Der Mensch ist das einzige Individuum, welches in Überkopfposition eine Wurfbewegung ausführen kann. Das komplexe Zusammenspiel aus statischen und dynamischen Stabilisatoren dieses Gelenks erlaubt es, bei perfektionierter Technik Wurfgeschwindigkeiten (z. B. im Handball) von über 120 km/h zu erzielen. Bei repetitiver Belastung sind spezifische Verletzungsmuster in den einzelnen Kompartimenten des Gelenks die Folge. Dieser Artikel fasst die wichtigsten Werkzeuge der klinischen und bildgebenden Diagnostik zusammen und stellt die Möglichkeiten und Grenzen der Ellenbogenarthroskopie anhand verschiedener Fallbeispiele dar.
Die akute ventrale Schulterluxation gehört zu den häufigsten Verletzungen der oberen Extremität und betrifft meist junge und sportlich aktive Personen. Die optimale Therapie der Erstluxation hat größte Bedeutung um eine chronische Instabilität mit rezidivierenden Luxationen zu vermeiden, die Alltags- aber auch Sportfunktion wiederherzustellen und schlussendlich die Entstehung einer Instabilitätsarthropathie zu verhindern.
Musculoskeletal tumours are rare in the daily practice of an orthopaedic surgeon or even a shoulder and elbow specialist. Patient complaints are often related to secondary changes to the underlying disease making the correct diagnosis challenging. The goal of this study is to identify key symptoms and findings which should give rise to suspicion of an osteoid osteoma.
Die genaue Identifizierung der Schmerzursache nach Kunstgelenkversorgung im Allgemeinen und nach Implantation einer inversen Schulterprothese im Speziellen ist oft eine Herausforderung. Anhand eines Fallberichtes sollen die technische Machbarkeit sowie die diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten der Arthroskopie diskutiert werden.
Die arthroskopische Technik bietet für die Behandlung von ausgedehnten Rotatorenmanschettenrupturen mehrere Vorteile. Durch die arthroskopische Beurteilung wird eine genaue Identifikation der Rissform möglich. Auf diesem diagnostischen Nutzen basieren verschiedene Therapiestrategien, welche im Rahmen dieser Arbeit als 10-Punkte-Plan zusammengefasst werden sollen. Dabei folgen wir dem Grundsatz, dass bei symptomatischen Patienten mit einem klaren Funktionsanspruch an das Schultergelenk alles Rekonstruierbare rekonstruiert werden soll, um primär eine Wiederherstellung der Balance zwischen den transversalen Kräften des Subskapularis und Infraspinatus zu erreichen. Das Ausmaß der fettigen Degeneration und Atrophie beeinflusst die Rekonstruierbarkeit und das Resultat. Jedoch scheint die Wertigkeit je nach betroffener Sehne unterschiedlich zu sein. Selbst bei einem superioren Restdefekt führt die Stabilisierung des Humeruskopfes zu einem messbaren Funktionsgewinn. Aufgrund der lang dauernden Rehabilitation und des deutlich erhöhten Rerupturrisikos ist eine sorgfältige Aufklärung des Patienten unabdingbar.
Im Folgenden wird ein bezüglich Lokalisation und radiologischer Form außergewöhnliches Beispiel eines ossären Impingements am Ellbogengelenk dargestellt. Die junge Volleyballspielerin klagte über zunehmende belastungsabhängige Beschwerden und einen Verlust an Beweglichkeit. Radiologisch wurde die Verdachtsdiagnose einer tumorartigen Neubildung gestellt. Oft zeigen Überlastungsbeschwerden am Ellbogengelenk sportartspezifische Charakteristika. Chronische Epikondylitiden zählen aufgrund ihrer Verbreitung zu den Volkskrankheiten. Gemäß ihrem gehäuften Auftreten wurden sie nach den provozierenden Sportarten Tennis und Golf benannt. Wurfsportler klagen häufig über mediale und posteromediale Symptome, die unter dem Begriff des „valgus extension overload syndrome“ zusammengefasst werden. Osteophytäre Veränderungen treten an sportartspezifischer Lokalisation auf und wurden z. B. bei Boxern und Handballtorhütern beschrieben. Ob die posterolaterale knöcherne Neuformation volleyballtypisch ist, kann nur vermutet werden.
