The rapid development of stent technologies since the introduction of percutaneous catheter interventions (PCI) 40 years ago requires a continuous further education of interventional cardiologists in everyday clinical practice. Careful selection of the stent products, taking into account the study results, is one of the daily tasks. At the same time, the individually different clinical situations of patients must be considered and incorporated into the decision-making algorithm. This present positional paper is intended to provide an overview of currently available drug-eluting stents/scaffolds and drug-coated balloon catheters in Germany. In addition to the study results of the last few years, the clinical indications are taken into consideration and discussed in detail. Finally, the article deals with the various aspects within the framework of antithrombotic therapy after PCI.
Correction: Kardiologe 2017 https://doi.org/10.1007/s12181-017-0202-9 In der Online-Version dieses Beitrags ist leider die Tab. 1 fehlerhaft. Wir bitten darum, die korrigierte Tabelle zu beachten (Tab. 1). Ferner sind in Tab. 6 in der vorletzten Zeile der Herstellername (Biosensors) und der Name des …
Kathetergestützte rhythmologische Eingriffe und Implantationen rhythmologischer Systeme machen einen relevanten Teil der kardiologischen Behandlungen aus. Daher besteht ein nicht unerhebliches Konfliktpotenzial bezüglich Notwendigkeit und Dauer der stationären Behandlung. Die vorliegende gemeinsame Stellungnahme von Deutscher Gesellschaft für Kardiologie und Medizinischem Dienst der Krankenversicherung stellt vor dem Hintergrund sozialrechtlicher Vorgaben für elektive rhythmologische Eingriffe trennscharfe und überprüfbare Kriterien zusammen, die als objektive Entscheidungsgrundlage herangezogen werden können, um Notwendigkeit und Dauer von Krankenhausbehandlungen zu bewerten. Sie schließt sich an die 2015 veröffentlichte Stellungnahme zur „Notwendigkeit und Dauer von Krankenhausbehandlungen bei Koronarangiografien und -interventionen“ an. Hierdurch sollen Auseinandersetzungen zwischen Krankenhäusern und MDK reduziert und optimierte Abläufe erleichtert werden. Die aufgeführten Kriterien beziehen sich ausdrücklich nicht auf Akutbehandlungen. Zudem besteht Konsens, dass unabhängig von Vergütungsansprüchen letztlich die Entscheidung über Art und Umfang der medizinischen Behandlung beim behandelnden Arzt verbleibt.
Die invasive Koronardiagnostik – die neben der Koronarangiographie auch die intravaskuläre Bildgebung und die Bestimmung der fraktionellen Flussreserve umfasst – und die perkutane oder chirurgische Revaskularisation sind effektive Maßnahmen zur Diagnostik und Therapie der koronaren Herzerkrankung. Eine sorgfältige Indikationsstellung ist angesichts des prozeduralen Aufwands und des potenziellen Komplikationsrisikos unerlässlich. Gleichzeitig hängt die Indikationsstellung zur Koronarangiographie und zur Revaskularisation von der individuellen klinischen Situation des Patienten ab und bedarf, insbesondere bei stabiler klinischer Situation, der umfassenden Berücksichtigung von Symptomatik, der Befunde nichtinvasiver Untersuchungen und von Begleiterkrankungen. Im vorliegenden Positionspapier werden Empfehlungen für die Indikationsstellung zur invasiven Koronardiagnostik und zur koronaren Revaskularisation zusammenfassend dargestellt. Grundlagen sind, wo immer möglich, die entsprechenden Leitlinien der European Society of Cardiology (ESC), die von der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung übernommen wurden.
Die 2015 publizierten Endokarditisleitlinien der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie (ESC) geben praktische Hinweise zur Diagnostik und Therapie der Endokarditis. Veränderungen haben sich insbesondere ergeben durch Verbesserung in der Bildgebung (CT, nuklearmedizinische Bildgebung), die nun fest in die Leitlinien und die modifizierten Duke-Kriterien integriert sind. Therapeutische Entscheidungen werden verbessert durch die Einführung von interdisziplinären „Endokarditisteams“. Therapeutisch legt die erste randomisierte Studie eine frühe Operation bei Patienten mit Embolierisiko nahe, außerdem konnten antimikrobielle Strategien optimiert werden.
