Die Diffuse Idiopathische Skeletthyperostose (DISH) zeichnet sich durch Verkalkungen von Weichteilgewebe aus und betrifft vor allem Bänder und Enthesien. Eine Manifestation an der Halswirbelsäule verursacht häufig Schluckbeschwerden. Osteophyten der HWS können durch mechanische Kompression oder durch entzündliche Alteration des Larynx zu Heiserkeit und Stridor führen. Gelegentlich tritt eine Stimmbandparese aufgrund einer chronischen Affektion des Nervus recurrens laryngea auf. Wir berichten von einem langzeitbeatmeten Patienten, der bei bilateraler Stimmbandparese nicht adäquat von der Beatmung entwöhnt werden konnte.
Isolierte, subperiostale Hämatome, die nicht in Begleitung einer Fraktur auftreten, sind seltene Traumafolgen bei Kindern und Jugendlichen. Beschrieben sind sie an flachen Knochen wie der Schädelkalotte, der Orbita und der Beckenschaufel. Ursächlich ist eine zu diesem Zeitpunkt noch lockere Anheftung des Periosts, sodass nutritive Gefäße aus dem Stromgebiet der Arteria iliolumbalis durch Scherkräfte verletzt werden können und es im Folgenden zu einem subperiostalen Hämatom kommt (Siegel et al. Radiology 1982; 143: 711–714; Fischer et al. Bull Assoc Anat 1977; 61: 343–356). Wir berichten über einen charakteristischen Fall.
Seltene Strukturveränderungen knöcherner Strukturen können zu klinischen Verunsicherungen führen. Insbesondere anlagebedingte Veränderungen verursachen so unnötige, diagnostische Prozeduren. Wir stellen eine seltene, aber typische Hypersklerosierung des Achsenskeletts vor, die auf dem Boden einer embryonalen Rückbildungsstörung zu erklären ist.
Ziele: Gerüche können sowohl als angenehm als auch als abgestoßen empfunden werden. Düfte, die mit angenehmen Empfindungen assoziiert werden, sind in der Lage emotionalen Stress zum Beispiel im Rahmen einer MRT-Untersuchung zu vermindern. Untersucht wurden die Effekte von Aromastoffen zur Verbesserung der Toleranz von Patienten gegenüber den Anforderungen an eine MRT-Untersuchung. Methode: Ein kommerziell erhältlicher Duft (Relax, Scent communication, Köln, D) wurde in die Lüftung eines 1,5T MR-Tomographen eingebracht. Es wurde eine Pilotstudie mit 10 Probanden sowie eine doppel-blind, randomisierte Studie mit 100 Patienten durchgeführt. Die Studienteilnehmer erhielten eine Untersuchung des Schädels, des Halses oder der oberen Thoraxappertur. Die Befindlichkeit vor und nach einer Untersuchung wurde mittels einer visuellen Analogskala sowie einem standardisierten Fragebogen erhoben (ASTS). Darüber hinaus wurde die Anzahl der Sequenzen mit Bewegungsartefakten bestimmt. Ergebnis: Bei durchschnittlich 5,06 Untersuchungssequenzen (SD: 1.8) pro Patient fanden sich in 0.57% der Sequenzen Bewegungsartefakte (SD: 0.85). Zwischen den beiden Untersuchungsgruppen fand sich kein signifikanter Unterschied (0.7 vs. 0.45; p=0.145). Die Befindlichkeit war für beide Gruppen in den Dimensionen: Gute Stimmung, Traurigkeit, Hoffnung, Müdigkeit sowohl vor als auch nach einer MRT-Untersuchung gleich. Annähernd signifikant war der Unterschied in Bezug auf das Bewertungskriterium „Empfehlung“ mit 72,6% (SD 17.47) in der Duftgruppe und 65,6% (SD 19.05) in der Kontrollgruppe (p=0.054). Eine Duft-assoziierte, allergische Rhinitis trat auf. Schlussfolgerung: Viele klinische Untersuchungen beschäftigten sich mit Aromatherapie in unterschiedlichen Stresssituationen. Wie in unserer Studie fanden sich jedoch keine signifikanten Effekte sondern lediglich gewisse anxiolytische Wirkungen. Allerdings scheint noch kein optimaler Duft bzw. keine optimale Darreichungsform gefunden, die Patiententoleranz gegenüber MRT- Untersuchungen zu erhöhen.
