found maternal deaths. Neonatal death was described in 3 studies in a range from 0 -1.7%. DISCUSSION:There is a wide difference in the population of the studies. An important difference is the parity of the women and the prior mode of birth. 4 of the 5 studies do not see a reason not to try VBAC in an out-of-hospital setting. Further studies are necessary to inform the increasing number of women who decide to try VBAC in an out-of-hospital setting.
The network Healthy Start - Young Family Network is a project from IN FORM - German national initiative to promote healthy diets and physical activity. In this nationwide network medical and scientific societies, professional organizations, and professionally oriented institutions combined together to accompany and support parents through pregnancy and birth by providing information on nutrition and allergy prevention.The recommendations of various relevant professional organizations and institutions were compiled, discussed among the members of scientific advisory board of the network and formulated into standardized key messages (recommendations for actions). These recommendations were distributed to young families in the form of application-oriented messages for everyday life and as an integral part of disseminator training in the form of background information. They include key messages on breastfeeding, infant formula, baby foods, drinks (complementary fluids intake), nutritional supplements, nutrition for breastfeeding mothers, stimulants while breastfeeding, medication and food supplements while breastfeeding as well as advice on non-nutrition and non-smoking related allergies in children.
Ziel: Die Krankenhausverweildauer nach vaginaler Geburt beträgt 3,4 Tage. Bei normaler Geburt steht einer frühen Entlassung nichts entgegen, jedoch belegen Studien, dass viele Frauen postpartale gesundheitliche Beeinträchtigungen erleben. Derzeit werden nur schwere Komplikationen und postnatale Depressionen erfasst, so dass keine Daten zu weiteren Beschwerden der Mütter vorliegen. Zudem ist nicht hinreichend bekannt, wie Mütter die nachgeburtliche Versorgung durch Hebammen und Ärzte/Ärztinnen in Anspruch nehmen. Ziel der Studie war es, die Erreichbarkeit von Müttern durch Hebammenbetreuung und ärztliche Untersuchung für eine Erhebung ihrer postpartalen Gesundheit zu prüfen.
Ernährung und Bewegung im frühen Kindesalter beeinflussen die gesunde Entwicklung und das Wohlbefinden des Kindes. Das Netzwerk „Gesund ins Leben – Netzwerk Junge Familie“, ein Projekt von „IN FORM – Deutschlands Initiative für gesunde Ernährung und mehr Bewegung“, entwickelte Empfehlungen für die Ernährung und Bewegung von Kindern von 1–3 Jahren.
Nutrition, physical activity and lifestyle in pregnancy influence maternal and child health. The "Healthy start - Young Family Network" supported by the German Government with the national action plan IN FORM developed recommendations on nutrition in pregnancy. Energy needs increase by only ≈10 % by the end of pregnancy whereas micronutrient needs increase much more. Normal weight should preferably be achieved before pregnancy. Dietary recommendations follow those for the general population. Folic acid supplements (400 µg/day) should be started before pregnancy and continue for at least the first trimester. Iodine rich foods and salt and an iodine supplement (100-150 µg/day) are recommended. Long-chain omega-3 fatty acids should be provided with ≥ 1 weekly portion of oily sea fish, or a DHA-supplement if regular fish consumption is avoided. Vitamin D supplementation is advisable unless there is regular exposure to sunlight. Health care professions should lead parents to health-promoting lifestyles. Subjects of part 2 of the article are practice recommendations on nutrition in pregnancy, especially vegetarian diets, recommendations on micronutrient supplementation, risk reduction of listeriosis and toxoplasmosis, alcohol, tobacco, caffeine and physical activity in pregnancy.
Zielsetzung: Das Netzwerk Junge Familie hat sich zum Ziel gesetzt einheitliche Handlungsempfehlungen zur Ernährung in Schwangerschaft, Stillzeit und zur Säuglingsernährung zu entwickeln und zu verbreiten. Durch eine zielgruppengerechte Kommunikation der Handlungsempfehlungen und Vernetzung von Berufsgruppen, die in der Betreuung (werdender) Eltern tätig sind, soll ein Beitrag zur Prävention von Übergewicht so früh wie möglich geleistet werden.