Die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung (DGK) schlägt im Benehmen mit der Ärztekammer Sachsen-Anhalt Kriterien für den Erwerb der Weiterbildungsbefugnis (WBB) für die Facharztkompetenz „Innere Medizin und Kardiologie“ vor. Generell sollte die Weiterbildungsstätte jährlich mindestens 1000 Patienten mit kardiovaskulären Erkrankungen behandeln, und der Weiterbilder sowie sein Stellvertreter sollten Kardiologe sein. Als Qualifikation für volle WBB von 36 Monaten wird von einer Klinik das komplette Weiterbildungsspektrum erwartet; die Durchführung von elektiven und notfallmäßigen Koronarinterventionen (Herzkatheterlabor) rechtfertigt 24 Monate, und eine Klinik mit kardiologischer Grundversorgung/kardiologische Rehabilitationsklinik kann eine Weiterbildungszeit von 12 Monaten beantragen. Niedergelassene Kardiologen besitzen die Qualifikation für eine 12-monatige (Standards der ambulanten kardiologischen Versorgung) bzw. 18-monatige (zusätzlich Zugang zu einer Herzkatheterabteilung) WBB. Kooperations- und Netzwerk-Verträge können die WBB erweitern. Mit dieser Empfehlung möchte die DGK dem Weiterbilder als Antragsteller Hilfestellung geben, zur Qualität der Weiterbildung im Fach Kardiologie beitragen und die Zusammenarbeit auf dem Gebiet der kardiologischen Weiterbildung mit den Ärztekammern intensivieren.
Gemäß §18 (2) der Röntgenverordnung sind für jede Röntgeneinrichtung zur Anwendung von Röntgenstrahlung am Menschen schriftliche Arbeitsanweisungen für die an dieser Einrichtung häufig vorgenommenen Untersuchungen oder Behandlungen zu erstellen. Dies gilt entsprechend auch für Herzkatheterlabore und Hybridoperationssäle. Die Erstellung und Umsetzung der Arbeitsanweisung gehören nach §15 Abs. 2 Nr. 1 der Röntgenverordnung zu den Pflichten des Strahlenschutzbeauftragten. Der vorliegende Text stellt ein die Vorgaben erfüllendes Muster dar, welches bei der Erstellung einer Arbeitsanweisung als Vorlage dienen kann.
Koronarangiographien und perkutane koronare Interventionen sind sehr häufig Anlass für Krankenhausbehandlungen in der Kardiologie. Entsprechend oft kommt es zu Konflikten zwischen Leistungserbringern und Kostenträgern zu der Frage, ob eine vollstationäre Aufnahme (primäre Fehlbelegung) bzw. die Behandlungsdauer erforderlich waren (sekundäre Fehlbelegung). Diese gemeinsame Initiative der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung und des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung soll den Aufwand im Zusammenhang mit Fehlbelegungsprüfungen auf allen Seiten reduzieren. Dabei wurden möglichst evidenzbasierte Kriterien erarbeitet, um objektive Entscheidungsgrundlagen schon vor einer Krankenhausbehandlung, aber auch für etwaige spätere Fehlbelegungsprüfungen zu schaffen. Da niemals alle medizinischen Umstände vollständig erfasst werden können, bestand Konsens bei allen Beteiligten, dass unabhängig von Vergütungsansprüchen letztlich die Entscheidung über Art und Umfang der medizinischen Behandlung beim behandelnden Arzt verbleibt und allein in seinem Ermessen liegt.