It seems unlikely that a chain can break at two sites simultaneously and likewise it seems impossible that the inferior glenohumeral ligament (IGHL) can rupture at two sites simultaneously. Bankart lesions are the most common lesions associated with anterior shoulder instability. Humeral avulsion of glenohumeral ligament (HAGL) lesions are infrequent but are often responsible for recurrent instability if undetected. This case represents the third case reported in the literature of a combined Bankart-HAGL lesion and the exclusively arthroscopic stabilization makes it unique at this time.
Die Schulterarthroskopie ist ein verbreitetes Therapieverfahren und erlaubt die Behandlung einer Vielzahl von Schulterpathologien. Die Werte für Morbidität und Komplikationsraten sind niedrig.
Dass eine Kette gleichzeitig an 2 Stellen reißt, scheint auch im Falle des anterioren Kapsel-Labrum-Komplexes bei einer traumatischen anteroinferioren Luxation ausgeschlossen. Lediglich in 1–9% der Fälle führt eine anteroinferiore Luxation zu einer humeralen Avulsion des „inferior glenohumeral ligament“ (IGHL), stellt dann jedoch eine häufig verpasste Ursache einer rezidivierenden Instabilität dar. Diese Kasuistik stellt den dritten in der Literatur beschriebenen Fall einer bifokalen Verletzung des anterioren Bandes des IGHL dar und dokumentiert die rein arthroskopische Stabilisierung der Bankart-HAGL-Kombinationsverletzung (HAGL „humeral avulsion of glenohumeral ligament“).
Osteochondrale Läsionen des Sprunggelenks sind typischerweise im Bereich der medialen oder lateralen Talusschulter lokalisiert. Für den Erfolg einer autologen Knochen-Knorpel-Transplantation (osteochondrales autologes Transfersystem, OATS) entscheidend ist die ausreichende Versorgung des umliegenden talaren Knochenbetts ohne relevante Nekroseherde. Im vorgestellten Fall eines 29-jährigen Manns ließ die Routinediagnostik keine Aussage über die Knochenvitalität des Talus aufgrund massiver Suszeptibilitätsartefakte im MRT nach vorangegangener Anbohrung zu. Erst eine additiv durchgeführte Single Photon Emission Computed Tomography (SPECT) zeigte die Vitalität des Talus mit Absenz größerer Nekroseherde. Somit erschien eine Talus-OATS-Therapie als „Salvageoperation“ bei bestehender Initialarthrose des oberen Sprunggelenks (OSG) sinnvoll. Bei einer ausgedehnteren Taluspartialnekrose wäre alternativ nur die OSG-Arthrodese in Frage gekommen.
Osteochondral lesions of the ankle joint are typically located at the medial or lateral aspect of the talus. For successful treatment, sufficient blood supply of the osteochondral autograft by the surrounding defect bed without relevant osteonecrosis is crucial. In the case of a 29-year-old male, routine image-based diagnostics including MRI was not conclusive for evaluation of the vitality of the talus due to massive susceptibility artifacts following previously performed retrograde drilling. Additive single photon emission computed tomography (SPECT) demonstrated sufficient vitality of the talus without rele-vant necrosis adjacent to the osteochondral lesion. Thus, osteochondral autologous transplantation as a salvage procedure in co-existing initial ankle arthrosis was accomplished. In case of relevant necrosis of the talus, arthrodesis would have been the only alternative in this young patient.
Typischerweise ist die Glenolabral-articular-disruption- (GLAD-)Läsion nicht mit einer Instabilität kombiniert und weist neben dem Knorpeldefekt lediglich oberflächliche Einrisse am anteroinferioren Labrum auf. Im vorgestellten Fall wird eine seltene Kombinationsverletzung beschrieben, bei der es durch eine chronische Überbelastung bei bestehender GLAD-Läsion zu einer symptomatischen Instabilität kam. Therapeutisch konnten der kraniale Labrumkomplex unter Erhalt der langen Bizepssehne refixiert und der kaudale Labrumkomplex mittels Interpositionsarthroplastik augmentiert werden. Ein begleitender Knorpelschaden im Bereich des Humeruskopfs wurde nicht therapeutisch angegangen. Die Weiterentwicklung der arthroskopischen Techniken erlaubt die Behandlung einer Vielzahl instabilitätsassoziierter pathoanatomischer Befunde.