Effects of a Protein Optimized Diet Combined with Moderate Resistance Training on the Postoperative Course in Older Patients with Hip Fracture
Das sich derzeit im Aufbau befindliche Netzwerk Gesund ins Leben – Netzwerk Junge Familie wurde initiiert, um eine Basis für eine effektive Kommunikation zu schaffen. Es stellt ein bundesweites Kommunikationsnetzwerk dar, in dem sich Akteure, Institutionen und Medien zusammenschließen, die Eltern rund um die Geburt begleiten und unterstützen wollen. Die Empfehlungen verschiedener relevanter Fachorganisationen und Institutionen wurden zusammengetragen, mit den Mitgliedern des Wissenschaftlichen Beirats des Netzwerks diskutiert und einheitliche Kernaussagen (Handlungsempfehlungen) formuliert. Diese werden zum einen als anwendungsorientierte, alltagsbezogene Botschaften an junge Familien weitergegeben, zum anderen in der Schulung der Multiplikatoren/-innen ergänzt durch Hintergrundinformationen eingesetzt. Sie umfassen Kernaussagen zum Stillen, zur Säuglingsmilchnahrung, zur Beikost, zu Getränken (ergänzenden Flüssigkeitszufuhr), zu Nährstoffsupplementen sowie zur Ernährung der stillenden Mutter, zu Genussmitteln in der Stillzeit, zu Medikamenten und Nährstoffsupplementen in der Stillzeit und zur nicht die Ernährung und das Rauchen betreffenden Allergieprävention beim Kind.
Fragestellung: Der geburtshilfliche Alltag ist in vielen Kliniken von hohen Interventionsraten geprägt. Geburtshilfliche Expertinnen müssen Entscheidungen treffen und diese verantworten. Beeinflusst wird dieser Prozess durch unterschiedliche Faktoren. Diese Arbeit geht der Frage nach, welche Entscheidungskriterien Ärztinnen[1] nutzen, um sich für oder gegen die Durchführung geburtshilflicher Interventionen (Sectio caesarea, Episiotomie, Geburtseinleitung, CTG-Überwachung) zu entscheiden. Zudem wird untersucht, ob sich diese Kriterien im zeitlichen Verlauf verändern. Material und Methodik: Längsschnittliches qualitatives Design mit 2 Erhebungszeitpunkten. In 2 Kliniken wurden geburtshilflich tätige Ärztinnen (Assistenz-, Ober- und Chefärztinnen) befragt. Zu T1 wurden insgesamt n = 26 und zu T2 n = 23 leitfadengestützte problemzentrierte Interviews nach Witzel unter Berücksichtigung der Experteninterviews nach Meuser und Nagel durchgeführt. Ergebnisse: Es konnten 20 Kategorien zur Entscheidung für oder gegen die Durchführung geburtshilflicher Interventionen identifiziert werden. Die Ergebnisse deuten auf eine Dominanz der medizinischen Indikationen im Entscheidungsprozess hin, wobei häufig eine enge Anlehnung an abteilungsinterne Leitlinien erfolgt. Zudem werden neben mehreren strukturellen und subjektiven Faktoren insbesondere die Berufserfahrung der Expertinnen und die Berücksichtigung maternaler Wünsche als ausschlaggebende Entscheidungskriterien angeführt. Im zeitlichen Verlauf scheinen die meisten Entscheidungskriterien stabil zu sein. Veränderungen lassen sich jedoch mit wachsender Berufserfahrung erkennen. Schlussfolgerung: Geburtshilfliche Entscheidungen sind multifaktoriell und unterliegen medizinischen und nicht medizinischen Einflüssen mit einer gewissen zeitlichen Stabilität. Um den individuellen Bedingungen geburtshilflicher Situationen gerecht zu werden, müssen die getroffenen Entscheidungen stets evaluiert werden. Eine hohe Reflexionsfähigkeit der Expertinnen ist damit unabdingbar, auch für den eigenen Lernprozess und die hohen Anforderungen des Berufs.