Ein 39-jähriger Patient stellte sich mit unklaren Schmerzen in der rechten Leistengegend vor. In der computertomografischen Abklärung (Asteion 4, Toshiba, J) fand sich eine subchondrale Fraktur des rechten Femurkopfes als bildmorphologisches Korrelat für die Symptomatik. Nebenbefundlich bestand eine Hypoplasie des linken Leberlappens mit ektoper Lage der Gallenblase subdiaphragmal, linksseitig des Lig. falciforme ([Abb. 1]). Der Ductus hepatocholeodochus war auf 9 mm erweitert. Eine intrahepatische Cholestase bestand nicht. Die Laborparameter waren sämtlich im Normbereich.
Background: Computed tomographic angiography has become the standard evaluating method of potential living renal donors in most centers. Although incidence of fibromuscular dysplasia is low(3.5-6%), this pathology may be relevant for success of renal transplantation. The incidence of FMD in our population of LRD and reliability of CTA for detecting vascular pathology were the aims of this study.Materials and methods: 101 living renal donors, examined between 7/2004 and 9/2008 by CTA, were included in a retrospective evaluation. The examinations were carried out using a 64 Multi-detector CT (Siemens Medical Solutions, Erlangen). The presence or absence of the characteristic signs of fibromuscular dysplasia, as "string-of-beads" appearance, focal stenosis or aneurysms, were assessed and graded from mild (= 1) to severe (= 3). Furthermore, vascular anatomy and arterial stenosis were investigated in this study. Retrospective analysis of CTA and ultrasound were compared with operative and histological reports.Results: Four cases of fibromuscular dysplasia (incidence 3.9%) in 101 renal donors were diagnosed by transplanting surgeons and histopathology, respectively. Three cases could be detected by CTA. In one donor even retrospective analysis of CTA was negative. Ten accessory arteries, 14 venous anomalies and 12 renal arteries stenosis due to atherosclerosis were diagnosed by CTA and could be confirmed by the operative report.Conclusion: CTA is sufficient for detection of hemodynamic relevant stenosis and vascular anatomy. Only one patient with a mild form of FMD was under estimated. Therefore, if the CTA shows slightest irregularities which are not typical for atherosclerotic lesions, further diagnostic work up by DSA might still be necessary. (C) 2009 Elsevier Ireland Ltd. All rights reserved.
Bekannte Komplikationen örtlicher Betäubungsmittel sind neben allgemein allergischen Reaktionen, die mit dem Gebrauch von Aminoamiden zunehmend in den Hintergrund rücken, lokaler sowie systemischer Genese. Vor allem die toxischen Effekte am ZNS und kardiovaskulären System können dabei im Kontext komplexer, interventioneller Verfahren zur Gefahr werden. Im Folgenden berichten wir über einen Fall und diskutieren die therapeutischen Konsequenzen.
Der 50 Jahre alte Patient stellte sich mit zunehmenden Oberbauchschmerzen und reduziertem Allgemeinzustand in der Ambulanz eines auswärtigen Krankenhauses vor. Dort wurde die Diagnose einer alkoholbedingten akuten Pankreatitis gestellt und eine konservative Therapie eingeleitet. Eine zunehmende Herz-Kreislauf-Insuffizienz führte dazu, dass der Patient zu uns verlegt wurde. Am Übernahmetag wurde eine biphasische Computertomografie (CT) des Thorax und des Abdomens angefertigt (Abb. 1). 9 Tage später erfolgte eine Verlaufsuntersuchung aufgrund massiv ansteigender Amylasewerte (bis zu 1402 U/l [Ref.: 28 – 100 U/l]), einer Leukozytose von 15 800/ l (Ref.: 4 – 11 1000/ l) und dem klinischen Bild eines akuten Abdomens (Abb. 2). Der besondere Fall
Ziele: Spinale Gliome sowie leptomenigeale Metastasen zerebraler Gliome sind bekannte Entitäten. Ausgehend von embryologisch versprengten Zellnestern können auch primäre, leptomeningeale Gliome entstehen, die große diagnostische Schwierigkeiten aufwerfen. Im Folgenden beschreiben wir 3 Fälle und diskutieren differenzialdiagnostische Überlegungen. Methode: Fallbeschreibungen:
Dysfunktionen von Dialysekathetern bzw. von Portkathetersystemen sind häufige Probleme des klinischen Alltages. Ursächlich sind neben mechanischen Problemen und Katheterfehllagen häufig thrombotische Auflagerungen an der Katheterspitze aber auch Fibrinabscheidungen in unterschiedlichem Ausmaß. Eine Thrombolyse über das jeweilige Kathetersystem kann in vielen Fällen die ausreichende Durchgängigkeit wieder herstellen. Alternativ kommen interventionelle Verfahren infrage, die das adhäsive Material abstreifen. Mithilfe von Nitinol-Schlingen (retriever) kann mit großer Zuverlässigkeit ein zentralvenöser Katheter gefasst und unter kontrolliertem Zug der distale Anteil einer Fibrinscheide entfernt werden. Dabei kommt es obligat zu einer Embolisation von Fibrinfragmenten in die Lungenstrombahn, was üblicherweise keine klinische Konsequenz nach sich zieht. Die Komplikationsrate beträgt insgesamt ca. 2%. Rezidivverschlüsse sind innerhalb von 3 Monaten zu erwarten und können in analoger Technik behandelt werden. So kann mit wiederholtem „stripping“ die Katheterfunktion über den Zeitraum von ca. einem Jahr erhalten werden, was im Wesentlichen getunnelten Systemen entspricht.
