Feedback from school leaders often is of low quality and not always effective. Because school leaders spend only limited time on instructional leadership activities, an intervention was developed to assist them in efficiently providing high-quality feedback to teachers. The effectiveness of the intervention was evaluated within a quasi-experimental study. N = 11 school leaders were trained in conducting classroom observations and providing feedback. School leaders observed teachers of the intervention group (N = 26) and provided feedback with regard to 14 teaching characteristics. N = 27 teachers served as a control group. It is examined whether the intervention leads to improvements in teaching quality perceived by students. Multilevel regression analyses were conducted. For three of the 14 teaching characteristics, intervention group students (N = 518) rated changes in teaching quality significantly better than control group students (N = 551). The results provide first evidence for the effectiveness of the intervention.
Der vorliegende Beitrag beschreibt die theoriegeleitete Entwicklung und psychometrische Überprüfung eines Schülerfragebogens zur Erfassung von Unterrichtsqualität, der vorrangig als formatives Evaluationsinstrument in der schulischen Praxis eingesetzt werden soll. Grundlage des Schülerfragebogens stellt ein theoretisch begründetes Modell von Unterrichtsqualität dar, welches die drei Anforderungsbereiche Unterstützung des Wissenserwerbs, Motivierung und Klassenmanagement sowie die querliegende Dimension Individualisierung umfasst. Der Fragebogen wurde an einer Stichprobe von Schüler:innen an Berufsschulen eingesetzt. Am ersten Messzeitpunkt wurde eine vorläufige Version des Schülerfragebogens verwendet. Basierend auf den Ergebnissen wurde der Schülerfragebogen optimiert und an einem zweiten Messzeitpunkt überprüft. Konfirmatorische Faktorenanalysen belegen eine gute Passung zwischen empirischen Daten und theoretischem Modell. Die Skalen sind empirisch klar voneinander trennbar, mit der Ausnahme einer relativ hohen Faktorkorrelation auf Klassenebene. Auch die Reliabilitäten der Skalen erweisen sich mit einer Ausnahme als gut bis sehr gut. Die Ergebnisse sprechen dafür, dass Lehrkräfte mithilfe des Schülerfragebogens konkrete Ansatzpunkte für die Weiterentwicklung ihres Unterrichts ermitteln können.
Feedback by school leaders often is of poor quality and thus not always effective. Therefore, a feedback intervention was developed to assist school leaders in providing high-quality feedback to teachers based on which they can improve their instructional competence. The effectiveness of the intervention was tested within a quasi-experimental study. The present paper examines whether teachers who received feedback from their school leader rate their competence development more positively than teachers who did not receive feedback. After receiving feedback, teachers of the intervention group on average did not report a higher competence development than teachers of the control group. Therefore, interactions of school leaders' feedback and teachers' goal orientations were examined. With regard to teachers' learning goal orientation and performance approach goal orientation, an interaction was found. Teachers with a pronounced learning goal orientation and performance approach goal orientation who received feedback reported a higher competence development than teachers of the control group.
ZusammenfassungUnterrichtsfeedbacks von Schulleitungen sind häufig von geringer Qualität und daher nicht immer wirksam. Aus diesem Grund wurde eine Feedbackintervention entwickelt, die Schulleitungen dabei unterstützen soll, Lehrkräften ein qualitativ hochwertiges Feedback zu ihrem Unterricht zu geben, auf dessen Grundlage diese ihre Unterrichtskompetenz weiterentwickeln können. Die Wirksamkeit der Intervention wurde in einer Studie mit quasi-experimentellem Design überprüft. Im vorliegenden Beitrag wird der Frage nachgegangen, ob Lehrkräfte, die ein Unterrichtsfeedback von ihrer Schulleitung erhielten, ihre Kompetenzentwicklung positiver einschätzen als Lehrkräfte, die kein Feedback erhielten. Weil Lehrkräfte der Interventionsgruppe ihre Kompetenzentwicklung nach dem Unterrichtsfeedback im Mittel nicht positiver einschätzten als Lehrkräfte der Kontrollgruppe, wurde zusätzlich geprüft, ob der Effekt des Unterrichtsfeedbacks mit den Zielorientierungen der Lehrkräfte interagiert. Für die Lern- und Annäherungsleistungszielorientierung zeigten sich differenzielle Effekte. Lehrkräfte mit hoch ausgeprägter Lern- und Annäherungsleistungszielorientierung, die ein Feedback erhielten, schätzten ihre Kompetenzentwicklung positiver ein als Lehrkräfte der Kontrollgruppe.
This article describes the theory-driven development and psychometric evaluation of a student questionnaire for the assessment of teaching quality. The student questionnaire is supposed to be used in the context of formative evaluation within schools. It is based on a model of teaching quality that comprises the domains supporting knowledge acquisition, motivating, and classroom management as well as the lateral dimension individualization. The questionnaire was used on a sample of students in vocational schools. At the first measurement time point, a preliminary version of the student questionnaire was applied. Based on the results, the questionnaire was revised and tested at a second measurement time point. Confirmatory factor analyses yielded a good fit between empirical data and theoretical model. All scales are empirically distinguishable from each other with the exception of one relatively high factor correlation on the class level. Further, reliabilities of the scales are good to very good with one exception. The results suggest that teachers can use the student questionnaire for identifying leverage points for improving their teaching.
Zusammenfassung Im vorliegenden Beitrag werden erste Entwicklungsschritte eines Beobachtungsbogen zur Erfassung von Unterrichtsqualität vorgestellt, der bei Unterrichtsevaluationen durch Schulleitungen eingesetzt werden soll, die mit dem Ziel eines entwicklungsbezogenen Feedbacks an Lehrpersonen erfolgen. Im ersten Teil wird die theoretische Grundlage des Beobachtungsbogens beschrieben. Unter Rückgriff auf lehr-lernpsychologische Theorien der Informationsverarbeitung, der Motivation und Theorien der sozialen Interaktion im Klassenzimmer wurden drei übergeordnete Anforderungsbereiche des Unterrichtens (Unterstützung des Wissenserwerbs, Motivierung und Klassenmanagement) identifiziert und Unterrichtsmerkmale aus den entsprechenden Bezugstheorien hergeleitet. Zusätzlich wurde Individualisierung als vierte, querliegende Anforderung berücksichtigt. Im zweiten Teil erfolgt im Rahmen einer explorativen Studie eine erste empirische Überprüfung zentraler psychometrischer Eigenschaften des Beobachtungsbogens. Das Ergebnis einer explorativen Faktorenanalyse zeigt eine weitestgehend theoriekonforme Faktorenstruktur. Die Unterrichtsmerkmale weisen moderate bis hohe Korrelationen, zufriedenstellende interne Konsistenzen und Stabilitäten auf. Die Ergebnisse sprechen dafür, dass das theoretische Modell empirisch abgebildet werden kann. Weitere Entwicklungsschritte des Beobachtungsbogens werden skizziert.