Complication rates and secondary interventions after coronary procedures in clinical routine: 1-year follow-up based on routine data of a German health insurance company Background: Data on 1-year complication and follow-up intervention rates after coronary angiography (CA) and percutaneous coronary intervention (PCI) in German clinical routine are sparse. This analysis aims to determine these rates. Methods: The analysis uses 2009 AOK claims data. Patients were divided into 3 groups (CA, without cardiac surgery and without acute myocardial infarction (AMI) n=116.071; PCI with stenting, without AMI: n=36.685; PCI with stenting and with AMI: n=32.707). The frequency of the endpoints MACCE (mortality, AMI, stroke, TIA), CABG, PCI and CA was recorded for up to one year. Results: 1-year MACCE rates were 8.1% (CA), 9.9% (PCI without AMI) and 17.9% (PCI with AMI). Quality-relevant follow-up intervention rates in the CA group were 2.5% for CABG (after 31-365 days), 1.7% for PCI within 90 days and 3.5% for follow-up CA within 1 year. In the PCI groups, the frequencies were 1.6% (without AMI) and 2.7% (with AMI) for CABG (after 31-365 days), and 10.2% (without AMI) and 10.1% (with AMI) for PCI after 91-365 days. Conclusion: This is the first cross-sectoral routine analysis of cardiac catheters and sequential events up to one year in Germany. The actual medical care situation revealed information particularly with regard to the second and follow-up inventions, which cannot be derived directly from medical guidelines. Beyond clinical trials, knowledge can be gained which is important both for medicine as well as the politics of health services.
Dieses Positionspapier ist eine Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung e.V., der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie e.V. sowie der Deutschen Hochdruckliga und fasst die Kriterien zur Zertifizierung von „Renale-Denervations-Zentren (RDZ)“ zusammen. Neben den personellen, apparativen und räumlichen Voraussetzungen werden auch die Patientenselektion, die notwendigen Vor- und Nachsorgeuntersuchungen sowie der Zertifizierungsprozess diskutiert. Die Zertifizierung soll Ärzten, Patienten und Kostenträgern bei der Identifikation geeigneter Zentren und der Etablierung des neuen Therapieverfahrens helfen.
Zusammenfassung Hintergrund und Fragestellung: Angaben zu Komplikationen und Folgeeingriffen innerhalb eines Jahres nach Koronarangiographien und perkutanen Koronarinterventionen (PCI) liegen für die klinische Routine in Deutschland kaum vor. Ziel der vorliegenden Arbeit war die Ermittlung dieser Ereignisse im Behandlungsverlauf. Methoden: Die Analyse wurde mit Abrechungsdaten der AOK des Jahres 2009 durchgeführt. Es wurden 3 Patientengruppen gebildet: 1) Koronarangiographie, ohne Herz-OP, ohne Herzinfarkt (N=116 071); 2) PCI mit Stent, ohne Herzinfarkt: (N=36 685); 3) PCI mit Stent, mit Herzinfarkt: (N=32 707). Für die Endpunkte „major adverse cardiac and cerebrovascular events“ (MACCE) (Sterblichkeit, Herzinfarkt, Hirninfarkt, TIA), Bypass-OP, PCI und Koronarangiographien wurde die Häufigkeit im Follow-up bis zu einem Jahr ermittelt. Ergebnisse: Die 1-Jahres-MACCE-Rate betrug in der Koronarangiographie- 8,1 % und in den PCI-Gruppen 9,9 % (ohne Herzinfarkt) bzw. 17,9 % (mit Herzinfarkt). Qualitätsrelevante Folgeeingriffe in der Koronarangiographie-Gruppe waren zu 2,5 % eine Bypass-OP (31–365 Tage) zu 1,7 % eine PCI (innerhalb 90 Tage) und zu 3,5 % eine erneute Koronarangiographie innerhalb eines Jahres. In den PCI-Gruppen wurde bei 1,6 % (ohne Herzinfarkt) bzw. 2,7 % (mit Herzinfarkt) eine Bypass-OP durchgeführt (innerhalb 31–365 Tage); eine PCI (innerhalb 91–365 Tagen) erfolgte bei 10,2 % (ohne Herzinfarkt) bzw. 10,1 % (mit Herzinfarkt). Folgerungen: Die vorliegende Arbeit ist die erste sektorenübergreifende Routinedatenanalyse von Herzkatheter-Folgeereignissen bis zu einem Jahr in Deutschland. Die Versorgungsrealität offenbarte Erkenntnisse insbesondere im Hinblick auf Zweit- und Folgeeingriffe, die so nicht unmittelbar aus den medizinischen Leitlinien abzuleiten sind. Jenseits von klinischen Studien können so Erkenntnisse gewonnen werden, die medizinisch und gesundheitspolitisch relevant sind.
Das Curriculum „Interventionelle Kardiologie“ beschreibt einen Ausbildungsprozess für eine Zusatzqualifikation, die über das Ausmaß der allgemeinen Facharztweiterbildung in der Kardiologie hinausgeht.