Ziele: Ermittlung und Vergleich der Organ- und der Effektivdosen bei der primären Stentimplantation zur Behandlung einer Arteria carotis interna Stenose und einer diagnostischen Kopf-/Halsangiographie unter Verwendung einer mono- und einer biplanaren Angiographieanlage. Zusätzlich sollte die resultierende Strahlenexposition des Untersuchers und der Nutzen des baulichen und persönlichen Strahlenschutzes bestimmt werden. Methode: Aus insgesamt 86 Patientenuntersuchungen wurden Untersuchungsprotokolle eines Karotisstentings (CAS) und einer diagnostischen Kopf-/Halsangiographie an einer mono- und einer biplanaren Angiographieanlage („Multistar Plus“ Siemens, Erlangen, D und Philips Integris 5000, Philips, Best, NL) evaluiert. Ein Rando-Phantom bestückt mit 30 Lithiumfluorid-Thermolumineszens-Detektoren (LiF-TLD) vom Typ TLD 100 (Harshaw, Cleveland, Ohio, USA) wurde entsprechend dieser Protokolle exponiert. Ebenfalls mit LiF-TLD bestückte Untersucherdummies registrierten den Einfluss des baulichen und persönlichen Strahlenschutzes. Die Interventionen wurden mit der im Alltag genutzten Filterung und Durchleuchtungsmodus durchgeführt. Ergebnis: Die Exposition des Patienten betrug bei einer Karotisstentimplantation von 2,3 (monoplanar) bis 8,9 mSv (biplanar). Eine diagnostische Kopf-/Halsangiographie ergab Werte von 3,5 (monoplanar) bis 6,4 mSv (biplanar). Dabei resultieren bis 55 Prozent der Effektivdosis bei einer CAS alleine aus der Organdosis der Schilddrüse.
Ziele: Die Ultraschall gesteuerte Thrombin-Injektion zur Behandlung von femoralen Pseudoaneurysmen ist eine inzwischen gut etablierte Methodik. Darüber hinaus finden sich in der Literatur Einzelfallbericht zu diversen anderen Lokalisationen bzw. zu sekundären Therapieansätzen. Wir berichten über unsere Erfahrungen in der primären Behandlung von Pseudoaneursmen des Körperstammes mit Thrombin. Methode: 6 Patienten mit Pseudoaneurysmen des Körperstammes wurden behandelt (Aorta abdominalis: 3; A. pulmonalis: 1, A. gastroduodenalis: 1, A. gastrica sinistra: 1). In zwei Fällen (Aorta) erfolgte die Injektion perkutan. Die übrigen Aneurysmen wurden mithilfe eines Mikrokatheters selektiv sondiert und behandelt. Postinterventionellen Verlaufskontrollen erfolgten mittels CTA bzw. MRA Ergebnis: Das Aneurysmavolumen betrug im Mittel 37,5ml (Spanne: 7,8 – 87ml) bei einem Durchmesser des perfundierten Lumens von durchschnittlich 12,9ml (Spanne: 3,5–28,2ml). Alle Aneurysmen zeichneten sich durch einen schmalen Aneurysmahals aus. In einem Fall kam es allein durch die selektive Sondierung mit einem Mikrokatheter zu einem Spontanverschluss. In den 5 übrigen Fällen wurden im Mittel 1040 IU Thrombin (Spanne: 500–1700 IU) appliziert. Alle Fälle zeigten einen unmittelbaren Aneurysmaverschluss. Im Beobachtungszeitraum von durchschnittlich 5 Monaten (Spanne: 2–11) fand sich in einem Fall eine partielle Rekanalisation des Aneurysmahalses. In dem selben Fall zeigten sich thrombotische Lumeneinengungen des Muttergefäßes. In einem weiteren Fall erfolgte eine klinisch nicht-relevante, non-target Embolisation eines angrenzenden Gefäßastes. Schlussfolgerung: Pseudoaneurysmen des Körperstammes mit umschriebenem Hals können sowohl perkutan als auch trans-arteriell erfolgreich mittels einer Thrombin-Injektion behandelt werden. Dieses Verfahren ist einfach und weißt ein vertretbares Komplikationsrisiko auf.