On behalf of the German Association of Cardiologists in Private Practice (BNK) the Steering Committee of the QuIK Registry reports on the results of the voluntary quality assurance in invasive cardiology for the years 2006 to 2009 and compares them to other data collections. More than 70% of diagnostic (LHC) and therapeutic (PCI) cardiac catheterization procedures in private practice were entered into the registry. Altogether 315,174 LHC and 89,746 PCI were documented over the four year period. In these four years age of patients and percentage of acute coronary syndromes increased as well in LHC as in PCI while application of radiation dose and consumption of dye solution decreased. In PCI the rate of 3-vessel coronary artery disease is still rising, continuously. By implemented standardized external auditing (monitoring) to guarantee validity of the data, QuIK remains a worldwide unique quality assurance project in cardiology. On a stable data base over all together 14 years the QuIK Registry shows the reality of every day cardiologic care in catheterization laboratories beyond selected study populations.
Das Steering Committee des QuIK-Registers des Bundesverbandes Niedergelassener Kardiologen (BNK) berichtet über die Ergebnisse der freiwilligen externen vergleichenden Qualitätssicherung in der Invasivkardiologie 2003–2005 und vergleicht diese mit anderen Datenerhebungen. Das QuIK-Register bildete 2005 > 70% der diagnostischen (LHK) und 78% der therapeutischen (PCI) Herzkathetereingriffe im niedergelassenen Bereich ab. Insgesamt wurden von 2003–2005 229 462 LHK und 64 818 PCI dokumentiert. Im Berichtszeitraum nahmen sowohl bei LHK als auch bei PCI das Alter der Patienten, der Anteil an akuten Koronarsyndromen und der Anteil an Dreigefäßerkrankungen zu, während Kontrastmittelmengen und Durchleuchtungsdauer weiter abnahmen. QuIK ist durch die Möglichkeit des Follow-up, die große Teilnahme am externen Audit (Monitoring) und die sich daraus ergebende Zertifizierung weiterhin weltweit das einzige kardiologische QS-Projekt dieser Art. Aufgrund der stabilen Datenbasis über nunmehr 10 Jahre lassen sich aus dem QuIK-Register Qualitätsindikatoren für zukünftige Qualitätssicherungsmaßnahmen erstellen.
Background Drugeluting coronary stents (DES) are increasingly used during percutaneous coronary interventions (PCI). Due to limited budgets in Germany, no special reimbursement has been given for their use and therefore they were mainly used in selected patients. Methods In order to determine the change in indications in patients treated with a Sirolimus-eluting stent (SES) in daily clinical practice between 2002 and 2005, we analysed data from a prospective multi-centre DES registry, the German Cypher Stent Registry . Results From April 2002 until September 2005, 11 507 patients at 132 hospitals, who received at least one SES during their PCI, were included. Between 2002 and 2005, the median age of patients increased from 63 years to 66 years (p for trend <0.0001), whereas the prevalence of prior coronary bypass surgery (p<0.0001) and prior PCI (p<0.001) significantly decreased. Initial presentation of patients was stable over time, with a small increase of patients treated for non-ST elevation myocardial infarction (p=0.05). We found a significant increase in the treatment of complex stenoses (p<0.0001) as well as an increase in the proportion of chronic total occlusions (p<0.01). There was a steady increase in the proportion of patients treated for de novo lesions (p<0.0001), which was accompanied by a relative decrease in the proportion of patients treated for in-stent restenosis (p<0.0001). Concerning interventional characteristics a significant increase in the length of SES implanted per lesion, the numbers of SES implanted per lesion as well as an increase of the proportion of patients treated for more than one stenosis during one intervention could be observed (all p<0.0001). There was a significant decrease in the use of glycoprotein II b/IIIa antagonists during the PCI (2002: 26.5 to 14.2% in 2005, p<0.0001). MACE rates until hospital discharge did not change significantly over time. Conclusions Between 2002 and 2005 there were two trends in the use of SES: a) a significant increase in the use of SES for de novo lesions and b) a significant trend to use SES for longer lesions, smaller arteries, more complex lesions and more SES per lesion. In summary these findings indicate that still SES are mainly used in patients with lesions that are at high risk for restenosis.